10monateAUSTRALIEN
Warum denn bloß?? Was hat sie nur??? *pieps*

28.01.2007 um 09:45 AM in warum nach Australien | Kommentare: [0] | Kommentieren

Also, ich weiß gar nicht mehr, wie das alles so angefangen hat. Irgendwann war in der HvF ein Info-Abend über allgemeine Austausche in fremde Länder. Ich war da, und ich hab gleich gedacht "Sowas muss ich auch mal machen". Eine eindeutige Antwort auf die Frage, warum ich nach Australien möchte, gibt es eigentlich gar nicht. Ich wollte einfach mal was anderes erleben als mein Leben hier in Braunschweig, was zwar nicht schlecht ist, aber ich kenne bisher noch nichts anderes. Ich möchte einfach mal raus hier und in ein ganz anderes Leben schlüpfen, mit anderen Leuten, einer anderen Sprache, einer anderen Kultur, ganz anderer Umgebung,... einfach etwas Neues, mein Leben einmal komplett umzukrempeln. Ich denke, es gibt zwei Sorten von Menschen: einmal die, die es am liebsten haben, wenn alles ihren gewohnten Gang geht, und dann die, die Lust auf mehr haben. Und zu der Sorte zähle ich mich. Außerdem prägt ein so ein Auslandsjahr für sein ganzes Leben: man wird selbstständiger, anpassungsfähiger, sieht vielleicht einige Dinge von einer ganz anderen Richtung und lernt mit den verschiedensten Situationen umzugehen. Und man wird viel verantwortungsvoller, weil man dann ja in einigen Bereichen für sich sorgen muss, die vorher als selbstverständlich angesehen wurden. Zum Beispiel, dass ich dann selbst zur Bank muss und mir das Geld für Sachen einteilen muss, die ich vorher immer von meinen Eltern bezahlt bekommen hab. Ich denke, dass so ein Jahr einem in seinem späteren Leben sehr viel weiterhilft, da man viel mehr erlebt hat und verschiedene Hürden überwinden muss. So kann man später besser mit unterschiedlichen Dingen umgehen.

Zum Glück hat Fenja das auch gedacht, sodass wir praktisch mit doppelter Kraft an die Sache rangehen konnten. Wir haben unsere Eltern immer wieder darauf angesprochen. Die waren mit unseren Plänen an sich einverstanden, und fanden es auch sehr gut, dass wir mal ins Ausland gehen wollen. Aber es gibt ja leider noch viele andere Kriterien, die wir in den nächsten Monaten erst einmal lösen mussten:

  • mit welcher Organisation?? Da haben wir uns eigentlich recht schnell auf eine einigen können: "Step in". Die wurde auch bei dem Info-Abend vorgestellt und ein anderes Mädchen von unserer Schule ist auch mit dieser Organisation nach Australien gefahren. Ich kann sie (also die Organisation) jedem, der auch weg möchte, nur wärmstens weiter empfehlen. 1. weil sie sehr preiswert ist, 2. weil in diesem Preis schon fast alles eingeschlossen ist, was man im Ausland braucht (z.B. Versicherung), das einzige, was man selbst zahlen muss, ist sein Taschengeld und die Schulsachen (Bücher, Uniform). Anreise und das ganze Drum und Dran wird einem praktisch vor die Füße gelegt. 3. weil die Familien sehr sorgfältig ausgewählt werden und weil die kein Geld dafür kriegen, dass sie einen Gastschüler aufnehmen. Somit wird verhindert, dass sie das nur machen, um sich etwas zu verdienen. 4. weil sich total gut um einen gekümmert wird. Es gibt Vorbereitungs- und Nachbereitungsseminare, wo verschiedene Probleme angesprochen werden und man einfach mit anderen Mitreisenden über seine Aufregung und Erfahrungen sprechen kann. Außerdem gibt es ein Forum, wo man sich auch noch einmal austauschen kann. Und was auch sehr gut ist: in dem Austauschland gibt es immer einen "Coordinator" in der Nähe, der in regelmäßigen Abständen vorbei kommt, um zu sehen wie es einem geht. Mit dem kann man über alle Probleme und Erlebnisse sprechen.
  • das Alter: Da Fenja und ich noch unter der magischen Altersgrenze (=16) liegen, hätte es bei einigen Organisationen Probleme gegeben. Da wir uns aber für "Step in" entschieden haben, hatte sich das Problem erledigt.
  • welches Land?: Das Wichtigste dabei ist die Sprache. Fenja und ich wollten unbedingt in ein englisch sprachiges Land. Ansonsten wäre sowieso nur französisch in Frage gekommen. Aber meiner Meinung nach wird man in seinem kommenden Leben eher englisch als französisch brauchen, aber das ist ja Ansichtssache. Da Fenja und ich beide die totalen "Sommer-Sonne-Sonnenschein"-Leute sind, wollten wir unbedingt wohin, wo es warm ist. Und dann muss man sich die verschiedenen Kulturen angucken. Typisches Austauschland ist ja Amerika, aber wir wollten schon etwas "besonderes". Das soll jetzt nicht abwertend sein, aber Amerika ähnelt Deutschland ja doch schon sehr. Und irgendwie fiel unser Blick sofort auf Australien. Es ist so weit weg wie nur möglich^^ (man will ja schließtlich auch in der Welt herum kommen!), die Umgebung ist eine ganz andere, das Leben (Schule, Freizeit, ...), das Klima und vor allem die Mentalität der Menschen dort soll ganz toll sein. Damit ist Australien zu unserem Traumland geworden. Ansonsten lässt es sich auch empfehlen, ein ganz nahes Land (Frankreich, England) zu nehmen, da man dort schnell wieder hinkommt um die Leute dort zu besuchen. Aber für uns war diese unterschiedliche Kultur ausschlaggebender als die Entfernung. Dazu möchte ich auch noch sagen, dass das keine "wir-sind-Zwillinge,-wir-machen-alles-zusammen"-Aktion werden sollte (trifft ja eigentlich eh nicht auf uns zu), auch wenn es vielleicht so wirkt. Es ist nur einfach so, dass Fenja und ich uns im Geschmack doch sehr ähneln, sodass wir beide das Gleiche wollten. Aber "Step in" vermittelt Freunde und Verwandte sowieso getrennt, damit man das alles ganz alleine durchsteht. Dass wir jetzt zufällig in die gleiche Gegend gekommen sind, konnte ja keiner ahnen. Trotzdem ist es vielleicht auch ein ganz beruhigendes Gefühl, dass sich jemand, den man seit Geburt an kennt, auf dem gleichen Kontinent befindet wie man selbst.
  • wie lange?: Zur Auswahl standen 5 und 10 Monate. Unser Motto war (und ist): Wenn schon, denn schon! Das haben unsere Eltern netter Weise sehr unterstützt. Denn man ist nicht allzu oft in einem Land wie Australien, und da soll es sich schon lohnen so weit zu fliegen. Außerdem hat man sich nach einigen Monaten erst richtig eingelebt, und dann wäre es sehr schade, gleich wieder weg zu müssen. Und auf den Preis bezogen: Der Flug ist das Teuerste, also kosten 10 Monate nicht gleich doppelt so viel wie 5, sondern verhältnismäßig weniger. Und somit stand von Anfang an fest: 10 Monate!!
  • wann?: eigentlich ist es ja Standart, zu Beginn eines deutschen Schuljahres wegzufahren, sprich so im Juli. Da waren allerdings schon alle Plätze für Australien belegt, im Januar jedoch noch welche frei. Also haben wir uns für den Januar entschieden, auch wenn das etwas kurzfristig war (so ca. ein halbes Jahr vorher). Aber es ist in sofern auch gar nicht so schlecht, dass in Australien dann das neue Schuljahr anfängt, also ist man von Anfang an dabei, und rutscht dann nicht so mitten rein.
  • das Hauptproblem: das Geld. So schön ein Austausch ist, er kostet eine ganze Menge. Und bei zwei Leuten in einer Familie logischer Weise gleich das Doppelte. Fenja und ich hatten aber ein riesen Glück, dass unsere Großeltern uns diese Reise gesponsort haben. Auch wenn sie das hier nie lesen werden: EIN RIESENGROSSES DANKESCHÖN AN EUCH!!! Ohne euch wäre das nie möglich gewesen!! Hab euch lieb!
  • die deutsche Schule: in der Regel ist es kein Problem, für ein Jahr ins Ausland zu gehen, und anschließend wieder die alte deutsche Schule zu besuchen. Bei uns war das aber was anderes, da wir nach dem ersten Halbjahr der 10. Klasse fahren, und nicht gegen Schuljahresende. Und einsteigen müssen wir wieder mitten in der 11.. An sich ist das ja alles OK, aber das muss schriftlich eben auch stimmen, und das tut es so nicht. Denn kein Schüler darf mitten im Schuljahr gehen und irgendwann wiederkommen. Aber zu diesem Problem gab es zum Glück auch eine Lösung: Fenja und ich haben uns in der 9. noch einmal richtig schön angestrengt, sodass wir über dem Durchschnitt von 2,0 lagen. Dadurch durften wir überspringen, was aber erst zum 2.Hbj. der 10. in Kraft tritt. Und dann überspringen wir das 2.Hbj. der 10. und das 1.Hbj. der 11.. Zwar kommen wir eigentlich 2 Monate früher zurück, aber das weiß ja keiner...^^ In der Zeit werden wir dann den ganzen verpassten Schulstoff aufholen. Das klingt alles sehr kompliziert (ist es auch!!), aber immerhin funktioniert es so! Auch nochmal "Danke!" an Herrn Kauschke der sich etliche Pausen mit uns rumschlagen musste und sich sehr für uns eingesetzt hat.

Und nachdem wir diese ganzen Probleme gelöst hatten, stand fest:

WIR FAHREN NACH AUSTRALIEN!!!

Ich denke mal, das wird eines der erlebnisreichsten Jahre in meinem ganzen Leben, wo ich mich immer dran erinnern werde!









kuba