Soyo

13:26, 18.01.2010. Von Felix

Nigeria – Benin 1:0. Während der ersten Halbzeit stehen wir am Meer und schauen rechts auf die Mündung des Kongo-Flusses. Im Wasser planschen ein paar Kinder. Rechts von uns beginnt militärisches Sperrgebiet. Hinter uns sind ein paar weiße Römerzelte aufgebaut. Kleine Buden, bei denen es günstig Schnaps zu trinken gibt. Der kommt aus den beiden Kongos, die hier nur ein Stück weit gegenüber liegen, und wo alles nur ein Drittel kostet wie in Angola.

Uns reicht Bier. Es gibt gegrillten Fisch dazu mit Süßkartoffeln. Die zweite Halbzeit des Fußballspiels verfolgen wir dann in einem still gelegenen Open-Air-Kino. Die Leinwand ist eine verputzte Wand, von der die weiße Farbe abblättert. Unter dem Dach liegt eine schön schattige Kneipe mit einem großen Fernseher.

Soyo ist auch ein Öl-Ort, er war laut Reiseführer einmal ein verschlafenes Nest. Nun gibt es hier schicke, neu gebaute Häuser, wo die großen Firmen ihre Mitarbeiter unterbringen. Kinder bieten uns auf der Straße eine Banane für einen Dollar an. Abends finden wir immerhin einen Straßenstand, wo es Hähnchenkeulen für drei Dollar fünfzig gibt. Dazu essen wir das erste Mal Funje. Die traditionelle Sättigungsbeilage aus Manioc. Ein fester, etwas zäher, gräulicher Fladen, eingewickelt in einem Maisblatt.

Nach Soyo gekommen sind wir mit einer kleinen Propellermaschine von Cabinda aus. Über Land hätten wir durch den Kongo fahren müssen und es wäre unklar gewesen, ob wir mit unserem „Single Entry Visa“ dann überhaupt noch mal nach Angola hineingelassen worden wären. Elf Passagiere transportiert die Maschine. Ich sitze direkt hinter den beiden Piloten.

 

Ein wunderbarer Flug von einer halben Stunde. Es geht schnell aufwärts, über einen Streifen der DR Kongo. Wir drehen eine Schleife über das Meer und zack, geht es wieder nach unten. Am Flughafen haben wir noch die Mannschaften von Ghana und Burkina Faso getroffen. Beide auf dem Weg nach Luanda, wo sie am Dienstag das entscheidende Spiel um den Einzug ins Viertelfinale austragen. Ghana muss gewinnen, um weiter zu kommen.

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