Ach, aua?
12:55, 1.11.2006
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Der letzte Eintrag ist ja schon ein wenig her und da ich hoffe, dass er eine gewisse Spannung aufgebaut hat, werd es Zeit diese jetzt aufzulösen. Auch wenn ein gewisser Kommentar schon etwas von der Spannung genommen hat. Ja, die Füße tun weh, jetzt kaum noch, aber damals war es schon nicht mehr ganz so schön. Leichte Frage, leichte Antwort. Vom laufen. Ja, prinzipiell schon, aber eher Kurzstrecken. Freitag war das was anderes. Ich hab da schon mal was vorbereitet: Der blaue Faden beschreibt den Hin- und der braune den Rückweg. Warum macht man so eine Wanderung, gibt es denn bei euch denn keine Autos? Doch, aber Autofahren kann jeder. Wir sind sogar mit dem Auto bis Golzow gefahren, da einer von uns dreien den nächsten Tag noch etwas vorhatte. Ansonsten wäre wir in Belzig losgelaufen( ist die B 102 etwas südlicher). Ob wir dann aber lebend zu Hause angekommen wären, weiß ich nicht. Und gelaufen sind wir weil wir gerne zu einem Burgerbrater wollten und bei dem uns näher liegendem, die Burger nicht ganz so lecker sind. Und Schiene sind wir gelaufen, weil auf der Schiene nicht ganz so starker Autoverkehr ist, man vom Bahndamm einen besseren Überblick über die Welt hat und die Schiene nicht so viele Kurven macht wie die Straße. Dass wir dadurch einen kleinen Bogen gelaufen sind, war uns auch ziemlich egal. Ursprünglich war unser Plan über die Schienen so nah wie möglich an den Burgerbrater zu kommen. Aber leider mussten wir in Brandenburg dann doch runter, denn es war einfach zu viel Verkehr durch Züge und Graffitijäger. Und so richtig vertrauenerweckend hätten wir drei für solche Jäger bestimmt auch nicht ausgesehen. Einige Teilstrecken waren zwar relativ warm, aber den Großteil der Zeit waren wir doch durch wärmende Kleidung verhüllt. Unsere Rucksäcke nach Spraydosen zu durchsuchen hätte sicher auch eine Menge Zeit gekostet, denn die waren angefüllt mit Stullen von Mutti, einer großen Menge Getränken und warmen Sachen. Wäre ja möglich gewesen, dass es richtig kalt wird oder sogar regnet. Aber bis auf einen feinen, kleinen Nieselregen blieben wir von schlechtem Wetter verschont. Leider war es aber recht bedeckt und so konnten wir uns keinen Sternenhimmel ansehen. Bei dem Weg von Brandenburg bis zu unserem Ziel konnten wir dann auch drei interessante Feststellungen machen: 1. Außer uns ist anscheinend niemand nachts zu Fuß in Brandenburg und Umgebung unterwegs. 2. Die Brandenburger fahren gerne hupend an Fußgängern vorbei. Scheint dort ein festes Ritual zu sein, um seine technische und materielle Überlegenheit zu demonstrieren. 3. Fußgänger sind von Natur aus sehr verdächtig. Ein und dieselbe Polizeipatrouille ist mindestens fünfmal an uns mit Wir-haben-dich-im-Auge-Bursche-Blick angesehen. Gegen 2 Uhr kamen wir dann auch schon bei unserem Ziel an und meine Abendplanung wurde zerstört. Ich hatte mich darauf gefreut mir einen Haufen Burger für ungefähr einen Euro zu kaufen, aber leider waren die kleinen Brötchen ausgegangen und darum musste ich eineinhalb große Burger essen. Ich habe es überlebt. Um zurück nicht denselben Weg wie hin zu gehen nutzten wir jetzt die Bundestrasse. Leider gab es einen Großteil der Strecke keinen Radweg, die Gefahr war also unser ständiger Begleiter. Besonders interessant waren die Momente in denen wir durch voll aufblendende Lastwagen nahezu blind den Straßenrand entlang stolperten. Auch nicht schön war der Moment als ich an der A2 gegen einen fies positionierten Zaun lief und so meine Brille zerstörte. Immerhin konnten wir, Pedalux Halogenlampen sei Dank, das heraus gefallene Glas finden, aber so richtig viel gesehen habe ich den Rest der Wanderung dann auch nicht mehr. So gegen 6:30 Uhr sind wir dann wieder am Wagen angekommen, 21:45 müssten wir ungefähr losgelaufen sein. Pausen gab es insgesamt, Essen mit einberechnet, insgesamt etwa eine Stunde. So eine Wanderung ist eine durchaus lohnende Erfahrung. Mensch lernt viel über den eigenen Körper. So kennen wir jetzt zum Beispiel zwar nicht den Namen aller Sehnen und Fußzonen, aber wissen sehr genau wo sie sich befinden. Auch kann ich jetzt alte Menschen verstehen. So lange wie an diesem Morgen habe ich wohl nicht mal für die Treppe gebraucht als wir eine Waschmaschine hoch getragen haben. Auch kann ich die ganzen Zusätze für die Wanne sehr gut verstehen. Ich war mir nicht sicher, ob meine Beine mich noch halten können. Wenn mensch seine Füße danach schön duscht und pflegt bleiben auch kaum Folgeschäden. Bei mir hat es für 12 Punkte auf 1000 Meter am Montag danach gereicht. Auch praktisch war die Wanderung, da meine Schuhe jetzt wirklich gut eingelaufen sind. Eine gewisse Ignoranz gegenüber Schmerzen sollte mensch für so eine Wanderung allerdings schon mitbringen. Oder im vornherein trainieren. Alles in allem kann mensch diese Aktion wohl als reichlich sinnlos, albern und Schmerz bringend einstufen. So ganz normal sind Leute die so was machen wohl nicht. Warum mach ich bei so was mit? Wenn alles klappt gehen wir nächsten Freitag nach Rosslau.
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