Diana. Alles über die Jagd.

Saubart

{ 13:23, 19.11.2008 } { Geschrieben in Trophäen } { 1 Kommentar(e) } { Link }


Der Saubart.

http://www.alant.com/bartbinder/art9_gr.jpg


Die dazu verwendbaren Borsten (Federn) finden sich auf dem
Rücken im Bereich des Nackens und der Lendenwirbelsäule
der Sau und bedecken einen ca. handbreiten Streifen.

Es ist weder notwendig, noch sehr sinnvoll, die Federn im Revier
gleich nach dem Schuß zu rupfen. Auch wenn man eine Zange
zuhilfe nimmt, es ist recht schwer, da die Federn sehr fest im
Unterhautgewebe haften, es besteht mit der Zange die Gefahr
einer Beschädigung und erfahrungsgemäß rupft man
wesentlich zu wenig, um dem Bart die notwendige Fülle zu
geben.

Es ist eine sehr gute Vorgehensweise nach dem Abschwarten
die Bereiche mit den Federn aus der Decke herauszuschärfen
und in einem Topf mit Wasser zu kochen. Man bringt das
Wasser (ohne Zusätze) zum Sieden und kocht die
Schwartenstücke etwa fünf Minuten lang. Nach dem
Abtropfen und Abkühlen lassen sich die Federn büschelweise
und vor allem ganz leicht mit Daumen und Zeigefinger
herausziehen.

Wie gesagt, reichlich rupfen, denn es bleibt zum Binden
weniger übrig, als man glaubt.

Die Federn werden als gesamtes Bündel mittig mit einem
Faden oder Gummiband zusammengebunden und einer
Reinigung mit Haar- oder Feinwaschmittel unterzogen, bis das
Spülwasser sauber und klar abläuft.

Mit einem nicht zu feinzinkigen Kamm wird das Bündel sowohl in
Richtung auf die Haarzwiebeln, als auch in Richtung auf die
Spitzen sorgfältig ausgekämmt, um zu dünne Borsten und die
Unterwolle zu entfernen. Das Bündel wird dabei deutlich
geringer.

Nach dem Trocknen, breitet man die Federn auf einem Bogen
weißen Papiers aus und liest nochmals alles Unbrauchbare
heraus. Dabei ist eine Pinzette (und eine Flasche Bier für den
Jäger) sehr hilfreich.

Die sortierten Federn stellt man mit den Wurzeln nach unten in
ein kleines Glas, welches öfter auf dem Tisch oder der
Handfläche aufgestoßen wird. Damit wird erreicht, daß die
Wurzeln alle auf gleicher Höhe liegen und die Federn sich mit
ihrer Krümmung in die gleiche Richtung sortieren.

Saubärte werden flach gebunden! Als Halterung kauft man
sich eine der mehr oder minder geschmackvollen Teile bei
seinem Jagdhändler, oder baut sie selber, so Material und
Geschick vorhanden sind.

Die Federn werden, mit der Krümmung in der richtigen
Richtung, bündelweise in den Halter gesteckt und zwar so viele,
wie irgend hingehen. Es können selten zu viele werden und sie
müssen schon so fest sitzen, daß nicht von alleine wieder
herausfallen.

Der Halter ist am unteren Ende üblicherweise offen, so daß die
Lage der Federwurzeln gut kontrollierbar ist. Die Wurzeln
befinden sich optimal ca. 3-4 mm unterhalb des Randes der
Halterung.

Dieser Hohlraum ist nun mit Zweikomponentenkleber
aufzufüllen. Dabei sind die Kleber, die ein Harz als Härter (statt
Pulver) verwenden und über eine längere Topfzeit verfügen,
vorzuziehen. Der Kleber soll einerseits die Wurzeln verkleben
und andererseits durch Kapillarwirkung einige Millimeter in den
Bart eindringen, um alle Federn zusammenzuhalten. Die
Kapillarwirkung des Klebers erhöht sich übrigens, wenn man
den Halter mit einem Fön oder Heißluftgebläse erwärmt.
Achtung: Durch Erwärmen verkürzt sich die Topfzeit des Klebers
u. U. erheblich.

Das Ganze läßt man in Ruhe aushärten (Kleber nach oben!
Fixierung mit Wäscheklammern o. Ä.).

Man muß sich keine Sorgen machen: Die Arbeit ist durchaus
etwas mühsam und keineswegs in einer Stunde erledigt. Bitte
nicht nervös werden und die Geduld verlieren!

Am folgenden Tag kommt der Bart an den Hut und sieht Klasse
aus!


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