23-Jun-2008
Unwetter oder Fleißige Bjonda 3

Der geplante Abendspaziergang fiel gestern buchstäblich ins Wasser.

Mein Blick aus dem Küchenfenster sagte mir, das gibt heute nichts! Gerade noch schien die Sonne, doch urplötzlich wurde es finster. Am Himmel herrsche Weltuntergangsstimmung. Und schon zuckten vereinzelt die ersten Blitze.

Bjonda lag seelenruhig neben mir und schlief.

Die Blitze wurde mehr und schienen sich rund um uns zu versammeln. Immer wieder grelles Licht am fast schwarzen Himmel.

Bjonda lag seelenruhig neben mir und schlief.

Aus dem anfänglich gemütlichen Donnergrollen wurde ein wahres Crescendo. Ich stellte das Radio aus,  Musik konnte man  nicht mehr hören.

Bjonda lag seelenruhig neben mir und schlief.

Als wenn die Natur noch eins draufsetzen wollte, kam nun auch noch orkanartiger Sturm dazu. Und durch die geschlossenen Fenster drang ohrenbetäubender Lärm.

Bjonda verlagerte ihre Liegeposition und schlief weiter.

Die Bäume auf der anderen Straßenseite wurde derart gebogen, daß sie mit ihren Wipfeln fast den Boden berührten. Es sah aus, als würden sie miteinander ringen. Dann ein lautes Ächzen und Krachen, daß alle andern Geräusche noch übertönte....eine meterhohe Buche hatte den Kampf verloren. Vor wenigen Minuten noch stand sie in ihrer Schönheit stolz aufgerichtet  und nun lag sie dort am Boden....Der Aufschrei kam aus meinem Mund. Es tat richtig weh, den Baum, den ich von meinem Küchenfenster aus jahrzehntelang habe wachsen sehen, dort liegen zu sehen.

Bjonda lag immer noch friedlich neben mir und schlief.

Die Urgewalten hielten kurz den Atem an, so als ob sie eine Schweigeminute für den Baum einlegen wollten. Dann aber öffnete der Himmel alle, aber auch wirklich alle Schleusen. Das Wasser schoß nur so von oben, ein dichter Regenvorhang verschloß mir die Sicht.  Dann ein Schrei aus dem Wintergarten: Anni, ich brauche Eimer, Tücher...das Wasser kommt rein!

Bjonda schlief nun nicht mehr, hier war ihr Einsatz gefordert!!! Wir stürzten gleichzeitig nach hinten, ich mit Schüsseln und Handtüchern, die ich im Vorbeilaufen greifen konnte und Bjonda mit vollem Körpereinsatz. Die Wassermassen machten keinen Halt vor den Glaselementen, drückten sich mit Gewalt durch die Glasleisten und setzten den Wintergarten innerhalb weniger Minuten unter Wasser. Während Joe und ich schöpften und mit dicken Frottetüchern das Wasser aufnahmen, legte Bjonda sich seelenruhig mitten ins Wasser und sog es so mit ihrem Fell auf.

Eine Stunde später war, dank Bjondas tatkräftigem Einsatz, von dem ganzen Chaos nichts mehr zu sehen.

Nur der umgestürzte Baum auf der anderen Straßenseite erinnerte noch an diesen Urschrei der Natur.

Nachsatz: An`s Fotografieren hat in diesen Minuten natürlich niemand gedacht!

 

Geschrieben von Anni um 06:53 | in: Fleißige Bjonda
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22-Jun-2008
Fleißige Bjonda 2

Also, der Hans, bei dem wir die Tannen weggemacht haben, der hat `ne Tochter, die Kerstin. Und die hat `ne Mann, den Jörg. Und die sind Tierarzt und furchtbar nett!!! Und die  haben jetzt  `ne eigene Praxis in Buschhoven und die haben auch `nen Hund, den Aniko. Und außerdem haben die einen großen Garten und da soll ein Teich gebuddelt werden...... könnt Ihr mir noch folgen? Und weil sie vom Hans gehört haben, daß ich so fleißig bin, haben gefragt ob ich helfen komme.

Eigentlich wollte ich ja beim Hans noch auf den Container mit dem Tannenzeug aufpassen, aber zu Kerstin und Jörg fahre ich furchtbar gerne!!! Also habe ich den Hans, Frauchen und den Chef zusammengetrommelt und wir sind losgefahren.

Aniko wartete schon sehnsüchtig auf mich.

Erst mal ` ne Ortsbegehung....

....Lagebesprechung....

...und dann ran an die Arbeit.

Ein kleines Loch hatte Jörg ja schon mit dem Bagger gemacht...

 ...aber die Hauptarbeit blieb natürlich an uns hängen.

Nur gut, daß ich im Buddeln unschlagbar bin, so waren wir schnell fertig.

 War da gerade der Pfiff zur gewerklich geregelten Leckerchenpause?....

...jawoll, ich habe richtig gehört! Die Versorgung ist ja nicht schlecht...

...nur mir den Getränken hat`s nicht so funktioniert, da mußte ich mich kurzerhand am Regenfaß bedienen.

Geschafft!  Wir können stolz auf uns sein, denn wir haben gute Arbeit geleistet.

 

Geschrieben von Anni um 06:33 | in: Fleißige Bjonda
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19-Jun-2008
Fleißige Bjonda

Hallo Freunde,

während die Einen nur noch Augen für Fußball haben, schaue ich mitfühlend über den Gartenzaun und sehe dort meinen allerliebsten Lieblingsnachbar, wie er so völlig fertig mit der Welt neben seinen gefällten Tannen sitzt und nicht weiß wie er die alleine wegschaffen soll.

 Da sind Herz und Einsatz gefordert, genau das richtige für einen Briard.

 Heh Leute, guckt nicht so, sondern helft lieber mit!!!

Zuerst habe ich das "Trümmerfeld"  durchsucht (Hoshi, das wäre was für dich gewesen!!!)  ob eventuell irgendwo Verletzte liegen...

...dann wurde die  Schubkarre von mir persönlich auf ihre Stabilität  geprüft (Sicherheit ist bei solchen Unternehmen äußerst wichtig)...

So und hier könnt ihr sehen, wie ich unter Einsatz meiner ganzen Kräfte (bitte nicht vergessen, ich bin ein zartes Mädchen), die schweren Baumstämme zur Schubkarre schleppe.

Aber Mädchen sind auch klug und wissen um eine alte Briard-Weisheit, die da lautet:  wenn man die Äste vorher schreddert, paßt mehr auf die Karre.

Ich glaube, Nachbar Hans ist mächtig froh, daß ich sooooo viel geholfen habe. Zum Dank darf ich heute Abend wieder bei ihm Fußball auf der Großleinwand sehen. Und wenn ich schnell genug bin, klau` ich mir was von den Leckereien, die beim Fußball immer auf dem Tisch stehen!!!

Eure Bjonda

Geschrieben von Anni um 06:22 | in: Fleißige Bjonda
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5-Jun-2008
Von wegen Emanzipation

Hallo, hier ist Bjonda

Also, nun stellt Euch das mal vor, sagt mein Frauchen doch heute tätsächlich zu mir: "Wenn Du jemals einen Mann abkriegen willst, muß aus Dir eine gute Hausfrau werden!  Den Männern ist es nicht wichtig ob du toll Fuß läufst (sie legen höchstens Wert auf gute Leinenführung), ob du Platz-Bleib machen kannst, du Herrschens Socke versteckt im riesigen Garten nur mit Hilfe deiner Nase findest (Herrschens Socke findet sogar `ne Nacktnase blind), du mutig über Baumstämme balancierst, oder den Beinslalom beherrschst.....nein Männer wollen mehr!!! Sie legen zum Beispiel Wert auf gepflegte Wäsche...und damit fangen wir heute an. Mit der großen Wäsche!

 

Frauchen stellt mir einfach den Wäschekorb vor die Nase und sagt :"Nun, mach mal, hast ja oft genug bei mir zugeguckt!

Na, dann will ich doch mal sehen, was da so alles drin ist.

Ein Handtuch! Na super, kann ich gut  zum Zerren gebrauchen. Bring ich doch am Besten gleich mal in meine Räuberhöhle.

Oh, noch ein Handtuch. Ich denke, das eignet sich hervorragend zum Beuteschlagen. Also ab damit in dei Räuberhöhle.

Puh, Hausarbeit ist ganz schön anstrengend: rein in den Wäschekorb - raus aus dem Wäschekorb - rein in den Wäschekorb....ich kann verstehen, daß Frauchen  manchmal ganz erschöpft ist!

Na, schön, daß eine Teil häng ich noch ab (ist zwar noch nicht ganz trocken, aber egal) und dann ist Schluß für heute. Herrschen soll den Rest machen (wegen Emanzipation und so).

Ich bin fertig mir der Welt, so ein Waschtag schlaucht ein Briard-Mädchen ganz schön. Aber mal nebenbei gefragt: "Jungs, wer will mich heiraten? Große Wäsche kann ich schon, was will man mehr?"

Bis bald

Eure Bjonda

 

Geschrieben von Anni um 06:32 | in: Fleißige Bjonda
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