Die verbotene Wahrheit

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Chronik der Verbrechen 2000

Geschrieben von INews am 17.07.2007 um 04:25
in Naher Osten. 0 Kommentare. Link.

Frauenhandel nach Israel (Mai 2000)

Frauen der ehemaligen Sowjetunion werden nach Israel in die Sexindustrie gelockt und sind dort Opfer von Menschenrechtsverletzungen.... Auf diesem Wege landen jährlich Hunderte von Frauen und Mädchen der ehemaligen Sowjetunion in der Sexindustrie Israels und werden dabei sehr oft Opfer von Menschenrechtsverletzungen. Die Frauen werden durch falsche Versprechungen, z.B. einen sehr gut bezahlten Job, nach Israel gelockt oder werden manchmal sogar auch gekidnappt und kommen nach ihrer Ankunft meist direkt in Bordelle. Von ihren Schleppern und Zuhältern werden sie regelrecht bedroht, eingesperrt,
geschlagen und vergewaltigt. Unter israelischem Gesetz gelten sie als illegale Einwanderer. Damit sind sie völlig machtlos gegen weitere Menschenrechtsverletzungen. ... In Israel werden die Frauen oft richtiggehend gekauft und bei „Auktionen" wieder verkauft. Sie werden gezwungen lange Zeit in der Sexbranche als Prostituierte zu arbeiten, da sie weiterhin große Schulden, z.B. für ihr Flugticket, bei ihren „Besitzern" haben. Diese halten die Frauen meist unter menschenunwürdigen Zuständen in Bordellen oder Apartments fest, wo sie ohne Begleitung nie das Haus verlassen, oft sogar gar nicht nach draußen dürfen. Viele erkranken schnell entweder an Geschlechtskrankheiten oder auch an Tuberkulose. Es gibt viele Berichte darüber, dass Frauen gezwungen wurden, mit mehreren Männern am Tag Geschlechtsverkehr zu haben. Ihnen wurde mit Vergewaltigung und anderem sexuellen Missbrauch gedroht, falls sie sich weigerten mit Kunden zu schlafen. In vielen Fällen wurden den Frauen auch der Pass abgenommen um sie dadurch am Weggehen zu hindern. Im April und Mai 1999 besuchte eine Delegation von amnesty international unter anderem das Neve Tirza Gefängnis, in dem viele Frauen aus der ehemaligen Sowjetunion im Zusammenhang mit Prostitution einsitzen und auf ihre Abschiebung warten. Bei Polizeirazzien in Bordellen werden viele der Frauen inhaftiert und warten in der Haft auf ihre Abschiebung. ..... So sieht das israelische Gesetz z.Zt. Sklaverei, das Kaufen und Verkaufen von Menschen noch nicht als Straftat.
Unter diesen Frauen war auch Anna, eine 31-jährige Physiklehrerin aus St. Petersburg. Sie kam im Oktober 1998 mit einem Touristenvisum nach Israel. Sie wurde unter dem Versprechen gelockt einen Job zu bekommen, bei dem sie US$ 1,000 pro Monat verdienen würde, was ein 20fach höherer Verdienst als ihr Job in Russland gewesen wäre. Der Israeli, der ihr den Job angeboten hatte, machte ihr zwar klar, dass sie in der Sexindustrie arbeiten würde, versprach aber gute Arbeitsbedingungen. Nach ihrer Ankunft wurde ihr der Pass abgenommen und sie wurde in ein Apartment mit sechs anderen Frauen von Ländern der ehemaligen Sowjetunion, geschlossen. Sie wurde bei „Auktionen" zweimal „angeboten". Beim zweiten Mal wurde sie dann für US$ 10,000 verkauft und nach Haifa gebracht. Die Wohnung, wo sie mit zwei weiteren Frauen war, hatte Gitter an den Fenstern und die Frauen durften die Wohnung nur selten verlassen. Im März 1999 wurde sie bei einer Razzia der Polizei verhaftet. Vor Gericht sagte die Polizei aus, dass Anna eine Aussage unterschrieben hätte, bei der sie die Beteiligung an Prostitution zugegeben hätte. Dieses Dokument war in Hebräisch geschrieben und Anna hatte keinen Übersetzer. Sie erfuhr später, dass sie wegen Betreiben eines Bordells angeklagt war. Sie wurde für beinahe einen Monat im Haftzentrum Kishon gehalten und wartete auf ihre Abschiebung. Während dieser Zeit war es ihr nicht erlaubt mit dem russischen Konsulat zu sprechen. Der Grund für ihre Inhaftierung war angeblich, dass die Behörden Anna als Zeugin gegen ihren Zuhälter auftreten lassen wollten, doch Anna wurde von den Behörden nie gefragt, ob sie als Zeugin gegen ihn auftreten wolle.
(Quelle Amnesty International, aus: AI Index: MDE 15/17/00)

Scharon geht über das Gelände der Al-Aqsa Moschee (28.9.2000)

Der für seine Verantwortung bei den Massakern in Sabra und Schatilla bekannte Ex-General und Oppositionsführer Ariel Scharon geht mit einem unglaublichen Polizeiaufgebot provokativ über das Gelände der Al-Aqsa Moschee, um nach eigenen Bekunden den Juden in aller Welt zu beweisen, dass jeder Jude seinen Fuß auf jedes Stück Land in Israel setzen könne, wozu er offensichtlich auch die gemäß UNO als besetzte Gebiete deklarierten gebiete zählt. Sein Auftritt führt zu blutigen Auseinandersetzungen am gleichen Tag wobei zionistische Soldaten mindestens 65 Palästinenser erschießen (Muslime und Christen) und über 1000 verletzen. Im Anschluss beginnt der größte Widerstand gegen die Besatzungsmacht, die größte Intifada seit bestehen Israels.

Israelische Soldaten erschießen vor laufenden Kameras Muhammad Al-Durra (30.9.2000)

Am 30. September 2000, um die Mittagszeit, durchschlug ein israelisches Geschoss das Herz des Jungen Muhammd Al-Durra (siehe Bilder). Eine andere Kugel hatte ihn zuvor ins Bein getroffen. "Ich halte durch", hatte er hervorgepresst und sich noch enger an seinen Vater geklammert, wie Dschamal al-Durra später berichtete. Er selbst hat dann den etwa hundert Meter entfernten israelischen Posten auf Hebräisch zugeschrien: "Halt, hört auf, ihr tötet meinen Sohn." Doch als Antwort hat ihn eine Kugel in den erhobenen Arm getroffen. Verzweifelt hat er versucht, über sein Handy Hilfe herbeizutelefonieren. Dann ist sein Sohn plötzlich zusammengesackt. "Der Junge ist tot", rief er, bevor er, von mehreren Schüssen getroffen, selbst zusammenbrach. Zwei palästinensische Helfer vom Roten Halbmond, die Vater und Sohn zu Hilfe kommen wollten, wurden ebenfalls von israelischen Soldaten beschossen, einer von ihnen wurde von den Zionisten ermordet. Mehr als 40 Minuten dauerte das blutige Drama an der berüchtigten Kreuzung bei Nezarim, berichtet der France-2-Kameramann, der Mohammeds Tod filmte. Die erschütternden Fernsehbilder sind weltweit eine deutliche Anklage gegen das kaltblütige Vorgehen der israelischen Besatzungstruppen. Erst nach Tagen und unter massivem öffentlichen Druck gab die Armee zu, dass der tödliche Schuss "höchstwahrscheinlich von uns stammt". Doch keiner der Soldaten, die aus dem festungsähnlichen Posten durch Schlitze feuerten, wollte sich daran erinnern, Vater und Sohn zusammengekauert hinter einer leeren Öltonne gesehen zu haben. Und keiner der Mörder wurde zur Verantwortung gezogen. Die beiden Opfer seien wohl ins Kreuzfeuer zwischen ihnen und palästinensischen Schützen geraten, erklärten die Israelis. Doch die Ärzte, die Vater Dschamal im Krankenhaus behandelten, entfernten acht Kugeln aus seinem Körper. Wenig wahrscheinlich, dass alle Irrläufer waren. Sogar der israelische Armeesprecher Jarden Watikei musste einräumen, dass die Anzahl auf gezielte Schüsse hinweise. Die Fernsehbilder des Dramas lenkten weltweit den Blick der Öffentlichkeit auf das brutale Vorgehen der israelischen Besatzungstruppen, selbst im UN-Sicherheitsrat wurde der Tod des Jungen zur Sprache gebracht. Der Junge ist nun ein Märtyrer des Befreiungskampfs. Allerdings erinnert an der Netzarim-Kreuzung nichts mehr an seine Ermordung. Die Zionisten rissen die Mauer ab, damit es nicht zum Wallfahrtsort werden konnte.

Nahost - Zwölfjähriger starb im Kugelhagel der Israelis - Armee übernimmt Verantwortung und verteidigt sich: Palästinenser schicken Kinder vor. Albright plant Gipfel

Der Tagesspiegel 4.10.2000 

Die israelische Armee hat zugegeben, am Samstag einen zwölfjährigen Palästinenser-Jungen im Gaza-Streifen erschossen zu haben. Sein Tod, der von einem französischen Kamerateam aufgezeichnet wurde, hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Die Bilder zeigten minutenlang das in Todesangst schreiende Kind, bis es - tödlich getroffen - verstummte. Der General Giora Eiland sagte am Dienstag im israelischen Rundfunk, die Analyse der Video-Aufzeichnung habe ergeben, dass das Kind durch Schüsse israelischer Soldaten aus einem geschlossenen Stützpunkt an der Nezarim-Kreuzung getötet wurde. "Dies ist ein schlimmer Zwischenfall, den wir alle bedauern", sagte Eiland.

Der Stützpunkt sei während der blutigen Unruhen von Demonstranten umzingelt und mit Steinen, Brandsätzen und Handgranaten beworfen worden. Der Junge, der nach Angaben der Armee in der Vergangenheit an Ausschreitungen beteiligt war, sei ins Kreuzfeuer geraten. Sein Vater habe die Gefahr erkannt und versucht, ihn zurückzuholen. Die Soldaten, die durch Scharten schossen, hätten nicht erkannt, dass hinter einem Fass in der Schusslinie Vater und Sohn kauerten. Eiland warf den Palästinensern vor, zynisch Kinder im Kampf gegen Israel einzusetzen.

Wenige Stunden nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen der israelischen Armee und der palästinensischen Autonomiebehörde wurden unterdessen am Dienstag neue Zusammenstöße aus dem Westjordanland gemeldet. Im Gaza-Streifen, wo Israel auch Kampfhubschrauber einsetzte, wurden zwei Palästinenser getötet. In Hebron warfen jugendliche Palästinenser Steine auf israelische Soldaten, die mit Gummimantel-Geschossen auf die Demonstranten feuerten. Dabei wurden fünf Menschen verletzt.

Auch aus anderen Zentren im Westjordanland aus dem überwiegend arabisch besiedelten Teil Nord-Israels wurden einzelne Zwischenfälle gemeldet. So beschossen Unbekannte bei Ramallah einen israelischen Jeep.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak sagte am Morgen, er hoffe, dass die Waffenruhe eingehalten werde. Es bestehe eine gute Chance für ein "Ende dieses schmerzlichen Kapitels". Israel hat in der Vereinbarung zugesagt, seine Soldaten aus den Brennpunkten der jüngsten Unruhen zurückzuziehen, wenn die Palästinenser dort künftig Ausschreitungen verhindern.

Bei den blutigen Unruhen sind nach palästinensischen Angaben seit vergangenem Freitag mindestens 45 Araber getötet worden. Mehr als 1400 Menschen wurden verletzt. Auf israelischer Seite kamen drei Soldaten und ein Zivilist ums Leben.

US-Außenministerin Madeleine Albright will sich in direkten Gesprächen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Barak und Palästinenser-Präsident Jassir Arafat um ein Ende der Gewalt im Nahen Osten bemühen. Sie erklärte am Dienstag in Paris, sie werde am Mittwoch in der französischen Hauptstadt mit den beiden Politikern zunächst zu getrennten Gesprächen zusammentreffen. Ziel sei es, einen Weg zur Beendigung der Gewalt zu finden. Es müsse sichergestellt werden, dass sich solch eine Eskalation nicht wiederhole. Die seit Donnerstag anhaltenden Unruhen sind die schwersten Auseinandersetzungen in den Palästinenser-Gebieten seit 1996.

Baraks Büro wies in einer Erklärung darauf hin, dass das Treffen in Paris auf Initiative der USA zu Stande gekommen sei. Albright hält sich gegenwärtig in Paris zu Gesprächen mit der französischen Regierung auf, die der krisenhaften Situation in Nahost und in Jugoslawien galten. Zuvor hatte bereits US-Präsident Bill Clinton die Hoffnung auf ein Ende der Gewalt geäußert. Er sagte in Washington, er denke, dass die Lage im Nahen Osten sich bereits am Dienstag bessere.

UN-Sicherheitsrat verurteilt israelische Gewalt gegen Palästinenser (7.10.2000)

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) hat in der Nacht zum Sonntag die Gewaltanwendung gegen die Palästinenser verurteilt und damit indirekt das Vorgehen Israels gerügt. Die USA enthielten sich der Stimme, die übrigen 14 Ratsmitglieder am Sitz der UNO in New York stimmten für die Resolution. Darin ist von einer "exzessiven Anwendung von Gewalt" die Rede, deren Ergebnis Tote und Verletzte seien. In der Resolution ist mit Blick auf Scharons Eindringen auf das Al-Aqsa Gelände von einer Provokation die Rede, die der Sicherheitsrat bedauere. Zugleich wird Israel als Besatzungsmacht in Teilen des Westjordanlandes und im Gazastreifen aufgefordert, die Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten minutiös zu befolgen. Dass Israel in dem Text indes nicht direkt im Zusammenhang mit der Gewaltanwendung genannt wird, gilt als Zugeständnis an die USA, den traditionellen Verbündeten Israels. Die Vereinigten Staaten hätten mit einem Veto eine schärfer formulierte Resolution zu Fall bringen können, hieß es in den Nachrichtenmeldungen.
Der jüngste UNO-Bericht der Menschrechtsbeauftragten der Weltorganisation, Mary Robinson, über die Lage in Palästina gebraucht deutliche Worte. Auf 20-Seiten wird das Vorgehen der israelischen Armee (IDF) in den besetzten Gebieten scharf verurteilt und die israelische Regierung wird aufgefordert, internationale Beobachter in die Westbank und nach Gaza zu lassen und ihre Militäraktionen einzuschränken. Gegen die Idee, internationale Beobachter zur Kontrolle der Anwendung übermäßiger Gewalt durch die israelische Armee in den umkämpften Gebieten zuzulassen, hatte sich Israel mit Unterstützung Washingtons bisher stets erfolgreich gewehrt.
Der Robinson-Bericht wirft der israelischen Armee u.a. vor, zunehmend mit scharfer Munition in die demonstrierenden palästinensischen Menschenmassen zu schießen und mit Panzergranaten und Raketen auf zivile Ziele zu feuern. Wörtlich heißt es in dem Bericht: "Die Menschenrechtssituation in den besetzten Gebieten ist erschreckend. Die zivile Bevölkerung fühlt sich von einer viel stärkeren Macht besetzt, die bereit ist, ihre weit überlegene Feuerkraft gegen Demonstrationen und Steine werfende Jugendliche einzusetzen." Deshalb - so der Bericht - hat "ein breites Spektrum von Beobachtern, einschließlich von offiziellen Vertretern der Vereinten Nationen" das militärische Vorgehen Israels gegen die Palästinenserunruhen in den letzten Wochen als "exzessiv und unangemessen" verurteilen.
In dem Bericht werden hauptsächlich die Ergebnisse des Besuchs von Mary Robinson vom 8.-16. November in der Region verarbeitet. Wegen des zunehmend brutalen Vorgehens der IDF gerade in den letzten Wochen dürfte der Robinson-Bericht jedoch noch vergleichsweise harmlos ausgefallen sein. Trotzdem zitierte gestern die Washington Post den Sprecher der israelischen Botschaft in Washington, der den Robinson-Bericht als "einseitigen Versuch" verurteilte, "Israel für die Gewalttätigkeiten in den letzten Wochen verantwortlich zu machen und die Palästinenser aus der Verantwortung zu entlassen." ("U.N. Report Assails Israel's W. Bank Tactics", By Colum Lynch, The Washington Post November 28, 2000; Page A24)
Der Robinson-Bericht versucht auch auf die dem jüngsten Konflikt zugrunde liegenden Motive einzugehen und kommt dabei zu dem Schluß, daß die Ursache für die anhaltenden palästinensischen Unruhen weniger im provokativen Besuch Sharons auf dem islamischen Heiligtum, dem Tempelberg in Jerusalem, zu finden sind, als vielmehr in der "Vielzahl der alltäglichen Erniedrigungen" durch Israel, die die Palästinenser über sich ergehen lassen müssen.
Seit dem Ausbruch der Unruhen am 28. September sind über 280 Menschen getötet und an die 9.000 zum Teil schwer verwundet worden, fast ausschließlich Palästinenser. Der Bericht hält auch fest, dass sich außerordentlich viele Kinder unter den erschossenen Palästinensern befinden: 28% der Toten sind Kinder unter 16 Jahren. In einem Interview mit der israelischen Tageszeitung Ha'aretz hatte letzte Woche ein Scharfschütze der IDF erklärt, dass sie von ihren Vorgesetzten grünes Licht haben, Kinder zu erschießen, die älter als 12 Jahre sind.
Mary Robinson gab ihrer besonderen Sorge über jüngste Meldungen Ausdruck, wonach israelische Soldaten mit Waffengewalt "Rettungswagen davon abhalten, verwundete Palästinenser zu versorgen". Bei der Vorstellung ihrer Berichts erklärte Frau Robinson, dass sie während ihres Besuchs im Gazastreifen selbst Zeuge davon geworden ist, wie israelische Soldaten zwei Rettungswagen daran gehindert hätten, den Verwundeten Nothilfe zu bringen. Erst vor wenigen Tagen gab es Berichte, dass israelische Soldaten eine Ambulanz mit schwer verwundeten Palästinensern so lange aufgehalten haben, bis diese zu Tode geblutet waren. Der soeben erschienene Bericht der "Ärzte für Menschenrechte", einer amerikanischen Ärztegruppe, die vor Ort versucht den Verwundeten zu helfen, bestätigt dieses Vorgehen, das auch von Teilen der israelischen Presse verurteilt wird.
Die israelische Tageszeitung Haaretz Daily ging später ausführlich auf den Bericht der Ärzte ein, der u.a. der israelischen Armee eine absichtlich Verzögerungen bei der Evakuierung verwundeter Palästinenser vorwirft, so dass die anschließende Behandlung der Verwundung im Hospital zusätzlich erschwert wird. Außerdem würden israelische Soldaten immer wieder sowohl verwundete Palästinenser als auch die Sanitäter, die sie bergen wollten, unter Feuer nehmen. ("Physicians report slams police abuse of Israeli Arab protesters", Haaretz Daily, By Haim Shadmi, 29.11.00)

US-Ärzte beschuldigen Israel der exzessiven Gewaltanwendung (4.11.2000)

Die amerikanische Tageszeitung "The Boston Globe" zitierte aus einem Bericht einer Gruppe amerikanischer Ärzte (Physicians for Human Rights), die in den von Israel besetzten Gebieten die exzessive Gewaltanwendung der Armee unter die Lupe genommen hat.
Nach den systematischen Untersuchungen der Schusswunden der jungen Palästinenser kamen die Ärzte zu dem Schluss, dass israelische Soldaten absichtlich auf die Köpfe und Beine der demonstrierenden Jugendlichen zielten, auch in Situationen, die für die Soldaten nicht lebensbedrohlich sind. Auf diese Tatsache hatte kürzlich bereits Amnesty International hingewiesen und in diesem Zusammenhang unterstrichen, dass es sich dabei um Verstöße gegen die Genfer Konvention handelte, wodurch u. U. der Tatbestand von Kriegsverbrechen erfüllt würde.
´´Das Muster der Verwundungen deutet darauf hin, dass die israelischen Soldaten nicht auf bewaffnete Menschen schießen", erklärte Dr. Robert Kirschner von der University of Chicago Medical School, denn überall auf der Welt würden die Sicherheitskräfte so ausgebildet, dass sie auf die Brust eines Angreifers zielen. Schließlich sei der Körper das größte Ziel und in einer Gefahrensituation besser zu treffen. "Die Tatsache, dass vielen Palästinensern in den Kopf oder die Beine geschossen wurde, deutet jedoch darauf hin, dass die Soldaten genügend Zeit hatten, genau zu zielen und sie sich somit nicht in einer Situation befanden, in der ihr eigenes Leben bedroht gewesen wäre." ("Doctors say Israeli gunfire was excessive", by Dan Ephron, Globe Correspondent, 11/4/2000)
In der Zwischenzeit sterben jeden Tag mehr palästinensische Kinder. Dabei müssen die Kinder nicht einmal Steine geworfen haben, um erschossen zu werden. In einem langen Artikel der britischen Sunday Times (S.T) wird die Erschießung von zwei palästinensischen Kindern und einem Jugendlichen in dem kleinen Dorf Hizma unweit von Jerusalem untersucht. ("Israelis shoot boys in cold blood", Sunday Times, by Marie Colvin, 5.11.00): "Der Tathergang straft alle jene Lügen, die behaupten, dass israelische Soldaten nur schießen, wenn ihr eigenes Leben in Gefahr ist", schreibt die S.T. und betont, dass das Dörfchen Hizma immer noch unter israelischer Kontrolle ist, und dass es dort "keine palästinensische Gunmen (Gewehrschützen)" gibt. Trotzdem haben israelische Soldaten dort innerhalb von zwei Wochen drei palästinensische Teenager erschossen, "davon zwei in kaltblütiger Absicht". Stunden nachdem die Jugendlichen in Hizma aufgehört hatten, Steine auf eine israelische Patrouille zu werfen, wurden sie urplötzlich von israelischen Soldaten aus dem Hinterhalt beschossen. Ein Jugendlicher wurde am Bein verwundet, der19-jährige Mahmoud Sayeed und der 15-jährige Rami Amtaweh waren nicht mehr zu retten. Sie waren kaltblütig ermordet worden.

Israelische Kampfflugzeuge verletzen Libanesischen Luftraum (22.11.2000)

Israelische Kampfflugzeuge haben am Mittwochabend den libanesischen Luftraum verletzt und die Hauptstadt Beirut überflogen. Das gaben libanesische Sicherheitskreise am Abend bekannt. Die nicht genannte Zahl von Flugzeuge hätten vor allem die südlichen Vororte überflogen, wo die Führer der islamischen Hizbollah-Widerstandstruppen ihre Hauptquartiere haben.  Nach UN-Angaben hat Israel im Oktober 123 Mal den libanesischen Luftraum verletzt.

UN-Vollversammlung verurteilt Israels Vorgehen in Jerusalem-Frage (1.12.2000)

145 UN-Mitgliedsstaaten stimmten zu

dpa NEW YORK. Die UN-Vollversammlung hat Israels Vorgehen in der Jerusalem-Frage am Freitag mit überwältigender Mehrheit verurteilt. In einer Resolution, der 145 UN-Mitgliedsstaaten zustimmten, wird Israels Durchsetzen "seiner Gesetze, Rechtsprechung und Verwaltung" in Jerusalem als "illegal und deshalb null und nichtig und ohne Gültigkeit" genannt.
Die einzige Stimme gegen die Resolution wurde von Israel selbst eingebracht. Die USA und weitere vier Länder, Nauru, Mikronesien, die Marschall Inseln und Angola, enthielten sich bei der Verabschiedung der Resolution der Stimme. Die Resolutionen der UN-Vollversammlung sind anders als die des Weltsicherheitsrates nicht bindend.
aus dem HANDELSBLATT, Freitag, 01. Dezember 2000

http://www.muslim-markt.de/Palaestina-Spezial/geschichtechronik/chronik_der_verbrechen.htm

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