ArcticMe

Möglicherweise der Anfang einer Weisheiten-Sammlung

Mein Leben, mein altes, uraltes Leben
Mein erster schlecht verheilter Wunsch
Meine erste gescheiterte Liebe
Mit Sehnsucht habe ich dich erwartet.

Mit Sehnsucht wollte ich das kennenlernen,
Was das Leben an Schönstem birgt,
Wenn zwei Körper das höchste Glück erfahren,
Sich vereinigen und stets neu geboren werden.

Meine Abhängigkeit ist grenzenlos,
Ich kenne das Beben des Seins,
Das Zaudern zu verschwinden,
Die Sonne, die die Ränder auf dem Feldrain trifft

Und die Liebe, die alles so leicht macht,
Dir alles schenkt, und zwar sogleich;
Es gibt in der Mitte der Zeit
Die Möglichkeit einer Insel.

 

 

 

 

 

(Michel Houellebecq; Die Möglichkeit einer Insel)

 

21:07 - 28.05.2010 - Kommentare {0} - Kommentieren


Vier Tage Urlaub

Donnerstag Abend: 01.04.2010 22:11 Uhr

 

Okay, das ist jetzt, trotz dem verhängnisvollen Datums, 01.04., kein Scherz:

Ich habe vier Tage Urlaub.
Es ist lange her, wirklich lange her, dass ich vier Tage nicht arbeiten musste. Ich habe innerlich gebetet, dass meine Nachhilfe-Kids am Samstag nicht kommen wollen und sie wollen nicht, super.

Also was stellt man mit vier freien Tagen an?

Nichts!
Ganz genau. NICHTS!

Ich werde mir nichts vornehmen, keine Pläne schmieden oder Arbeiten auferlegen, sondern einfach das machen, worauf ich Lust habe. Und worauf hat der Game Design Student Lust? ZOCKEN!!!!!


Also gut. El Lexxer Loco hat uns erklärt, dass wir unbedingt schreiben sollen, was uns an Videospielen gefällt und nicht gefällt, das werde ich hier tun und ich fange mit BioShock an.
Bin jetzt kurz vor Ende, weiß wer der Big Boss ist und bin bereit ihm in den Hintern zu treten.
Meine Strategie hat sich bisher bewehrt, ich schieße  fast alles zu Klump, was mir vor die Nase läuft. Besonders hat es mir das Chamäleon Plasmid angetan mit dem ich, wenn ich stehen bleibe, unsichtbar werde. Seit neuestem gefällt mir auch die Armbrust immer mehr, mit der ich 90% aller Splicer mit einem Treffer in den Kopf niederstrecke. Diese abgedrehten Zombies haben es auch nicht anders verdient.
 


Ah, okay, ich fange doch mit DotA an.
Ich glaube, dass ist neben Diablo 2 das Spiel, dass mich am längsten in seinen Bann gezogen hat. Defense of the Ancients, dass nur eine Mod für Warcraft 3 ist und nicht von jemand professionellem, sondern einem gewöhnlichen Menschen entwickelt wurde, ist eine der Erfolgsgeschichten, die mich motivieren Game Designer zu werden. Bei DotA geht es um den epischen Kampf zwischen gut und böse *gähn*
Okay, anders.
Es geht darum sich in einem Echtzeit Strategiespiel einen Helden rauszusuchen und auf dem Weg zum Thron des gegnerischen Teams so viele andere Helden wie möglich zu lynchen, ja ich glaube das trifft es ganz gut.
Nach 5 Jahren DotA wurde das Spiel quasi zu einem Hype. Nachdem die Mod als zweites Spiel überhaupt als Spiel für die Electronic Sport Liga erlaubt wurde, das erste war Counterstrike, entwickelte sich das Prinzip hinter DotA und die simple, aber trotzdem starke Spielmechanik zu einem Alleinstellungsmerkmal. An mehr als drei Spielen wird zurzeit entwickelt, die grafisch interessantere Kopien von DotA sind und an denen der Urerfinder Icefrog, eine Menge Geld verdient.
Dazu zählen sich auch Heroes of Newerth (HoN) und League of Legends (LoL <----lol).
Auf HoN werde ich später sicherlich noch einmal eingehen, jetzt gehts aber erstmal rund bei DotA.

Donnerstag Abend: 01.04.2010 23:57 Uhr
 


So, das wars! BioShock ist zu Ende! Aus, vorbei!
Will ich nichtsmehr von hören!
Okay, mal ehrlich, der Bosskampf war nicht das, was man eine Herausforderung nennt. Ich hab es dem Gegner mit den Wärmesuchenden Raketen so dermaßen besorgt, dass er sich gefühlt hat wie ein Pornostar.
Aber das was danach kam war in Ordnung, das Ende hat mich befriedigt, denn es war eines. demnach ist es auch logisch, dass dieses wunderbare Spiel von sinnlosen Fortsetzungen verschont bleibt....
WARUM IST TEIL ZWEI SCHON DRAUßEN UND TEIL DREI BEREITS ANGEKÜNDIGT???

HÖRT AUF JEDES VERDAMMT FRANCHISE ZU MELKEN!!!!

 

Genug aufgeregt, ist ja auch nur ein Spiel, aber mir geben die Verkaufszahlen von Bioshock 2 nunmal recht, denn die Fortsetzung verkauft sich nicht so gut, wie das erste. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass ein Film von dieser Szenerie etwas wirklich positives sein kann, vor allem, wenn Wenthworth Miller, gerüchten zufolge, die Hauptrolle spielt. Der Serienschauspieler hat in Prison Break versucht seinen Bruder aus dem Gefängnis zu befreien und hat mich in Staffel Eins zu hundert Prozent überzeugt, alles andere ähnelt Skispringen.

Inzwischen ist es schon nach 00:00 Uhr, das heißt der Tag der Scherzkekse ist vorbei und ich hab niemanden in den April geschickt... verdammt. Doch, meine Nachhilfeschüler hab ich Mist zusammenrechnen lassen. "Na klar kommt bei [2^x  = 32] 16 raus"... zu cool
Was mir gut gefallen hat, ist das einige Browsergames bestimmte Effekte am ersten April in ihren Spielen hatten. Zum Beispiel das Einhorn-Schloss, dass den Chop Shop in Mafia Wars für einen Tag ersetzt hat. Also wegen mir können sie ihn auch drin lassen, mich stört das bisschen Gay Attitude garnicht so sehr. Auf meiner grieschichen Ferieninsel bei Grepolis hat mir ständig ein Ufo Dorfbewohner gestohlen, so ein Mist...
Könnte das ein Zeichen sein? Fphren die Entwickler etwas im Schilde? WIRD DAS NÄCHSTE SPIEL VON INNO GAMES EIN WELTRAUM SPIEL?... ich frag einfach mal nach, wenn ich das nächste mal im Haus bin =)

Und eben sehe ich, dass sie bei The West Osterquests geschaltet haben, wie stark. Ostereier sammeln, den Osterhasen suchen und ein Osterfeuer machen, gefällt mir, könnte von mir sein *hust*

So, ich mach jetzt mit DotA, HoN oder Oblivion weiter, die Runde DotA vorhin war zu laggy um Spaß zu machen, leider. Aber wirklich böse sein kann man Blizzard nicht, sie nutzen die Server Kapazitäten im Moment bestimmt für die Starcraft 2 Beta.

Bis zum nächsten Eintrag noch ein wenig Musik, die mir gut gefällt:

 

 

 

Freitag Abend: 02.04.2010 19:48 Uhr
Nach einigen starken Runden HoN die ich heute Mittag und Nachmittag gespielt habe und einem wunderbaren Gyros, isst man das nicht traditionell am Karfreitag?, will ich mich jetzt erstmal mit den Gedanken befassen, die Georgios dagelassen hat.

"Die ungeschriebenen Gesetze der Wirtschaft
Sehr interessante Ansichten und Fakten die du hier nieder geschrieben hast. Persönlich denke ich das der Videospielmarkt aufgrund seiner größe sich heute in anderen Wirtschaftsgewässer befindet als noch vor 20 Jahren. Heute sind Entwickler und Herausgeber gezwungen sich an die ungeschriebenen Gesetze der Wirtschaft zu halten. Beispiel Autoindustrie: Ein Sportwagen mit einem Verbrauch unter 2L ist technologisch und ekonomisch produzierbar. Warum verbauchen unsere Autos aber soviel Treibstoff?"

Ich glaube, dass der Vergleich mit dem Auto nur in Deutschland greift. Deutschland ist neben der Isle of White und einer Provinz in Indien der einzige Ort, an dem es keine Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn gibt. Ein Wagen, der langsam aber effizient ist, ist in und aus Deutschland, dem Land der Autobauer, undenkbar. Dieses Risiko würde hier niemand eingehen. Ich denke dass ein Elektroauto oder ein Wasserstoffwagen erst zum Trend werden, wenn das avantgarde Deutschland das erste Model präsentiert. Ich kann mir vorstellen, dass die deutsche Automobilindustrie diese weltweite Schlüsselposition besitzt.

Übertragen auf die Videospielszene bedeutet das, dass erst eine große Firma etwas riskieren muss, bevor andere Nachziehen. Also, wo sind der USK-Shooter von Nintendo oder die Minispielesammlung von Ubisoft? Etwas weit hergeholt, gebe ich zu.
Blicken wir uns allerdings den Indiemarkt an, so können wir sehen, dass Indie-Games ständig riskieren und in ihrem Rahmen genau so gut absahnen wie die Großen. Jedes mal eine neue Idee, eine neue Erfindung und es hört nicht auf. 2009 war für mich das Jahr der großen kleinen Titel:
Plants vs. Zombies, Bittrip, Audiosurf, Doodlejump um nur einige Beispiele zu nennen. Diese Titel haben die Szene wachgerüttelt, aber ganz oben ist das nicht angekommen.
Ich würde mir wünschen, dass sich die Entwickler von Games sich mehr austoben dürfen, Sachen ausprobieren. Spielen. Was war denn das besondere an BioShock? Es waren nicht die Plasmide, die Little Sisters oder die Story, geprägt von Held, Mentor und Gestaltenwandler, um nur einige der Archetypen zu nennen, die es in dem Spiel gibt. Es war das Setting. Eine Unterwasserstadt in den fünfziger Jahren zu erschaffen ist eine großartige Idee gewesen, natürlich. Deshalb kann man BioShock 2 auch keinen Vorwurf machen, da es ja nichts anderes möchte als den Spieler erneut nach Rapture zu holen, mehr nicht. Komm noch einmal in die Welt unterhalb der Meerespiegels, es gibt noch viel zu entdecken und dieses mal aus anderen Augen. Aber die Story war schlüssig und für mich rund und zu Ende, fertig, aus! Ich hätte mir gewünscht, dass das Spiel nicht weitergemacht wird, es gibt einfach Spiele die sind so, wie sie sind gut und brauchen keine Nachfolger, beispielsweise
Eternal Darkness, und um das zu nennen muss ich mich schon selbst treten, weil das Spiel großartig war und ich mir immer einen Nachfolger dazu gewünscht habe.

 

Wenn wir uns große Serien ansehen, wie GTA dann bringen sie in jedem Teil eine Innovation, ein komplett neues Setting, frische Charaktere, frische Orte (hierzu dürfen die beiden DLCs für GTA 4 nicht gezählt werden - klar), oder Zelda. Die Welt ist zwar in seinen Grundstrukturen immer die gleiche geblieben, Tempel hier, Pferd da, Musikinstrumente usw. Aber jedes Spiel steht für sich alleine. Die Unterschiede zwischen den letzten drei großen Zelda Teilen Ocarina, Majora und Twilight sind klar erkennbar und jedes Spiel hat seine Alleinstellungsmerkmale und das obwohl Zelda TP ein Remake von Ocarina of Time sein sollte.

 

Ich würde den Machern vor Bioshock, 2K, nichtmal einen Vorwurf machen, wenn sie gesagt hätten, dass die Geschichte auf drei Teile ausgelegt ist. Aber so ist es leider nicht. Ich finde, dass die Story des zweiten Teils stark an den Haaren herbei gezogen ist. Aber gut, wir werden sehen.
Teil drei steht ja auch noch an.

 

Anderes Thema - No Continue

Beim Areagames Podcast hab ich vor einiger Zeit von einem Spieler gehört, der Farcry 2 gespielt hat, als hätte er nur ein Leben. Moment, das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen. Genau, er hat gespielt als wäre er nach einem Mal sterben wirklich tot, Speicherstand gelöscht usw. Die Idee hat mir so gut gefallen, dass ich mit Anton darüber gesprochen habe und wir nun unsere gesammelten Erfahrungen in verschiedenen Spielen zusammentragen wollen, natürlich auf einem würdigen Schwierigkeitsgrad. Mein Spiel ist Oblivion. Ich kenne mich in Cyrodiil und Umgebung inzwischen recht gut aus und kann mir vorstellen, dass es lustig und spannend wird. Dieses mal Spiele ich einen Waldelf, Bogenschütze und Beschwörer. Mein Plan ist, beschworene Monster für mich Tanken zu lassen und selbst mit Pfeil und Bogen draufzuhalten, mal sehen, ob er aufgeht...


Sonntag Morgen: 04.04.2010 11:50 Uhr

Mir tut es ja schon fast leid, dass ich gestern nichts gepostet hab. Hatte auch keinen wirklichen Grund, außer meiner Faulheit. Ich habe festgestellt, dass ich ein ernsthaftes Problem habe. Ich kann keine vier Tage die Füße still halten, ich schaffe es einfach nicht. Ohne groß darüber nachzudenken hab ich gestern die Wohnung gesaugt, die Wäsche gemacht und direkt das ganze Treppenhaus geputzt. Verdammt. Mein selbstverschriebener nihilistischer Urlaub ist gescheitert. Zu dumm, dass ich heute nicht arbeiten kann.... oder morgen. (Die letzten Worte eines Workaholic)
 

Okay, zurück zu den Games:

Was hab ich gestern gespielt?

HoN - Heroes of Newerth (nein, das 'a' fehlt nicht, ich hab mich auch schon gewundert)

Cooler DotA-Clon, wenn ihr mitspielen wollte schreibt mir einen Kommentar oder twittert mich an, auch unter ArcticMe, hab glaub ich, noch einen oder zwei übrig, macht sehr viel Spaß.



Oh Oh Oh, ganz großes Teil: Company of Heroes

Bei CoH handelt es sich um ein Strategiespiel, dass im zweiten Weltkrieg spielt. Das klassische Einheiten bauen, Truppen managen und Gebäude errichten. Der Wirtschafts-Part des Spiels ist, sagen wir mal so, nicht vorhanden. Die Schlachten sind gut insziniert, man hat direkt das Gefühl, man wäre in einem Action-Szenario. Bisher hat mich die Grafik eigentlich am meisten beeindruckt. Es könnte daran liegen, dass ich bei DotA inzwischen schon seit 5 Jahren Poligonhaufen über die Karte schubse und es deshalb nicht gewohnt bin, aber Company of Heroes sieht aus wie Call of Duty 2. Die Qualität ist sehr gut und ich habe viel Spaß ins Schlachtfeld reinzuzoomen und im Geschehen unterzutauchen, wirklich sehr stark gemacht. Mal sehen, wie das noch weiter geht.

Ich werde mir im Laufe des Tages mal ein Tutorial durchlesen, bei dem es darum geht, wie man gute Videos von Ingame-Szenen macht und euch dann evtl. etwas aus einem der Games zeigen, die ich im Moment sehr gerne Spiele.

Zu guter letzt gibt es noch gute Musik


 

 

 

Montag Mittag: 05.04.2010 13:05

Der Morgen beginnt etwas verpennt. Auch wenn ich nur bis 01:00 Uhr wach war, hatte ca. zwei Stunden gelesen, hab ich bis 11:00 Uhr geratzt. Na gut.

 



Hatte eben eine simple und einfache Erkenntnis, die durch die tolle Serie Californication herbeigeführt wurde. Deine Kind kopiert dich.
Um es mal am Beispiel Californication festzuhalten:
Mia, die Tochter von Caren und Hank, ist genau so intelligent wie Hank und Caren es sind, aber vergreift sich, wie ihre Eltern, gerne mal im Ton. Sie probiert Drogen aus, weil ihr Dad sie häufiger, ihre Mom sie weniger, nimmt.
Welche Eigenschaften haben eure Eltern, die euch heute prägen?
Da muss ich schmunzeln, ich glaube , dass ich das Talent beim Pokern von meinem Dad hab. Natürlich ist auch das reine Übungssache, aber ich glaube so eine gewisse Grundkälte und Neutralität in Mimik und Gestik sind schon vorteilhaft.
Trotz alle dem bin ich von Californication, was sich namentlich übrigens aus California und fornication zusammensetzt, etwas enttäuscht. David Duchovny, der Hauptdarsteller und auch Protagonist in Akte X, hat hier die Regie übernommen, die Serie produziert und die Hauptrolle gespielt.
Das was er versucht zu zeigen gelingt ihm nur ansatzweise. Die Serie weiß nicht, ob sie tragisch oder
komisch sein möchte. Die Ideen und die Aspekte die dargestellt werden, sind gut, aber nicht gut genug ausgeführt. Das Bild, dass von Hollywood vermittelt werden soll ist, dass es nur um Geld geht, dass kein Mensch in dieser Stadt erwachsen ist. Die Menschen leben nach ihren Trieben, machen einfach, denken nicht nach, brauchen Statussymbole, leben in Sünde. An alle Schauspielkollegen:
Überlegt euch das mit Hollywood noch einmal.

 

Zurück zu den Games:

Sowohl bei DotA als auch bei HoN bin ich zur Zeit in Höchstform. Habe in den letzten Tagen keine Runde verloren. Bei Oblivion komme ich trotz des hohen Schwierigkeitsgrads so langsam zur Sache.
Mir hat gestern, wie immer in dem Spiel, Geld gefehlt, also habe ich zwei Schlösser um ihr Tafelsilber erleichtert. Nur bei einer Aufgabe hab ich das schaudern bekommen. Sie nannte sich "Der Finger des Berges". Es geht darum ein Buch auf einem Berg zu finden. Aber ich hab mich daran erinnert, dass auf dem Weg den Berg hinauf immer Probleme mit Pumas hatte und auch dieses mal haben würde.
Bin den Berg zwar raufgesprungen, aber hab die eine oder andere Abkürzung durchs hohe Gras genommen. Bin nur auf einen Wolf und einen Kobold gestoßen, beide nur Snacks für meinen beschworenen Geist und meinen Bogen.

Heute werde ich eine lange Company of Heroes Session einlegen und mal sehen welche Ebenen des Kampfs mir das Spiel noch präsentiert.

 Zu guter letzte noch Musik.
Heute, der letzte Tag meines Kurzurlaubs zu Hause, wird ganz gediegen gehalten. Zocken, Musik, zum Mittagessen Steak und heute abend ne Runde lesen.

Ich wünsch euch was.

Vielen Dank übrigens ans Kroko für den Tipp mit den Spielevideos, ich werd mich mal reinlesen.

 

 



12:07 - 1.04.2010 - Kommentare {2} - Kommentieren


Camper

Da ich in Zukunft mein Geld mit Videospielen verdienen will komme ich nicht darum, mich mit den Themen zu beschäftigen, die auch Spieler beschäftigen. Ich frage mich nicht, was die Spieler meiner Spiele spielen wollen und gehe dann dementsprechend vor, aber ich frage mich, was sie spielen und wie sie spielen.
In diesem Text möchte ich auf ein Phänomen eingehen, dem von vielen Spielern kritisch entgegengeblickt wird, nämlich dem sogenannten campen. Das Campen hat nichts mit Wohnwägen oder Bratwürsten vom Grill zu tun, sondern definiert sich durch einen Spieler, der in einem Ego-Shooter nur selten die Position auf der Karte wechselt und somit abwartet, dass ihm ein Gegenspieler vor das Visier seines (in den meisten Fällen) Scharfschützengewehrs läuft. Allerdings bezieht der Camper seinen Namen von eben jenem Hobby im Zelt unter dem Sternenhimmel, da diese Spieler im übertragenen Sinne ihr Lager, also ihr Camp aufschlagen.

Wenn man den Camper, in das Szenario des echten Kriegs überträgt erfüllt er die Aufgaben eines Scharfschützen. Er hat einen Überblick über das Areal, kennt das Gelände, bewegt sich unauffällig und wird im besten Fall nicht einmal von Satelliten geortet. Besonders gut wird die Aufgabe und das Leben eines Scharfschützen im Film "Duell - Enemy at the Gates" dargestellt, der im Stalingrad des zweiten Weltkriegs spielt und den dramatischen Kampf zweier Scharfschützen beschreibt.

Der Film, der das fast lautlose Duell zwischen Ed Harris und Jude Law zeigt, welches nur vom knallen der mittelkalibrigen Kugeln gestört wird, diente als Grundlage für die Handlung der Videospiele Call of Duty und Call of Duty II.

Wie reagieren aber nun Spieler auf den Camper?
Da das Getötet-werden durch ein 12,7 x 99 mm(!!!) -Projektil und dessen unbekannten Schützen sehr frustrierend ist, werden Camper schnell als 'noobs', von new-b(e), beschimpft oder als Spieler bezeichnet, die den Spielfluss kaputtmachen, sich verkriechen und am Spielgeschehen nicht teilnehmen. Obwohl ich meinen Spielstil als Juggernaut bezeichne, im höchsten Maße hazardierend mit Schrotflinte und Zusatzenergie in die gegnerische Menge reinpreschend, und somit das komplette Gegenteil zum Scharfschützen, oder Camper, darstelle werde ich nun mit allen Vorurteilen gegenüber dieser Spielergruppe aufträumen und sie mit diesem Plädoyer in Schutz nehmen:

Es ist ärgerlich durch eine Kugel getroffen zu werden, vor allem wenn man den Gegner nicht sieht, der sie abgeschossen hat. In den meisten Spielen gibt es hierfür aber die Killcam. Die Killcam, was im echten Leben mehr als makaber wäre, zeigt den Tod der eigenen Spielfigur aus der Ich-Perspektive des Spielers, der die Spielfigur getötet hat. Und damit legt der Camper auch schon seine Karten auf den Tisch, denn der gestorbene Spiele weiß nun, an welcher Position sich der Camper befindet und kann diese unentdeckt durch einen anderen Eingang betreten und den Camper auslöschen. Falls der Camper nun aber gut ist, in dem, was er tut, wechselt er inzwischen die Position und legt sich an die Position, von der er den alten Platz ideal im Blickfeld hat, da der gestorbene Spieler nun bestimmt diesen Ort aufsuchen wird. Falls der Camper die Position nicht wechselt und auch nicht zufällig am Ende eines langen Tunnelns liegt wird der Gegenspieler ihn finden und durch Schüsse oder eine Granate erledigen.

Gegen Camper der penetranten Sorte ist fast kein Kraut gewachsen, daher hier meine Tips gegen Camper:
--> Wenn dich ein Camper ein zweites Mal an der gleichen Stelle tötet, gehe kein drittes Mal hin.
--> Wenn dir die beliebtesten Camp-Spots, also Plätze an denen die Gegner campen, bekannt sind, versuche sie entweder zu umgehen, oder herausauszufinden, ob sich ein Gegner dort versteckt.
--> Suche den zweiten Eingang. Kein guter Egoshooter bietet dem Spieler einen Platz, an dem er sich wirklich so gut verstecken kann, dass er weder getroffen, noch entdeckt wird. Für fast jedes Haus gibt es einen zweiten Eingang, oder zumindest eine Luke, in die man Granaten werfen kann.
--> Überlege dir, ob du nicht irgendetwas falsch machst. Gehst du die Sache generell falsch an und marschierst mit Schwarzroten-Vulkan-Camouflage durch die Eiswüste oder kündigst du dich zu oft mit Granaten und Schüssen aus einer Richtung an, aus der der Gegner erkennen kann, welchen Weg du nimmst?
--> Bunny hopping. Hässchen sind süß, aber bei Spielern mindestens genauso gehasst, wie Camper, da man mit Bunny Hopping eine bestimmte Art der Bewegung bezeichnet. Der Spieler springt hierbei umher und erschwert somit dem Gegner das Zielen, da er die Bewegungsbahn nicht erahnen kann und somit einige Kugeln ins Leere feuert.
--> Blitztaktik. Wenn man sich nicht sicher ist, ob sich im Raum ein Gegner befindet geht man hinein und zieht sich blitzschnell zurück. Durch Rommels Panzer bei El Alemain im Zweiten Weltkrieg perfektioniert bietet sich für den Spieler von Ego-Shootern hier die Möglichkeit die Position des Gegners zu bestimmen und diesen, im besten Fall beim Nachladen (--> Nachladen) zu überrumpeln.
--> Nachladen. Jede Waffe muss nachgeladen werden, egal ob die Taktische Schrotflinte mit 4 Schuss oder die RPD mit gefühlten 70 Schuss. Den Camper in diesem Moment zu erwischen ist sein sicherer Tod.
--> Munition. Auch das Magazin eines Campers geht irgendwann zur neige, was für ihn bedeutet, dass er die Waffe wechseln oder seinen Camp Platz verlassen muss, wodurch er für andere Spieler zu einem leichten Ziel wird.
--> Don't bother, calm down - Ruhig bleiben. Adrenalin sorgt nicht immer für bessere Reflexe sondern in diesem Fall für zu schnelle und unkontrollierte Reaktionen. Tief durchatmen und die Punkte dieser Tipps abarbeiten.


Ja, der Camper ist eine bedrohte Tierart, da keiner mit ihm Spielen will und er deshalb früher oder später an Einsamkeit stirbt. Dabei hat es der Camper schwer genug:
Er trägt eine der schwersten Waffen für eine Person mit sich herum und ist deshalb alles andere als wendig, sieht, wenn er durch sein Fernrohr blickt, nicht, was unmittelbar um ihn herum passiert, kann auch nicht schnell rennen und im Fall, dass er im direkten Kontakt zu einem Gegenspieler steht hilft meistens nur beten, da für den Blick durchs Fernrohr keine Zeit bleibt und das Scharfschützengewehr nur in den seltensten Fällen ohne anvisieren trifft. Auch die handelsübliche Pistole ist den meisten Campern keine große Hilfe, da sie gegenüber Maschinenpistolen und Schrotflinten viele Nachteile hat.
Außerdem begrenzt sich der Camper, egal mit welcher Waffe er denn nun spielt, auf ein bestimmtes Areal, was ihm zwei Nachteile bringt.
Erstens, er hat lange Wartezeiten und dann immer noch nicht die Gewissheit einen Gegner wirklich zu töten und zweitens, reagieren moderne Ego-Shooter auf Camper, indem sie den Wiedereinstiegspunkt der gestorbenen Spieler weder ins Schussfeld des Campers, noch in seine Nähe setzen, was dazu führt, dass der Camper früher oder später an Langeweile stirbt.
Wie also hat sich ein guter Camper zu verhalten?
1. Platz mit weitem Schussfeld suchen. Am besten erhöhte Position.
2. Dafür sorgen, dass man nicht überrumpelt wird. Hierzu sind Landminen, Tretminen und explodierende Lichtschranken, auch Claymores genannt, zu empfehlen.
3. Sich einen Fluchtweg freihalten, falls man den Gegner kommen hört, oder so Position beziehen, dass man den Gegner vor dem Angriff noch ausschalten kann.
4. In Bewegung bleiben. Jeder Schuss verrät einem guten Spieler die eigene Position, deshalb ist es ratsam nach jedem Beschuss eines Gegners einen neuen Punkt zu suchen.
5. Das Terrain kennen. Solltest du dich nicht auf einer Karte auskennen überlege dir gut, wie du das Gebäude in dem du campen möchtest, wieder verlassen kannst, ohne deinem Gegner in die Arme zu laufen.
6. Spezialfähigkeiten einsätzen, die dich im Kampf unterstützen (folgendes gilt nur für Call of Duty 4: Modern Warfare): Dein Ziel als Camper ist es so oft wie möglich einen Gegner aus weiter Entfernung zu töten, deshalb empfehle ich die folgenden 3 Spezialfähigkeiten:
Schultergürtel. Mit mehr Munition kannst du länger campen und bist nicht auf Waffen angewiesen, mit denen du nur schlecht oder garnicht spielen kannst.
Drohnen-Störer. Diese Fähigkeit macht dich für Drohnen unsichtbar und lässt dich auf dem gegnerischen Radar verschwinden.
Eisenlunge. Sie erlaubt dir für gezielte Schüsse mit dem Scharfschützengewehr länger den Atem anzuhalten, was dir das Zielen erleichtert.

Allerdings gibt es auch Camper, die diese Ratschläge nicht einhalten und mit ihrem Verhalten nicht zuletzt für Verwirrung sorgen. Eine Position die für einen Camper nicht untypisch ist, ist eine Mauer. Was hingegen am Erfolg geradewegs vorbeiführt, ist, sich auf die selbige zu legen, besonders, wenn sich die Mauer im Zentrum der Karte befindet. Genauso interessant ist es, Spieler zu beobachten, die mit ihrem Scharfschützengewehr in den Nahkampf gehen, die Konfusion der Gegner zu ihrem Vorteil nutzen und das Duell somit gewinnen. Den letzten großen Fehler neben dem Verraten der eigenen Position durch Textbotschaften im Chat wie "Also von hier oben auf dem Kirchturm kann ich niemanden sehen, wie siehts bei dir unten aus?" ist das Ausschalten der Umgebung. Dieser Realitätsverlust äußert sich in 3 Stufen:
1.Stufe: Man verliert das Zeitgefühl. Stundenlanges Campen führt zwar möglicherweise zu einem guten Ping, aber kein Spiel kann so spannend sein, dass man mehrere Stunden an der gleichen Position verbringt.
2. Stufe: Man verliert das Raumgefühl. Eine wahre Geschichte handelt von einem Camper, der so kontinuierlich durch sein Fernrohr sah und Gegner suchte, dass er nicht bemerkte, wie sich alle anderen 31 (!) Spieler, Battlefield 1942 grüßt, hinter ihn schlichen und chattend darauf warteten, dass er sich umdreht.
3. Stufe: Komplette Ausblendung der Realität. Ich habe von Spielern gehört, die alles vergessen. Sie vergessen Raum, Zeit und alles was der Körper zum Leben braucht. Fast alles. In einem Duell zweier Spieler wartete einer 40 Minuten in einem absolut taktischen Versteck auf seinen Gegner, doch er kam nicht. Allerdings war der Druck auf der Blase so groß, dass er ins Bad rannte. Ohne sich die Hände zu waschen stellte er bei seiner Wiederkehr fest, dass ihn sein Gegner noch nicht getötet hatte und auch nicht hinter ihm stand. Eine weitere halbe Stunde verstrich und der Spieler wartete und waretete, er wechselte sogar die Position, aber es half nichts. Welche höhere Macht ihn zu weiteren 20 Minuten warten motiviert hatte weiß man nicht, aber er tat es.

Der Spieler drücktem schließlich TAB, öffnete das Spielermenü und sah, dass sein letzter Gegner bereits vor einer Stunde gegangen war.


Die letzte zu klärende Frage ist die:
Welcher von zwei Campern gewinnt ein Duell ohne zeitliche Begrenzung?

Der jenige, der sich weniger bewegt.

 

 

Dominik Heller

21:22 - 17.11.2009 - Kommentare {1} - Kommentieren


Ost/West Konflikt

"Wissen sie was ein Ossi denkt, wenn er hunder Euro in seiner Jacke findet?
Das ist nicht meine Jacke!"

Uwe Steimle am 20.Oktober bei Neues aus der Anstalt, ZDF.

 

Zwei Monate in Schwerin,20 Jahre Mauerfall, eine erste Einschätzung:

Von Hamburg aus über eine wirklich durchgend gerade Straße, später durch Ansammlungen von Häusern mit dem Gefühl von Ferien am Mississippi und zuletzt durch eines der Industriegebiete der Landeshauptstadt - völlige Trostlosigkeit. Aber ein Schloss in einem See lässt Einiges verzeihen,
und die Lübecker Straße sieht aus wie San Francisco, ich glaube das hätte ich vor 89 nicht sagen dürfen.
Mindestens die Hälfte der Häuser scheinen aus Backsteinen zu sein, ich denke das übertrifft nur Ostfriesland (besonders Leer).
Die Straßen sind verschmutzt und es gibt nur eine Mülltonne für den Hausmüll,schwarz, an sonsten Gelbe Säcke und Kontainer an der Straßenecken für Gläser und Papier.
Von mir bis zum Pfaffenteich sind es 15 Minuten, nochmal 10 weiter bis zur Schule, echt schöne Strecke. Die Bahn fährt viel in Schwerin, ob das was mit dem Verkehrschaos zu tun hat?
Schwerin ist mehr Einbahnstraße als eine Jugendvollzugsanstalt.
Die Leute grüßen hier fast nie auf der Straße, sie gehen ohnehin sehr häufig mit gesenktem Haupt. Ich dachte erst es hätte etwas mit der Lebenseinstellung und dem negativen Denken zu tun, bis ich in einen der vielen Hundehaufen getreten bin.

Trotzdem hab ich das Gefühl, dass die Leute hier etwas negativ eingestellt sind, also zu mindest die meisten. Der Grund dafür ist nicht etwa die Arbeitslosigkeit, ich glaube nicht, dass die so hoch ist, es ist das Geld, das hier nicht stimmt. Das hat im Westen auch schon nicht gestimmt, aber hier für 3,50€/h Pizza ausfahren ist hart. Arbeitskräfte werden händeringend gesucht, nur irgendwie hat niemand darüber nachgedacht, dass man die Leute auch bezahlen muss. Der Lebensunterhalt ist auch ähnlich wie in der Heimat (nähe Frankfurt am Main), krasser Unterschied zwischen meinem Heimat-Nest und Schwerin sind die Mietpreise. 30m² warm für 250€ ist hier nicht schwer zu finden. Man muss nur genauer hinsehen, denn oft steht zwischen zwei wunderschönen hohen Sechsfamilienhäusern ein Haus mit einem Zettel an der Tür "Betreten strengstens untersagt - Einsturzgefahr"
Die Stadt ist eine Baustelle, nur dass es nicht die Straßen sind, die zwar auch mal verändert werden könnten, sondern die vielen alten Häuser. Beim Schlendern durch Schwerins Straßen fühlte ich mich wie auf einer Party, die schon vorbei war, wie dieses eine Auto, das bei Independence Day zurück in die Stadt fährt oder eben der dritte Tag bei Zelda Majoras Mask, die Nacht vor dem Karneval der Zeit.

Leider habe ich, außerhalb der Schule, nur sehr wenig Gleichgesinnte gefunden; ich rede nicht von Freunden, sondern von Leuten, die die gleiche Motivation verspüren wie ich, die Welt verändern wollen und Dinge nur tun um sie getan zu haben.

Nach zwei Monaten schaue ich keinem Trabbi mehr hinterher und auch nicht mehr hin, wenn mal wieder eine Gruppe von Skinheads die Straße runterläuft, es ist zu tief in den Leuten drin und auch mich verbittert diese Stadt ein wenig, aber ich bin schon mit Schlimmerem fertig geworden als mit einer Stadt voller Hundekot. Genauso wenig verwundert es mich, wenn mal wieder ein sehr junge Frau einen Kinderwagen vor sich herschiebt, leider oft den eigenen. Erstaunt bin ich von der großen Anzahl junger Mütter nicht, da ich aus dem Ort mit den prozentual meisten allein erziehenden Müttern komme. Was mich wirklich erstaunt ist die Tatsache, dass die jungen Väter, die Mütter nicht im Stich lassen, sondern eine handwerkliche Ausbildung anfangen, für Mutter und Kind da sind und ihren stupiden Wunsch nach Freiheit erst einmal zurückstellen. Das ist lobenswert.

Mir gefällt es hier gut, ich bleib hier erstmal.

20:50 - 25.10.2009 - Kommentare {0} - Kommentieren


Keine Wahl

In Schwerin ist Sonntags nie was los. Wirklich. Ob bei schönem Wetter, oder bei schlechtem, die Leute sind zu Hause und erholen sich von der Woche. Lediglich joggt jemand.

Dieser Sonntag ist anders. An diesem Sonntag ist Wahlsonntag. Viele Leute pilgern in Richtung von Gemeindehäusern, Kindergärten und Schulen um ihr X an der richtigen Stelle zu machen.

Auch ich.

 

Wie entwürdigend ist es für jemanden, der jeden morgen die Tagesschau vom vorabend auf seinem MP3-Player als Podcast hört, für jemanden, der die komplette Besetzung des WDR-Polit-Kabarett-Teams auswendig kennt, für jemanden der im Wer-kennt-wen dem Volker-Pispers-Fanblock beigetreten ist und im SchülerVZ zu Hagen Rethers Jüngern gehört, nicht wählen zu dürfen. Ich darf nicht wählen. In Schwerin gibt es keine Wahlunterlagen für mich und darüber komme ich heute und in den kommenden vier Jahren nicht hinweg. Das wäre meine erste (und hoffentlich letzte) Bundestagswahl in Deutschland gewesen und ich hatte keine Chance irgend etwas zu tun.

Ich wollte Angela Merkel absägen und dafür sorgen, dass Steinmeier seine Versprechen, nicht mit der Linken zu koalieren, brechen muss... Jetz interessiert mich auch nichtmehr, wie es ausgegangen ist.
 

Natürlich interessiert mich, wie es ausgegangen ist, verdammt nochmal, aber ich wollte wählen.

 

Wie oft im Leben hat man schon die Wahl?

Ich geh schmollen

12:27 - 27.09.2009 - Kommentare {1} - Kommentieren


Keine Chance auf Veränderung

Tagesschau vom 19.07.2009: "80 Prozent rechnen mit ihrer Bestätigung im Amt."

Wer wurde hier gefragt? Wuder die Junge Union zum Interview gebeten, oder ist es wirklich so, dass 80 Prozent der Befragten in den letzten vier Jahre geschlafen haben? Unsere Kanzlerin hat, so empfinde ich, in den letzten Jahren nichts bewegt und ich sehe deshalb keinen Grund sie wieder zu wählen. Warum sollte ich jemanden wählen, der nichts tut, oder zu mindest nicht das tut, wofür ich ihn gewählt habe? Ich hätte sie gewählt, denn ich fand das Wahlprogramm wirklich nicht schlecht. Vor allem der Punkt der "Neuverschuldung Null", der vorsieht, dass es im Jahr 2013 keine Neuverschuldung mehr gäbe, hat mein Interesse geweckt.
Wenn man bedenkt, dass die CDU während dem Sommermärchen 2006 ganze 180 Eurofighter gekauft hat und damit den kompletten Staatshaushalt auf den Kopf gehauen hat, kommt ein ungutes Gefühl auf.
Wer hatte nicht schon Mitleid mit dem Obdachlosen auf der Straße, der durch sein Auftreten so ein Gefühl entwickelt hat, dass man nicht anders konnte, als ihm einen Silberling in die Handfläche zu drücken. Und war da nicht dieser mahnende Satz? "Geben sie es nicht für Schnaps aus!"
Aber seien wir mal ehrlich, haben wir nicht damit gerechnet?
Wir haben uns unser Elend selbst gewählt. Wir haben der Kanzlerin eine Chance gegeben und es lag auch nicht daran, dass eine Frau regiert hat, sondern daran, dass Politikerinnen, genau wie ihre männlichen Kollegen, bewegungsunfähig sind, wie in Ketten. Das ganze Land dreht und wendet deine Sätze, legt sie gegen dich aus und verurteilt deine Versprecher.
Politiker sind Schauspieler und keine der großen Parteien wird etwas ändern.
Hinzu kommt die schlechte Wahlbeteiligung, die unsere Rentner, die garantiert den Gang zur Urne tun, mobil macht, als wären sie in einen Topf mit Effect gefallen. Wo kämen sonst die vielen Stimmen der konservativen Parteien her? Wo man hinhört sprechen die Leute davon, dass ihre "eine Stimme nichts verändert". Falsch! Das endgültige Wahlergebnis zu verändern ist ein Wunschtraum und die Partei, die wirklich etwas ändern würde hat wenige, oder keine Sitze im Bundestag, soviel steht fest.
Aber, und das ist das Problem am Wahlsonntag-Couchpotatoe-Dasein, ist der Mathematikunterricht der sechsten Klasse: Prozentrechnung.
Ich kenne eine Gruppe von Wählern, die mindestens genau so fleißig an der Kabine steht wie unserer Rentner, und das sind die Rechten.
Jede Stimme, die nicht vergeben wird erhöht die prozentuale Wahrscheinlichkeit auf Sitzplätze im Parlament für alle Parteien inklusive der NPD.
Reicht euch das noch nicht um wählen zu gehen?
Nehmen wir mal an, die hoch verschuldete NPD, die kurz vor dem Bankrott steht, würde auf Grund der Prozente wieder Sitze im Bundestag bekommen, sich weiter finanzieren können und weiter Politik betreiben, haben wir den "Neustart - Deutschland" wieder nicht geschafft. Der Versuch über unseren Schatten zu springen scheitert doch seit Jahren an der rostbrauenen Kette, die uns am Boden hält.

Wenn ihr wollt wählt wieder CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne, wenn es sein muss, dann machts halt, aber bitte geht wählen.

10:57 - 21.07.2009 - Kommentare {1} - Kommentieren


People always talk about...

...the weather

Tommy Jaud in 'Millionär':

"Ein Drittel der Menschheit ist bekloppt. Manchmal ist es auch die Hälfte, das hängt vom Wetter ab. Unsinn? Vielleicht erklärt mir dann ja mal jemand, warum fast alle Fußgänger bei den ersten Regentropfen sofort ein unfassbar blödes Gesicht machen und die Schultern hochziehen. Glauben sie im Ernst, sie würden durch eine dämliche Grimasse auch nur einen einzigen Tropfen weniger Regen abkriegen? Das ist eine rhetorische Frage mit einer sehr, sehr traurigen Antwort: Sie glauben es."

Urban Priol in 'Tür zu' (2006)

"Sehen sie, es geht wieder los. Wir jammern uns wieder ein:
( mit sonorer Stimme und stark hessischem Akzent)
Wer weiß, vielleicht wird's doch noch e'mal kalt. Dann kommt noch e'mal Schnee. An Weihnachten hätte 'mer'n gebraucht. Dann bleibt er wieder liegen bis Juni. Und dann, und dann wirds nach zwo Daach wieder so heiß. Und dann brauche 'mer wieder Schnee."


Was ich euch mit diesen zwei einleitenden Zitaten sagen möchte ist, dass wir alle vom Wetter reden.
Dass das nicht einfach so passiert, nichts Unbedeutendes ist und mehr über jemanden verrät, als einem wirklich bewusst ist, möchte ich euch jetzt erklären.

Fakt ist, dass wir alle vom Wetter betroffen sind, es sei denn wir leben in einem Luftschutzbunker und bekommen Essen auf Rädern, aber selbst dann erkennen wir an den nassen Schultern des Pizzaboten, dass es draußen regnet.
Fakt ist auch, dass wir für das Wetter nichts können, fast nichts. Der Klimawandel wird das Wetter auf Dauer verändern, so viel steht fest und der aktuelle Beschluss des G8-Gipfels, dass das Weltklima um maximal 2°Celsius steigen darf ist für mich der Gipfel der Kurzsichtigkeit. Wenn das Weltklima tatsächlich um 2°Celsius steigen wird, sind davon nicht nur die Länder mit direktem Zugang zum Meer betroffen ( "Ohne BlubbBlubb fahr'n wir zur WM"), sondern auch der komplette Kreis um den Äquator, sowie Australien, Afrika Südamerika und alle Ballungszentren in Europa:
Berlin, Frankfurt, München genauso wie Rom, Paris usw. Der Grund dafür ist, dass es in Großstädten generell wärmer ist, weil die schlechte Luft nicht gefiltert wird und nicht abziehen kann.
Für alle die bisher glaubten, dass die in Tokio das ganze Jahr Karneval feiern oder aus dem Mund riechen wegen dem vielen Lauch im Essen, die muss ich jetzt leider enttäuschen. Tokio stinkt, Tokio ist dreckig und Tokio ist avantgardistisch. Tokio ist nicht Ausnahme, Tokio ist Trend!
Das Wasser würde Mangelware, zwar nicht im Meer aber an Land. Übertrieben gedacht: Benzinpreis < Wasserpreis. Die Rate der Toten durch Hitzewellen, Infektionen und Unterernährung würde beachtlich wachsen.

Der Planet schlägt zurück. Wenn wir die Polkappen wegtauen stehen wir im Wasser. Da stehen auch alle Schornsteine unter Wasser und überhaupt alles. Der Reboot für die Erde. Wir können nicht gewinnen. Aber dann wird Walt Disneys Fantasie von Ariel möglicherweise real.

Was wir dagegen tun können, dass das Klima sich nicht so weit verändert, dass wir bald alle in den kommenden Sommern gegrillt werden, statt zu grillen und uns später die Suppe, die wir uns selbst eingebrockt haben aber nicht mehr auslöffeln können, bis zum Halse steht?

Laufen, wo immer ihr hinlaufen könnt, lasst die Karre stehen, oder fahrt Fahrrad, nehmt öffentliche Verkehrsmittel. Die sind so teuer? Natürlich, denn das Prinzip von Angebot und Nachfrage geht auch an der RMV nicht vorbei. Allerdings werde ich euch nicht dazu raten 'grün' zu wählen. Das darf jeder selbst für sich entscheiden.

In den meisten Ländern dieser Erde ist das Wetter das Small Talk Thema #1:

How are you? Fine! The weather sucks. Alright!

In Deutschland ist das nicht so? Liegt es an uns? Sind wir die Nörgler vor dem Herren?
Über das Wetter reden ist eine Art von Konversation, die nicht einfach ist. Man kann darüber reden, aber man gibt sehr schnell seinen Standpunkt preis, denn wenn man über das Wetter schimpft ist man generell eher pessimistisch eingestellt. Ich glaube es verrät viel über die Person selbst:

Bullenhitze!
gegen Ab an'n See!
Scheiß Regen! gegen War mal wieder Zeit.
Bei dem Schnee sieht man nichts! gegen Zieht euch warm an, wenn ihr Rodeln geht!

Die Frage ist nicht, ob wir vom Wetter betroffen sind, sondern nur, wie wir damit umgehen.
Ist der Regenmessbecher halb voll oder halb leer?
Lassen wir uns nicht zu oft vom Wetter beeinflussen? Stehen wir nicht unmotivierter auf, wenn es draußen grau ist? Das mit dem grau ist leider viel häufiger so, als alles andere, denn nur 2-3 Monate ist es Sommer/Winter, Frühling (regnet viel) - grau, Herbst (regnet auch viel) - auch grau.

Es ist doch bloß das Wetter, lassen wir es das Wetter sein.

Das mit dem Wetter ist wiedermal nur halb so wild.

12:34 - 10.07.2009 - Kommentare {0} - Kommentieren


Back to School

Mir steht ein echt langweiliger Abend ins Haus, werde mir warscheinlich gleich noch Zutaten für Hänchen Süßsauer mit Ananas und Reis besorgen und das Ganze bei einem bisher noch ungewissen Film in mich hinein mümmeln. Ich hätte noch "Ausweitung einer Kampfzone" die Verfilmung von Houllebecques im Jahr 2000 erschienen Romans. Wenn es mich nur halb so mitnimmt wie Elementarteilchen oder die Möglichkeit einer Insel wird es trotzdem eine nachdenkliche Nacht.

Während ich hier so am Schreiben bin hör ich mal wieder das ebenso 2000 erschiene Album United der französischen Band Phoenix... Zufälle gibts. Die Platte beginnt mit dem Instrumental "School's Rules" und auch wenn mir der Song nicht sonderlich zusagt, sondern ich eher ein Fan von dem oft geremixten "If I ever feel better" bin bringt mich der Titel auf die Idee worüber ich schreiben könnte. Schon lange wollte ich mich über das deutsche Schulsystem und einige Macken ergiesen und was dabei rauskommt, bekommt ihr jetzt zu lesen.

In der Zeit als Integrationshelfer hab ich viel erlebt, die Schulzeit war immer wieder interessant, denn man sieht, wie früh man bei der Erziehung unserer Kleinen schon Fehler machen kann. Das beginnt übrigens schon weit vor der Grundschule, und auch schon weit vor dem ersten Zahn. Es beginnt bei der Namensgebung. Für mich ist ein schöner Vorname die Basis für ein schönes Leben und es gibt einfach Namen, die gehören für mich auf Autos, Fahrräder oder wenn es sein muss in den Katalog von Hennes und Mauritz aber nicht in die Geburtsurkunde von Kindern.
Am schlimmsten finde ich übrigens Doppelnamen a la Pax Thien ( Angelina Jolies Adoptivsohn aus Vietnam) oder die gemütliche Kombination aus Abwandlung eines eigentlich deutschen Namens und der Hinzufügung eines französischen Namens, beispielsweise Nikla - Jerome (bewusst auf das 's' verzichtet). Wo man solche Namen findet? Nicht nur auf der Heckscheibe von Familienkutschen direkt über dem Schriftzug 'an Bord' sondern auch in der klassischen und leider viel zu häufig wiederholten Klischee-Geschichte, der ich nun schon einige Male begegnet bin. Sie beginnt mit einer jungen hübschen Dame, die nach dem Hauptschulabschluss schwanger wurde und nun keinen Plan hat wo der Vater sitzt. Die Kinder sind nicht gewollt, sie selbst ist 17-20 Jahre alt und hatte bis dato auch noch Träume. An der Stelle liebe Grüße nach Berlin, ihr macht euch Sorgen darum, dass wir in Deutschland nicht genug Kinder haben und die Alterspyramide immer dicker wird? Es kam so überraschend wie ein Schaltjahr, dass die Verbesserung der medizinischen Möglichkeiten die Lebensdauer von Menschen verlängern würde, oder? Fies erwischt.

Und nun nehmen wir diese Kinder mit ihren beschissenen Vornamen und stecken sie alle zusammen in eine Klasse, in die 1b... oder besser 1 bV (für beschissene Vornamen). Und aus ihrer Mitte werden sich Sören und Frauke erheben als Kinder mit den coolsten Vornamen... die dann allerdings immer noch alleine auf dem Schulhof in der Ecke herumstehen, Kinder können so grausam sein.

Und jetzt denkt ihr ich hätte mir das alles nur aus den Fingern gesaugt? Das hab ich nicht. Denkt mal drüber nach, dass es einen Zusammenhang zwischen unseren 'Wunschkindern' und Studiengebühren gibt. Wie unatraktiv studieren heutzutage ist sieht man an den Demonstranten, die sich gegen Studiengebühren wehren. Das Studenten kein Geld haben wissen sogar die Nullen-vor-dem-Komma-Zähler von der FDP und trotzdem wird der Kurs für die Gebühren so hart gefahren. Warum?
(Ich formulier das jetzt bewusst zu einfach, aber es ist meine Meinung)

Wer nicht studiert macht nicht so schnell und/oder sicher Karriere, wie Leute, die studiert haben, das heißt die höhere Bildungsschicht nimmt ab. Das Ausbleiben von akademischen Menschen hat zwei klare Vorteile:

1. Die Unterschicht, die ohnehin nichts besseres zu tun hat als Poppen sorgt für den Nachwuchs.
"Oh Gott hat er Unterschicht gesagt? Die gibt es doch garnicht." Ehhhhntschuldigung. Ich meinte natürlich das Präkariat, damit die Gossenkinder nicht merken, dass wir über sie reden [ Bitte nicht falsch verstehen - Sarkasmusgehalt: 100% ]

2. Die ausbleibenden Akademiker sind im Regelfall auch die Menschen, die mit ihren neuen gemeinen Ideen am fehlerfreien System rütteln.  Zitat Volker Pispers: Was glauben sie eigentlich was hier los wäre, wenn mehr wüssten, was hier los ist?

[Das bedeutet übrigens nicht, dass ich glaube, dass aus studierten Menschen nichts wird. Keine Frage, Handwerker sind im Moment so gefragt, wie noch nie und beispielsweise in Canada werden Handwerker mehr gebraucht, als die diplomierten von der Uni]

Zurück zu den Kindern, die dann auch irgendwann in die Schule gehen. Meistens versuchen die alleinerziehenden Mütter sehr herzlich sich um die Kinder zu kümmern, doch darüber will ich, als nicht ganz unbeschriebenes Blatt, nicht weiter herziehen. Was der eigentliche Knackpunkt ist, ist die aktuelle Situation. Sowohl Frauen als auch Männer machen Karriere, soweit in Ordnund, allerdings sehen sie die Erziehung der Kinder nicht als ihre eigene Pflicht an. Die Kinder werden zunehmen verzogen und eitel, schon in frühen Jahren. Mit diesen Kindern sollen die Lehrer dann in einer 30-Kopf-Klasse hantieren. Ich red hier nicht irgendwas, wovon ich keine Ahnung habe. Ich hab den Hasenstall mit dem Tutor vor der baufälligen Tafelwand gesehen und erlebt, egal ob in der ersten, der fünften oder in der zehnten, über Oberstufe kann ich nichts sagen. Da wären wir dann auch schon beim schulischen Brennpunkt, es fehlt an Geld und zwar vorne (Lehrer) und hinten (Schüler). Es gibt nicht nur zu wenige Lehrer, sondern auch zu wenig gute Lehrer. Die Lehrer sind oft zu schlecht ausgebildet und kommen mit 30 Kids pro klasse nicht klar. Ja natürlich nicht. Im Referendariat wurden sie auch so eingeteilt, dass sie vor gemütlichen Klassen standen und nicht gleich wieder abgesprungen sind. Was passiert, wenn Lehrer keine Lust mehr auf ihren Beruf haben? Dann machen sie den Kindern das Leben zur Hölle!
Die netteste Lehrerin, die ich in meiner I-Helfer-Zeit kennengelernt habe, hat es geschafft den 80% Ausländern in ihrer Klasse deutsch beizubringen, sodass man sie versteht und für mich immer entscheidend, den Alder!s-Spiegel gesenkt.
Hinzu kommt der Schüler, wegen dem Ich in der Klasse war, das darf man nicht vergessen.
Selbst sie sagte über ihren neunte Klasse C-Kurs ( Hauptschule), welcher total blockierte und nicht mehr wollte, dass ihr ihre "Zukunft am Arsch vorbei gehe."

Was lernen wir daraus? Es sind nicht nur die Lehrer, sondern auch die Eltern und damit auch die Schüler.

Eltern! Kümmert euch um eure Kinder! Lasst ihnen nicht alles durchgehen und verhätschelt sie nicht so sehr. Gebt ihnen eine Chance zu Menschen zu werden, die mit der Härte des echten Lebens klarkommen!

Lehrer! Gebt den Kindern noch eine Chance und gebt nicht auf!

Kinder! Kein Alder mehr! Lernt was und kifft nicht so viel!

Politiker! Seht zu, dass ihr mehr Geld in Bildung und Erziehung steckt. Ihr habt eine Rechnung aufgestellt, die nicht funktioniert.

Das würdet ihr gerne sehen:
Nach uns die Sinnflut!

Das wird passieren:
Die moderne Medizin verlängert das Durchschnittsleben auf 95 Jahre und selbst ihr müsst euch das Trauerspiel noch weitere 20 Jahre ansehen. Viel Spaß dabei. [Auf diese Idee ist übrigens schon Süßkind in 'Das Parfüm' gekommen]

Falls es euch jetzt die Mundwinkel auf Bauchnabelhöhe gezogen hat noch was zum Schmunzeln:

In der Schülerhilfe

Sabrina (10):

Dominik, wissen sie, was das bedeutet, wenn jemand einen Vogel hat?

Ich (21):

Das sagt man, wenn sich jemand falsch benimmt.

Sabrina:

Achso, also ein Assozialer!

Nicht vergessen:
Alles halb so wild.

Dominik Heller


05:36 - 20.06.2009 - Kommentare {0} - Kommentieren


"Unehrenhaft entlassen!"

Auf diesen Moment habe ich zu lange gewartet, aber hier ist er, der erste Blog-Eintrag mit Video.
Kein Code mehr eingeben, sondern nur noch auf den Play-Pfeil klicken und die Boxen aufdrehen.

Das ist der Song, der mich im Moment beschäftigt, wie kein anderer, wirklich starker Beat.










Der Titel des Blogs erschreckt ein wenig, ich gebs ja zu, aber es ist wie immer alles halb so wild. 
[ Es ist  doch immer alles halb so wild ]
Ich fühle mich lediglich, als wäre ich unehrenhaft entlassen, weil ich am Mittwoch festgestellt hab, dass ich ne Mandelentzündung habe und deshalb nicht arbeiten konnte. Musste heim, weils mir dreckig ging.
Deshalb nehme ich jetzt Medikamente und hol mir heute noch nachträglich meine Krankschreibung bei der Ärztin ab. Ohnehin habe ich das Gefühl, dass sich Ärzte seit Hirschhausen viel mehr Mühe geben. Da wird man als Zivi, wenn man zurück auf die Arbeit muss schnell reingeschoben, weils gerade so gut passt und da hält die Ärztin Augenkontakt, erklärt mir, dass wir mit den Medikamenten einfach in ne andere Gruppe gehen, wenn ich Penicilin nicht so gut vertrage und erklärt mir, warum ein Allergietest ins Grüne hinein keinen Sinn macht. Mit sowas hab ich garnicht gerechnet, wirklich stark und wenn sie dann noch wie eben Hirschhausen über Orthopäden herzieht bin ich hellauf begeistert.

In meiner Zivildienststelle wurde ich vor die Wahl gestellt, ob ich krank sei, oder nicht. Also wog ich gegeneinander ab:

- Am selbigen Tag die Grundsteinlegung des neuen Bauabschnitts, bei dem ich aus Traditionsgründen gerne dabei gewesen wäre und natürlich wegen den leckeren Canapees gegen die Eisekälte, die irgendwie nur ich gespürt hab.
- Den Gefallen den ich meinem Kollegen PWNY tun würde, wenn ich gesund bliebe und er nicht alle Fahrten am Donnerstag machen könnte gegen den Stress, den ich zwischen Zivi und Apotheke hätte.
In dem Moment schaltete sich mein lymbisches System ein, der Teil in meinem Gehrin, der für das Langzeitgedächtnis zuständig ist und ich bekam eine Eingebung.
Es hat sich 4 Monate niemand darum geschert, dass ich an bestimmten Tagen 14 Stunden gearbeitet habe, ohne Pause und ich rede nur vom Zivildienst, was mich dazu zwang zwei Gesetze zu brechen und ich fragte mich ernsthaft, was ich hier mache: "Seid wann wird gearbeitet, wenn man krank ist, lieber Herr Heller? Wenn du krank bist, dann geh heim und kurier dich aus! Auch du bist mal krank!" dachte ich mir.
Für jemanden, der so gut wie nie krank ist, ist das alles nicht so einfach, denn diese ekligen Medikamente zu nehmen ist schlimm, bisher bin ich mit meinem Liter Osaft am Morgen prima über die Runden gekommen. Aber von Pillen abhängig zu sein, also sie zu mindest nehmen zu müssen, um gesund zu werden ist für mich fatal.
Meine Zivildienststelle hat mir zwar immer wieder zu verstehen gegeben, dass sie an "Großkampftagen" wie diesem von mir abhängig ist, aber der erste Satz, den ich damals auf dem Seminar gehört hab war:
[übrigens ein riesen Kalauer]

"Eine Zivildiensstelle muss ohne seine Zivis und FSJler auskommen."
--> --> --> -->
Haha! Ohne Zivis! Ohne FSJler! Haha! Wer soll denn zur Integrationshilfe in die Schule gehen, wenn nicht wir? Wer soll denn die Fahrten machen? Ich lach mich schlapp.

Genug gelästert, kommen wir zu den ernsten Dingen des Lebens, wie zB der Europawahl am 07.06.2009.
Ich bin ja dafür, dass Deutschland mal für eine Legislaturperiode nicht in Straßburg mitspielen darf, die Gesetze, die dort verabschiedet werden allerdings trotzdem für Deutschland gelten, damit deutsche Politiker mal einen Einblick davon bekommem, wie es ist, wenn man zwar wählen dürfte aber trotzdem keine Wahl hat.
Die schlechte Wahlbeteiligung zu den Wahlen in Deutschland kommt nur davon, dass es in Deutschland kein breitgenuges Parteienspektrum gibt und die Parteien so festgefahren sind, dass jegliche Aktionen, die Deutschland wirklich vorranbringen würden sofort von der Opposition geblockt werden [übrigens ein Prima Beispiel dafür, dass das Veto bei Pilawa mehr bringt, als im Bundestag] .
Das Dumme an der Sache ist lediglich, dass die Opposition der Koalitionspartner ist und umgekehrt. Die beiden größtern Parteien Deutschlands ähneln sich im Moment so sehr, dass man sie kaum noch unterscheiden kann. Wie nennt ihr dieses Theaterstück? Den Pakt mit dem Teufel und jeder darf beide Rollen lesen? Was meine Gesinnung und Erfahrung angeht hoffe ich immer auf das Beste, aber rechne mit dem Schlimmsten und deshalb hoffe ich dass Grüne und FDP, oder weniger schlimm: Freie Wähler, auf kurz oder lang das Rennen machen. Allerdings rechne ich damit, dass die Linken und die NPD das System zerfressen werden und es somit wieder nicht zu einer Lösung kommt, die am besten für Deutschland ist.
Was Deutschland fehlt ist ein Politiker, oder gleich eine ganze Partei, die weiß was zu tun ist, sich nicht davon iritieren lässt, was die Presse sagt und was die Kollegen im Bundestag denken sondern sein Ding durchzieht. Und dieser Hasardeur würde im letzten Akt, bevor er von den Gesandten der "Demokratischen Parteien" [auch so ein Kalauer]
zu Boden gerissen wird, den "Volksentscheid" durchbringen und Deutschland wäre auf dem Weg zur Besserung.
Was der Volksentscheid ist erkläre ich euch im nächsten Blog, werde mich erst noch einmal über Pro und Contra informieren.

Zurück zum Thema Europawahl:
Ein guter Freund hat mir diesen wunderbaren Link geschickt

http://www1.wahlomat.europarl.de/

und ich habe den Wahl-O-Mat natürlich sofort ausprobiert.
Absolut narrensicher ist das Ding, denn man gibt entweder einen positiven, negativen oder neutralen Punkt zu den einzelnen Thesen und daraus errechnet sich dann welche Partei den Wähler am besten im Europäischen Parlament vertritt.
Der Vergleich meiner Thesen mit den großen Parteien hat ergeben, dass ich Die Grünen wählen sollte. Die Partei habe ich beibehalten und weitergeschaut, bis die Partei dann von den "Frauen" abgedrängt wurde. Da dass natürlich nicht sein kann [außer Angela Merkel ist doch ein Mann, wie von mir viele Jahre lang vermutetet] habe ich weiterprobiert und bin schließlich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich doch "Die Rentner" wählen sollte. Fair enough, dann wähl ich halt die Rentner.
Wenn jemand mit meiner "weggeworfenen" Stimme nicht einverstanden ist, dem erklär ich den Wahl-O-Mat gerne nochmal genauer.

Heute ist der letzte Tag meines Zivildienstes und ich bin daheim, nicht wegen der Krankheit, sondern wegen dem letzten Tag Urlaub, den ich habe. Ab Dienstag bin ich für die SHK als freier Mitarbeiter im Einsatz und werde auf Stundenlohnbasis bezahlt. Das wird ein Fest, da können mich die Herren so lange dabehalten, wie sie wollen, ehrlich, kein Problem. Ich muss jetzt auch nichtmehr so unnütz im Büro rumsitzen, wie das oft der Fall war, sondern habe nur meine Fahrten und dann bin ich weg, bin froh über die gute Lösung.Dadurch habe ich auch mehr Freizeit und werde deshalb so schnell wie möglich überprüfen lassen, ob ich dem BaFöG würdig bin. Wenn ja, dann weg. Nein, ehrlich, wenn ich BaFöG in Höhe von sagen wir mal 600€ bekommen sollte, dann reicht das um die Schule in Schwerin zu bezahlen und über die Runden werde ich mit Kindergeld und einem Nebenjob kommen. Außerdem habe ich ja nicht gerade wenig beiseite gelegt.

Ah, die Sonne scheint wieder, prima. Nachdem es gestern ja doch noch etwas kalt war traue ich mich heute wieder vor die Tür und  gehe arbeiten, wie jeder andere auch. Werd mich etwas wärmer anziehen und gut ist.

Ich wünsche euch ein angenehmes Wochenende und viel Spaß am freien Pfingstmontag.
Lasst es euch gut gehen.

Dominik Heller

09:14 - 29.05.2009 - Kommentare {0} - Kommentieren


Der erste Schritt in neuer Umgebung



So, das hätten wir dann auch geschafft. Mein Blog ist umgezogen und zwar auf diese wunderbare Seite und hier bleibt er auch.
Alles was ich bisher zum Besten gegeben habe werde ich in ein kleines Päckchen packen und der Link zum Download steht demnächst auf dieser Seite.

Es wird sich einiges ändern, ja. Bisher hatte ich ja immer nur mein Privatleben zum Thema gemacht, allerdings konnte ich nie wirklich in die Tiefe gehen, weil WKW nunmal ein Scheißverein ist. Die übrigen Blogeinträge waren nur auf mein Nachtleben bezogen, die wird es auch weiterhin geben, drüben im Casa del Son - da wirds elektrisch.

!Warning!
The following episodes can be boring, disturbing and meeningless
...but they are mine.


Was bin ich froh, dass der Zivildienst so langsam aber sicher zu Ende geht. Zivildienst würde ich grob mit Atomenergie vergleichen - Die Idee ist nicht schlecht, aber bei der Umsetzung hat irgendwer Mist gebaut.

Reden wir noch einmal über die Idee und fangen ganz am Anfang an, bei der Bundeswehr.


ah, moment...



...der Bundeswehr.

[wenn diese eckigen Klammern kommen, dann ist das ein Einschub von mir, gewöhnt euch dran]

Wenn man sich vor dem Bund drückt, oder wie ich auf dem einen Ohr fast taub ist 

[ übrigens das Linke, hab gelesen, dass es das Ohr ist, mit dem gefühlvolle Botschaften besser wahrgenommen werden, da die Leitung zwischen dem linken Ohr und dem Bereich im Gehirn der die Gefühle bearbeitet kürzer ist, als beim rechten Ohr - ein Schelm, der Böses dabei denkt ]


dann muss man im schlimmsten Fall Zivildienst machen. Kommt es mir nur so vor oder passiert es bei Männern über 30 wirklich, wenn sie die magischen Worte "Ich wurde ausgemustert" sprechen, dass im Hintergrund ein Fanfarenzug vorbeiläuft?

Der Zivildienst ist etwas, dass man als soziale Einrichtung sehen kann, denn man tut etwas für Leute, die oft nichtmehr so können, wie sie wollen, auf Grund von Behinderungen oder Ähnlichem. Bei mir bezieht es sich zum Einen auf Integrationshilfe, d.h. Betreuung von Kindern mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung, und zum Anderen auf Fahrdienste: Leute mit Behinderung in speziell dafür ausgestatteten Autos von A nach B befördern.
Andere Zivildiensstellen bieten den Service "Essen auf Rädern" an, glaube kaum, dass ich das erklären muss und es gibt neben OP-Zivis und Zivis in Altenheimen auch die Zivis, die sich für Gemeinde und Jugendzentren einsetzen lassen:
Alles eine gute Idee, wirklich prima, erste Sahne, gar keine Frage, wären da nicht [ natürlich musste es kommen ]
die Faktoren, die den Zivildienstalltag sehr schwer machen.

1. Geld [ es geht immer ums Geld ]

Ein Zivildienstleistender bekommt am Tag im besten Fall 10,95€ (ab dem siebten Monat) + 7,20€ Verpflegungsgeld + 1,18€ Kleidergeld, also rund 20€ am Tag, dafür, dass er eine Dienstwoche von 38,5 Stunden hat, also fast 8 Stunden am Tag.
Da sind jetzt die schlauen Rechner gefragt, ich überschlage hingegen: 2,50€ / Stunde. Versteht ihr, warum mich die Müllmänner immer Auslachen? - herzlich willkommen im Sozialwesen, dem Enddarm der Verdienstkette. [ Es geht noch weiter runter, aber der Gehalt von FSJlern bringt mich mehr zum Weinen, als zum Lachen ]

Deutschland ist eine Verdienstpyramide, ganz oben stehen Leute, die verdienen viel Geld, allerdings gibt es von ihnen nur wenige

[ zum Glück, denn bei der Vorstellung von weiteren Ackermanns, Zumwinkels und Mehdorns sehe ich schon ein Revival der Industrialisierung anklopfen ]


und ganz unten stehen die Leute, von denen es viele gibt, auf deren Bedürfnisse man eher eingehen müsste und die auch viel mehr verdienen müssten: Pfleger, Kindergärtner, Sozialarbeiter, Krankenschwestern... Zivildienstleistende.

2. Dauer

An der Dauer des Zivildienstes habe ich nichts auszusetzen, ganz im Gegenteil. Wenn man sich kurz nach dem Abi um eine Stelle bemüht, die einem Spaß macht und bereits im August oder September anfangen kann, steht dem Studium nach einem Dreivierteljahr Zivildienst nichts im Wege. Was mich ärgert ist, dass man den Zivildienst nicht verlängern kann.
Sollte man sich in seiner Zivildienststelle wohl fühlen und an dem Dienst dem man nachgeht Spaß haben, sollte man ihn verlängern können. Faktisch allerdings ist der Zivildienst ein Ersatzdienst, für Ersatzdienst sind zu wenige Stellen da und für die wenigen Stellen fehlt das Geld - bei der Bundeswehr hingegen: "Was? Verlängern? Klar, bleib doch gleich 12 Jahre!"

3.
Die Ausbildung

"Haben sie schon einmal mit Kindern zusammengearbeitet?"
"Ich bin Einzelkind, aber ich hatte mal eine Nachhilfeschülerin, viele Jahre lang. Außerdem hab ich lange Zeit ehrenamtlich im Jugendzemtrum gearbeitet."
"Willkommen an Bord. Das ist ihr Schüler, *****. Er/Sie leidet an ****. Die Lehrer sagen ihnen dann, was zu tun ist, oder fragen sie den Schüler, der sagt ihnen dann, was zu tun ist."

Was hier sehr übertrieben wirkt kommt an den Originalton erschreckend nah ran. Zivildienstleistende können nichts, nein, die lernen aber auch nichts. Wenn mich jemand fragt, was ich auf meinem zweiwöchigen Zivildienstseminar gelernt habe, dann sage ich "Wir haben ein Video gedreht. Ich kann jetzt mit Movie Maker umgehen." Ich habe auch nicht die falschen Kurse belegt. Es gab nur wenige, die wirklich etwas mit dem Zivildienst zu tun hatten.

Bis auf ein vierstündiges Seminar in meiner Zivildienststelle in dem wir gelernt haben Getränke anzureichen, jemand anderem die Zähne zu putzen und Rollstühle über Bordsteine zu schieben war da nichts. Ich stand am Anfang echt schlecht da, muss ich sagen, aber das ist die wirkliche Herausforderung. Gegendarstellung der Bundeswehr: Zerlegen eines Maschinengewehrs auf Zeit und anschliesendes Bennenen aller Einzelteile - Die haben was gelernt und wie hilfreich das sein kann, stimmts Tim K. ?

In der Zeit meines Dienstes habe ich allerdings schon viel im Umgang mit Menschen gelernt, nur frage ich mich, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, wenn ich mir das nicht hätte selbst beibringen zu müssen.
Der Höhepunkt war die Woche mit dem "verhaltensauffälligen Kind" [ wenn das mal kein Bürokratendeutsch ist ] - Ja, vielen Dank auch, es war ein Autist. Wie soll ich denn bitte mit einem Autisten umgehen?
"Du schaffst das schon, wir glauben an dich"
Prima. Und an den Osterhasen, den Weihnachtsmann und die Veränderung nach der Wiederwahl von Angela Merkel.




Mein Fazit zum Thema Zivildienst:

Der Zivildienst müsste stärker subventioniert werden, das Gesetz vom Wehrdienst und Ersatzdienst ist veraltet und das bei der Tatsache, dass es genug Leute gibt, die freiwillig zur Bundeswehr gehen würden, als Berufssoldaten.
Ein soziales Pflichtjahr war schon oft im Gespräch und wenn es zur Wahl steht hau ich mein "Ja" raus, dann bitte aber für alle, stimmt's ihr Damen?
Bis zum Volksentscheid, siehe Schweiz, ist es allerdings noch eine Weile hin und das ist auch ein ganz anderes Thema.

Jetzt noch schnell mein Privatleben:

Im Casa gibts mein neues Tape. Die Sommeplatte "The possibility of an Island" steht zum Download bereit.
http://www.free-blog.in/casadelson/

Das mit meinem Studium in Schwerin ist immer noch so eine Sache, es hat sich allerdings noch nicht wirklich etwas verändert. Snafu - Situation normal, all fucked up!

In diesem Sinne, passt auf euch auf

Dominik Heller

06:03 - 11.05.2009 - Kommentare {0} - Kommentieren


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