Auf dem Mond

20:43, 30.12.2007. Von Dorette

Vor ein paar Stunden bin ich von meiner zweitaegigen Exkursion in die Wueste Argentiniens zurueckgekehrt... was das totale Kontrasterlebnis zu allem dem war, was ich bisher hier gesehen habe und auch noch sehen werde. Langsam begreife ich was vier verschiedene Vegeationszonen in EINEM Land bedeuten!

Am Freitag bin ich ins sogenannte "Valle Fertil" (fruchtbares Tal) abgefahren und habe die 4 Stunden Fahrt immer parallel zu den Vor-Kordilleren voll genossen (und mal nicht geschlafen ;) ... da am Abend angekommen dachte ich, ich muss mir erstmal muehsam ein zimmerchen und die exkursion fuer den naechsten Tag besorgen - aber da wurde mir gezeigt, was echtes Tourismus-Marketing ist. Gleich vor der Bustuer wurde man 3 verschiedenen Personen mit Flyern und dem jeweils "besten und preisguenstigsten" Angebot ueberfallen. Die Entscheidung habe ich dann relativ spontan und wahllos getroffen, hatte aber Glueck und bin in einer netten Hosteria gelandet, zusammen mit einem Franzosen. Ansonsten leeres Haus... mal abgesehen von 10000 Muecken und irgendwelchen raschelnden Tieren, die Nachts durchs Zimmer durch die Tuerritze durchgeschlichen sind - mein Schlaf war dementsprechend duerftig.

Aber was solls - am Naechsten morgen um 7Uhr (nachdem ichs fast verschlafen haette) gings zusammen mit 2 anderen deutschen Maedels im Minibus samt argentinischen Privatfahrer los auf die Reise. Zuerst gings in den 100km entfernten Nationalpark Talampaya, der mit seinem roten Gestein und tiefen Schluchten sehr an die einschlaegig bekannten Canyons der USA erinnern soll... Ausgestattet mit einem Parkranger sind wir dann bei "nur" 35º drei Stunden zwischen den Felsen durchgewandert und haben einzigartige Ein- und Ausblicke genossen. Der Name Talampaya steht uebrigens fuer "Baum im trockenen Tal"... benannt nach einem ca. 700 Jahre alten Baum.

Das alleine haette eigentlich schon gereicht an Eindruecken fuer diesen Tag, aber wir hatten ja noch einen zweiten Nationalpark, ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe seit 2000, vor uns - das Valle de la Luna, oder auch Ischingualasto (Tal ohne Leben) genannt... Tatsaechlich ist eine Tour durch dieses Tal wie eine Fahrt in die Erdzeitgeschichte! Die Gesteinsformationen beider Parks sind ungefaehr 200 Millionen Jahre alt und somit ca 130 Millionen Jahre aelter als die Anden gleich um die Ecke, wer haette das gedacht! Und was mir vorher auch nicht bewusst war, dass hier in den letzten 60 Jahren unglaublich viele Ueberreste von Dinosauriern entdeckt wurden - wer fleissig die ZDF-Sonntagsdoku guckt, der weiss das vielleicht ;)))) ... aus den vielen Knochenfunden hat man dann verschiedene Dinosaurier-Arten rekonstruieren koennen.
Ich muss ja ehrlich gestehen, dass ich Dinosaurier lange fuer ein Maerchen gehalten habe - wahrscheinlich, weil ich in Bio auch ni so aufgepasst habe jaja - aber jetzt kann ich es mir echt bildhaft vorstellen!
Den visuellen Eindruck dieser Landschaft - in der am Tage bis zu 50º und in der Nacht bis zu -10º herrschen - kann ich euch beschreibend nur sehr schwer wiedergeben.... aber die Bilder spaeter werden fuer sich sprechen!

Nach 12 Stunden sind wir dann voellig fertig und verbrannt wieder ins Pueblo San Augustin zurueckgekehrt und da der letzte Bus schon 17 Uhr fuhr, blieben wir gleich noch eine Nacht laenger, was aber in dieser schoenen Umgebung nicht weiter schwer fiel.

Heute morgen haben wir dann spontan mitbekommen, dass den Argentiniern am 30.12. einfaellt bis Maerz ihre Uhr um eine Stunde auf Sommerzeit vorzustellen, sodass jetzt nur noch unglaublich wenige 3 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland sind!

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Kommentare

  1. Mondsafari von (miyake)

    Hallo Dorit,
    ich habs bis jetzt immer noch nicht geschafft, mir das Mondtal anzuschauen, weil ich mich ständig in anderen Gegenden herumtreibe, aber jetzt, wo ich Deinen Reisebericht gelesen habe, werde ich mich doch mal zusammen nehmen müssen, um mir diese einmaligen Eindrücke nicht entgehen zu lassen.
    Nos vemos en Patagonia!
    Thomas