Wenn eine Frau, nein, eine Dame abends in ihrem Schaukelstuhl sitz und über ihre welkenden Erinnerungen sinniert, ihr langsam wieder warm ums alternde Herz wird, sie Erlebtes wieder fühlt, nicht mehr einsam ist und revue passieren lässt, was sie so sehr geliebt im und am Leben, dann ist sie bereit. Bereit für ihren letzten Tanz. Ihr letztes Pistazieneis. Ihr letztes Erinnerungsfoto, ihren letzten Kuss durch die Familienwangen, die letzte Träne, das letzte Lachen und den letzten koketten Blick für einen schönen Burschen.
Wenn dann der gesellige Mann mit dem schwarzen Mantel und einer Blume in der Hand in ihr Zimmer schwebt, sie ihm einen selbstgebacktem Keks anbietet, er ihr eine Zigarette im Tausch gibt, ihre Hand nimmt, sie galant hinausbegleitet und ihr zeigt, was sie nun alles erleben und fühlen kann,
ja dann
dann schwebt nurnoch der Traum einer alten Dame in unserer Sphäre, und berührt uns und unsere Träume, unsere Wünsche und unsere Hoffnungen.

Geschrieben 2oo6 |
• 24.02.2010 - Unbenannter Kommentar