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Sherlock, der auf Ziegen starrte...

Geschrieben in Filme

In letzter Zeit war ich in ein paar freien Minuten in gleich zwei Filmen, die ich überaus amüsant fand:

Sherlock Holmes mit Robert Downey Junior

und

Männer, die auf Ziegen starren mit George Clooney.

 

Beide Filme kann ich empfehlen! Erstmal der Sherlock...okay, alle Fans des traditionellen, fast schon klischeehaften Sherlock Holmes...GEHT NICHT REIN! Er wird euch nicht gefallen. Für den Rest gilt - antun! Stimmige Optik, mal eine etwas schrägere Filmmusik, die aber sehr eingängig ist, die Story aufgepeppt mit Stilmitteln, die man sonst aus CSI kennt - gelungen. Als fast schon unfreiwillige Erheiterung gibt es Vorabanalysen von Schlägereien - der neue Holmes verdingt sich schonmal im örtlichen Fight Club. Das beste am Film: Die unterhaltsamen sauber geschliffenen Dialoge zwischen Holmes und Watson, die in ihren Zusammenspiel schwer an Dr. House und dessen besten Kumpel Wilson erinnern - sollte Hugh Laury jemals krank werden kann Robert Downey locker einspringen. Entsprechend erinnern Holmes Auflösungen anhand von Indizien irgendwie schwer an die Differenzialdiagnosen von Dr. House. Wer House-Fan ist, dem wird der Film gefallen, die Parallelen sind einfach zu drollig. Prinzipiell aber gilt: Einfach Popcorn mitnehmen und sich amüsieren. Wer genau hinhört wittert bereits den zweiten Film dazu. Da werdense sich aber anstrengen müssen.

Und wer wollte nicht schonmal auf Ziegen starren? George Clooney als einziger wirklich übersinnlich begabter einer Spezialeinheit der US-Army, die Mittel und Wege zur parapsychologischen Kriegsführung finden sollte. Das der Chef der Einheit - ein alter Hippie - dabei eher auf den Weg des Friedens setzt als auf Zerstörung ist dann mit ein Grund, warum das Projekt vor die Hunde geht. Bis 20 Jahre später ein Journalist mit gescheiterter Ehe auf den letzten Veteranen der Einheit, eben George Clooneys Charakter Cassidy, trifft und von diesem auf eine vermeintliche Mission mitgeschliffen wird. Mag der Reporter seinen Begleiter erst für irre halten...so wird er bald erleuchtert....unglaublich komisch, dabei doppelbödig und kritisch gegenüber US-Politik. Ziegen fallen vom anstarren um, der politisch gebildete Zuschauer vor Lachern....bis auf die Momente wo sie einem wie bei politischem Kabarett im Halse stecken bleiben. Zu den Highlights zählt ohne Zweifel George Clooney einmal in jugendlicher Hippiefrisur und einmal als gealterter 50er. Und man lernt, warum man auf US-Stützpunkten kein Rührei essen sollte. Und nebenbei: Wie schon zu Beginn des Films vermerkt, er enthält mehr Wahrheit, als man glauben möchte. Anschauen und mal drüber nachdenken!

Beim Schreiben dieses Artikels kamen keine Ziegen zu Schaden.

In diesem Sinne,

Yoho, Euer Pirat 

Avatar - Aufbruch nach Pandora

Geschrieben in Filme

Gestern war ich mit meinem Schatz in "Avatar" von James Cameron. Ich möchte hier doch mal ein kurzes Fazit ziehen.

Also als die ersten Trailer im Sommer liefen, waren wir ja doch eher skeptisch. Dann, kurz vor der Premiere des Films, waren wir doch verunsichert: Kann man das glauben, wenn alle Kritiker den Film hochjubeln? Erfahrungsgemäß ist es ja meist so, daß gerade die beruflichen journalistischen Kritiker meist keine Ahnung von nix haben. Zumindest meiner Meinung nach.

Dann also gestern es gewagt und in den Film gegangen. Und was soll ich sagen?

 

GRANDIOS!

Nach langer, langer Zeit mal wieder ein Film, dem man anmerkt: Die Macher haben sich Mühe gegeben, wirklich Mühe. Nicht nur die Animationen sind handwerklich perfekt (die perfektesten, die ich kenne!), sondern auch die Abstimmung der Umgebungselemente, das man sie als eine wirkliche, auf Physik und Biologie basierende Welt begreifen kann. Die außerirdischen Lebensformen wurden nicht wahllos zusammengewürfelt, sondern so aufeinander abgestimmt, das man glauben kann, daß sie wie unsere Fauna und Flora aufgrund von Evolution entstanden sind. Uns als jungen Naturwissenschaftlern fiel eigentlich diesbezüglich nur ein einziger kleiner Schnitzer auf bezüglich der Atemöffnungen der blauhäutigen Navi, aber das war dann absolut verschmerzbar.

Weiter gehts: Der Film muß einfach den Oscar für beste Optik kriegen. Und die Schauspieler...absolut überzeugend. Vor allem der Hauptdarsteller, der dauernd zwischen Mensch und Navi hin und her springt. Die Story ist in den Grundanlagen natürlich jetzt keine völlige Neuerfindung, aber in der Variation von "Avatar" eindeutig aufgefrischt, aufpoliert und stimmig. Alles in allem: Hochpolitisch, pünktlich zum Klimagipfel. In der Gesamtkomposition ist der Film endlich mal wieder was neues nach der in letzter Zeit ellenlangen Liste von Remakes.

Absolut beeindruckend: Manches was zunächst sehr esoterisch wirkt, bekommt im Film eine sehr biologische und damit nachvollziehbare Erklärung. Eine Welt zu entwickeln, deren Organismen tatsächlich alle im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Organismus zusammenhängen, ist Camerons großer Wurf. Am Ende bleibt die Erkenntnis, das wir froh sein können, daß dies auf der Erde in der Form nicht der Fall ist - denn sonst würde die Natur uns tatsächlich wie in Schätzings "Der Schwarm" an die Gurgel gehen. So ist der Film zugleich eine Botschaft an alle, zum eigenen Wohl besser mit der Umgebung umzugehen und sich niemals für das vermeintliche Nonplusultra zu halten.

Persönlicher Pluspunkt noch: Die Liebesgeschichte wird nicht zu überbordend, sondern eher als organischer Teil der Gesamtstory erzählt. Sehr vorbildlich. Zuviel kitsch und geschnulze hätte den Film verschandelt.

An alle: Gucken! An Mister Cameron: Meisterwerk! Danke! Und bitte keine Fortsetzung...es kann eigentlich nur noch schlechter werden.