Jetzt ist schon Februar...d.h. ich wohne bereits 6 verdammte Monate in Duisburg. Wo ist die Zeit geblieben??? In Köln?? Könnte sein!
6 verkackte Monate...ich weiß garnicht, wo ich anfangen soll. Klar vermisse ich Kölle, den Dom, mein Veedel, meine Bude, meine Freunde, meine Familie und vor allem die kölsche Mentualität, wie Mark Metzger sagen würde.
Es ist schon anders hier. Hätte ich, wenn ich ehrlich bin nicht gedacht. Ob nu Ruhrpott oder Kölle die Leute sind doch sicher sehr ähnlich....joah. Irgendwie schon, aber nä eigentlich sind sie hier ganz anders. Direkter und ohne Schnörkel. Während Kölner auch 'nen Haufen Scheiße in schönes Geschenkpapier verpacken und noch ein Schlöppchen drum machen, nehmen die Duisber den Haufen Kacke und zünden den noch an, damit es auch jeder Depp kapiert.
Beispiel gefällig?:
Ein Mann begrüßt seinen Freund:
Duisburg: "Tach" >>freundschaftliches auf den Rücken klopfen<<
Köln: "Tag Jung...wie es et dir? Han ich dir ald verzallt wat däm Müllers Nas singem Hunk passeet es?....!" >>lautstark, die komplette Straße unterhaltend geht man in die nächste Weetschaff<<
oder
Bestellung von Bier an der Theke bei einer netten, sehr gut aussehenden Kellnerin:
Duisburg: "Tumazweipilskennä?"
Köln: "Leevche, bes do su nett un deis uns noch zwei Kölsch? Enä, drei! För dich och noch eins!"
oder
Antwort auf die Frage, ob es geradeaus zum Hauptbahnhof geht:
Dusiburg: "Jo!"
Köln: "Eja, do bes do richtig, ävver, wann do jetz tirek links geihs, dann küss do noch beim Früh vörbei, do kann mer god eine drinke! Pass op! Ich zeige dir dä Wäg, do wollt ich suwiesu hin!"
Ihr seht, vollkommen anders. Während die Kölschen einem direkt ihre Lebensgeschichte erzählen, wird man hier für vollkommen durchgeknallt gehalten, wenn man zufällig zum Beispiel im Aufzug mit einander ins Gespräch kommt, weil man ebenfalls in die dritte Etage fahren muss. So langsam gewöhne ich mich an die irritierten Gesichter und auch daran, dass besorgte Mütter ihre Kinder von mir wegziehen. Als wär ich hoch ansteckend, oder wollte ihnen einen "echten Hasen" zeigen. Pfft. Naja gut. So ist das hier halt. Dabei möchte ich ja keinem ein Gespräch aufdrängen, es ergibt sich nur meistens einfach so. Irgendwie.
Nur, weil ich mit jemanden mich stundenlang nett unterhalten habe, heißt das ja noch lange nicht, dass man sich kennt. Ich muss gestehen ich habe mehrere Karnevalsfreunde, ja ich nenne sie Freund, weil wir schon toll zusammen gefeiert haben, ich sie aber ohne Kostüm im Supermarkt niemals erkennen würde. Man kennt sich halt vom Fastelovend. Daher vielleicht auch das böse Vorurteil wir Kölner seien absolut oberflächlich?!
Aber zurück zu meiner neuen Heimatstadt Duisburg. Nein...das wäre gelogen, das ist sie noch nicht. Das dauert noch. Aber ich gebe mir alle Mühe hier anzukommen und täglich wird es besser. Ich laufe hier viel durch die Gegend, schaue mir alles mögliche an, quatsche wildfremde Menschen an, in der Hoffnung, sie erzählen mir irgendetwas total aufregendes über ihr Malocher-Leben im Kohlenpott und gewöhne mich auch langsam daran, dass man sich hier nicht auf den Dom als Wegweiser verlassen kann.
Aber Duisburg kann auch was, z. Bsp. find ich es immernoch total faszinierend, dass man hier von Stadt zu Sadt fährt und garnicht merkt, dass man bereits in Mülheim ist, ohne über Land zu fahren. Nicht wie von Köln nach Bonn an diversen Käffern vorbei, wo man sich wundert, dass da was lebt. Nein hier fährt man eine Straße lang und schwupps ist man in der nächsten Stadt. Das ist toll.
Oder hier gibt es den Finkenkrug, eine Kneipe die über 200 Biere anbietet, ganz wunderbar!!!
Oder der Innenhafen, eine Mischung aus Hamburg und dem Kölner Rheinau-Hafen , besonders toll im Sommer zum draußen sitzen.
Oder der Stadtwerketurm, der Nachts grün angeleuchtet wird (mit viel Fantasie, und die habe ich ja bekanntlich könnte man meinen man sehe den Dom:)
Und...und das meine ich wirklich todernst: Die U-Bahn. Jau Duisburg hat wirklich eine U-Bahn...und das ist mit Abstand das genialste, die fährt sooo schnell durch den Tunnel, da muss man sich sogar festhalten!!! Das ist in Köln nur ein Wunschdenken!
Außerdem machen es mir Kay und seine Freunde es eigentlich recht leicht mich hier wohl zu fühlen. Sie akzeptieren mich so wie ich bin, als kölschen Schwadlappen!!! ! Danke dafür
!!
Ihr seht....auch nach 6 Monaten "Exil" mache ich mir die Welt, wie sie mir gefällt und so lange das so ist geht es mir sehr gut
!
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