Projektionsfläche ,,Asterix und die Wikinger"
12:20, 1.11.2006
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Es ist wirklich schon 12 Jahre her. Damals war ich jung, beeinflussbar und nicht allzu anspruchsvoll. Ich war auch damals schon des Öfteren im Kino, wenn auch nicht so häufig wie heute. Es gab in diesem Jahr(94) und auch im darauf folgendem einen Zeichentrickfilm mit Indianern. 1994 Asterix in Amerika und im folgendem Jahr Disneys Version der Geschichte von Pocahontas. Während der erste mir ganz gut gefiel, konnte ich mit dem zweiten dann doch nicht so viel anfangen. Er war das Ende meiner langen Kinobeziehung mit Disney. Der Asterix-Film wurde 2003 dann von Erkan und Stefan ,,Fett, krass" neu synchronisiert. Als ich diese Neufassung sah, viel mir erst auf wie lange es doch nichts in Comicform bzw. Zeichentrickform vom kleinen Gallier gab. Ich kann also die Realverfilmungen jetzt einfach mal gepfleglich ignorieren. Der 2005 dann erschienene Comic war ja auch nicht wirklich toll. Oder wollt ihr Asterix mit Aliens?Es hat also tatsächlich 12 Jahre gedauert bis wieder etwas gezeichnetes vom kleinen klugen Gallier und seinem dick angezogenem Kumpel Obelix erschient. Der Trend im Kino geht ja in diesem Jahr, nach Kassenknallern wie Madagascar und Ice Age 2, in die Richtung dass wir von digital animierten Filmen regelrecht überrollt werden. Und hier kommt neben Bambi 2 wohl einer der letzten Kämpfer für den gezeichneten Film: ,, Asterix und die Wikinger". Dieser Film schafft es besser als alle bisher da gewesenen Asterix-Verfilmungen den Flair und vor allem auch den Witz der Hefte einzufangen. Es gibt zwar auch eine Prügelei mit Römern, aber die scheint nicht so richtig zum Film zu passen. Es ist mehr so wie Obelix es beschreibt: ,, Das machen wir öfter". Es werden eben Römer verprügelt, weil es in einen Asterix-Film gehört. Wirklich Mühe gibt sich der Film aber an anderen Stellen. So etwa wenn die Wikinger mit viel Gebrüll, auf gleiche Art wie wir es in den letzten Jahren in vielen Schlachtenfilmen(Der Herr der Ringe, Troja...) sehen konnten, in ein leeres Dorf stürmen und dort dann die Sinnlosigkeit dieses Tuns erkennen müssen. Auch kommt insgesamt mehr Wortwitz, als sonst bei den Asterix-Filmen üblich, rüber. So etwa bei den Wikingern die ,, Die Angst" nicht kennen. Oder die beiläufige Bemerkung eines Kriegers auf die Anordnung dass es diesmal kein Plündern und Morden gibt, man solle doch nicht so kleinlich sein. Es gibt auch ein paar wirklich nette Stellen die sich mit Feminismus bzw. dem Standpunkt der Männer demgegenüber beschäftigen. Um diese Witze und Stimmungen rüberzubringen braucht man natürlich gute Synchronsprecher. Von denen war ich in den alten Filmen nicht immer überzeugt. Besonders für Asterix ist es anscheinend recht schwierig eine passende Stimme zu finden. Diesmal ist das Christian Tramitz. Der macht seine Arbeit ganz gut und auch Obelix ist überzeugend, wenn er im ersten Augenblick vielleicht auch etwas tief wirkt. Bei der Stimmenbesetzung hat man sich insgesamt nicht lumpen lassen. So finden wir noch Götz Otto, Smudo, Nora Tschirner und Dieter Hallervorden als Sprecher. Ein Spielfilm mit dieser Besetzung wäre bestimmt auch interessant. ![]() Der Film ist also nett zu hören. Na gut, abgesehen von einen wirklich widerlichem Patzer. Die Filmmusik schwangt von ,,naja" bis ,,Iiiih". ,,Iiiih", war bei mir als Amel Bent “Eye of the tiger”, also das Rockythema gesungen hat. So was muss nun wirklich nicht sein. Und er nett anzusehen ist der Film auch noch. Denn die eisige, verschneite Heimat der Wikinger ist hier wesentlich atmosphärischer als das Hintergrundweiss in Ice Age 2. Der Film ist also auch was fürs Auge. Ich hatte bis zum Schluss meinen Spass, was auch am hübschen und lustigem Abspann liegt. Meinem subjektivem Empfinden und meiner verschwommenen Erinerung nach, bisher der beste Asterix-Film. Wenn auch mit etwas wenig Römer, aber darüber kann man hinwegsehen. Wenn ihr euch also vielleicht einfach noch einmal an die Kindheit erinnern wollt oder einfach einen der vielleicht letzten mit Liebe gemachten Zeichentrickfilme sehen wollt, dann rein. Wenn ihr Asterix noch nie mochtet, dann lasst es bleiben, denn so viel Asterixflair war bisher in keinem Film. Ich hoffe, dass dieser Film gut besucht wird, dann besteht nämlich eine große Wahrscheinlichkeit, darauf dass nicht nur noch digital gearbeitet wird, ob es Sinn macht oder nicht. Wer den Trailer zu ,,HuiBuh" gesehen hat weiß was ich meine. Diese Gespenster würde von Bully gespielt und dann mit Durchsicht-Effekt bestimmt gut wirken. Aber so sieht es aus wie ein halbvermenschlichter Casper bei dem die Designer keine Lust hatten sich nach der Grobanimation noch weiter Mühe zu geben. Beobachten wir also die weitere Entwicklung im Bereich des Filmes (nicht nur) für Kinder. Für heute, Vorhang zu! Kenix Kommentar hinterlassen { Vorherige Seite } { Seite 119 von 162 } { Nächste Seite } |
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