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Bin noch da!

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Ahoi!

Erstmal: Entschuldigt, das es hier nicht so flott voran geht. Eine Projektierung, die ich erst hier machen wollte, hab ich in ein Forum verlagert, wo die Zeichenbegrenzung mir mehr Freiheiten bietet. Und ansonsten hatte ich wenig Zeit, weil viel zu tun...Prüfung und so ;)

Aber ganz sterben wird hier das nicht. In den letzten Tagen gelangen mir einige bemerkenswerte Einsichten.

Die erste betrifft Herrn Westerwelle. Er sagt, von jungen, gesunden Menschen müsse zumutbare Arbeit angenommen werden. Recht hat der Mann! Daraus erschließt sich aber auch, daß unzumutbare Arbeit nicht angenommen werden muß. Deshalb würde ich es gerne sehen, wenn Herr Westerwelle und die gesamte Regierung in Berlin endlich ihren Hut nehmen. Denn deren Arbeit ist dem Rest dieses Landes eigentlich nicht mehr zuzumuten.

Selbiges gilt auch für den Kölner U-Bahnbau. Man könnte meinen, die haben zuviel Schildbürger gelesen. Niemand, den ich kenne - und ich kenne viele Kölner, ich bin ja selbst einer - hat sich eine zusätzliche Nord-Süd-U-Bahn in der Kölner Innenstadt gewünscht. Man wünschte sich eine bessere Verkehrsanbindung in manche Außenbezirke, aber nicht in der Kölner Innenstadt. Man kam ja überall hin. Dennoch verkündeten Stadt und Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) dann, sowas sei im Sinne der Bürger. Und begannen mit einem Bau, der zunächst ich glaub 500 Millionen kosten sollte...und der 2010/11 fertig werden sollte.  Nebenbei, das Geld hatte man nicht, also erbettelte man sich noch Landeszuschüße. So, erst kam auf, daß man sich noch gar nicht überlegt hatte wie man das Südende gestaltet. Sehr drollig. Dann geriet ein Kirchturm in Schieflage, aber das hatte ja angeblich nix mit dem U-Bahnbau zu tun. Die Bauaufsicht dort hatte übrigens die KVB als Bauherr, weil die Stadt keine Lust darauf hatte. Da beißt sich die Katze in den Schwanz...der, der baut, kontrolliert sich selbst. Jo! Dann kracht unser Stadtarchiv ein und wieder wills keiner gewesen sein. Fast ein Jahr später nu stellt sich raus, daß teilweise 2/3 aller Eisenbügel im Beton fehlen....aber erstaunlicherweise soll das wieder kein Sicherheitsproblem sein...äh...was?? Das widerspricht jedem gesunden Menschenverstand. Um mal den Willen aller mir bekannten Kölner auszudrücken: SCHÜTTET DAS VERDAMMTE LOCH ZU! Ein Loch, das inzwischen eine Milliarde gekostet hat und dessen Fertigstellung inzwischen...ja...wahrscheinlich auf 2020 zugehen durfte...

Noch wesentlich schlimmer finde ich diese Sache mit dem katholischen Klerus. Will uns immer noch Dinge erklären, von denen er keine Ahnung hat und die er ja nichtmal bei sich selbst im Griff hat. Kein Wunder, daß da nur kranke, gestörte rumrennen. Neulich wurde hier das Aschekreuz den Gläubigen wieder auf die Stirn gemalt....den katholischen Klerus müßte man eigentlich unter Asche begraben. Um es genau zu sagen, meiner Meinung nach sind über 90 % ALLER KATHOLISCHEN GEISTLICHEN SCHULDIG UND GEHÖREN IN DEN KNAST. Natürlich haben sich nicht alle vergangen. Aber die meisten nicht pädophil veranlagten unter ihnen müssen es gewußt und/oder geahnt haben und haben es gedeckt oder geschwiegen. Das erfüllt eigentlich mindestens den Tatbestand von Beihilfe und unterlassener Hilfeleistung sowie Strafvereitelung. 

Es wundert einen, daß noch kein Amokläufer mal durch so einen Priesterkolleg gegangen ist.

Und ja, so ein Thema macht mich wütend!

In diesem Sinne,

Yoho, Pirat

Ein Wort zu...Parteispenden!

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Ahoi zusammen!

Ich weiß, es kam länger nix neues...aber ich hatte schwer zu tun...aber jetzt muß ich mal wieder was los werden.

Denn mir tut mal jemand leid. Ja, tatsächlich!

Und zwar die FDP!

Umfragetief!

Mein Gott!

Und nur Haue wegen dieser Parteispende von nem Hotelier! Und dabei war das sogar noch legal - die arme FDP!

Die arme FDP kann gar nicht verstehen, wie man auch nur annährend denken könnte, sie betreibe Klientelpolitik. Oder die Spende wäre nicht legitim gewesen...angeblich konnte Frau Westerwelle nur knapp davon abgehalten werden zu fragen: "Legal, legitim, ist das nicht alles das gleiche?"

Äh...lassense mich einen Moment nachdenken...äh...nein!

Aber die ganze Haue nur auf die FDP ist doch wirklich was heuchlerisch. Mal ehrlich...wer von uns hätte denn das Geld abgelehnt? Na? Na also! Und wer wäre jemandem, der einen geldlich unterstützt nicht besonders aufgeschlossen? Na? Na also!

Das Gute daran: Jetzt wissen wir, die FDP ist menschlich.

Auch Forderungen nach einer Verschärfung der Spendengesetze ist doch völlig fehl am Platz, denn wie sagte schon Angela Merkel zur Zeit der CDU-Spendenaffäre (die übrigens sogar illegal war...legal, illegal, mir egal oder so ähnlich): Je schärfer diese Gesetze wären, umso schwerer wäre es, sich daran zu halten...

Es ist aber auch ein Kreuz und das in einer christlichen Partei.

Heute würde Frau Merkel wahrscheinlich hinzufügen, daß es bei schärferen Gesetzen dann ja auch schwieriger werden würde, für Haiti zu spenden. Haben die Menschen da unten das eigentlich auch ordentlich quittiert und an die UNO gemeldet?

Na, besser mal nicht. Die Lösung sind nicht schärfere Gesetze. Sondern die Lösung wäre ein Weg, durch den der einfache Bürger soviel an die Parteien spenden kann, daß er das Etikett "Klientel" bekommt. Vielleicht sollten wir auf die nächste Steuererklärung einfach alle "Spendenerklärung" schreiben.

Mir tut zuguterletzt jedenfalls noch jemand leid...nämlich jeder, der immer noch angenommen hat, die geistigen Tiefflieger in Berlin würden ernsthaft zum Wohle der Gemeinschaft handeln. Ich weiß, das ist unfair. Aber so ist das Leben. Beschwert euch beim Universum, ich bin sicher, es wird euch zuhören.

Oder denkt bei der nächsten Wahl in der Wahlkabine nochmal kurz nach.

In diesem Sinne,

Yoho, Pirat

Ein Wort zu...Kompetenz!

Geschrieben in Ansichten

Also momentan gibts soviel, zu dem ich was sagen könnte, ich kann mich kaum entscheiden...also macht das Rennen was skurriles, das mir gestern abend mein bester Kumpel am Telefon näherbracht. Es wird ja viel über Hartz IV gemeckert, aber manchmal gibts ja auf Kosten der Allgemeinheit tatsächlich ein erheiterndes Schmankerl. Ein solches hatte mein bester Kumpel zu berichten.

Ein besonders liebenswertes Instrument der Hartz-Gesetze sind die sogenannten Maßnahmen (Betroffenen-Jargon), mit denen man den Geldbeziehern die Zeit vertreibt, damit in der Statistik bloß nicht ihre Beschäftigungslosigkeit auffällt. In einer solchen Maßnahme steckt derzeit mein bester Kumpel und nun ja, es ist schon faszinierend was man da so lernt.

Unter anderem die verschiedenen Stufen des Lernens (so gab er es an). Oder auch Kompetenzstufen. Ich wußte wirklich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.

Also erst einmal die verschiedenen Stufen, Achtung, es wird informativ:

Stufe 1: Unbewußte Inkompetenz --> man hat zwar keine Ahnung, hat aber nichtmal Ahnung, daß man keine hat...ein recht freier Zustand, wenn man es recht bedenkt.

Stufe 2: Bewußte Inkompetenz --> man hat zumindest schonmal verstanden, daß man keine Ahnung hat...womit man evolutionär jetzt schonmal beim Stand der alten Griechen ist ("Ich weiß, daß ich nichts weiß").

Stufe 3: Bewußte Kompetenz --> man hat beschlossen, an seiner Unwissenheit was zu ändern und hat sich Wissen angeeignet...da man dafür was tun muß, muß einem das unweigerlich bewußt sein (vor allem wenn man sich fragt was man grad alles besseres tun kann, als diese idiotischen französischen Vokabeln zu lernen...).

Stufe 4: Unbewußte Kompetenz --> die beschissene Büffelei war erfolgreich und man kann alles jetzt quasi im Schlaf, ohne groß nachzudenken...was man dann auch unweigerlich einstellt, weshalb man nicht daran denkt, daß andere einen vielleicht nicht mehr verstehen, wenn man hochgestochen daherredet. Der Volksmund nennt das dann gerne Fachidiot.

Stufe 5: Bewußte Kompetenz...äh, ja, schon wieder --> man hat jetzt sogar gelernt, das gelernte anderen zu vermitteln...also das, was normalerweise Lehrer und Dozenten können sollten...wenn Sie das allerdings in freier Wildbahn erleben wollen, sollten Sie nicht zwingend in Deutschland suchen.

Wie vielleicht schon aufgefallen ist...das Thema hat Potential für viel humoristisches. 

Jedenfalls fragt man sich als Student ja unweigerlich, wo z.B. einige der lernenden oder lehrenden Mitmenschen an der Uni einzuordnen wären. Den meisten Mitstudenten möchte ich mal unterstellen, daß sie grad bei Bewußter Kompetenz oder wenigstens unbewußter Inkompetenz sind. Bei den Dozenten wird das....leider schon wesentlich schwieriger. Zugegeben, die meisten sind so halbwegs bei der Bewußten Kompetenz 2.0. Leider nicht alle.

Bei einigen Exemplaren der holden Professorenzunft, die ich erleben durfte, stellte sich mir nun zwangsläufig die Frage, wo ich sie einordnen sollte. Eigentlich paßt keine der Stufen so recht.

Also kreierte ich eine neue.

Stufe 6: Vorsätzliche kompetente Inkompetenz. Sprich: Man hat von etwas speziellem zwar ne Menge Ahnung, dummerweise von jede Menge anderem (vorzugsweise dem Leben, sozialer Interaktion etc.) nicht wirklich - was sie aber nicht daran hindert, jeden weiteren Lerneffekt zu verweigern, denn sie haben ja was erreicht.

Manche sind sogar stolz drauf!

Einmal das Phänomen erkannt, findet man es spontan allerorten wieder:

Chirurgen, Politiker, Rockstars, Beamte, Manager und Religionsführer sind gleichermaßen anfällig dafür der vorsätzlichen kompetenten Inkompetenz zu frönen. Neulich erst trug Wirtschaftsminister Brüderle diese Haltung ganz stolz zu Markte: "Ich bin Politiker, kein Mathematiker." 

Sorry, ich hätte dann aber doch gern, daß ein Wirtschaftsminister rechnen kann. Den Beweis dieser Fähigkeit blieb Herr Brüderle im Amte bisher schuldig.

Ein anderer typischer Vertreter war George W. Bush, der selbst zum Beispiel einmal heiter bekannte: "Ich weiß, ich bein kein großer Linguistiker." Da darf man dann schonmal die Griechen Griechenländer nennen. 

Da wäre man mit Stufe 2 ja schon fast wieder weiter:

Ich weiß, daß ich nichts weiß.

Ob der ganze Kompetenzkram was bringt? Ich weiß es nicht. Man könnte es natürlich auch für einen besonderen Auswuchs des Drangs irgendwelcher Soziologen und Pädagogen halten, alles in Schubladen und Phasen einzuteilen...welche Kompetenz hat die berühmte anale Phase? Fragen über Fragen.

Lernen wir doch künftig einfach wieder, ohne diesen ganzen Blödsinn.

Vielleicht kriegen wir dann auch kompetentere Eliten.

in diesem Sinne,

Yoho, Pirat

Ein Wort zu...Emelia Marcovich

Geschrieben in Ansichten

Ahoi!

Kennen Sie, geneigter Leser, Emelia Marcovich? Nein? Naja macht nix, ich ja auch nicht so wirklich...schade eigentlich, die junge Dame sieht ziemlich hübsch aus. Aber zurück zum sachlichen:

Emelia ist 19 Jahre und Israelin. Und noch dazu von ihrer Einstellung her Pazifistin. Und damit hat sie ein Problem. Denn in Israel wird jeder junge Mensch - auch junge Damen - zum Dienst an der Waffe eingezogen. Und Pazifist zu sein, ist kein Argument dagegen, aus israelischer Sicht. Für Emelia bedeutet das: Knast. Wahrscheinlich für Monate. Weiß nicht wie genau der israelische Staat das bemißt, aber andere ähnlich gelagerte Fälle gingen schon Monate in den Knast.

Nachzulesen auch hier: www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,671618,00.html

Nun könnte man sich denken: Gut, wenn alle so behandelt werden, ist halt nen anderes Land, noch dazu eines umzingelt von Feinden, die es zerstören wollen. 

Ich finde allerdings, daß es ganz so einfach nicht ist. Die Sache, nun bekannter geworden durch ein hübsches Gesicht, illustriert in meinen Augen vielmehr was für eine militaristische, intolerante und heuchlerische Gesellschaft Israel geworden ist. Ich meine, ich kann ja z.B. verstehen, wenn man in einer Bedrohungslage wirklich jeden jungen Menschen einzieht und irgendwo isses vom emanzipatorischen Standpunkt aus gesehen für die Frauen ja sogar gut. Da gegen hab ich nix. Und persönlich finde ich Emelias pazifistische Ansichten auch tatsächlich etwas naiv. Bin ja selber alles mögliche, aber KEIN Pazifist.

Aber Respekt hat die junge Frau auf jeden Fall verdient, daß sie für ihre Überzeugung einsteht. Das sogar Freunde sie Verräter schimpfen finde ich unter aller Sau (ich würde sowas ja nicht mehr Freunde nennen). Wie Israel mit Leuten umgeht, die mit guten Gründen nach ihrem Gewissen handeln, ist das selbe in allgemeinerer Form. Mir will nicht in den Kopf, warum Israel nicht für solche Fälle Ersatzdienste geschaffen hat, so wie wir hier in Deutschland. Die Bedrohung ist kein Argument, wir Deutschen haben den Zivildienst in Zeiten geschaffen, als ein wesentlich mächtigerer Feind in unserem geteilten Land stand. Gut, anfangs war das mit dem Zivildienst für die jungen Leute auch nicht so einfach, ab so ab den 70er Jahren wurde die Einstellung doch merklich entspannter was das anging.

Das entsprechende Argument von der Bedrohung Israels wird noch dadurch weiter entkräftet, daß man sehr wohl den Wehrdienst verweigern kann - wenn man ULTRAORTHODOXER Jude ist. Kann mir mal jemand erklären warum dessen Gewissensgründe höher einzustufen sind, bloß weil religiös? Und das obwohl die ultraorthodoxen nicht selten zu den Kriegstreibern Nummer 1 in Israel gehören und zur intolerantesten Fraktion überhaupt in dem Land? Sorry, da halte ich jemanden wie Emelia für weniger heuchlerisch, laßt sie doch Ärztin oder so werden, während die ultraorthodoxen für Jahwe vor Gaza im Kugelhagel liegen. Das wäre wesentlich ehrlicher und angebrachter.

Aber was ist schon ehrlich im Nahen Osten? Normalerweise bin ich ja selten der Meinung, das Pazifismus ne sinnvolle Option ist, aber ein paar Menschen mehr wie Emelia täten der israelischen Gesellschaft gut, die doch längst in ihrer Mehrheit in das andere, militaristische Extrem umschlägt. Das gilt vor allem für die Eliten, die das Land führen (bin sicher, die hier eher wenig wahrgenommenen gewöhnlichen Leute auf der Straße haben eine oft differenziertere Haltung). Freilich kann man selbiges über die entsprechenden Eliten auf der palästinensischen Seite sagen. Die rechten israelischen Parteien, die Siedler, die Hamas, die Hisbollah usw., das schlimmste was denen passieren kann ist doch Frieden. Denn dann wären sie alle über Nacht ohne Aufgabe, arbeitslos.

Deshalb brauchen die militarisierten Gesellschaften da unten dringend mehr Emelias. Damits wieder ein Gleichgewicht gibt, das so etwas wie den gesunden Menschenverstand repräsentiert.

Aber ich glaub da bin ich jetzt mal zu verträumt.

Ach, Emelia Marcovich, junge Frau, weißte wat? Komm rüber nach Deutschland und beantrag doch einfach mal politisches Asyl. Wird vielleicht nicht durchkommen. Aber dann haste aus Deinem Fall wirklich ein Politik gemacht. Vielleicht das beste was da passieren könnte. Man stelle sich vor: Eine Israelin sucht im Land der Holocaust-Täter Schutz vor dem eigenen Staat! Vielleicht würde das manchem mal nen Spiegel vorhalten. Köln ist nebenbei eine sehr schöne Stadt. Lernste was die Welt kennen. Und hier macht Dich keiner blöd an, weil Du Pazifistin bist. Und bring die anderen israelischen Pazifisten, denen Knast droht, gleich mit.

Ja, das wär doch wirklich mal eine Idee.

In diesem Sinne,

Yoho, Pirat

Ein Wort zur..."Schnapsidee" eines naturwissenschaftlichen Feiertags

Geschrieben in Ansichten

Ahoi!

Neulich sah ich auf Phoenix mal wieder eine der etwas gehobeneren Talkrunden, die sich schon deshalb lohnen, weil die Gäste dort oft Dinge von sich geben, die sie bei Illner oder Witt nie sagen würden (laut der Theorie eines Studienkollegen, weil Phoenix kaum geguckt wird und es dann eh keiner mitkriegt). Thema: Darwinismus - weil man ja 2009 das Darwin-Jahr hatte. Die Gästeliste war interessant, es gab einen Wirtschaftsmenschen, einen kirchlichen Vertreter, der Grandseigneur der Verhaltensforschung Eibl-Eibesfeld und ein etwas jüngerer Biowissenschaftler namens Thomas Junker.

Die Diskussion war löblicherweise doch relativ sachlich und Thomas Junker ist ja in der Tat ein in der Szene der deutschen Evolutionsbiologen nun schon bekannterer Streiter für eine moderne Interpretation des Darwinismus, die ausdrücklich auch den Menschen einschließt. Der Mann redet auch gut und argumentiert gut.

Aber in der Gesprächsrunde...also ich weiß ja nicht, was er da plötzlich, mitten drin, für nen Aussetzer hatte. In anderer Situation würde man es vielleicht eine Schnapsidee nennen.

Er schlug allen ernstes einen naturwissenschaftlichen Feiertag vor, an dem sich die Gesellschaft mit Darwinismus, Evolution usw. befassen sollte. So wie auch die Kirchen ja ihre Feiertage haben.

BITTE WAS??

Das nenne ich nun wirklich veritablen Unfug. Als überzeugter Naturwissenschaftler, Darwinist und Atheist bin ich der Ansicht, das eine deutliche Unterscheidung zwischen den Wissenschaften und der Religion geschehen muß. Wissenschaft arbeitet mit empirisch oder mathematisch ermittelten Argumenten, ihre Vorstellungen müssen sich an der Realität messen lassen. Im Gegensatz zur Religion, bei der man nur glauben muß, unabhängig dessen was die Realität einem gerade darbietet. Daraus erwächst eine wesentliche größere inhaltliche Stabilität von Religionen und eine größere Dynamik auf Seiten der Wissenschaften. Die Denkart ist eine ganz unterschiedliche. Deshalb braucht Wissenschaft auch keine Feiertage zu ihrer Fokussierung und Selbstvergewisserung - im Gegensatz zu Religionen oder eben Staatswesen... also ich hoffe dieser etwas verkürzte Gedankengang ist jetzt grad für jeden nachvollziehbar.

Aufgrund dieses Unterschiedes ist Wissenschaft aber auch keine neue Religion, wie manche der Forschergemeinde vorwerfen (und manche Forscher es gerne vergessen). Da liegt auch der Grund, warum Kreationisten, denen Junker offenbar mit einem solchen Vorschlag Wasser abgraben will, schlicht kein Dialog-und Diskussionspartner für die Wissenschaft sind. Sie betreiben keine Wissenschaft, sie pflegen religiöse Ansichten. Das ist Glauben. Sie versuchen die Wahrnehmung der Realität diesem Glauben zurechtzubiegen (menschlich verständlich, aber eben für die Wissenschaft schlicht nicht diskutabel).

Nun sehe ich bei Junkers Vorschlag folgende Problematik:

1.) Feiertage sind heute Schall und Rauch, die meisten Feiertage werden vor allem als freie Tage vom Arbeiten begrüßt. Man geht am Abend vorher einen saufen und läßt am freien Tag die Seele baumeln. Die wenigsten beschäftigen sich mit den Hintergründen des jeweiligen Feiertags. Das würde auch bei einem "Wissenschafts-Feiertag" passieren. Es würde sich kein einziger Mensch mehr als sonst dafür interessieren. Für die Forschung wäre also nix gewonnen.

2.) Gleichzeitig würde man sogar verlieren. Es würde der Eindruck entstehen, die Wissenschaft sei eben doch "nur" eine Religion - und das würde den Anspruch der Kreationisten, ein legitimer Gesprächspartner auf Augenhöhe mit der Forschung zu sein, untermauern. Irgendwie kann ich nicht glauben, daß Thomas Junker das beabsichtigt hat.

Hmmm...also lassen wir das besser. Das war ne Schnapsidee. Wohl im Eifer des Gefechts wahrscheinlich.

Naja, hoffen wir, daß die Idee nicht wieder aufs Tableau kommt...und wer sich mehr für die Arbeit von Thomas Junker interessiert, er hat eine sehr gute Seite, wo er auch super über Evolution und Darwinismus informiert:

www.thomas-junker-geschichtederbiologie.de/4579.html

In diesem Sinne,

Yoho, Pirat

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