Erfahrungen auf einem SV-Lehrgang Das Karate nicht gleich SV ist, ja das musste man in letzter Zeit öfters lesen. Damit dieser Missstand nun behoben wird und Karate endlich wieder das wird, was es sein sollte, wird in einem großen Karateverband entsprechende Fortbildungen angeboten die mit dem Zertifikat "SV-Lehrer" abschließen. Einer der SV-Beauftragten weilte vor kurzem in heimatlichen Gefilden und so bot es sich an, einen "normalen" SV-Lehrgang zu besuchen um so neues zu lernen. Vorab etwas zum Referenten des Lehrgangs. Der Referent ist Ausbilder bei der Polizei und hält den 5. Dan im Karate. Menschlich gesehen hat der Autor den Referenten als äußerst positiv gesehen, dem die Teilnehmer am Herzen liegt und mit Spaß und Freude sein Wissen weitergeben möchte. Der Tageslehrgang fand unter einem bekannten Trainer statt, der insgesamt 4 Einheiten á 1,5 Stunden (jeweils 2 Einheiten für Einsteiger sowie für Fortgeschrittene) anbot. In der "Einsteiger-Einheit" sollten die Teilnehmer Grundlagen erlernen um sich bspw. gegen "fassen wollende" Angreifer zu wehren. Schon bei der Vorführung der Abwehrtechnik fiel auf, dass die Bewegungen aus dem WT (Wing Tsun/Wing Chun, etc.) entnommen waren. Die komplette Körperhaltung entsprach den typischen Bewegungen aus der chinesischen Kampfkunst. Auch bei den späteren Techniken konnte man als Basis deutlich weniger Karate-Techniken ausmachen, als vielmehr die Bewegungen des Kung-Fu-Stiles. Infolge dessen waren die Bewegungen für manch' einen Karateka weniger einfach auszuführen, da man sich zuerst an die "neuen Grundlagen" einer anderen Kampfkunst gewöhnen musste. Der Referent zeigte auf, wo und in welcher Kata einzelne Bewegungen zu finden sind, jedoch konnte man fast immer erkennen, dass die Basis beim Referenten nicht (mehr) im (Gôjû-Ryû/Shôtôkan-ryû) Karate lag, sondern im WT. Als Beispiel sei hier das typisches Merkmal des WT genannt, bei der die Faust vertikal verwendet wird und im Karate als Tate-Tsuki bekannt ist. Auch die Beinarbeit unterscheidet sich deutlich von der des "typischen" Shôtôkan-ryû-Karateka. Was jedoch verwunderlich ist, dass, wenngleich es auch viele ähnliche Techniken in anderen Kampfkünsten gibt, als Basis nicht die bisherigen erlernten Bewegungsformen genutzt werden um aufzuzeigen, wie Karatetechniken in einer SV-Situation anzuwenden sind. Vielmehr wird auf einem "Karate-Lehrgang" zu 80% Techniken aus einer anderen Kampfkunst gezeigt. Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, dass sich auf diesem Lehrgang auch Kampfkünstler aus dem WT einfanden um vom Referenten zu lernen. Worüber man sich jedoch wundern kann, ist die Tatsache, dass auch auf einem solchen Lehrgang weder Wurftechniken, Hebel- und Würge- bzw. Würgebefreiungstechniken gezeigt werden! Statt dessen wird auf Basis vom WT unterrichtet. Fazit:
Der Referent ist fachlich durchaus qualifiziert, jedoch zeigt er zu 80-90% Techniken aus dem WT, kaum Anwendungen aus Kata und deren Prinzipien, die zur SV nutzbar sind. Für einen Blick über den Tellerrand ist das Seminar durchaus empfehlenswert. Für Teilnehmer die SV auf Basis des Karate suchen jedoch nur bedingt empfehlenswert.
Unterschiede vs. Gemeinsamkeiten Irgendwie, ja irgendwie komme ich nicht umhin, mich in den Foren der (Kampfkunst-) Welt herumzutreiben. Und es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr in Stilen und Unterschieden gedacht wird. So versuchte ein User den Vergleich zwischen Karate und Bruce Lee anzustellen und wollte wissen: "[...] ob ihr euch als Karateka überhaupt mit ihm vergleichen könnt [...]" Über die Unterschiede von Kampfkünsten findet man in jenen Foren seitenlange Fäden in denen häufig von jungen, ja fast schon fanatischen Anhängern einer Kampfkunst darüber philosophiert wird, warum Kampfkunst A besser sei als B. Alleine dies wäre schon schwierig, da ein objektiver Vergleich so gut wie unmöglich ist. Aber Personen und Menschen miteinander zu vergleichen ist unweit schwerer. Wieso wird in diesen Sphären der "Unterscheidungen" gedacht? Gerade im Karate findet dies im besonderen Maß statt. Gôju-Ryû, Uechi-ryû, Wado-ryû und natürlich das Shôtôkan-ryû wird miteinander verglichen. Gerade direkte werden weiche runde Bewegungen gegenüber gestellt. Viele Shôtôkan-ryû-Karateka meinen, dass der betriebene Stil ausschließlich harte, direkte und weite Techniken habe und verschmähen deswegen häufig den Blick über den Tellerrand. Die Frage die sich stellt, ist doch jene, ob es in einem Stil nur harte und direkte Techniken geben darf oder gar geben kann. Beachtet man die Aussagen von Funkakoshi Gichin, so wird der Gedanke an den Stil "Shôtôkan" ad absurdum geführt, äußerte sich doch Funkakoshi zu Stilen dahingehen, dass es nur "ein Karate" gäbe. Eine Differenzierung in viele unterschiedliche Richtung machte er nicht. Ist es da nicht nur sinnvoll, ja sogar notwendig auch über den eigenen Horizont des Stiles hinaus zu schauen? Bedenkt man auch der Tatsache, dass die Asiaten häufig im "Ying-Yang"-Prinzip denken. Also hart UND weich. Anspannung UND Entspannung, langsam UND schnell. Bei der ausschließlichen Betrachtung des Shôtôkan-Stiles scheint es mir, als ob die Komponenten der Weichheit und der Entspannung vergessen werden. Auch habe ich den Eindruck, dass viele meinen, dass durch die Wahl der Stilrichtung ein Blick über den Tellerrand nicht notwendig, ja sogar überflüssig sei. Denn "man habe ja alles, was man brauche". Dieser Gedanke, den der junge Bursche den Karatekas in Bezug auf die Unterschiede zwischen Wing Chung respektive Bruce Lee und Karate unterstellte: "ach das ist doch etwas ganz anderes" brauchen wir nicht einmal bei der "Unterscheidung" zwischen Stilrichtungen wie Kung Fu, Escrima, Kobudo, etc. machen, diese findet doch tatsächlich schon innerhalb des Karate statt. Die Frage ist doch, wieso? Ist dies überhaupt notwendig? Das soll, kann, darf und vor allem MUSS bezweifelt werden. Wenn es früher letztlich nur zwei "relevante" Stile gab, also das Shorin- und Shorei-ryû, dann ist doch vielmehr zu fragen, was sind unsere Gemeinsamkeiten! Vor allem, wenn man bedenkt, dass viele Kampfkünste im Zusammenhang mit Waffen stehen (vgl. hierzu die verschiedenen gelehrten Stockkata im historischen Shôtôkan-Dôjô). Ein weiterer Grund für die Suche nach den "Gemeinsamkeiten" beruht doch auch darauf, dass der Mensch nun einmal nur zwei Arme und zwei Beine hat. Warum also nach Unterschieden suchen, die einen im Kampf einschränken könnten, wenn Gemeinsamkeiten den Horizont erweitern und befreien könn(t)en?
Pause Liebe Leser, aufgrund positiver beruflicher Entwicklung, werde ich in den nächsten Wochen weniger Zeit haben, meine Erfahrungen, neuerliches Wissen und vor allem Gedanken hier nieder zu schreiben. Auch wenn ich nun, für einige Zeit etwas kürzer treten und ich mit viel Freude und Enthusiasmus meiner neuen beruflichen Aufgaben entgegenschaue, werde ich von Zeit zu Zeit einige Zeilen niederschreiben oder aber andere inspirierende Texte bzw. Video-Clips verlinken/veröffentlichen. Ich hoffe, dass Ihr zwischenzeitlich neue Erfahrungen sammeln könnt und Euch dieser Blog einen kleinen Blick über den Tellerrand bringen konnte. Euch allen wünsche ich ein wunderschönes Jahr, viele neue Inspirationen. .
Heian Shodan Bunkai? Die Kata Heian Shodan ist eine der ersten Kata die im Shôtôkan-ryû unterrichtet wird. Sie gehört zu den "Basis" Kata und wurde aus der Kanku (Kushanku) entwickelt. Als eine der ersten Grundkata enthält diese, oberflächlich betrachtet, "Abwehrbewegungen" wie beispielsweise den Gedan Barai, Age Uke und Shuto Uke und die Angriffs-"technik" Oi-Tsuki. An dieser Stelle soll aber nicht auf die einzelnen Techniken der Kata eingegangen werden, sondern vielmehr einmal der Blick über den Tellerrand werfen. Vor einigen Tagen stellte ein User folgenden Clip in einem Karate-Forum vor. Schauen Sie sich mal diesen Clip an und vergleichen Sie einmal die hier flüssigen Bewegungen des hier gezeigten Kung-Fu mit der Kata Heian Shodan. Zuerst einmal die Heian Shodan aus dem Shôtôkan-ryû Karate: Quelle: youtube - 01.01.2010 Nun die Bewegungen des vorgestellten Kung-Fu-Clips: Quelle: youtube - 01.01.2010 Was meinen Sie (für sich), gibt es nicht verblüffende Ähnlichkeiten? Lassen Sie sich inspirieren, vielleicht, ja vielleicht entdecken Sie ja etwas neues für sich.
Heian Shodan
Bassai Dai vs. Matsumura Passai Die Kata "Bassai Dai" wird häufig als eine der ersten Sentei Kata in der Strömung des "Shôtôkan-ryû" gelehrt und wird, so die Meinung vieler, mit "die Festung erstürmen" übersetzt. Laut Lehrmeinung (die durch die JKA verbreitet wurde) ist diese Kata geprägt durch starke und harte Techniken. Heute wird die Kata i.d.R. wie folgt vorgeführt: Shôtôkan-ryû - Bassai Dai Entgegen der Lehrmeinung im Shôtôkan-ryû Karate wird der Name der Kata "Bassai Dai" im Shito-ryû Karate nicht mit erstürmen, sondern vielmehr mit "erschleichen" übersetzt. Damit ist gemeint, dass die Festung leise eingenommen wird. Entsprechend wird die Kata auch ausgeführt: Shito-ryû - Bassai Dai Eine noch viel interessantere Version der Bassai Dai zeigt Yuchoku Higa. Genauer gesagt, zeigt er die Matsumura Bassai. Bei der Betrachtung und Gegenüberstellung der "modernen" Bassai Dai und jener alten Form, die (wenn mich nicht alles täuscht) aus Okinawa kommt, fällt auf, dass sich die "Haltungen" deutlich unterscheiden. Der Oberkörper ist nicht gerade sondern vielmehr häufig gebeugt. Ähnlich, als würde ein Iaidoka die Klinge zum finalen Schlag ausführen. Doch betrachten Sie selbst die Kata (die leider hier nicht eingebettet werden kann und somit leider nur verlinkt ist): Matsumura Passai Es fällt auf, dass die Kata von Matsumura ggü. der heutigen, modernen Form mehr Techniken und Richtungswechsel enthält. Doch das ist nicht das wichtigste oder entscheidende. Interessant ist doch die Tatsache, dass die Grundzüge der "alten" Kata auch heute noch in der Kata zu finden sind. Die Behauptungen, dass die Meister nicht alles weiter erzählten könnte somit stimmen (woran ich persönlich keine Zweifel habe). Die Frage die sich an dieser Stelle (wieder einmal) stellt ist die, ob man diese Unterschiede ignorieren darf. Warum wurden Kata früher anders als heute ausgeführt? Hat sich durch die Veränderung etwas in der Effizienz und Effektivität verändert?
Quelle: youtube
Quelle: youtube
Quelle: youtube
Weihnachtsgruß Liebe Leser, das Jahr 2009 neigt sich langsam dem Ende entgegen. Ein Jahr in dem ich viele interessante und neue Eindrücke gewinnen konnte und sich (bei mir) ein Karate-Weg jenseits des Wettkampfsports immer mehr aufzeigt. Es gibt noch viel zu lernen und zu erforschen und in Schriftform festzuhalten. Sicherlich wird der Weg nicht immer einfach und klar sein und vielleicht verrenne ich mich auch einmal in einer Sackgasse. Dennoch erscheint es mir wichtig, viele Aussagen in der deutschen Karate-Szene zu hinterfragen und entsprechende Fachliteratur, die es zweifelsfrei gibt, zu Rate zu ziehen. Vermutlich werde ich mit dem Beginn des neuen Jahres - aufgrund beruflicher Veränderungen - weniger Zeit haben, um mich intensiv mit der Geschichte, der Entwicklung und dem heutigen Karate auseinander zu setzen. Doch ich bin überzeugt, dass irgendwann durchaus wieder die Zeit kommen wird, in der Ihr von meinen neuen Gedankengängen aber auch Feststellungen lesen könnte. Übrigens, solltet Ihr Hinweise auf gute Fachliteratur haben, so freue ich mich, wenn Ihr mir diese Informationen zugänglich machen könntet. Ich wünsche Euch ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Euer Dirk
Karate als Selbstverteidigung Die Überschrift dieses Beitrags ist an und für sich schon paradox, denn für was anderes als Selbstverteidigung wurde Karate ursprünglich entwickelt. Doch in der heutigen Zeit, so scheint es, ist dieses Wissen um die Wurzeln des Karate soweit in Vergessenheit geraten. Denn wie sonst kommt es nun dazu, dass ein großer Sportfachverband nun damit wirbt, dass man sich als "SV-Lehrer" ausbilden lassen kann? Hierzu entwickelte der "anerkannte" Sportfachverband ein Konzept, welches "hohen Ansprüchen einer solchen Thematik" genügen soll. Nachdem das Konzept entwickelt und vorgestellt wurde, ist sich der Verband sicher, "eine Lücke in seinem Angebot geschlossen" habe. Inhalte des neuen Konzepts sollen dabei folgende Inhalte umfassen: P r a x i s ( c a . 70%) Auf dem ersten Blick eine schöne Idee. Auf dem zweiten verwundert es doch jene Karateka, die Karate schon immer als Selbstverteidigungs-Kampfkunst sahen. Die Aussage, dass nun eine "Lücke im Angebot" geschlossen wurde, zeigt doch deutlich, dass Karate in den vergangenen Jahren mehr als Wettkampfsport als etwas anderes gesehen wurde. Dementsprechend gestaltete sich in vielen Dôjôs das Training. Doch nun ein plötzlicher Sinneswandel? Dabei stellt sich schon die Frage, ob - wenn man von Karate und Selbstverteidigung spricht - dies nicht schon immer der Kern und der Wettkampf eine Ausprägung ist. Doch das Wissen um das "Goshin Jutsu" wurde offensichtlich verdrängt, abgelehnt und/oder vergessen oder sind die Verantwortlichen für solche Fragen gar inkompetent? Schaut man sich die Inhalte näher an, so ist zu fragen, ob das (tägliche) Karatetraining nicht nur Praxis sondern auch Fitness lehrt bzw. lehren sollte? Ebenso wie Anatomische Kenntnisse? Warum wird zur Prüfung zum 1. Dan nicht verlangt, dass ein 1. Hilfe Kurs absolviert werden muss? Und wenn Karate unterrichtet wird, gehörend da nicht ebenso die Rechtsgrundlagen dazu? Warum wird, wenn Karate eine Kunst zu Selbstverteidigung ist, gerade die Themengebiete der Selbstbehauptung und der Psychologie unterschlagen? Diese Dinge sollten ebenso, wie ein Oi-Tsuki als Grundlagen verstanden werden und nicht nur und ausschließlich auf sogenannten SV-Lehrgängen oder ähnlich gelagerten Seminaren - wie hier die Fortbildung zum zertifizierten "SV-Lehrer" gelehrt werden. Eine Vernachlässigung dieser Themen durch Vereinstrainer grenzt in der heutigen Zeit an Fahrlässigkeit. Doch warum wird dieses Wissen nicht gelehrt? Die Antwort darauf kann doch nur lauten, weil viele Trainer nicht über die notwendigen Kenntnisse verfügen und zum großen Teil (noch immer) glauben, dass das geübte und gezeigte Wettkampfkarate zur Selbstverteidigung taugt. Die Aussage des Sportverbands, dass man nun eine Lücke im Angebot geschlossen habe, offenbart doch die Ignoranz sowie die Inkompetenz ggü. dem notwenigen Wissen um die Kampfkunst Karate. Es scheint so zu sein, als ob man nun, ganz plötzlich feststellt, das sich Karate auch zur Selbstverteidigung eigne. Das muss eine faszinierende Erkenntnis sein... Oder liegt der Hund woanders begraben? Schaut man sich die Ausschreibung an, so kann man feststellen, dass der Kurs mit einer späteren Lizenzvergabe einhergeht, so dass sich der Teilnehmer später als "lizenzierter SV-Lehrer" verkaufen darf. Dass der Weg dorthin vier Seminare umfasst und jedes einzelne (so jedenfalls ist es aus der Beschreibung herauszulesen) 450 Euro kostet, lassen einen noch andere Motive vermuten. Zusammenfassend möchte man ketzerisch sagen, dass der "anerkannte Sportfachverband" nun Seminare anbietet um Dinge zu lehren, die bereits seit Jahren Teil des Trainingsbetriebs und des Curriculums sein müssten. Für dieses Seminar mit scheinbar "neuem" Wissen - welches so oder so von den Trainern gelehrt werden müsste - wird eine fürstliche Gebühr erhoben, damit der zukünftige "zertifizierte SV-Lehrer" ein weiteres Dokument in den Händen hält, was ihn als vermeintlichen Experten qualifiziert. Gleichzeitig zeigt es sich, dass gerade durch den Fokus auf den Wettkampfsport gerade die wichtigen Inhalte der Selbstverteidigung nicht gelehrt werden. Erschreckend, wenn man bedenkt, dass viele Menschen mit den Kampfkünsten beginnen, um zu lernen, wie man sich selbst verteidigt.
Selbstbehauptung
Psychologie
Pädagogik
Methodik
Fitness
Anatomie, Erste Hilfe
Rechtsgrundlagen
Berufsgruppenausbildung
Logistik, Planung
Management
Karate - anerkannter Gesundheitssport? Würde man jedes Werbeversprechen der Marketing-Strategen glauben, so wären viele der angepriesenen Produkte von einer solch hohen Qualität, dass andere konkurrierende Produkte schon längst vom Markt hätten genommen werden müssen, da die Mitbewerber chancenlos sein müssten. Im Karate wird häufig von einem Verband damit geworben, dass Karate durch die "World Health Organization" (WHO) als "Gesundheitssport" anerkannt sei. Dementsprechend organisiert dieser Verband mit Krankenkassen entsprechende Kurse, die zum positiven Gesundheitsempfinden der Teilnehmer beitragen und gleichzeitig die Mitgliederzahl in jenem Verband erhöhen soll. Das alleine wäre nicht kritikwürdig. Doch schaut man hinter die Fassade, so erscheinen doch deutliche Risse erkennbar zu sein. Nach (dem derzeitigen Stand) der Anfrage äußerte sich bislang weder die WHO, noch ein Weltverband des Karatesports zur "Anerkennung" des Karates als Gesundheitssports. In den mir vorliegenden Schreiben (, welches durch den Karate-Weltverband an eine spanische Universität gerichtet ist,) kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht festgestellt werden, ob es sich tatsächlich um eine Anerkennung der WHO handelt, da dieses Schreiben auf spanisch verfasst ist (und ich leider über keine Spanisch-Kenntnisse verfüge). In einem Schreiben des nationalen Karateverbands liest sich die Überschrift schon ganz anders, dort steht, dass "Karate als therapeutische Disziplin durch die WHO unterstützt" wird. (2) Von "Anerkennung als Gesundheitssport" ist somit keine Rede! Oder etwa doch? Doch was ist eine Therapie? Eine Therapie wird doch dann veranlasst, wenn es sich um eine Maßnahme handelt die zur Heilung eines Kranken dient. Wikipedia schreibt dazu folgendes: Die Therapie (griechisch θεραπεία therapeia „das Dienen, die Bedienung, die Dienstleistung, die Pflege der Kranken) bezeichnet in der Medizin die Maßnahmen zur Behandlung von Krankheiten und Verletzungen. Ziel des Therapeuten ist die Heilung, die Beseitigung oder Linderung der Symptome und die Wiederherstellung der körperlichen oder psychischen Funktion. Verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung einer Krankheit werden oft als Therapieoptionen bezeichnet. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Therapie (Stand: 12.11.2009) Was ist also unter einer "Karate-Therapie" zu verstehen? Anhand der mir vorliegenden Unterlagen kann dies momentan nicht abschließend geklärt werden, da darüber keine Informationen vorliegen. An dieser Stelle muss Karate, wenn es um eine Therapieform geht, als ein "temporärer" Vorgang angesehen werden, da das Ziel die Gesundung eines Menschen sein muss. Es geht also nicht, wie im Begriff des "Gesundheitssports" unterstellt werden kann, darum, dass ein langfristiges und präventives Training vor gesunheitlichen Schäden schützen soll, sondern viel eher darum, dass mit Hilfe durch eine Therapie eine Krankheit behandelt werden soll um eine Genesung herbeizuführen. Aber gerade eine präventive Maßnahme unter einem langfristigen Zeithorizont wird durch die Bevölkerung unter dem Aspekt "Gesundheitssport" verstanden. Gesundheitssport wird aus medizinischer Sicht wie folgt definiert: Unter Gesundheitssport wird alle Form von Sport zusammengefasst, bei dem der Erhalt, die Verbesserung und Prävention der Gesundheit als primäres Ziel verstanden wird. Sport wird demnach instrumentalisiert und besonders in der Prävention und Rehabilitation angewandt. Sport ist für Gesundheit elementar und stellt neben der Akutbehandlung, der Rehabilitation und der Pflege die vierte Säule im Gesundheitswesen dar. Quelle: http://www.dr-gumpert.de/html/gesundheit.html (Stand: 12.11.2009) Im ersten Moment kann man zwischen beiden Begrifflichkeiten eine gemeinsame Schnittmenge finden, jedoch spielt für mich u.a. der zeitliche Horizont eine wesentliche Rolle. Während die Therapie zu einem bestimmten Zeitpunkt endet, erfordern präventive Maßnahmen im Gesundheitsbereich eine längerfristige und nachhaltige Zeitachse. Unter dem "ganzheitlichen" Aspekt des häufig propagierten "Gesundheitssport" sind somit auch Fragen zu funktionalen und biomechanischen Bewegungen zu klären. Gerade an dieser Stelle kommen wir an einen wesentlichen Punkt in der heutigen Karate-Landschaft. Wird gerade für Personen ab 30 Jahren ein entsprechendes Trainingsangebot gemacht? Werden die Techniken nach funktionalen und biomechanischen Bewegungen ausgeführt? Kann man somit, wenn man in die heutige Form des Karate-Trainings schaut von einem Gesundheitssport Karate sprechen? Ich bezweifle es. Daraus ergeben sich für mich folgende und weitere Fragen, die durch eine "Karate-Therapie" aufgeworfen werden: 1) Was beinhaltet die "Karate Therapie"? Karate, das steht unzweifelhaft fest, kann durchaus eine Sportart sein, welche einen ganzheitlichen und präventiven Charakter hat, allerdings nur dann, wenn das Training in den Dôjôs entsprechend gestaltet wird. Dazu gehört, dass im Karate auf funktionale Bewegungen geachtet wird, bei der die vorhandene Muskelatur unterstützt wird und eine Kräftigung erfährt. .
2) Wie wurde diese entwickelt?
3) Mit was und unter welchen Gesichtspunkten wurde die Karate-Therapie verglichen?
4) Wie wurde die Therapie getestet also unter welchen "Bedingungen"?
5) Sind die Ergebnisse auf den Breitensport, die Vereine und Dôjôs übertragbar?
6) Wurde diese Untersuchung unter den gleichen Trainingsbedingungen wie in den Dôjôs durchgeführt oder unter optimalen "Laborbedingungen"?
7) Welcher Zeithorizont wird einer solchen Therapie unterstellt?
Neue Bloggestaltung Nach langer Zeit und vielen Themen, möchte ich bei der Veröffentlichung meiner Beiträge neue Wege gehen und eine neue Blogaufteilung vornehmen. So werde ich die Themengebiete Wirtschaft & Politik zukünftig in meinem Blog Vogel-Perspektive veröffentlichen, so wie ich es bei "Ethik" schon angefangen habe. ebenso werde ich (vermutlich) auch "Alltagsthemen" auf diesen Blog verlegen. Dieser Blog wird sich künftig in erster Linie mit Themen der Kampfkunst im Allgemeinen und Karate im Besonderen befassen. Dies bedeutet, dass ich langfristig alle nicht Kampfkunst/Karate relevanten Themen auf den Blog Vogelperspektive verlagern werde. Übrigens liebe Leser, ich freue mich über konstruktive Gedanken, die Denkanstöße liefern. Von daher nutzt, wenn möglich durchaus auch die Kommentarfunktion. Vielen Dank Dirk
Zeit des (Versicherungs-) Wechsels
So sicher wie jedes Jahr am 24.12. Heilig Abend gefeiert wird, so sicher sieht man in der Fernseh- und Zeitschriften-Werbung die Aufforderung zum Versicherungswechsel für das Kraftfahrzeugs.
Auch dieses Jahr ist es wieder soweit. Nachdem sich die Versicherer zum jährlichen Meeting getroffen haben um die für das kommende Jahr geltenden Schlüsselmerkmale zu ermitteln, hat der Kunde die Chance seine KFZ-Versicherung neu berechnen zu lassen. Und das sich das rentiert, steht außer Frage. Je nachdem wann Sie das letzte Mal Ihre KFZ-Versicherung durchgerechnet haben, können je nach Fahrzeugtyp, Kilometerleistung u.a. Merkmalen mehrere 100 Euro Ersparnis rausspringen.
Was müssen Sie beachten?
Zuerst muss Ihr Fahrzeug mindestens ein Jahr beim jetzigen Anbieter versichert sein. Ist dies der Fall, ist eine Kündigung zum 31.12.2009 möglich.
Zum Kündigungsverfahren sind folgende Dinge anzumerken. Viele Versicherer sehen bei der KFZ-Versicherung den Zeitraum des Versicherungsjahres wie folgt: 01.01.d.J. – 31.12.d.J.
Da die Kündigungsfrist (lt. VVG) 1 Monat zum Ende des Versicherungsjahres beträgt, muss die Kündigung schriftlich und postalisch am 30.11. bei Ihrem Versicherungsanbieter eingegangen sein! Ein späterer Eingang der Kündigung ist unwirksam, ebenso wie die Kündigung per E-Mail!
Ein jährlicher Vergleich der KFZ-Versicherung ist jährlich ab Ende Oktober bzw. Anfang November zu empfehlen, da zu diesem Zeitpunkt i.d.R. die neuen Typ- und Regionalschlüssel sowie neue Versicherungstarife bei den Anbietern eingespielt wurden.
Im Internet gibt es unterschiedliche Versicherungsportale, bei denen man die Preise vergleichen kann. Wichtig ist dabei, dass man exakt die Versicherungsmerkmale sowie den Umfang der Versicherungsleistungen vergleicht, damit ein möglichst genaues Vergleichsbild herauskommt. Haben Sie jeweils die richtige Kilometerleistung angegeben? Werden die gleichen (oder zumindest ähnlichen) weichen Tarifmerkmale (Garage, Einzelfahrer, etc.) abgefragt?
Wie sieht der Versicherungsumfang aus? Was ist Ihnen wichtig? Brauchen Sie den Austausch der KFZ-Schlösser mit 500 Euro Versicherungssumme? Oder benötigen Sie bei einem 10 Jahre alten Fahrzeug noch eine Vollkasko-Versicherung?
Wenn Sie alles eingetragen und verglichen haben, sollten Sie dennoch Ihren Versicherer anrufen und ihn wissen lassen, dass Sie über einen Versicherungswechsel nachdenken und nun wissen möchten, ob er beim Vertrag etwas machen kann. Argumentieren Sie ruhig mit dem Internet-Angebot. Denn wenn Sie Kunde sind, kann es durchaus sein, dass der Versicherer doch noch etwas an der Preisschraube drehen kann. Übrigens, unter den Versicherern gilt der KFZ-Versicherung als Einstiegs- und Ausstiegsvertrag bei dem entweder weiteres Neugeschäft hinzukommen oder aber Bestandsverträge verloren gehen könnten.
Nichts desto trotz sollten Sie sich überlegen, ob es in jedem Fall günstiger ist, bei einem billigen Anbieter zu sein oder doch ein paar Euro mehr zu zahlen, wenn der Vertreter dafür eine bessere Erreichbarkeit garantiert. Unterschätzen Sie nicht den Service der Gesellschaft. Finden Sie das richtige Mittelmaß im Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ein Tipp zum Schluss, nutzen Sie mehrere Vergleichsportale im Internet, denn vielleicht bietet „Konkurrenzportal“ bessere Alternativen an.
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http://www.check24.de
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