14.08.2009 - Städtebauinstitut: Einbruch der Neubautätigkeit macht sich bemerkbar

Folge 12/2009
Berlin, 30. Juli 2009
Erstmals seit 2001 leichter Rückgang der Baulandpreise
Städtebauinstitut: Einbruch der Neubautätigkeit macht sich bemerkbar
Im vergangenen Jahr sind die Baulandpreise in Deutschland erstmals seit 2001 wieder leicht um 1,5 Prozent gesunken, was auf den drastischen Einbruch des Wohnungsneubaus zurückzuführen ist. Im Bundesdurchschnitt mussten 2008 130 Euro pro Quadratmeter baureifen Landes gezahlt werden; 10 Jahre zuvor waren es nur 71 Euro gewesen. Verantwortlich für den Rückgang war die Preisentwicklung in Westdeutschland: Hier mussten 2008 durchschnittlich 157 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden; das bedeutete gegenüber 2007 ein Minus von 3,6 Prozent. In Ostdeutschland stagnieren die Baulandpreise dagegen schon seit Jahren zwischen 45 und 50 Euro. Auf diese bemerkenswerte Entwicklung hat heute das ifs Städtebauinstitut in Berlin hingewiesen.
Dr. Stefan Jokl, Leiter des Instituts: „In den Angaben für Ostdeutschland ist Berlin mit einem
Quadratmeter-Preis von 276 Euro nicht berücksichtigt, da der Stadtstaat im Jahr 2008 relativ
hohe Fallzahlen aufweist, die zu einer erheblichen „Schieflage“ für Ostdeutschland führen.
Rechnet man Berlin in die ostdeutschen Daten mit ein, ergäbe sich für 2008 ein sprunghafter
Anstieg der Durchschnittspreise pro Quadratmeter von 47 Euro auf 76 Euro (+ 61,7 Prozent).
Ausschlaggebend für den Preisrückgang 2008 waren nach Angaben des Instituts vor allem die Länder Baden-Württemberg und Bayern, in denen Rückgänge um 6 Prozent bzw. 11 Prozent auf absolut 175 Euro bzw. 227 Euro zu verzeichnen waren. Dabei müsse man aber berücksichtigen, dass diese beiden Bundesländer — neben den Stadtstaaten — ein Preisniveau weit oberhalb der anderen Bundesländer aufwiesen.
Lasse man die Stadtstaaten außen vor, seien die teuersten Grundstücke, nach Bayern und Baden-Württemberg, in Nordrhein-Westfalen mit 143 Euro (-0,7 Prozent), Hessen mit 127 Euro (-3,8 Prozent) und Schleswig-Holstein mit 111 Euro (+ 1,8 Prozent) zu finden. Am Ende dieser Skala lägen die ostdeutschen Bundesländer Brandenburg mit 50 Euro (-7,4 Prozent), Thüringen mit 32 Euro (-5,9 Prozent) und Sachsen-Anhalt mit 29 Euro (-9,3 Prozent).
Jokl: „Wegen der erheblich größeren Flächenreserven und der Bevölkerungsabwanderungen in den neuen Bundesländern dürfte der Abstand bei den Grundstückspreisen von über 100 Euro pro Quadratmeter zwischen Ost und West noch auf einige Jahre hinaus bestehen bleiben.“
Zwischen den einzelnen Bundesländern sei die Entwicklung 2008 uneinheitlich verlaufen:
Während sechs Bundesländer steigende Grundstückspreise gemeldet hätten, verzeichneten sieben Bundesländer sinkende und drei Bundesländer stagnierende Preise.
Parallel zum rückläufigen Wohnungsneubau habe sich auch die Zahl der Verkaufsfälle von baureifem Land halbiert: Seien vor 10 Jahren noch über 124.000 Kauffälle zu registrieren gewesen, sei die Zahl 2008 auf weniger als 53.000 (-57,4 Prozent) zurückgegangen. Auch der Kaufwert der Grundstücksflächen insgesamt sei mit 5,3 Mrd. Euro im Jahr 2008 wesentlich geringer als der damalige Wert mit 6,7 Mrd. Euro.

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17.09.2009 - Staatsanwaltschaft untersucht kriminelle Machenschaften bei der LBBW Immobiliensparte ... wer sind die Nutznießer vom Baugebiet Kleingemünd?
Geschrieben von Anonymous
Handelsblatt.com
LBBW steht vor einer Rosskur
Donnerstag 17. September 2009, 08:40 Uhr


Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) stellt in Erwartung der strengen Auflagen aus Brüssel ihren kompletten Beteiligungsbesitz auf den Prüfstand. Aus Finanzkreisen heißt es, dass auch die Anteilspakete an der Berliner Quirin Bank und dem Düsseldorfer Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt zur Disposition stehen. Für Unruhe sorgt zudem eine Immobilientochter.

FRANKFURT. "Die Fokussierung auf das Kerngeschäft wird zu tiefen Einschnitten im Beteiligungsbesitz und bei den Tochtergesellschaften führen", hieß es gestern im Eigentümerkreis des öffentlich-rechtlichen Instituts.

Die LBBW war im Zuge der Finanzkrise tief in die roten Zahlen gerutscht. Auslöser waren hohe Bestände an strukturierten Wertpapieren und die Übernahmen der Landesbanken in Sachsen und Rheinland-Pfalz. Die Eigentümer der Bank mussten daraufhin mit einer Kapitalspritze über fünf Mrd. Euro und einer Risikoabschirmung in Höhe von 12,7 Mrd. Euro einspringen.

Die Brüsseler Wettbewerbshüter haben die Hilfen vorerst gebilligt, jedoch erwarten sie einen Sanierungsplan für die Bank. Im Eigentümerkreis der LBBW wird damit gerechnet, dass neben den rund 20-prozentigen Beteiligungen an Quirin und Trinkaus auch das Immobilien- und Leasinggeschäft veräußert wird. Das Auslandsnetz wird ausgedünnt, wobei auch der Standort Luxemburg betroffen sein dürfte. Ein Sprecher der LBBW wollte zu den Informationen keine Stellungnahme abgeben.

Die Zahl der Beschäftigten wird im Konzern durch die Verkäufe und ein bereits bekanntes Programm zum Abbau von 800 Jobs nach Ansicht von Beobachtern um mindestens 2000 Mitarbeiter sinken. Die Bilanzsumme der LBBW schrumpft in den kommenden Jahren auf Drängen der EU-Kommission voraussichtlich um bis zu 40 Prozent. Dabei hoffen die Eigentümer, dass Brüssel die starke Verankerung der Bank im privaten Massenkundengeschäft honorieren wird.

Nach ähnlichem Muster hat die EU bereits der WestLB strenge Auflagen erteilt und einen neuen Mehrheitseigentümer bis Ende 2011 verordnet, auch die BayernLB und die HSH Nordbank müssen nach massiven Staatshilfen ihre Geschäftsmodelle neu ausrichten.

Vor den entscheidenden Sitzungen der Träger und des Verwaltungsrats Anfang Oktober rücken zudem die Probleme im Immobiliengeschäft der LBBW in den Fokus. "Die Schwierigkeiten bei der Tochter LBBW Immobilien sind offenbar größer als bisher angenommen", hieß es gestern im Eigentümerkreis des öffentlich-rechtlichen Instituts. Ein Sprecher der Bank bestätigte, dass es erneut eine Razzia gegeben habe. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ehemalige Führungskräfte der Immobilientochter wegen des Verdachts der Untreue. Auslöser für die Razzia ist ein interner Bericht der Konzernrevision, in dem Mängel in den Entscheidungsprozessen und der Risikoabsicherung gerügt worden waren. Auf Veranlassung des Vorstands sind vor kurzem auch die Wirtschaftsprüfer von KPMG mit einer Sonderprüfung beauftragt worden.

Die LBBW Immobilien kämpft vor allem in der Projektentwicklung mit Problemen, wobei Investitionen in München derzeit das größte Kopfzerbrechen bereiten. "Die wollten in München größer werden als die BayernLB und achteten dabei zu wenig auf die Wirtschaftlichkeit", sagte ein Insider. Ende Mai 2009 hatte die Immobilientochter noch stolz mitgeteilt, mit einem Investitionsvolumen von über einer Milliarde Euro zähle die LBBW Immobilien in München "mittlerweile zu den größten Investoren".

Die schonungslose Aufklärung der Vorgänge trägt die Handschrift des neuen Vorstandschefs Hans-Jörg Vetter, der vor seinem Wechsel nach Stuttgart bereits das Immobilienportfolio der Landesbank Berlin (Xetra: 802322 - Nachrichten) bereinigt hatte. Vetter sei "zielführend unterwegs", hieß es in Verwaltungsratskreisen. Die Ermittlungen bei der LBBW Immobilien kommen allerdings insofern zeitlich ungünstig, als das Immobiliengeschäft sehr wahrscheinlich zum Verkauf gestellt wird, um die Vorgaben der EU-Kommission für die Beihilfegewährung zu erfüllen. Möglicherweise werde aber nur der gewerbliche Teil und die Projektfinanzierung veräußert, der Bestand von 48 000 Wohnungen bleibe dagegen vielleicht ausgeklammert.

Vor den Gremiensitzungen im Oktober wachsen die Spannungen unter den Eigentümern der Bank. Während die Stadt Stuttgart Schaden vom Finanzplatz fernhalten will, drängen die Sparkassen auf eine deutliche Verkleinerung der Bank. Die Kommune hält knapp 19 Prozent, der Sparkassenverband gut 40 Prozent der Anteile. Angesichts neuer Belastungen könnte auch Sparkassenpräsident Peter Schneider in seiner Funktion als LBBW-Verwaltungsratschef bei seinen Sparkassen vor Ort unter Druck geraten. "Der Klärungsbedarf nimmt zu", sagte ein Beobachter. Es werde nur unter großen Mühen möglich sein, die frühere Harmonie unter den Trägern auch zukünftig beizubehalten.

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Als ehemaliges langjähriges Mitglied des Stadtrates und nach wie vor interessierter Mitbürger ist es mir ein persönliches Anliegen, mit diesem Forum für alle Bürger/innen im Hinblick auf die von Stadtverwaltung und Stadtrat geplante Bebauung in Kleingemünd einen Meinungsplatz zur freien - hoffentlich sachlichen - Diskussion zu eröffnen. Mit freundlichen Grüßen Peter Kayser P.S. eine Bitte: Wenn Sie einen Kommentar einstellen, haben Sie die Freundlichkeit und fügen Sie Namen und Anschrift (bzw. E-mail-Adresse) hinzu. Danke! - Wollen Sie direkt ein Eintrag posten, senden Sie diesen bitte an meine Mail-Anschrift: [email protected] er wird unzensiert veröffentlicht, sofern Name und Anschrift bekannt.

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