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Hana-bi / Fireworks
{ 22:30, 18.09.2009 }
{ Geschrieben in TV und Film }
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Ein ganz merkwürdiger, beachtilicher Film lief gestern nacht auf arte: 花火 Hana-bi. Written, directed, starring Takeshi Kitano - auch selten, dass alle drei kreativen Tätigkeiten sich bei einem Film nicht im Wege stehen, sondern zusammenspielen. Jedenfalls gelingt es i. A. amerikanischen Regisseuren bzw. Schauspielern seltener. Und in unseren Landen fühlen sich eindimensionale Schauspieler des öfteren berufen, Ihre Hobbies öffentlich vorzuführen und zum drittklassigen Rocker zu mutieren. Können sie sich nicht einfach wie jeder andere Gutverdienende über 50 eine schwere Maschine zulegen, durch die Landschaft choppern und damit hat sich's? Kitano. Ein vielseitiger Künstler, Schauspieler, Regisseur und Video Game Designer mit offensichtlich hochexpressiver Gabe zur genialen Dramaturgie und fein ziselierten Beobachtung - was ich über einen international bekannten Meister nur deshalb so äußere, weil ich ihn gerade für mich persönlich entdeckt habe. So klingt es, als ob ich beim Anblick eines Dürers ausrufen würde: "Nicht schlecht! Der hat aber doch einiges Zeichentalent! Guter Grafiker."
Hier die Yakuza, dort seine sanfte Frau Miyuki; so kontrastreich wie eine Blutspur auf Kirschblütenblättern. Die Goldene Palme von Venedig 1997 hat Kitano für diesen gelungenen Film bekommen - hm, also eine ganz offensichtliche Bildungslücke meinerseits! KITANO, das ist doch kein schwieriger Name. Den werde ich mich noch merken können ... wie Kiwano, ganz einfach wie Kiwano. Von welchem Regisseur ist eigentlich "Die Steuerfahnderin"? Google weiß es: Juzo Itami. Hm, er hat sich umgebracht, im Jahr 1997. Er besetzte seine Hauptrollen gern mit seiner Frau Nobuko Miyamoto und die Presse sagte im ein Verhältnis mit einer anderen Frau, auch einer Schauspielerin, nach. Nach etlichen, ignorierten Unschuldsbeteuerungen brachte er sich um - oder hatten Yakuza die Hand im Spiel? Die Musik von Joe Hisaishi in Hana-bi ist bemerkenswert. Musikalische Untermalung à la Hollywood - nicht ganz so zuckergussdick aufgetragen wie in Polanskis Chinatown - und mit klassisch amerikanisch-verbindlichen Schmelz komponiert, umhüllt sie weit und zärtlich die intensiven, stillen Szenen zwischen dem bei anderen Gelegenheiten so entschieden gewalttätigen Ex-Cop und seiner todkranken Frau. Solo ist das Musikstück vielleicht etwas zu weich und gefühlig, aber dem Film bekommt es großartig.
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