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Stellt Scharon als Kriegsverbrecher vor Gericht

Geschrieben von INews am 22.09.2007 um 00:02
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Stellt Scharon als Kriegsverbrecher vor Gericht - fordern israelische Frauen

von Robert FiskThe Independent / ZNet 24.09.2002

ZNet > Naher Osten > Neun israelische Frauen-Friedensgruppen haben den palästinensischen Überlebenden der Sabra- u. Schatila-Flüchtlingslagermassaker von 1982 einen erstaunlichen Brief geschrieben. In diesem Brief teilen sie den in Beirut lebenden Palästinensern mit, dass sie deren Bemühen um eine Anklage gegen den israelischen Premier Ariel Scharon bzgl. der vor fast genau 20 Jahren an den Palästinensern verübten “Kriegsverbrechen” unterstützen wollen. Der Brief der Frauen - er traf via USA (in Beirut) ein -, überraschte den libanesischen Anwalt der Massaker-Überlebenden doch sehr (ein Massaker, für das Scharon von einer israelischen Ermittlungskommission für ‘persönlich verantwortlich’ befunden wurde): “Was für eine wunderbare Geste”, so Chibli Mallat gestern, “es ist wirklich eine wundervolle Botschaft, die wir da in diesen Tagen voller Gefahr und Gewalt erhalten”.

Der Brief der ‘Coalition of Women for A Just Peace in Israel’ (Frauen-Koalition für einen gerechten Frieden in Israel) findet ergreifende Worte für das Leid der Palästinenser damals im Jahr 1982: “Unser Herz schmerzt, wenn wir an jenes schreckliche Massaker zurückdenken, das vor 20 Jahren in den Flüchtlingslagern von Sabra und Schatila stattfand - und das israelische Führer ermöglicht haben”. Und weiter: “Wir verurteilen die brutalen Mörder Eurer Lieben und wir verurteilen die Führer, sie gehören für diese Kriegsverbrechen zur Verantwortung gezogen - allen voran Ariel Scharon”. Anfang des Jahres hatte ein belgisches Gericht zwar entschieden, es könne Scharon wegen der Toten nicht den Prozess machen, aber mehr als 20 Massaker-Überlebende - vertreten u.a. durch Anwalt Mallat - sind momentan dabei, diese Entscheidung anzufechten. Bei dem Massaker damals waren bis zu 1700 Palästinenser von libanesischen Milizionären abgeschlachtet worden - also von den Verbündeten Israels. Israelische Streitkräfte hatten die Lager während des Gemetzels umstellt, wurden jedoch durch ihre Kommandeure angewiesen, sich nicht einzumischen. Zu jenem Zeitpunkt war Scharon israelischer Verteidigungsminister. Er wurde zum Rücktritt gezwungen, nachdem die israelische ‘Kahan-Kommission’ ihn u. weitere hohe israelische Offiziere verurteilt hatte, weil sie das Gemetzel nicht verhindert hatten. Aber in dem Brief der israelischen Frauen wird auch daran erinnert, wie die Palästinenser 1948 aus ihren Häusern vertrieben wurden. “Wir teilen Ihre Trauer um diejenigen, die (1982) getötet oder verstümmelt wurden und wir verurteilen die Verantwortlichen”, so der Brief. “Wir hoffen, Sie glauben uns, dass unsere Worte ehrlich gemeint sind und erlauben uns, Ihnen solidarisch zur Seite zu steh’n. Denn wir wollen darum kämpfen, einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina herbeizuführen”. Mohamed abu Rudeina musste als 7jähriger mitanseh’n, wie sein Vater u. weitere Verwandte abgeschlachtet wurden. Für ihn ist der Brief der Frauen ein “bewegender Akt”. Sicher werde dieser Brief auch den übrigen palästinensischen Überlebenden viel Mut einflößen in ihrem Kampf um Gerechtigkeit für die getöteten Angehörigen. Dass Scharons Name (in dem Brief) so dezidiert fällt, dürfte dem israelischen Premier sicherlich einiges Unbehagen bereiten. Vor dem Brüsseler Gericht ließ er sich durch Anwälte vertreten. Von israelischer Seite hatte es in letzter Zeit überhaupt keinen Anlauf zu einer Anklage gegen ihn gegeben. Der Anwalt Mallat sagt, dieser Brief sei die erste Solidaritätsbekundung von israelischer Seite gegenüber den Lager-Überlebenden, seit vor 20 Jahren der Israeli Emile Grunzweig durch eine Handgranate getötet wurde, die man mitten in eine Demonstrantenmenge in Tel Aviv geworfen hatte. “Wir betrachten Herrn Grunzweig als einen Israeli, der für Sabra und Schatila starb”, so Mallat. “Aber jetzt scheint es so, als bekämen wir von israelischer Seite endlich (geballte) Unterstützung in Bezug auf diese schrecklichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die vor zwei Dekaden in Beirut verübt wurden”.

[ Übersetzt von: Andrea Noll | Orginalartikel: "Prosecute Sharon For War Crimes, Israeli Women Say" ]
Hier der Link zur Originalseite:  http://www.zmag.de/artikel.php?id=278

Quelle: http://www.denkfabrik-info.de/23001/54547.html

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