Benguela und Lobito

21:35, 25.01.2010. Von Felix

Kamerun – Ägypten 1:3. Wir sind immer noch in Lobito, haben uns an unserem kleinen Traumstand häuslich eingerichtet. Das Open-Air-Restaurant ist meist schlecht besucht, aber gut bewacht. Ein Security-Mann ist fast immer da. Wir lassen also unsere Sachen einfach im Iglu, wenn wir ins benachbarte Benguela fahren.

Lobito ist eine Kleinstadt, hat aber den wichtigsten Hafen im Land. Wenn wir morgens aufwachen, schauen wir auf die Containerschiffe, die draußen auf die Einfahrt warten. Vom Hafen führt die Restinga, eine lange, gerade Straße hinaus aus dem Ort. Viele Häuser im Kolonialstil stehen hier. Reiche Angolaner aus Luanda haben an der Restinga ihren Zweitwohnsitz.

Am Ende, wo wir wohnen, trifft sich zur Mittagszeit immer ein kleiner Stammtisch von jungen Männern in schicken Hemden. Sie trinken portugiesischen Rotwein, Whiskey und Vodka und reden über „Dollars, Dollars,“ während wir in Badehose und Latschen Backgammon spielen.

Die Nachbarstadt Benguela ist wunderbar. Ruhig, entspannt, ebenfalls mit schönen Bauten aus der Kolonialzeit. Es gibt einen lang gezogenen Sandstrand, an dem gestern, am Sonntag, halb Benguela versammelt war. Die Niederlage Angolas gegen Ghana sehen wir in einem Imbiss. Kurz vor Schluss der Partie fahren Wasserwerfer vor und Jeeps mit Polizisten partoullieren die Straßen entlang. Beim Abpfiff zerschlägt einer seine Bierflasche wütend auf dem Boden, der Rest ist Resignation. Die Party ist für Angola vorbei.

Aber uns gefällt es in diesem Land inzwischen richtig gut und es ist auch gar nicht mehr so teuer. Das zelten kostet nichts, der Burger oder das Hähnchen am Straßenrand drei Euro. Das Bier zwischen 50 Cent und 70 Cent. Außerdem gibt es hier die „besten Bananen der Welt“, wie Jean-Pierre versichert hat – und sie schmecken wirklich gut. Zwischen den Orten ist man mit Condongueros, hellblau-weißen Minibussen unterwegs. Die Fahrt schlgt mit 40 Cent zu Buche.

Nur mit der Arbeit haben wir eine Pechsträhne. Rigobert Song mag nicht mit uns reden, überhaupt ist das Team Kameruns im Hotel gut abgeschirmt und lässt keinen Journalisten an sich heran. Auch Mohamadou Idrissou geht nach der Niederlage gegen Ägypten wortlos an uns vorbei. Trainer Alain Giresse war nach dem Ausscheiden Gabuns nicht mal auf der Pressekonferenz erschienen. Mohamed Zidan allerdings spricht – und redet gleich vom „Fußballkrieg“ am Donnerstag im Halbfinale gegen Algerien. Zu Beginn dieses Blogs habe ich ja schon davon berichtet.

Wie es für uns in den nächsten Tagen weiter geht – ob nach Lubango, oder woanders hin, ist noch nicht sicher. Vielleicht bleiben wir auch hier und schauen das Halbfinale noch. Das wird gleich besprochen, hier auf dem Parkplatz vor dem Stadion, wo es Ess- und Trinkbuden gibt. Auch das ist anders, als in Cabinda und Luanda. Da war vor den Stadien nichts los.

Wer Mark Harenberg kennt, sollte mal hier hinein schauen. Dieser Tausendsassa!

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Kommentare

  1. Kameruner Torhüter von (Anonymous)

    Eventuell findet Ihr im Hotel noch den Keeper Kameruns, weil den haben die bestimmt nicht wieder mitgenommen. Ich freu mich trotzdem auf Algerien gegen Ägypten. Die Paarung scheint attraktiv - nicht für Fußballfans, aber für Hooligans und Kriegsberichterstatter. Wieder mal tolle Eindrücke aus einem weitgehend unbekannten Land. Vielen Dank und weiter so! Gruß Steini

  2. Remember Busua von (Anonymous)

    Hallihallo ihr Abenteurer,
    das Bild erinnert mich stark an Busua Beach :-)
    Wie ist das mit der Musik? Ist die dort auch so laut, oder gibt es sie womöglich gar nicht?
    Drücke die daumen für weitere Aufträge!
    Liebe Grüße

    bürte