24.09.2009 - LBBW in tiefroten Zahlen - und die Gewährsträger (Sparkassen - Kommunen????)

tuttgart (dpa) - Die größte deutsche Landesbank LBBW rechnet nach kurzem Aufwind im Frühjahr auch 2009 mit tiefroten Zahlen.

Im laufenden Geschäftsjahr werde ähnlich wie 2008 ein Verlust von rund zwei Milliarden Euro erwartet, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Donnerstag in Stuttgart aus Kreisen der Eigentümer der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Gründe dafür seien die Wirtschafts- und Finanzkrise sowie Ausfälle durch riskante Immobiliengeschäfte. LBBW-Vorstandschef Hans-Jörg Vetter habe den Vorsitzenden der Trägerversammlung, Baden- Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), bereits über das erwartete Minus informiert. Ein LBBW-Sprecher sagte lediglich, das geplante Restrukturierungskonzept werde Anfang Oktober vorgestellt.

Im vergangenen Jahr hatte das Geldhaus infolge der Finanzmarktkrise einen Verlust von rund 2,1 Milliarden Euro eingefahren. Danach hatten die Träger - das Land, die Sparkassen und die Stadt Stuttgart - dem Institut mit einer Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro und Garantien für riskante Wertpapiere in Höhe von 12,7 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen.

Obwohl noch drei Monate des Geschäftsjahres ausstehen, sei schon jetzt absehbar, dass die Abschreibung von Planungskosten für nicht realisierte Bauprojekte die Bank stark belasten werde, hieß es. Zudem sei die LBBW gezwungen gewesen, hochdefizitäre Projekte preiswert abzustoßen.

Hinzu kommt, dass die wegen der Krise dramatisch nach oben geschnellte Risikovorsorge die Bilanz des Branchenprimus nach unten drückt. Zahlreiche Unternehmen kämpfen mit den Folgen der Krise, dadurch steigt das Risiko von Insolvenzen und möglicher Kreditausfälle. Die Bank wappnet sich dagegen mit einer höheren Risikovorsorge. Die Wirtschaft in Baden-Württemberg hat im ersten Halbjahr 2009 mit einem Minus von zehn Prozent den stärksten Einbruch in ihrer Geschichte erlebt. Das schlage auch auf die LBBW durch, hieß es.

Damit war der Aufwind für den Branchenprimus nur vorübergehend. Nach der Rückkehr in die Gewinnzone zu Jahresanfang hatte die LBBW auch im ersten Halbjahr 2009 noch schwarze Zahlen geschrieben. Allerdings schmolz der Überschuss im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten um 21 Millionen Euro. Während von Januar bis März unter dem Strich noch ein Gewinn von 236 Millionen Euro stand, waren es im ersten Halbjahr noch 215 Millionen Euro.

Angesichts dieser Entwicklung hatte der als harter Sanierer geltende Vetter Ende August die Erwartungen gedämpft und einen harten Sparkurs angekündigt. Nach dpa-Informationen will der Vorstandschef pro Jahr 400 Millionen Euro einsparen. Vetter, der im Frühsommer für den lange umstrittenen Vorstandschef Siegfried Jaschinski nach Stuttgart gekommen war, hatte zudem erklärt, es müssten Belastungen eliminiert und schnell die notwendigen Schritte vorgenommen werden.

Die Hilfen der Träger hat die EU-Kommission bisher nur unter Auflagen genehmigt. Dank der Hilfe stieg die Eigenkapitalquote der Bank deutlich auf 9,4 Prozent. Zuvor war dieser Wert auf gut sechs Prozent zusammengeschmolzen. Die Eigenkapitalquote spiegelt das Verhältnis zwischen Eigenkapital und ausgegebenen Krediten wider.

Zur Bedingung für die Hilfen hat die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes gemacht, dass die Bank ein Restrukturierungskonzept vorlegt. Der Plan soll bis Anfang Oktober stehen. Angeblich stellt die Bank dabei ihre kompletten Beteiligungen auf den Prüfstand. Womöglich trennt sich das Institut auch von seiner Immobiliensparte.

Am 1. Oktober sollen Trägerversammlung und Verwaltungsrat über das Konzept befinden. Nach Oettingers Angaben wird es Mitte oder Ende Oktober ein Spitzengespräch mit Kroes geben. Dabei wird es auch nochmal um Zinsen und Gebühren für die Kapitalspritze und die Garantien gehen. Bisher rechnet die LBBW mit Kosten von 750 Millionen Euro, die allerdings den Kapitalgebern - also den Eigner - zugutekommen.

Die LBBW will sich künftig vor allem auf ihr Kerngeschäft mit mittelständischen Unternehmen sowie Privatkunden und Sparkassen konzentrieren. Das risikoreichere Kreditersatzgeschäft soll dagegen abgeschmolzen werden. Im Zuge der Restrukturierung sollen 800 der 13 600 Arbeitsplätze wegfallen, rund 550 davon in Deutschland.

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28.09.2009 - LBBW: Neue schwere Verluste. Staatsanwaltschaft prüft politische Seilschaften bei hochriskanten Geschäften ... Neckargemünd lässt grüßen ...!
Geschrieben von Anonymous
Stuttgarter Nachrichten - Die dramatische Lage bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) mit einem erwarteten neuerlichen Verlust von zwei Milliarden Euro in diesem Jahr könnte schon bald gravierende Folgen für die Träger der größten deutschen Landesbank haben.

Nach Informationen unserer Zeitung gibt es in Kreisen des Landes, der Stadt Stuttgart und der Sparkassen erste Überlegungen zur Rettung der LBBW: "Wenn es sich weiter so entwickelt, wie das zu befürchten ist, kommen wir um eine weitere Kapitalerhöhung womöglich nicht herum", sagt ein Spitzenbeamter aus dem Umfeld von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU). Es zeichne sich ab, dass die LBBW "nur einen Teil der Verluste durch Gewinne wieder erwirtschaften kann".

Die Landesbank selbst mag die Zahlen nicht kommentieren. "Wir arbeiten an einem Restrukturierungsprogramm", sagt ein Sprecher lediglich.

Bereits im vergangenen Jahr hat die LBBW in Folge der Finanzmarktkrise einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro eingefahren. Danach hatten die Träger - Land, Sparkassen und Stadt - dem Institut mit einer Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro und Garantien für riskante Wertpapiere in Höhe von 12,7 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen.

Die staatlichen Garantien hatten die EU auf den Plan gerufen: Brüssel genehmigte die Kapitalhilfe nur vorläufig bis Ende des Jahres. Endgültig grünes Licht aus Brüssel ist nur unter harten Auflagen zu erhalten. Dabei zeichnet sich ab, dass die Bank sich auf ihr Kerngeschäft reduzieren und sich von Beteiligungen trennen muss. Als ziemlich sicher gilt die Trennung von der LBBW Immobilien und der Süd-Leasing.

Leserkommentar, Dr. Werner Thomas:
Es dürfte noch viel Geld notwendig werden, um die Verluste aus den sogenannten "Kreditersatzgeschäfte" auszugleichen. Früher war mal die Rede von Papieren im Wert von mehr als 90 Milliarden €. Wer hat das Kreditersatzgeschäft genehmigt? Jaschinsky mußte gehen; Schneider, Öttinger und Schuster sind geblieben! Heute machen sich die "Böcke" zu "Gärtnern". Eine Bank im Besitz der Öffentlichen Hand darf nicht zocken sondern muß sich am Gemeinwohl orientieren. Hier ist ein umfassender Neuanfang nötig. Die Mitglieder von Trägerversammlung und Verwaltungsrat müssen umfassend zur Rechenschaft gezogen und durch unbelastete Fachleute ersetzt werden.
Zum Neufang dürfte gehören, dass die bisher unselbstständige Anstalt BW-Bank herausgelöst wird. Sonst mu8 man sich als Kunde fragen: Bich ich hier noch richtig?
Es steht schlecht um die Wirtschaftskompetenz von Öttinger & Co, wenn er auf der einen Seite für Sparsamkeit eintritt, und auf der anderen Seite Milliarden verzockt!

Nächste Woche werden die Gremien über die weitere Entwicklung bei der LBBW informiert. Am 1. Oktober tagen sowohl die Trägerversammlung als auch der Verwaltungsrat. Wenige Tage später findet ein Spitzengespräch in Brüssel mit EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes statt.

Frank Krause und Sabine Marquard

24.09.2009 - aktualisiert: 24.09.2009 18:37 Uhr


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28.09.2009 - Es kommt noch besser: Auszug aus der Financial Times Deutschland
Geschrieben von Anonymous
Artikel "Milliardenverlust: LBBW verzichtet noch auf frisches Kapital" vom 27.09.09

...Als eines der Hauptprobleme gelten zudem die Belastungen aus fehlgeschlagenen Immobilienprojekten. Bei der Tochter LBBW Immobilien, die verkauft werden soll, hat Vetter die Wirtschaftsprüfer der KPMG mit einer Sonderprüfung beauftragt. Zwei Geschäftsführer mussten bereits gehen. Die Staatsanwaltschaft hatte zweimal die Geschäftsräume der LBBW Immobilien durchsucht.

Insgesamt hat die Tochter für 2,9 Mrd. Euro internationale Immobilienprojekte angestoßen - im Branchenvergleich ein beträchtliches Volumen. Das Geschäft gilt als chancenreich, aber riskant. Gerade in der Krise lassen sich viele Objekte nicht so vermieten, wie in den Geschäftsplänen vorgesehen.

Für die anderen Landesbanken, die ebenfalls im Geschäft mit Projektentwicklungen und Immobilien tätig sind, lassen die LBBW-Probleme Böses ahnen. "Die Immobilienkredite werden für eine Reihe von Banken zu einer großen Herausforderung", sagt Bankexperte Michael Dawson-Kropf von der Ratingagentur Fitch. Noch sei es aber zu früh zu sagen, wer genau wie stark betroffen sei. "Da Immobilienzyklen lang sind, wird der Höhepunkt der Wertberichtigungen wohl erst 2010 erreicht."

Die Bagger rollen zwar noch. Doch mit dem Wiederentdecken der vier Grundrechnungsarten unter dem Druck der Finanzkrise wird es noch sehr ungemütlich werden für unsere Stadtverwaltung.

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