Il Principe Del Ghiaccio


29 Januar 2007 um 12:21 in

 

Niemand aber sollte sie aber aufhalten und auch kein Wort des Eisprinzen wurde ihr zuteil, während sie meinte die Blicke der anderen deutlich auf ihrer Haut zu spüren. Doch auch mit der Erleichterung, sich vorerst noch einmal in ihren zimmern zurückziehen zu dürfen, schwang doch ein wenig sonderbare Wehmut mit. Aber wie sollte sie ihm nun erst Recht noch einmal entgegen treten und den Mut auffinden, noch einmal hinab zu gehen? Die Antwort auf diese Fragen wurden ihr abgenommen, als nach unzählig verstrichenen Minuten der Eisprinz selbst es war der zu ihren Zimmern schritt und dort sie noch mehr mit all den Geschehnissen Konfrontierte. Doch dabei zeigte er ihr noch mehr als zuvor, wie viel Sanftmut, Wärme und Geborgenheit von ihm ausgehen kann. Er schaffte es, die ihr Denken bestimmende Last zu nehmen und den Rest der verstreichenden Nacht sollte ebenso dieses Auf und Ab in ihrem Innersten Ruhe geben. Bevor der Eisprinz sich aber in seine Gemächer zurück zog, teilte er ihr zwei Bitten mit über die sie bis zum nächsten Abend nachdenken sollte und die auch ihre Träume bestimmen sollten.





27 Januar 2007 um 15:36 in

 

Es war das erste Mal, daß sie ihn nicht ansehen konnte, nicht in das Eis der Augen ihres Eisprinzen einzutauchen wagte. Sie floh vor seiner Nähe, versperrte sich vor ihm und der übrigen Welt dort draußen, fühlte sich verraten und selbst schuldig an diesem Verrat. Worte der voran gegangenen Nacht, vermischten sich mit dem neusten Geschehen und ließen das Gefühl des Nichtsseins noch stärker sie erfüllen. Sie mied seine Nähe, seine Worte, versperrte allem Schönen einen Weg durch die neu errichtete Mauer um sich herum. Er war so tief in ihrem Herzen verankert und doch würde das niemals reichen um ihm das zu geben, was er verdiente. Erst viel Später nachdem der Eisprinz bereits seine Räume verlassen hatte, stahl sie sich ebenso aus diesen heraus. Die Kälte des Gesteins kroch durch ihre Haut, vermischte sich mit dem Schmerz der ihre Schritte begleitete und ließ sie deutlich erkennen, wer sie war. In der Welt des Lichtes vergessen und nicht gekannt, im Reich der dunklen Kälte nicht geachtet und nicht würdig. Entfernt hörte sie seine Stimme, näherte sich dieser und wusste sie würde an ihm vorbei gehen müssen, um sich in ihren Zimmern zurück zu ziehen. Sie wusste, sie konnte ihm nicht entgegen sehen, wollte in seinem Blick nicht bestätigt wissen, was in ihr mehr und mehr an Gewicht zunahm. Die Stufen erreicht, die zu ihm hinauf führten, wusste sie aber auch, daß sie für sich das letzte Wenige an Würde bewahren musste, auch gleich sie auch dies im Moment nicht verdient hatte. Ihr gang aufrecht, hoben sich sachte ihre Schultern an, das eigene Schuhwerk wie zum Schutze an ihren Körper gehalten, spürte sie immer Stärker die Angst vor dem Augenblick, an dem sie an dem Eisprinzen vorbei gehen musste. Der laute Herzschlag begleitete ihre Schritte und das Kinn hob sich in einem letztem Kraftanstoß weiter nach oben, aber ihr Blick blieb auf den kalten Steinen des Bodens gerichtet, wollte nicht hinsehen dorthin, wo sie gleich schon dem wichtigsten Teil ihres Seins gegenüber stehen würde. Würde er ihr überhaupt noch eines Blickes würdigen wollen? Wie solle sie ihm nun noch glaubhaft machen können, zu was sie alles ihm zu liebe bereit sein wollte? Selbst ihr Auftreten und ihr Äußeres sprachen doch die Worte, die ihr mehr und mehr mit jedem Schritt bewusst wurden, und auch auf den letzten Stufen der kalten Steintreppe durch den Schmerz bei jeder Bewegung ihr denken prägten.





27 Januar 2007 um 15:02 in

 

Die Nacht näherte sich seinem Ende, ließ es zu daß die Sonne die schneebedeckte Landschaft mit ihren hellen Strahlen bedeckte und damit den neuen Tag einläutete. Aber diesen Tag ebenfalls halb verschlafen, gab es für sie keine Zeit, noch einmal das Geschenk der Sonne zu würdigen. Die letzten hellen Stunden verflogen und bereits als die Sonne langsam sich vor der dunklen und kälteren Nacht zurück zog, befand sie sich bereits dort, wo der Eisprinz seine Räume dieses Schlosses bezogen hatte. Wieder einmal gelang es dem Eisprinzen sich ihr unbemerkt zu nähern, sie in seiner Umarmung gefangen zu halten, ohne daß sie sich dieser entziehen konnte oder es gar wollte. Der ihr bereits bekannte feine und süße Schmerz durchzog ihren Körper, wandelte sich bis in tiefe Abgründe reichende Glut und während er sich einmal erneut einen Teil der so lebenswichtigen Wärme von ihr stahl, schlich sie die in den letzten Zügen der vorangegangenen Nacht entwickelte neue Angst als bitter Beigeschmack den so sinnlichen Gefühlen mit ein und noch mehr wurde ihr bewusst, daß sie diese Angst fortan nie mehr vergessen konnte. Aber sollte ihr diese Nacht mehr aufzeigen, daß ihr Eisprinz fern jeglicher für Menschen so wichtige Gefühle lebte. Seine Worte trafen tief, brannten sich in ihr fest und erweckten das Gefühl des Wertlosen. Sie wollte aber nicht so gesehen werden und doch ließ sie sich davon leiten, verließ den Nebel des Vergessend und wollte sich ihm verwehren. Er aber ließ es nicht zu und fernab jeder ihr zuvor erteilten Sanftheit, verkörperte er wieder die Dunkelheit die ihm umgab, ließ sie die Angst vor ihm von neuen ihr Denken bestimmen und den Wunsch hegen ihm zu entfliehen. Doch kaum hatte der Eisprinz sein Bild ihr gegenüber wieder in Sanftheit gewandelt, bereute sie schon diese Gedanken, wollte nicht daß er nun ging und wollte ihm all das sein, was sie doch nicht sein konnte. Noch immer die Angst in sich, war es dieses Mal dennoch sie, die ihm entgegen kam, ihm von sich aus geben wollte, ihm so vermittelte wie tief er sie bereits an sich gebunden hatte und wie sehr sie genau das wollte. Die Gedanken vergessend, wieder im Nebel des Vergessens abtauchend, war es aber nur von kurzer Dauer, daß sie die Momente bestimmte aber sich ihm zu gern beugen wollte. Der Eisprinz lehrte sie einmal erneut und noch intensiver, was ihr bislang verborgen geblieben war. Immer tiefer von ihm in die Hitze der dunklen Glut hinab gezogen, wollte sie auch nicht von seinen Worten zurück in ihr Denken gehoben werden. Ein Fehler, den sie schon einen Wimpernschlag darauf bereuen durfte. Das Wohlgefallen vermischte sich mit dem Schmerz, brachte die Angst zurück, doch gab es keinen Weg ihm nun noch zu entfliehen. Ohne das von ihr so schmerzlich ersehnte tiefe Gefühl welches ihren ganzen Körper durchströmen konnte, nahm sich der Eisprinz nur noch von ihr, ohne ihr zurück zu geben.





27 Januar 2007 um 13:53 in

 

Die Freude über die Rückkehr des Eisprinzen aber wurde überschattet von einer bedrohlichen Verstimmtheit, die sie nicht verstehen konnte. Sein Blick strahlte Kälte und Grausamkeit aus, ohne daß sie der auf sie übertragenen bedrohlichen Dunkelheit entfliehen konnte. Seine Worte schmerzten sie tiefer, als ein Schlag es stärker vermochte. Und noch immer verstand sie nicht den Grund seines Zornes auf sie. Er verwies in seinen Worten auf die Frau nannte die Frau als das, was sie sein sollte  und ließ sie damit einen erneuten kalten Stich in ihrem Herzen fühlen. Eine Kälte die sich in ein brennendes Gefühl wandelte, dessen Ausmaße sie zuvor nie gekannt hatte. Sie fühlte zugleich unfähiger als in ihren bisherigen Leben, erkannte daß sie nicht war, was er wollte. Ihre Versuche, sich ihm zu erklären, ließ ihn noch mehr Zorn auf sie legen. Doch sie wusste nicht, wie sie es anstellen sollte, daß er in ihr das erwünschte sah. In einem Aufschrei der Verzweiflung versuchte sie ihm all das zu erklären, was er für sie war, was sie bislang empfunden hatte. All diese Widersprüche, die sie nicht begreifen konnte und die sie haltlos mit sich rissen. Dabei wollte sie all das und viel mehr für ihn sein, wollte nicht daß er zornig war auf sie, wollte nicht den eigenen Schmerz dabei fühlen. Der Zorn des Eisprinzen milderte sich zunächst, legte sich ganz und er schaffte es erneut ihr die Angst vor ihm zu nehmen. Doch zwang er sie zudem, zu erkennen wer er war, was er war und ließ nicht zu, daß sie es von neuen nicht wahr haben wollte, es nicht verdrängte. Er ließ sie einen Teil dessen einblicken, vor was die Menschen sich fürchteten, warum sie ihn mieden und warum sie all diese Geschichten über ihn und sein Reicht erzählten. Die Kälte die ihn umgab würde niemals mehr vergehen und das Herz, welches sich nicht hinter seiner Brust regte, würde niemals mehr schlagen. Auch das Tuch der dunklen Gefahr würde niemals mehr von ihm lassen. In jeder Sage, in jeder Geschichte steckte immer einen Funken an Wahrheit. Worte die ihr vor so vielen Jahren einst gesagt wurden, ergaben nun erst wirklichen Sinn. Doch mehr wollte er ihr darüber nicht berichten und würde es ihr auch niemals offenbaren. Was er ihr stattdessen aber verriet, ließ eine neue Angst in ihr aufkeimen und zudem 2 Fragen, deren Aussprache und Antwort sie nicht haben wollte. Niemand wollte die Gewissheit ob und wann das Tuch des Todes seine Fäden über einen legte. Aber so sehr sie sich in diesen Stunden bemühte diese beiden Fragen tief in das Vergessen zu drängen, wusste sie daß was auch immer er ihr an Empfindungen entlocken konnte, wie sehr seine Kälte sie auch mit Wärme erfüllte, seine Umarmung und der Blick seiner eisblauen Augen sie noch so sanft in das Vergessen locken würden, diese neu aufgekeimte Angst und die damit verbundenen zwei Fragen sich immer wieder in jedes noch so unbeschreiblich schöne Gefühl einschleichen würden.





27 Januar 2007 um 12:28 in

 

Das Land war nahe genug der Grenzen zum dunklen Reich des Eisprinzen, sodaß sich auch hier die klirrende Kälte wie ein undurchdringbarer Schleier über das Land legte. Aber hier vermochte die Sonne bei Tage diesen Schleicher zu durchdringen. Einem Geschenk gleich nahm sie die, wenn auch längst nicht so warmen Sonnenstrahlen, auf. Ein Geschenk, welches mit keinem vorherigen in weit zurück liegenden Jahren zu vergleichen war. Lange strotzte sie der Kälte um auch die letzten Farben der untergehenden Sonne mit ansehen zu dürfen, nachdem sie erst spät nach Mittag aus traumlosem Schlaf erwacht war. Einen Teil der noch am Vorabend verlorenen Kräfte zurück gewonnen, konnte sie das erste mal durchatmen, die Zeit für eine Weile anhalten, um zu verstehen was geschehen war. Doch die vergangenen Tage in ewig währender Dunkelheit ließen nicht zu, daß sie die Tage abzählen konnte. Es kam ihr wie gestern vor, daß sie das erste Mal in das eisblaue Augenpaar des Eisprinzen gesehen hatte. Und doch ließ sie das Geschehene, die in sich neu entdeckten Erfahrungen, das stetige auf und ab zwischen Hoffen, Angst und Fühlen der neuen Geborgenheit sie annehmen, es wären unzählige Tage seither vergangen. Die Dunkelheit hatte gänzlich über das Land Einzug gehalten, als sie das Schloss wieder erreichte und sie nur den Wunsch in sich fühlte zu ihm zu gehen, ihn zu sehen, ihn zu spüren. Doch war er nicht da und das Verlangen wechselte in schmerzliches Vermissen. Eine Frau verriet ihr, daß ihr Eisprinz in wichtigen Angelegenheiten das Schloss verlassen hatte. Sie kannte diese Frau bislang nur von Bildern und erfuhr auf der Reise hier her, daß sie der Grund der Reise hier her war und auch ihr Gefährte. Jetzt hier vor ihr, ließ die Frau nur noch mehr erkennen, welche Ausstrahlung sie umhüllte. Sie war nicht nur eine Frau, sondern strahlte die Würde einer Herrscherin des eigenen Landes aus. Und dennoch wollte diese Frau sich mit ihr unterhalten, folgte ihr hinauf zu ihren Zimmern. Das Gespräch jedoch entwickelte sich als gefährlicher, wenn gleich es auch einen weiteren Moment der Ruhe auf sie legte. Gefährlich weil sie ihre Identität nicht preisgeben konnte, daß es einmal einen Grund gab, warum sie die Einsamkeit des Turmes gewählt hatte. Und gefährlich weil sie nicht zu viel über den Eisprinzen erzählen durfte, warum sie bei ihm war und was sie an ihn band. Der Moment der Ruhe verschwand und das Gespräch führte sie in weitere unausweichliche Ecken und Winkel aus Fragen, die man nicht umwinden konnte. Die Flucht davor ergreifend, war es aber auch ihr Eisprinz, der mit seiner Rückkehr einen Ausweg aus diesen Fragen bot.





27 Januar 2007 um 11:41 in

 

Im ersten Moment gelähmt von der Vorahnung des nun folgenden Geschehens, verließ sie dann umso schneller das Gefährt. Aber ihre Füße konnten sie nicht schnell genug von diesem Ort weg tragen, denn das Geräusch und der von Schmerzen und Qualen berichtende Schrei hallten weit in die Stille der Nacht hinaus. Sie sah nicht hin, in welche Richtung ihre Flucht sie führte. Mit jedem Schritt über den von der Winterkälte ausgetrockneten Boden, folgte ihr wie der eigene Schatten das Wissen um die Schuld an dieser Greultat. Der Schrei längst von der Dunkelheit verschluckt, hallte noch immer in ihren Ohren nach, klagte sie an und ließ sie niemals mehr vergessen, welche Macht Worte haben konnten. Als ihr Atem brennend ihre Lungen verließ, verharrte sie für Momente allein. Sie bemerkte, daß in falscher Richtung davon gelaufen war und so versuchte das Auge die Dunkelheit zu durchdringen, nach dem richtigen Ziel zu suchen. Der Eisprinz indessen den Schauplatz ebenfalls längst schon hinter sich gelassen, war aber längst schon auf der richtigen Spur, ihr zu folgen. Ohne sein Nahen bemerkt, noch das leiseste Geräusch in der Stille der Nacht vernommen, hüllte sie von einem Atemzuge auf den nächsten bereits schon die eisige und unabwendbare Umarmung ein, riss sie an ihn. Die ihn umgebende Gefahr hüllte sie ein und legte sich lähmend auf ihren Körper ab, umwarb ihren Verstand. Nur ein leiser, viel zu kraftloser Schrei verließ ihre Lippen bei dem kurzen, feinen Schmerz, während er ihr einmal erneut einen Teil ihrer Lebenswärme beraubte. Gleichsam kroch jedoch wieder seine Eiseskälte durch ihren Körper und vermochte tief in ihr das Kalt in lodernde Hitze zu wandeln. Das Vergessen suchend tauchte sie tiefer darin ein, ließ sich von dieser dunklen Glut tiefer hinab ziehen um nur noch zu spüren und zu fühlen, die Gedanken gänzlich dabei ausschalten. Sie wollte nur noch von ihm nehmen und gleichsam ihm geben, was er in ihr erwecken konnte. In einem Moment in dem sie weder Raum noch Zeit kannte, ihr Dasein nur aus einem Grund diente, schenkte sie ihm alles was sie zu geben hatte. Wie sie im Anschluss daran am Ziel ihrer Reise angelangt waren, konnte sie später nicht mehr benennen. Während er noch mehr die ihm erfüllende dunkle Stärke verkörperte, war sie am Ende ihrer Kräfte angelangt.





27 Januar 2007 um 10:45 in

 

Lange währte ihr Schlaf nicht an, aber war er zu tief und zu lang um zu verhindern was geschah. Sie erwachte erst hoch oben über den Wolken neben ihm und es gab kein Entrinnen vor den Bildern, die sie nie wieder sehen wollte, vor dem Schmerz der seither einen Teil ihrer Empfindungen lähmte. Der Blick über unten vorbei ziehende und doch in schwarze Nacht gehüllte Landstriche, weckte umso deutlicher das Verdrängte und raubte ihr zugleich den Atem. Wieder einmal spürte sie seine Arme und in diesen flehte sie ihn, sie von dort weg zu bringen. Der Eisprinz behielt sie dennoch in seiner Umarmung gefangen und statt ihrem Flehen nach zu kommen, offenbarte er ihr etwas, was sie Zeit ihres Lebens nicht vergessen sollte und zu gleich sie einmal erneut ein Stück mehr an ihn band. Während sie sich einen weiteren Teil der in ihm verborgen wohnenden Kraft gewahr werden sollte, schaffte es das so kalte und Angst verbreitende Eis seiner Augen tief in verborgene Bereiche ihrer Seele ein zutauchen. Genau dort, wo es der verletzbarste Teil ihres Selbst finden sollte, hinterließ er mit seinem Blick ein dunkles Licht, was diese lähmende Angst vertreiben und für immer auslöschen konnte. Bis zum Ende dieses Teils der Reise, verblieb sie in seinem Arm und fühlte sich ihm näher, als sie über viele Jahren bei Anderen solche Vertrautheit empfinden durfte. Und gleichsam war diese Vertrautheit eine andere, viel stärkere als die zuvor einst kannte. Dem Reiseziel immer näher kommend, verließ man jedoch wieder die Höhe hoch über den Wolken und ebenso entließ er sie aus seinen Armen. Der Rest des Weges sollte über Land erfolgen, aber sollte ihr den ersten dunklen Schatten auf der bis dahin reinen Seele legen. Denn auch hier entfernt seines Reiches, kannten die Menschen wohl die Geschichten die man über den Eisprinzen heimlich hinter verschlossenen Türen und Fensterläden an nachfolgende Generationen weiter gab. Und wie es bei allen Geschichten war, wurden gewiss auch die Geschichten über den Eisprinzen fern der Wahrheiten weiter gesponnen. Das Auftreten des Eisprinzen erzeugte somit auch hier in den Menschen Angst und Erschrecken, so auch auf jenen Fremden, der das Gefährt lenken sollte, welches beide Gäste des Landes ihrem hier bezogenen Domizil näher bringen sollte. Mit der Angst im Herzen und im Kopf die ihm zugetragenen Geschichten, ließ er immer schneller das Gefährt den Weg entlang jagen. Die nächtliche Landschaft zog an ihnen vorbei, ohne daß das Auge einen Teil davon näher betrachten konnte. So bat sie den Fahrer des Gefährts langsamer zu werden, denn das rasante Tempo ließ auch in ihr allmählich die Angst aufglimmen. Aber das Gefährt wurde statt langsamer nur noch schneller und dieses ließ sie wütend werden. Was wussten sie schon über den Eisprinzen. Nichts als ein paar Geschichten, deren Inhalte doch nur dazu gedacht waren, kleine Kinder zum pünktlichen Heimkehren zu bewegen, ihnen so den Gehorsam abzuverlangen. Wussten sie über das was er gerade zuvor getan hatte? Erkannten sie das warme Glimmen tief unter seiner Eiseskälte? Waren sie allesamt gemeinsam nicht grausamer als er es in ihren Augen war und sahen in ihm nur ein Spiegelbild ihrer eigenen dunklen Abgründe? Diese Wut ließ sie in einer Unachtsamkeit jedoch Worte sprechen, die sie seither aus tiefstem Herzen bereute. Denn waren es diese Worte, die den Eisprinzen bewogen, der Fahrt augenblicklich Einhalt zu gebieten und sie allein durch die Dunkelheit voraus zu schicken.





27 Januar 2007 um 10:43 in

 

Dennoch bat sie ihn darum, seinen Eispalast für wenige Stunden verlassen zu dürfen. Es war keine neue List, kein weiterer Plan der Flucht, denn bot sie ihm sogar an sie zu begleiten hin zu ihrem Turm, damit sie einmal noch dort sein konnte und um einen Teil ihrer bescheidenen Habgüter zu holen. Er willigte ein, ohne sie jedoch zu begleiten. Vielleicht wollte er sie mit dem ihr entgegen gebrachten Vertrauen testen, als sie ihm versprach zurück zu kehren. Doch wahrscheinlicher war, was ihr in diesen Momenten noch bewusster deutlich wurde, einem Eisprinzen konnte man niemals entrinnen und ohne daß sie der Gedanke erschreckte, noch ihr angst machte, trug sie in sich die Gewissheit, daß sie ihm nicht entkommen wollte, gleich was sie bei ihrer Rückkehr auch erwarten würde. Die Verlockung lag nahe, als sie über von ihm beschriebene Pfade auf vertrauere und ihrem Turm näher kam. Die Verlockung, das nun erkannte längst vergessene neu zu erleben und das Leben neu an sich zu reißen, es bis zum letzten Moment in vollen Zügen auszukosten. Doch das zuvor erbrachte Geschenk des Eisprinzen tief in ihrer Seele bewahrt, der Blick seiner Augen auf sich spürend und auch die wärmende Umarmung seiner doch so kalten Arme auf ihrer Haut fühlend ließ sie diesen Verlockungen widerstehen und auch das Versprechen zu ihm zurück zu kehren. Und während sie gleiche Pfade wieder zu ihm zurückführten, konnte sie kaum den Moment abwarten ihm wieder gegenüber zu stehen. Die Nachricht, welche der Bote dem Eisprinzen überbrachte, bewog diesen aber während ihrer Abwesenheit Reisevorbereitungen zu kehren. So bemerkte sie bei ihrer Rückkehr die Unruhe in dem sonst so stillen Eispalast und ihr Gepäck vorerst am Tor zurück lassend, suchte sie ihn auf. Er hatte ihre Rückkehr trotz des Tumultes der Reisevorbereitungen längst bemerkt. Ohne das Ordnen seines Gepäcks zu unterbrechen teilte er ihr dabei mit, daß er sie mitnehmen würde auf eine Reise, weit hinter den Grenzen seines Reiches. Dieses ferne Land war ihr nicht unbekannt, auch gleich die Erinnerungen daran auf eine Zeit zurückführten, lange bevor die Einsamkeit in ihrem Turmzimmer begonnen hatte. Aber genauere Erinnerungen verwehrte sie sich schon seit langem und ebenso wollte sie den Grund dafür in Vergessenheit geraten lassen. Als er ihr aber offenbarte, auf welche Art die Reise dorthin von statten gehen sollte, wurden ein Teil dieser Erinnerungen schlagartig zurückgeholt und sie wusste, daß sie dazu noch nicht bereit war. Der Eisprinz aber ließ sich nicht in seinen Plänen beirren und ließ ihr die Entscheidung entweder hier in seinem Palast seine Rückkehr abzuwarten oder aber ihn zu begleiten. Abermals allein hier in seinem dunklen Reich auf ihn zu warten, mit sich allein in der Kälte seiner Rückkehr auszuharren, erschien ihr aber ebenso unmöglich wie die Art der von ihm geplanten Reisemöglichkeit. Alles Argumentieren fand keinen Anklang, ohne darauf einzugehen, beendete der Eisprinz seine Vorbereitungen und hinter der Tür zu seinem Zimmer verschwindend, ließ er sie allein mit dieser Entscheidung. Warum konnte er es nicht verstehen? Doch wie sollte er es auch, er war ein Eisprinz. Gänzlich ohne Ängste, kannte er keine solchen Schwächen. Zudem hatte sie in ihren Argumenten es vehement verschwiegen, was die wahren Gründe dieser Angst waren. Wieder einmal stand sie an einem Punkt, an dem sie keinen Weg nach vorn und keinen zurück finden konnte und begann allmählich, dieses Gefühl zu hassen. Aber sie wollte hier nicht seine Anwesenheit spüren ohne seine Nähe dabei zu wissen. Das Gepäck noch immer am für sie weiterhin noch unversperrten Tor, kehrte sie zu diesem zurück und erneut verging Stunde um Stunde in einsamer Stille, ohne daß sie einen rechten Weg aus dieser Lage finden konnte. So sollte es sich zutragen, daß er sie vor seinem Aufbruch dort vorfand, schlafend auf ihrem Gepäck an den Toren seines Eispalastes.









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