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Ein Blog über Bianca Forever (einem von mir erfundenem Charakter), der mit seinen Freunden verschiedene, verrückte und magische Abenteuer erlebt.

Bianca Forever – Der Angriff der Formwandler21.08.2000

Bianca Forever – Der Angriff der Formwandler

 

Das letzte Ereignis war noch all zulange her, da hatte Miss Britty, so hieß die Anführerin, der Britanellas, einer Art Formwandler, die absolut jede Form annehmen konnten, einen neuen Plan: Sie wollte nun eine Invasion auslösen und alle, die sich ihr in den Weg stellten, mit einem Fluch belegen oder gefangen nehmen. Doch, um das auszuüben, brauchten sie und die anderen natürlich magische Kräfte, unter anderem auch die Einhorn-Kraft von Bianca, um so real und getreu zu wirken, wie das Original. Doch bis dahin wußten sie nicht, daß nur einer mit einer reinen Seele, genau, wie mit der Macht der Rose hantieren konnte. Doch dazu später mehr.

 

Bianca war es eines Morgens leid, immer der Leidgeplagte und Spielball von Filbao zu sein und beschloß, den kleinen Zaubertroll aufzusuchen, um dem Treiben ein für allemal ein Ende zu bereiten. Um ihn auch wirklich anzutreffen, war sie ziemlich früh am Morgen und zudem auch allein, das heißt, ohne Storm unterwegs. Sie durchstreifte das dichte Gebüsch und entdeckte tatsächlich den fiesen, kleinen Kerl. Er war kurz davor einen Zaubertrank zu brauen, den sie, oh Schreck, einfach mal so umstieß, sodaß die Brühe auf den Boden lief und versickerte. Der kleine Kerl fing sofort an zu schreien und zu schimpfen, doch Bianca lachte nur. Dann streckte sie ihre Hand aus und rieb sich mit der anderen über den Bauch. „Weißt du“, begann sie. „Wenn andere sagen, daß ein Troll im Magen für Glück sorgen soll, warum nicht auch bei Wuschelköpfen?“. Sie leckte sich dabei über die Lippen, ehe sie den kleinen Zaubertroll sich in den Mund steckte und runter schluckte. Ihr Hals mußte sich ziemlich ausdehnen, um den schon ziemlich großen Happen hindurchzulassen und auch im Brustkorb bemerkte sie ein Stechen und Drücken, während der Zaubertroll immer tiefer in ihren Körper rutschte.

Als er mit einem Gurgeln und Grummeln in ihrem Bauch landete, rieb sie zufrieden darüber und gähnte. Sie legte sich ins weiche Gras und hörte ihrem Bauch zu, während dieser gurgelte.

Filbao fluchte vor Wut: „Hey! Wuschelkopf! Was fällt dir ein, mich einfach so zu überfallen und dann auch noch aufzufressen?! Deine Magensäure tut mir weh! Es brennt! Es brennt am ganzen Körper!“. Doch Bianca hörte nicht auf ihn, da sie eingeschlafen war.

Andere Wuschelköpfe in der Nähe hörten sie schnarchen. „Na sieh mal einer an, wer da im Gras liegt“, sagte einer von ihnen. „Das ist Bianca und des scheint, als hätte sie sich getraut, diesen Filbao ein für allemal aus dem Weg zu räumen“. Der andere nickte nur. „Komm, wir lassen sie schlafen“, sagte er nur. Dann verschwanden sie wieder.

 

Nach einer Weile erwachte Bianca wieder. „Oh, schon später Nachmittag“, murmelte sie. „Mann, hab ich gut geschlafen und auch mein Bauch ist wieder flach“. Kaum hatte sie das ausgesprochen, mußte sie sich mal in die Büsche schlagen. Den kleinen Zauberstab von Filbao zerkrümelte sie in glitzernde Steinchen und verschwand schließlich aus dem Wald, nachdem sie sich erleichtert hatte.

 

Als sie später davon Storm, ihrem Freund erzählte, meinte dieser nur: „Daß du auch mal auf so eine Idee kommst...! Immerhin ist das eher eine Aufgabe für unsereins. Aber gut. Wenigstens ist dieser Giftzwerg weg. Aber hat bestimmt wehgetan wegen dem Schlucken und deiner Größe, oder?“. „Ein bißchen“, sagte Bianca und machte sich wieder ans Klavierspielen. „Aber sonst ging er runter“.

Nachdem sie genug hatte, beschloss sie, daß sie zu den Feen gingen. Dort wollte Bianca mehr über diese Zaubertrolle wissen und warum nur die 'Riesen', so wie Storm seine Art nannte, diese aßen, aber keine Wuschelköpfe. Als sie die passende Schriftrolle gefunden hatte, las sie, daß diese Zaubertrolle von den Britanellas geschickt wurden. Formwandler, die aussahen, wie schwarze, wandelnde Flammen mit zwei Augen. Einzig Miss Britty, die Anführerin, hatte große, klare Augen und den Kopf einer Schlange. Außerdem war sie immer mit einer Federboa gekleidet, um ihre Führung und Macht zu demonstrieren. „Daher weht also der Wind“, murmelte Bianca leise, während Storm mitlas und sie auf ein merkwürdiges Geräusch aufmerksam machte. Bianca wußte, was er meinte. Denn wie vom Blitz getroffen, suchte sie die Toilette auf. Er kicherte.

Als sie später zurückkam, sagte sie zu ihm, warum keine Wuschelköpfe diese Zaubertrolle aßen. „Weil sie ihnen zu groß sind. Okay, mir hat ein wenig der Brustkorb gestochen und gedrückt, aber sonst ging er ganz gut meine Speiseröhre hinunter“, sie hielt ihren Bauch dabei, denn sie hatte das Gefühl, daß es demnächst mal wieder Zeit wäre, etwas zu essen. „Dann bin ich müde geworden, habe mich ins weiche Gras gelegt und der Kerl hat doch tatsächlich gesagt, daß ihm meine Magensäure weh tat und brannte, aber das habe ich kaum noch gehört, da ich bald eingeschlafen bin und dabei ist er durch meine beiden Mägen hindurch und schließlich eben wieder hinaus“. „Du hast zwei Mägen?“, fragte Storm erstaunt. Bianca nickte und zeigte ihm ein Röntgenbild eines anderen Wuschelkopfes. Storm quollen vor Staunen fast die Augen raus. „Die Menschen wollte mir das auch nie glauben“, fügte Bianca hinzu „Und so habe ich immer geglaubt, mein Körper wäre wie ihrer aufgebaut: Mit einem Magen und einem Darm. Dabei ist es anders. Ich habe zwar einen Wurmfortsatz, so wie die Menschen auch, aber der ist nur an einer Art Enddarm, durch den das ganze wieder aus dem Körper abgeleitet wird und der zweite Magen funktioniert auch wie eine Art Darm, nur, daß es eben keiner ist. Das können dir alle Wuschelköpfe bestätigen“.

Storm nahm sie in den Arm. „Aber ich glaube dir“, sagte er. „Du bist so sympathisch. Da ist es mir egal, was für Organe du hast. Hauptsache, es funktioniert“. Bianca grinste.

 

Plötzlich erhielt sie eine Nachricht der Nymphen und Feen und sofort machten sich Bianca und Storm darauf auf, dorthin zu gelangen.

 

Als sie dort angekommen waren, fragte, Bianca außer Atem, was denn so wichtig war, daß sie so schnell wie möglich kommen sollten, woraufhin eine Fee sagte, daß sie etwas Neues über ihre Vergangenheit in Fraternia wußte. „Fraternia?“, fragte Bianca mit großen Augen. „Wo soll das denn sein?“. „Es gibt diesen Ort nicht mehr“, sagte die Fee. „Aber das ist der Ort, von dem ihr hierher nach Lighttown und Lightwood kamt“. Storm nickte. „Mein Vater hat es mir erzählt, ehe er mich hier zurückgelassen hatte, um mit den anderen den Ort aufzuräumen, der ja dann im schwarzen Loch unterging“. „Du weißt von Fraternia?“, fragte Bianca erstaunt. Storm nickte. „Wir hatten den Wuschelköpfen damals die Raumschiffe gebaut, mit denen sie auf die Erde kommen konnten. Wir sind auch von dort“. „Aber ich hatte dich wegen noch etwas Anderem gerufen“, sagte die Fee. „Es geht um Rosa und warum sie dich nicht wollte“. „Ich höre“, sagte Bianca ganz aufgeregt wie ein kleines Kind. „Es geht darum, daß du die Wiedergeburt von Libiria bist“. „Von wem?“, fragte Bianca erstaunt. „Wer ist Libiria?“. „Eine Königin von Fraternia und die Mutter von Rosa. Sie hatte Angst, da Rosa ihr einziges Kind war, daß sie Fraternia nicht selbst regieren konnte und hatte dich und deine Geschwister als Thronfolger eingeplant. Sie hat gesagt: „Die Nächst geborene mit der Macht der Rose soll Fraternia regieren“. Und das bist dann wohl du. Weil du die Macht der Rose hast. Aber nur Dank Normal hast du es überhaupt so weit gebracht. Ginge es nach Rosa, gäbe es dich gar nicht. Wenn man nur diese Gemeinheiten alle aufzählte, dann wäre man noch längst nicht fertig. Angefangen von den Kopfgeldjägern Daniel und Natascha Black, die dich in der Nacht entführten, dann, wie Rosa dich füttern sollte, da hat sie dir etwas gegeben, daß du nicht fliegen konntest und als du das erste Mal die Flügel verloren hast in einem Kampf wie deine Zeichnung auf dem Bauch, konnte dank dem Rosenbrunnen neue Flügel wachsen, mit denen du jetzt wunderbar fliegen kannst, oder?“. Bianca nickte. „Dann war das also Rosa‘s Werk“. Sie zog ihre Augen zu Schlitzen. „Weiß man aber schon mehr über diese Britanellas Bescheid?“. „Zur Zeit weiß man nur, daß sie im Wald Chaos anrichten, indem sie sich in Wuschelköpfe transformieren und dann einem die Schuld geben, obwohl er es nicht war. Das sind wohl noch welche, die mit eurem Königreich abrechnen wollen“, sagte die Fee. „Sie scheinen euch auf die Erde gefolgt zu sein, um sich zu rächen“. Bianca nickte. „Und ich darf dann für das Chaos büßen, indem ich die Menschen und uns beschütze“, sagte sie leise. „Aber auch diesmal werde ich sie nicht enttäuschen! Wenn ich Fraternia nicht beschützen konnte, dann wenigstens Lighttown und Lightwood!“. Sie ballte ihre Hände zu Fäusten, als die Fee sagte: „Man weiß allerdings nicht, ob Libiria Einhornkräfte hatte wie du, da nur eine Zeichnung von ihr existierte“. Sie zeigte die Zeichnung Bianca und Storm und Bianca erkannte sich in Libiria wieder. „Sie sieht genauso aus wie ich“, sagte sie leise. „Sie hat die gleichen Augen, Haarfarbe, Sommersprossen und sogar die gleichen Muttermale wie ich unter ihren Augen. Nur, daß sie eben noch diese Kreiszeichnung auf dem Bauch hat und ich eben nicht, da ich im Kampf verletzt wurde. Aber stimmt. Ein Horn sehe ich jetzt nicht auf dem Bild, aber sie hatte angeblich auch einen Rosenstein, wie ich“. Storm nickte. „Als ob man dich da drauf gemalt hätte“. „Aber eine Sache fehlt“, sagte Bianca und zeigte über ihren Pony. „Ich weiß“, sagte Storm. „sie ist kein Einhorn-Wuschelkopf, so wie du“. Bianca nickte. „Wenn ich sie nur auferwecken könnte… Dann könnte ich sie fragen. Ich hätte sovieles, was ich gerne wissen würde...“ . Eine Fee, die zufällig vorbei kam, sagte: „Wir haben sie hier. In unserem Keller. Dort kannst du es mit deiner Rosenkraft versuchen“. Bianca nickte und folgte ihr zusammen mit Storm.

 

Unten angekommen, erkannte sie die Statue sofort. Es war derselbe Wuschelkopf von der Schriftrolle: Libiria. Bianca schloss die Augen und konzentrierte sich auf den Zauberspruch, den sie von der Fee gesagt bekam und ließ Rosenblütenstaub rieseln. Dieser erweckte die Statue zum Leben.

 

Von dem Knarzen, das später zu hören war, sprangen Bianca und Storm erschrocken zurück. „Ich, ich, ich lebe ja…!“, hörten sie die Frau, die vor einer Weile noch erstarrt war, reden. „Ja, Libiria, ich habe dich erweckt, weil ich so viele Fragen habe“, meldete sich Bianca und winkte ihr zu. Libiria versuchte, zu ihr zu kommen, doch, da sie jahrelang erstarrt war, konnte sie nicht so recht laufen und stolperte. Storm und Bianca fingen sie auf. „Ähm… danke“, sagte Libiria und schaute in Bianca‘s blaue Augen. „Du meine Güte! Das hätte ich aber nicht erwartet! Du lebst also auch…! Normal hat es also geschafft, euch zu retten. Euch vor Rosa zu retten! Ihr müsst wissen, Rosa ist eine Tochter von mir und sollte eigentlich auch Fraternia regieren, aber da sie ein Einzelkind war, also ohne Geschwister, haben wir ihr das nicht zugetraut und es eben an dich und deine Geschwister weitergeben wollen. Dann mussten wir jedoch fliehen, da Fraternia und eben der ganze Planet von einem schwarzen Loch verschluckt wurde“, sie schmiegte sich an Bianca und schaute sie immer wieder an. „Wenn man dich so ansieht, könnte man denken, du bist ein Kind von mir. Echt jetzt! Wir könnten Zwillinge sein“. „Aber ich bin ein Kind von Rosa“, sagte Bianca und strich Libiria durch die Haare. „Und wurde von den Menschen großgezogen“. „Naja, wenn man es so recht nimmt“, sagte Libiria und richtete sich wieder auf. „Dann verrate ich dir ein Geheimnis: Rosa hätte nie Kinder kriegen können. Das heißt: Der Rosensamen, der Ritterspornsamen, der Edelweißsamen und der Stern sind von mir und Afroffo, meinem Mann“. „Afroffo?“, fragte Bianca erstaunt. Libiria nickte. „Mein über alles geliebter Mann. Leider ist er nicht in meiner Nähe, aber ich denke, bei den Statuen da unten dürfte er sich auch befinden. Doch ehe ich mit euch auf die Suche nach Afroffo gehe, gebe ich dir das hier“. Sie zog Bianca eine Kette mit einem Blumenanhänger an. „Eine Blumenkette?“, fragte Bianca erstaunt. „Nicht irgendeine“, sagte Libiria. „Es ist vielmehr das Amulett der Blumen. Ich hatte es lange bei mir in den Taschen meines Gewandes getragen, damit es nicht in böse Hände fällt und Unholde damit ihr Unwesen treiben können. Man kann mit dem Amulett der Blumen einen enormen Schaden anrichten“. Bianca bekam nur große Augen und nickte dazu nur. „Und deshalb hast du es mir anvertraut?“, fragte sie. Libiria nickte. „Du bist meine Nachfolgerin und hast dich gut geschlagen. Du brauchst dein Rosenfeuer nicht mehr und hast dich als würdige Nachfolgerin und Trägerin der Rosenkraft bewiesen. So ist es nun deine Pflicht, das Amulett der Blumen gegen das Böse zu verteidigen und Ödland in blühende Wiesen zu verwandeln“. Bianca staunte nur. Sie staunte auch nicht schlecht, als neben Storm ihre ehemaligen Gefährten Fabian und Ben auf einmal hinter ihr standen. „Wir werden euch helfen“, sagte Fabian. „Mit diesen Formwandlern ist nicht zu spaßen. Zumal sie nicht nur unsere Form annehmen können, nein, viel Schlimmer. Sie essen die Originale, dessen Form sie angenommen haben, auch auf, ähnlich wie Killer-Ice, der plötzlich verschwunden ist“. „Ich habe es mit eigenen Augen gesehen“, sagte Ben. „Immerhin fliege ich so leise wie eine Eule und konnte bei meinem Rüttelflug, ähnlich wie ein Kolibri, sehen, wie ein Formwandler ein Original einfach verschlungen hat“. Bianca sah Storm an und schluckte. „Wir haben ein ernsthaftes Problem“, sagte sie. „Weiß schon jemand etwas über Miss Britty, der Anführerin der Formwandler?“. „Leider nein“, sagte Ben. „Man kommt nur schwer an sie ran. Sie wird von den anderen Formwandlern ziemlich gut bewacht“. „Ich werde Flick den Kolibri los schicken“, sagte Bianca dann und drückte sich die Hände auf den Bauch. „Durch das viele Chaos habe ich ganz vergessen, daß mir total flau im Magen ist“, sagte sie leise. Storm nickte. „Hunger habe ich jetzt auch“, sagte er.

 

Dann gingen sie zusammen mit Libiria wieder aus der geheimen Kammer zurück an die Oberfläche in den Rat.

 

Als sie oben beim Essen waren, erzählte ihnen Libiria noch einige Dinge. Nämlich, daß Bianca und ihre Geschwister eigentlich Prinzen und Prinzessinnen wären oder daß sie schon immer auf der Flucht vor Miss Britty und ihren Formwandlern waren. Aber am schlimmsten war der rote Macho. Dieser war nämlich von Miss Britty los geschickt worden, das Amulett der Blumen zu stehlen, damit Miss Britty mit diesem fleischfressende Pflanzen erschaffen konnte. „Und denkt dran“, sagte Libiria. „Der rote Macho unterscheidet nicht, ob man männlich oder weiblich ist. Er drischt auf alles ein, was bei drei nicht auf den Bäumen ist und ist sich auch nicht zu fein dafür, jemandem die Knochen zu brechen. Er ist unberechenbar. Und vor allem: Wenn man fliegen kann, sollte man so hoch wie die Wolken fliegen. Der rote Macho kann nämlich sehr hoch springen und einen vom Himmel pflücken“. Sie übergab Bianca eine Schriftrolle, die ein Bild des roten Machos zeigte. Er sah aus wie ein großer stämmiger Mann in Rot und hatte einen ziemlich grimmigen Blick dazu. „Aber so schlimm sieht der gar nicht aus“, murmelte Bianca nachdenklich und Storm nickte. „Trotzdem“, sagte Libiria. „Mit dem roten Macho ist nicht zu spaßen. Ich habe ihn zwar noch nicht hier gesehen und die Feen anscheinend auch noch nicht. Aber besser ist es, vorsichtig zu sein. Man kann nie wissen“.

 

Inzwischen fluchte Miss Britty. Wo war nur dieses Blumenamulett, daß sie so gern haben wollte? Denn Libiria hatte sie, seit sie auf der Erde war, noch nicht gesehen, nur Wuschelköpfe, in die sich ihre Artgenossen verwandelten, um nicht aufzufallen.

 

Doch auch für Bianca kam etwas Neues: Da sie ja seit Neuestem eine Wächterin der Stadt war, brauchte sie natürlich die elementare Rose des Feuers. Also ging es los zu den magischen Einhorn-Wuschel, die ihr auch schon die Windrose gaben, die sie dank ihres Freundes Storms hatte, der stattdessen den Rosenwind bekam. Dort mußte sie dann ein ziemlich scharfes Chili essen und durfte, obwohl es ziemlich im Hals brannte, eine halbe Stunde kein Wasser trinken. Zudem griff dieses Element in ihre Persönlichkeit ein. Das hieß, es könnte sein, daß der eine oder andere Ausraster zustande kam. Im besten Fall allerdings nicht länger als zwei oder drei Tage. Wie es der gute Wille wollte, würgte Bianca das scharfe Zeug runter und mußte sich erst mal an den Hals fassen, der danach ziemlich brannte und verlangte etwas zu trinken, daß sie erst nach einer halben Stunde bekam, denn so lange mußte das Scharfe wirken, damit die Feuer-Rose auch auf einen übergehen konnte.

 

So kam es, daß sie den einen oder anderen Tag einen Ausraster bekam, sich jedoch schnell wieder beruhigte. Schließlich ließ auch das nach und als sie mit der Feuer-Rose die Kräfte testete, hörte sie ein Stampfen. Sie weckte Storm auf, der neben ihr schlief und zusammen sahen sie über einen Busch. Es war der rote Macho! „Es ist als kein Märchen“, flüsterte sie leise und Storm nickte. „Er war also hier“. „Nichts wie weg“, flüsterte Storm zurück. „Wie besiegt man den?“. „Libiria sagte, mit Feuer kann man ihm nicht schade, aber da ich ja noch das Element Wasser habe, könnte ich es hiermit probieren“, flüsterte Bianca zurück, ehe sie sich in die Luft erhoben. Das bemerkte der rote Macho und versuchte sie aus der Luft zu pflücken, doch die Beiden waren schneller. Schließlich ließ es Bianca auf ihn regnen, indem sie die Wolken mit ihrer Rosenkraft anregte, die sich vereinzelt am Himmel tummelten. Der rote Macho fluchte und rannte wie ein kleines Kind davon. Bianca und Storm lachten. Er schien wirklich Angst vor Wasser zu haben! Das war ihre Chance.

 

Und noch etwas geschah: Plötzlich fühlte Bianca die Kräfte des Blumen-Amuletts in sich. Das hieß: Die Kräfte waren auf sie übergegangen und sie trug das Amulett nur noch zum Schein, das somit keinen Nutzen mehr hatte…

 

Miss Britty dagegen fluchte immer mehr vor Wut, da sie das Amulett der Blumen noch immer nicht hatte, obwohl ihre Formwandler alles abgesucht hatten. „Irgendwo muß doch dieses Amulett sein“, knurrte sie . „Es kann doch nicht sein, daß es sich in Luft aufgelöst hat.“

 

Bianca inzwischen, erfuhr von sämtlichen Wuschelköpfe, wo sich die Formwandler schon überall breit gemacht hatten und eilte mit Storm zu den Nymphen und Feen, um zu fragen, wie man sie am besten wieder los werden konnte. „Ich habe da mal von einem Schrein im Wald gehört“, sagte Opalia. „Wenn ihr wollt, kann ich euch die Schriftrolle mal geben“. Bianca nickte. „Es mußte auf jeden Fall schnell gehen, denn die Formwandler sind mittlerweile überall, selbst in Cloudytown, die Wolkenstadt im Himmel“.

Dann sahen sie, was zu tun war, um die Formwandler fortzubringen: Eine große Kugel mußte einen Wirbel hinunterkullern, dann an eine Wand knallen, was dann ein Portal öffnete. „Es ist unsere Einzige Chance, Miss Britty und die Formwandler los zu werden“, hörten sie plötzlich eine Stimme. Es war der Kolibri Flick, der Miss Britty ausspionierte. Bianca drückte den kleinen Vogel an sich. „Weißt du, wo sie gerade sind und wie wir sie anlocken könnten?“. Flick nickte. „Wir müssen sie also nur zu diesem Schrein bringen, dann betätigst du die Kugel und sie verschwinden auf Nimmerwiedersehen?“, fragte der Kolibri und sah dabei in Biancas Augen. Storm nickte. „Dazu brauchen wir sämtliche Wuschelköpfe. Flick flog erneut los.

Bianca und Storm wollten sich den Schrein inzwischen selbst anschauen und fanden ihn. Mit der Blume von Libiria öffnete sie das große Steintor und sie fanden sich in einer verstaubten Höhle wieder. Bianca entdeckte sofort die Kugel und den Wirbel. „Am besten, wir bringen die Formwandler in Käfigen unter. Dann können die sich nicht dagegen wehren“, sagte Storm und Bianca nickte. „Wir werden unsere Welt nicht diesen miesen Formwandlern überlassen!“, fauchte Bianca wütend. „Die werden uns noch kennenlernen!“.

 

Am nächsten Tag war es dann soweit: Alle Wuschelköpfe des Waldes waren dabei, die Formwandler in Käfigen unterzubringen und brachten sie zum Schrein, der nun offen stand. Miss Britty mußte ihrem Gefolge logischerweise nachkommen und kaum war sie ebenfalls in dem Raum, krachte ein Käfig auf sie, heruntergestoßen von Bianca. Sie wurde jedoch nicht entdeckt, denn im Raum war nicht allzuviel Licht und somit sah Miss Britty, die nun im Käfig steckte, nur einen Schatten davon huschen.

Auch Rosa, von der alle annahmen, daß sie tot war, kam in den Schrein. Immerhin war sie den Formwandlern gefolgt und wollte Bianca eigentlich eins auswischen, doch hatte sie bisher noch nicht zu Gesicht bekommen. Als alle Formwandler gefangen waren, setzte Bianca die Kugel in Bewegung. Wie eine Bowlingspielerin, schwang sie die Kugel und ließ diese den Wirbel entlang kullern. Auf ein Zeichen von Bianca verließen alle den Schrein, denn wären sie darin geblieben, wären sie ebenfalls in das Portal gezogen worden.

Als alle draußen waren, hörten sie die Schreie von Miss Britty und den Formwandlern, ehe selbst der Schrein in einem hellen Licht versank und als das Licht erlosch, war vom Schrein nichts mehr zu sehen.

 

Alle kamen aus den Büschen, in denen sie sich verkrochen hatten, heraus und blinzelten in das Sonnenlicht. „Haben wir es geschafft?“, fragte Bianca Storm. „Auf jeden Fall ist alles weg“. Storm nickte nur und sagte: „Sieht so aus und wir mußten mal nicht kämpfen. Außer mit Hunger“. Er hielt sich den Bauch. „Ja, mein Magen hat jetzt auch Hunger“, sagte Bianca und grinste ihm zu. Dann gingen alle nach Hause.

 

Was aus den Formwandlern geworden ist? Nun ja: Sie waren in einer anderen Dimension gelandet und hatten auch noch ihre Erinnerungen verloren. Auf jeden Fall konnte man ein „Wer sind Sie denn?“ hören oder „Wer bin dann ich?“.

 

Auf jeden Fall war die dunkle Gefahr gebannt und man durfte sich auf neue Abenteuer gefaßt machen. Bis dahin ging jeder dem nach, was er am besten konnte. Auf jeden Fall war das bei Bianca und Storm nicht mehr viel. Sie aßen etwas und dann gingen sie ins Bett, um sich auszuruhen, denn nur der Gedanke, gegen Kreaturen kämpfen zu müssen, löste bei manchen schon Atemnot und Anspannung aus. ENDE

 

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