Die Wahrheit, nichts als die Wahrheit

Part One: Ein graues Haar

Seien wir ehrlich. Gibt es etwas grausameres als zum ersten mal zu entdecken wie man trotz vollen Haars, dick, wild wachsend wie das Unkraut im Garten das man schon mit fast 32 alt bekommt. Und hey, ich rede nicht vom übertragenen Sinn, auch wenn einem das die Jugend zu gerne unter die Nase reibt. Wir reden von echten, grauen Haaren. Ist das schon alt werden? Gott, ich bin nicht mal 32. Ich kämpfe tagtäglich gegen das Altern. Zumindest im übertragenen Sinn. Sofern es nicht etwas mit Drogen zu tun hat, lasse ich kein Laster aus. Aber sorry, nimmt man das als Masststab müsste bereits die Hälfte aller unter 20 Jährigen schneeweiss sein. Warum also ich?

Ich habe da eine Vermutung. Gott mag mich nicht. Scheisse nein, er hasst mich. Muss er einfach. Anders kann ich mir diese upgefuckte Version eines Lebens nicht erklären. Ein Hoch auf jeden Junkie und Alki, die sind sich ihres verlorenen Wertes nicht mehr bewusst. Welch eine Gnade. Nur noch leben für sich selbst, für die Sucht, für den Niedergang. Wie armselig wirken Menschen wie ich, die sich dessen noch bewusst sind, und nur aus reiner...Bequemlichkeit?..:Nein...Faulheit?...Nein....Ach Shit, jeder weiss es doch und traut es sich nicht auszusprechen....es ist schlicht und einfach die Einsamkeit, die uns verzweifeln lässt. Viele von uns belügen sich selbst. Verdrängung ist unser Herr und Meister. Wir leben allein und wir werden alleine sterben. Uns trennt nur ein Wimpernschlag vom Untergang. Aber wir haben mehr Stärke in uns als die Masse glauben mag.

Viele von uns leben jahrzehntelang mit ihrer Sucht. Bis sie uns buchstäblich von innen heraus auffrisst. Dasselbe gilt für Krebspatienten. Nur wird deren Schicksal anders bewertet als das von Suchtkranken. Warum? Die Antwort ist so einfach wie falsch. Wir haben haben Mitleid mit Aids, Krebs und Leukämie und weiss Gott sonst welchen Krankheitspatienten, weil die Masse davon ausgeht, den Leidgeprüften trifft keine Schuld. Die Süchtigen allerdings....Scheisse...dieses Pack ist doch selbst schuld...Zigaretten, Drogen, Alkohol....es ist deren Leben, sie machen sich selbst kaputt. Arbeitslosigkeit ist eine Moderscheinung , der sich nur zu bereitwillig Millionen freiwillig anschliessen. Faules Pack das. Recht haben die BVGler und GDLler die massive Lohnerhöhungen verlangen und ganze Städte fast lahm legen. Was geht sie fremdes Elend an? Nagen sie doch am Hungertuch. Was interessieren sie die unterbezahlten Friseusen, Verkäuferinnen und andere Menschen die unser so heiss geliebtes System am Laufen halten. Was? Die verdienen noch weniger? Wen interessierts. Ellbogengesellschaft, schon mal von gehört? Aber ich schweife ab...

Fakt ist, das Schicksal ist grausam. Es schert sich einen Scheiss darum wie es dir geht. Wie heisst es so schön? Jeder ist seines Glückes Schmied. Pustekuchen. Nur eine winzige falsche Entscheidung, bringt das Kartenhaus, genannt dein Leben zum Einsturz. Manchmal soweit, das ein Aufbau nicht mehr möglich ist. Was bleibt, ist schlicht eine Art Resteverwertung. Das Zusammenflicken von dem was einmal war. Aber Geflicktes hält nun mal nicht dauerhaft. Und das Schicksal ist nunmal ein Diktator. Einne Fehltritt verzeiht es selten....und was viel wichtiger ist...es prägt einen. Eine falsche Entscheidung führt zu anderen falschen Entscheidungen. Mal ist es falsche Vorsicht...mal schlicht und weg Dummheit. Ist zum Beispiel die Freundin des besten Freundes Tabu? Gibt es eine Grenze die verhindert, selbst glücklich zu werden? Ich sage euch ja. Es gibt diese unsichtbare Linie. Es gibt diese Wand , die wir uns nicht trauen zu durchbrechen. Uns ist die kleine Lüge lieber, als der offene Durchbruch. Schicht um Schicht mauern wir uns immer weiter ein. Bis wir an einem sonnigem, völlig unschuldigen Tag erkennen...Wir sind allein.

Versteht es nicht falsch. Wir werden wahrgenommen. Wie die Kuh, die uns die Milch in die Tetrapaks liefert. Wir wissen das sie da ist. Aber interessiert uns das? Ist es wirklich die Kuh an die ich denke, wenn ich mein Tetrapak in den Warenkorb lege? Nein. Wir Menschen sind Egomanen. Von Natur aus? Ich glaube nein. Wir haben uns selbst dazu gemacht. Die wenigen von uns, die die Wahrheit erkannt haben, sind zumeist Aussenseiter. Sind sie damit glücklich. Gott bewahre... nein. Aber wir finden eigene Auswege. Ob wir uns anpassen oder abkapseln, beides ist...nun ja...der falsche Weg. Das Traurige daran ist....Wir wissen es. Und wir leben mit dieser grauenvollen Erkenntnis. Wir nehmen Freunden nicht die Freundin weg. Wir verpfeifen unseren unkollegialen Kollegen nicht beim Boss. Wir geben unsere Fehler nicht zu, sondern wir "arbeiten" stets an Jenen. Sarkasmus und Ironie sind unsere Geliebten. Sie tun nur denen weh, die eh nur für ihre eigene Welt leben. Alle anderen mögen unseren Schmerz nicht verstehen...aber sie lachen....nicht über uns....nicht über mich...aber sie lachen....und jedes dieser Lachen ist jedes graue Haar wert.

23:37 - 25.03.2008 - Kommentare {0} - Kommentar hinterlassen

Beschreibung
Der tagtäglich Kampf, mit dem Wahnisnn den wir Leben nennen...

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