Ägypten - Algerien und "wunderbares Westafrika"

09:45, 18.11.2009. Von Felix

Fußball - Es wird ein interessanter Tag heute aus afrikanischer Fußballsicht!

Um 20.30 Uhr treffen Ägypten und Algerien in Khartum, im Stadion von Al Merreikh, dem ehemaligen Club von Aachen-Coach Michael Krüger, aufeinander. Im Stadteil Omdurman geht es dann um den letzten freien Platz bei der WM für ein afrikanisches Team.

Das Stadion von Al Merreikh

Das Spiel der beiden Länder am vergangenen Samstag (2:0 für Ägypten) machte deutlich, "das es in Afrika derzeit wohl kein brisanteres Duell als das zwischen diesen beiden Staaten" gibt, schreiben Daniel Theweleit und Julia Gerlach in der Berliner Zeitung und erklären den "sportlichen" Ursprung für die Fehde, die im Jahr 1989 liegen: "Damals besiegten die Ägypter Algerien im entscheidenden Spiel um die Teilnahme an der WM 1990. Danach gab es wilde Tumulte, in deren Verlauf Algeriens Mittelfeldspieler Lakhdar Belloumi dem Teamarzt der Ägypter eine schwere Augenverletzung mit einer abgebrochenen Flasche zugefügt haben soll." Tiefer geht die Analyse von Volkhard Windfuhr auf Spiegel Online.

Am vergangenen Samstag kam es zu Steinwürfen auf den algerischen Mannschaftsbus. Davon gibt es auch ein Video. "Wir fürchteten um unser Leben", erzählte Antar Yahia vom VfL Bochum. In ägyptischen Zeitungen wurde behauptet, die Scheiben im Mannschaftsbus seien von den Algeriern selbst eingeworfen worden. Die FIFA hält sich trotz blutender Spielerköpfe und vor Wut kochenden Funktionären in einer Stellungnahme zunächst völlig aus dem Konflikt heraus. Wahrscheinlich will sie zuerst das sportliche Ergebnis von heute Abend abwarten.

Schon im Vorfeld der Partie hatten sich Algerier und Ägypter auch im Internet bekriegt. Unter anderem mit einem Filmausschnitt, der Hitler bei einer Besprechung mit Generälen zeigt. Von ägyptischen Fans wurde er untertitelt.

In der Begegnung zwischen Ägypten und Algerien entscheidet sich auch, welches Land Nordafrika bei der WM vertreten darf. Neben Gastgeber Südafrika sind es die Staaten aus dem Westen, die ihre Mannschaften zur WM schicken: Nigeria, Kamerun, Ghana und die Elfenbeinküste. Daniel Theweleit jubelt in der taz: "Wunderbares Westafrika."

Die Elfenbeinküste ist dabei vom Kader sicher das stärkste Team aus Afrika. Zurecht verweist Theweleit auf das Champions League-Halbfinale der vorigen Saison. Dort standen "mit Mit Yaya Touré (FC Barcelona), Didier Drogba, Salomon Kalou (beide FC Chelsea), Kolo Touré und Emanuel Eboué (damals beide FC Arsenal) fünf Spieler von der Elfenbeinküste. Außerdem zeigen sich Leute wie Bakary Koné (Olympique Marseille), Ndri Romaric, Didier Zokora, Arouna Kone (alle FC Sevilla) oder Artur Boka (VfB Stuttgart) in der Königsklasse, kaum ein anderes Land der Welt ist derart massiv vertreten auf dieser allerhöchsten Ebene des Klubfußballs."

Es wird spannend zu sehen, wie sich "Les Elephants" heute in Gelsenkirchen gegen die deutsche Elf schlagen - auch wenn Didier Drogba wegen einer Rippenverletzung nicht dabei ist und Salomon Kalou und Abdoulaye Meite nach einer tätlichen Auseinandersetzung eventuell vom ivorischen Verband gesperrt werden.

 

 

 

 

 

 

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