Dieser Blog beschäftigt sich (u.a.) mit den Kampfkünsten, insbesondere dem (Shôtôkan-ryû) Karate. Allerdings werden von Zeit zu Zeit auch andere Themen angesprochen.

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Reichtum....

Geschrieben von Dirk.Z am 19.03.2010 um 11:08
in 2) Wirtschaft u. Politik. 0 Kommentare. Link.

Reichtum....

muss nicht verblenden. Das sieht man am zwischenzeitlich drittreichsten Mann der Welt, Warren Buffet. Er, der aus rund 100.000 US-$ ein Milliarden Vermögen erwirtschaftet hat, sieht die vergangenen und aktuellen Geschäftspraktiken und Gehaltsvorstellungen von Bankern und Vorstandsvorsitzenden mehr als kritisch.

Doch darf ein Mann wie er sich ein Urteil über andere erlauben? Er wird doch bestimmt mehr verdienen als jene die unser Bankensystem zerstören? Vielleicht gehört er ja auch dazu?

Weit gefehlt. Warren Buffet gehört nicht zu jenen Heuschrecken, die Firmen aufkaufen, diese dann zerstückeln und verkaufen oder auf andere Art und Weise ausbluten lassen. Im Gegenteil. Er investiert in Firmen, bei denen er langfristigen Erfolg sieht. Häufig lässt er vieles so wie es ist, wenn das bisherige Geschäftskonzept weiterhin schlüssig ist. Er hält nichts von schnellen und kurzfristigen Gewinnen.

Er selbst gönnt sich - im Vergleich zu Managern wie Ackermann und Ron Sommer - nur ein mageres jährliches Gehalt, von rund 100.000 US-$, welches er seit Jahren nicht erhöht hat und wohnt noch immer in seinem 30 Jahre alten Haus.

Ja er ist sich selbst nicht zu schade, auch einmal über sich selbst zu lachen. Und so machte er auch bei folgendem Clip als alternder Rockstar mit Tatoos und langen Haaren mit:

 

Es bleibt nur eines zu einem solchen Mann zu sagen: Respect, Mr. Buffet!

Quelle:
www.ftd.de/unternehmen/versicherungen/:skurriler-auftritt-buffett-rockt-im-ernst/50090623.html

Stand: 19.03.2010

 

Gedanken - Teil II

Geschrieben von Dirk.Z am 8.03.2010 um 11:13
in 4) Karate. 0 Kommentare. Link.

Gedanken - Teil II

Die Gedanken an der persönlichen Weiterentwicklung lassen mich nicht los. In meinem letzten Beitrag versuchte ich meine losen Gedanken niederzuschreiben. Und heute, beim nochmaligen lesen, stelle ich fest, dass vieles missverständlich verstanden werden könnte.

Wie genau soll man beschreiben, wie das eigene Karate aussehen soll, wenn man es selbst nicht weiß? Betrachte ich Karate als Kampfkunst, so sehe ich darin mehr, als das von mir viel zitierte Sportkarate. Und gerade dieses Wissen um das vorhanden sein von mehr als "Distanzüberwindung" und der von vielen als "überflüssig" betrachteten Kata ist es, was mich momentan umtreibt.

Doch wie erkenne ich, wie Kata anzuwenden bzw. zu "lesen" ist? Wie erkenne ich die im Karate versteckte zerstörerische Kraft, die in den letzten Jahren mehr und mehr in Vergessenheit geraten ist?

Was mich derzeit fasziniert ist die Kampfkunstübergreifende Verbindung zwischen Karate, Jûdô und Iaidô, wenngleich ich die letzten beiden Künste nicht wirklich ausübe. Doch der geringe Einblick der mir bisher vergönnt ist, zeigt mir, dass es offensichtlich viele Prinzipien gibt, die in jeder der drei Künste zu finden ist. Ja ich möchte sogar behaupten, die in allen Künsten zu finden sind.

Ich muss zugeben, ich beneide (i.S. das möchte ich auch können und wissen) jene, die dieses Wissen und Können haben. Die das tiefere innere Verständnis für die Künste nutzen um Techniken effektiv und effizient anzuwenden.

Heute hatte ich die Gelegenheit in einem Forum mehr über das - sagen wir mal - Gravitationszentrum und der Destabilisierung der Kraftlinien zu lesen. Dinge von denen ich dachte, dass ich darüber etwas wisse. Doch statt dessen stelle ich fest, dass ein von mir sehr hoch geschätzter Jûdôka diese Dinge "neu" ausprobierte und die von ihm bisher ausgeführten Techniken noch wirksamer wurden als diese ohnehin schon waren.

Das interessante an dieser Tatsache ist, dass dieses Know-How dieses mal von einem Karateka kam, während ich zu einem anderen Zeitpunkt, der Wissenstransfer vom Jûdô zum Karate ging.

Letztlich bedeutet dies doch, dass ich für das Verständnis meines Karates noch weiter forschen muss, damit ich meine persönliche Effizienz erreiche und um ein Karate zu betreiben, bzw. betreiben zu können, das im Ernstfall wirkt!

Gedanken...

Geschrieben von Dirk.Z am 25.02.2010 um 23:59
in 4) Karate. 0 Kommentare. Link.

Gedanken

Häufig wird von vielen Trainern der 1. Dan als "die Stufe des Suchenden" bezeichnet. Eine Aussage, die zwar gut gemeint ist, aber dennoch so in der Kampfkunst Karate nicht existent ist. Wie aus diversen Quellen zu lesen ist. Gibt es solche Abstufen schlicht und ergreifend nicht. Jedenfalls ist den Historikern oder auch anderen ernsthaft Interessierten Karatekas keine schriftliche Quelle bekannt, wo exakt dies niedergeschrieben steht.

Dennoch habe ich immer wieder den Eindruck, dass ich mich gerade auf der Suche nach meinem persönlichen und richtigen Weg befinde. Wohin soll mein Karate gehen. Angeregt durch einen Beitrag (1) auf Karate-news und dem heutigen Training beim regionalen Dan-Shakai zwischen den regional ansässigen Dôjô sind mir verschiedene Gedanken durch den Kopf gegangen.

Wie soll bspw. mein Karate "aussehen"? Bzw. genauer beschrieben, was soll es beinhalten? Welche Trainingsformen?

Durch die letzten Wochen und Monate bin ich zu verschiedenen Überlegungen gekommen. Nur "hartes" Karate kann nicht richtig sein. Aber ein reines "weiches" Karate auch nicht. Aber um etwas Klarheit in die beiden Sätze zu bringen. Was ist hart und was weich. Nun unter hart verstehe ich Karate, bei dem grds. nur "geholzt" wird. Man sich also die "Knochen" grün und blau schlägt ohne Rücksicht auf Verluste. Ein Training in dem bis zum geht nicht mehr am Makiwara trainiert wird und zum Schluss die Knöchel blutig sind.

Ein reines weiches Training kann ich mir aber auch (noch?) nicht vorstellen. Nur lockere aber vor allem lasche Techniken. Also Techniken, die einem beim ersten Widerstand (theoretisch) zusammenbrechen lässt, weil man nicht gewohnt ist über eine gewisse "Härte" zu verfügen.

Wie soll also mein Training aussehen? Derzeit glaube ich, dass ein Training sowohl weiche Elemente aber auch harte Elemente beinhalten kann. Weich i.S. von der Aufnahme von Techniken (Uke-Waza), Durchführung von Würfen (Nage-Waza) oder auch im Bodenrandori (welches im Karate kaum trainiert wird). Sozusagen eine weiche Flexibilität um auf den Gegner einzugehen. Aber auch "weiche" Schläge i.S. von "Tsuki keage" (dieser Begriff ist nun falsch, ohne Frage, aber ich möchte damit etwas zur Geltung bringen nämlich...), daß heißt peitschenartige Faustschläge.

Hartes Training könnte bspw. Dinge beinhalten wie Trainingselemente aus dem Kyokushin-Karate. Oder aber Dinge, die bspw. im Thai-Boxen geübt werden.

Also ein fließender Übergang von weich in hart. Von Locker- und Einfachheit. Von einer dynamischen Flexibilität/Härte.

Ein Karate, welches ebenso großen Wert auf Kata, Kata-Bunkai legt, wie auch auf den kämpferischen Aspekt, der nicht im Rahmen des Wettkampfs, sondern gedanklich an der Straße orientiert ist. Also genauer gesagt, Jissen-Kumite. Karate welches ebenso den Hiza-geri als auch den Empi einsetzt. Bei dem gegriffen und geworfen werden kann. Welches sowohl die "Fern-Distanz" als auch den "Infight" lehrt. Ebenso wichtig erscheinen mir Dinge wie Atemi-Waza/Kyushu.

Denn wie Karate nur eine "weite Distanz" beinhalten, wenn ein Kampf meist nicht aus einer Distanz von 2m beginnt?

Also ein Karate, welches "komplett" und umfangreich ist und sich nicht nur auf einzelne Dinge des Wettkampfs beschränkt und somit kastriert gelehrt wird.

Auch wenn ich momentan noch nicht weiß, wohin mich mein Karate-Durst führt und welches mein Karate sein wird, so weiß ich jedoch gewiss, dass Karate in dem als wichtigster Kern die "sportliche" Distanzüberwindung gelehrt wird, kaum noch meinem Interesse entspricht. Denn ich frage mich - wie so häufig in der Vergangenheit - warum ich eine Distanz zum Angreifer überwinden soll, wenn er mich angreift (wenn ich nicht gerade einen "Präventivschlag" ausüben möchte).

Heute habe ich noch etwas gelernt. Der deutliche Unterschied im kämpferischen Denken/Handeln. In einem Handeln nach Regeln und meinem Denken in Karate als SV. Während der Partner in einem spielerischen Kampf an Regeln dachte, war meine Hand schon im Bereich der Disqualifikation (gedan). Eine interessante Erfahrung. Ebenso wie die Tatsache, dass auch jener Partner (ebenso wie ich früher) in 1-2-Kombinationen dachte und handelte. Lockerheit, Entspanntheit aber auch und vor allem kontinuierliche (kämpferische) Bewegungen ohne Stopp.

Ein Karate, jenseits der genormten Konventionen des heutigen regulierten Wettkampfs... - Jissen Kumite?

(1) www.karate-news.de/smfalt/index.php

*Diese hier niedergeschriebenen Gedanken sind nicht fixiert, sondern sollten als dynamisch betrachtet werden. Gedanken und Empfindungen können sich im Laufe der Zeit verändern und unterliegen einem Wandel.

Erfahrungen auf einem SV-Lehrgang

Geschrieben von Dirk.Z am 8.02.2010 um 20:30
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Erfahrungen auf einem SV-Lehrgang

Das Karate nicht gleich SV ist, ja das musste man in letzter Zeit öfters lesen. Damit dieser Missstand nun behoben wird und Karate endlich wieder das wird, was es sein sollte, wird in einem großen Karateverband entsprechende Fortbildungen angeboten die mit dem Zertifikat "SV-Lehrer" abschließen. Einer der SV-Beauftragten weilte vor kurzem in heimatlichen Gefilden und so bot es sich an, einen "normalen" SV-Lehrgang zu besuchen um so neues zu lernen.

Vorab etwas zum Referenten des Lehrgangs. Der Referent ist Ausbilder bei der Polizei und hält den 5. Dan im Karate. Menschlich gesehen hat der Autor den Referenten als äußerst positiv gesehen, dem die Teilnehmer am Herzen liegt und mit Spaß und Freude sein Wissen weitergeben möchte.

Der Tageslehrgang fand unter einem bekannten Trainer statt, der insgesamt 4 Einheiten á 1,5 Stunden (jeweils 2 Einheiten für Einsteiger sowie für Fortgeschrittene) anbot. In der "Einsteiger-Einheit" sollten die Teilnehmer Grundlagen erlernen um sich bspw. gegen "fassen wollende" Angreifer zu wehren. Schon bei der Vorführung der Abwehrtechnik fiel auf, dass die Bewegungen aus dem WT (Wing Tsun/Wing Chun, etc.) entnommen waren. Die komplette Körperhaltung entsprach den typischen Bewegungen aus der chinesischen Kampfkunst.

Auch bei den späteren Techniken konnte man als Basis deutlich weniger Karate-Techniken ausmachen, als vielmehr die Bewegungen des Kung-Fu-Stiles. Infolge dessen waren die Bewegungen für manch' einen Karateka weniger einfach auszuführen, da man sich zuerst an die "neuen Grundlagen" einer anderen Kampfkunst gewöhnen musste.

Der Referent zeigte auf, wo und in welcher Kata einzelne Bewegungen zu finden sind, jedoch konnte man fast immer erkennen, dass die Basis beim Referenten nicht (mehr) im (Gôjû-Ryû/Shôtôkan-ryû) Karate lag, sondern im WT. Als Beispiel sei hier das typisches Merkmal des WT genannt, bei der die Faust vertikal verwendet wird und im Karate als Tate-Tsuki bekannt ist. Auch die Beinarbeit unterscheidet sich deutlich von der des "typischen" Shôtôkan-ryû-Karateka.

Was jedoch verwunderlich ist, dass, wenngleich es auch viele ähnliche Techniken in anderen Kampfkünsten gibt, als Basis nicht die bisherigen erlernten Bewegungsformen genutzt werden um aufzuzeigen, wie Karatetechniken in einer SV-Situation anzuwenden sind. Vielmehr wird auf einem "Karate-Lehrgang" zu 80% Techniken aus einer anderen Kampfkunst gezeigt.

Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, dass sich auf diesem Lehrgang auch Kampfkünstler aus dem WT einfanden um vom Referenten zu lernen. Worüber man sich jedoch wundern kann, ist die Tatsache, dass auch auf einem solchen Lehrgang weder Wurftechniken, Hebel- und Würge- bzw. Würgebefreiungstechniken gezeigt werden! Statt dessen wird auf Basis vom WT unterrichtet.

Fazit:
Der Referent ist fachlich durchaus qualifiziert, jedoch zeigt er zu 80-90% Techniken aus dem WT, kaum Anwendungen aus Kata und deren Prinzipien, die zur SV nutzbar sind. Für einen Blick über den Tellerrand ist das Seminar durchaus empfehlenswert. Für Teilnehmer die SV auf Basis des Karate suchen jedoch nur bedingt empfehlenswert.

 

Unterschiede vs. Gemeinsamkeiten

Geschrieben von Dirk.Z am 23.01.2010 um 10:58
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Unterschiede vs. Gemeinsamkeiten

Irgendwie, ja irgendwie komme ich nicht umhin, mich in den Foren der (Kampfkunst-) Welt herumzutreiben. Und es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr in Stilen und Unterschieden gedacht wird.

So versuchte ein User den Vergleich zwischen Karate und Bruce Lee anzustellen und wollte wissen: "[...] ob ihr euch als Karateka überhaupt mit ihm vergleichen könnt [...]"

Über die Unterschiede von Kampfkünsten findet man in jenen Foren seitenlange Fäden in denen häufig von jungen, ja fast schon fanatischen Anhängern einer Kampfkunst darüber philosophiert wird, warum Kampfkunst A besser sei als B. Alleine dies wäre schon schwierig, da ein objektiver Vergleich so gut wie unmöglich ist. Aber Personen und Menschen miteinander zu vergleichen ist unweit schwerer.

Wieso wird in diesen Sphären der "Unterscheidungen" gedacht? Gerade im Karate findet dies im besonderen Maß statt. Gôju-Ryû, Uechi-ryû, Wado-ryû und natürlich das Shôtôkan-ryû wird miteinander verglichen. Gerade direkte werden weiche runde Bewegungen gegenüber gestellt.

Viele Shôtôkan-ryû-Karateka meinen, dass der betriebene Stil ausschließlich harte, direkte und weite Techniken habe und verschmähen deswegen häufig den Blick über den Tellerrand. Die Frage die sich stellt, ist doch jene, ob es in einem Stil nur harte und direkte Techniken geben darf oder gar geben kann.

Beachtet man die Aussagen von Funkakoshi Gichin, so wird der Gedanke an den Stil "Shôtôkan" ad absurdum geführt, äußerte sich doch Funkakoshi zu Stilen dahingehen, dass es nur "ein Karate" gäbe. Eine Differenzierung in viele unterschiedliche Richtung machte er nicht. Ist es da nicht nur sinnvoll, ja sogar notwendig auch über den eigenen Horizont des Stiles hinaus zu schauen?

Bedenkt man auch der Tatsache, dass die Asiaten häufig im "Ying-Yang"-Prinzip denken. Also hart UND weich. Anspannung UND Entspannung, langsam UND schnell.

Bei der ausschließlichen Betrachtung des Shôtôkan-Stiles scheint es mir, als ob die Komponenten der Weichheit und der Entspannung vergessen werden. Auch habe ich den Eindruck, dass viele meinen, dass durch die Wahl der Stilrichtung ein Blick über den Tellerrand nicht notwendig, ja sogar überflüssig sei. Denn "man habe ja alles, was man brauche".

Dieser Gedanke, den der junge Bursche den Karatekas in Bezug auf die Unterschiede zwischen Wing Chung respektive Bruce Lee und Karate unterstellte: "ach das ist doch etwas ganz anderes" brauchen wir nicht einmal bei der "Unterscheidung" zwischen Stilrichtungen wie Kung Fu, Escrima, Kobudo, etc. machen, diese findet doch tatsächlich schon innerhalb des Karate statt.

Die Frage ist doch, wieso? Ist dies überhaupt notwendig? Das soll, kann, darf und vor allem MUSS bezweifelt werden. Wenn es früher letztlich nur zwei "relevante" Stile gab, also das Shorin- und Shorei-ryû, dann ist doch vielmehr zu fragen, was sind unsere Gemeinsamkeiten!

Vor allem, wenn man bedenkt, dass viele Kampfkünste im Zusammenhang mit Waffen stehen (vgl. hierzu die verschiedenen gelehrten Stockkata im historischen Shôtôkan-Dôjô).

Ein weiterer Grund für die Suche nach den "Gemeinsamkeiten" beruht doch auch darauf, dass der Mensch nun einmal nur zwei Arme und zwei Beine hat.

Warum also nach Unterschieden suchen, die einen im Kampf einschränken könnten, wenn Gemeinsamkeiten den Horizont erweitern und befreien könn(t)en?

Pause

Geschrieben von Dirk.Z am 7.01.2010 um 20:49
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Pause

Liebe Leser,

aufgrund positiver beruflicher Entwicklung, werde ich in den nächsten Wochen weniger Zeit haben, meine Erfahrungen, neuerliches Wissen und vor allem Gedanken hier nieder zu schreiben.

Auch wenn ich nun, für einige Zeit etwas kürzer treten und ich mit viel Freude und Enthusiasmus meiner neuen beruflichen Aufgaben entgegenschaue, werde ich von Zeit zu Zeit einige Zeilen niederschreiben oder aber andere inspirierende Texte bzw. Video-Clips verlinken/veröffentlichen.

Ich hoffe, dass Ihr zwischenzeitlich neue Erfahrungen sammeln könnt und Euch dieser Blog einen kleinen Blick über den Tellerrand bringen konnte.

Euch allen wünsche ich ein wunderschönes Jahr, viele neue Inspirationen.

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Heian Shodan Bunkai?

Geschrieben von Dirk.Z am 1.01.2010 um 15:52
in 4) Karate. 0 Kommentare. Link.

Heian Shodan Bunkai?

Die Kata Heian Shodan ist eine der ersten Kata die im Shôtôkan-ryû unterrichtet wird. Sie gehört zu den "Basis" Kata und wurde aus der Kanku (Kushanku) entwickelt. Als eine der ersten Grundkata enthält diese, oberflächlich betrachtet, "Abwehrbewegungen" wie beispielsweise den Gedan Barai, Age Uke und Shuto Uke und die Angriffs-"technik" Oi-Tsuki. 

An dieser Stelle soll aber nicht auf die einzelnen Techniken der Kata eingegangen werden, sondern vielmehr einmal der Blick über den Tellerrand werfen. Vor einigen Tagen stellte ein User folgenden Clip in einem Karate-Forum vor. Schauen Sie sich mal diesen Clip an und vergleichen Sie einmal die hier flüssigen Bewegungen des hier gezeigten Kung-Fu mit der Kata Heian Shodan. 

Zuerst einmal die Heian Shodan aus dem Shôtôkan-ryû Karate: 

Quelle: youtube - 01.01.2010
Heian Shodan

 

Nun die Bewegungen des vorgestellten Kung-Fu-Clips:

Quelle: youtube - 01.01.2010

Was meinen Sie (für sich), gibt es nicht verblüffende Ähnlichkeiten? Lassen Sie sich inspirieren, vielleicht, ja vielleicht entdecken Sie ja etwas neues für sich.

Bassai Dai vs. Matsumura Passai

Geschrieben von Dirk.Z am 31.12.2009 um 01:36
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Bassai Dai vs. Matsumura Passai

Die Kata "Bassai Dai" wird häufig als eine der ersten Sentei Kata in der Strömung des "Shôtôkan-ryû" gelehrt und wird, so die Meinung vieler, mit "die Festung erstürmen" übersetzt. Laut Lehrmeinung (die durch die JKA verbreitet wurde) ist diese Kata geprägt durch starke und harte Techniken. Heute wird die Kata i.d.R. wie folgt vorgeführt: 

Shôtôkan-ryû - Bassai Dai
Quelle: youtube

Entgegen der Lehrmeinung im Shôtôkan-ryû Karate wird der Name der Kata "Bassai Dai" im Shito-ryû Karate nicht mit erstürmen, sondern vielmehr mit "erschleichen" übersetzt. Damit ist gemeint, dass die Festung leise eingenommen wird. Entsprechend wird die Kata auch ausgeführt: 

Shito-ryû - Bassai Dai
Quelle: youtube

Eine noch viel interessantere Version der Bassai Dai zeigt Yuchoku Higa. Genauer gesagt, zeigt er die Matsumura Bassai. Bei der Betrachtung und Gegenüberstellung der "modernen" Bassai Dai und jener alten Form, die (wenn mich nicht alles täuscht) aus Okinawa kommt, fällt auf, dass sich die "Haltungen" deutlich unterscheiden. Der Oberkörper ist nicht gerade sondern vielmehr häufig gebeugt. Ähnlich, als würde ein Iaidoka die Klinge zum finalen Schlag ausführen. Doch betrachten Sie selbst die Kata (die leider hier nicht eingebettet werden kann und somit leider nur verlinkt ist):

www.youtube.com/watch

Matsumura Passai
Quelle: youtube

Es fällt auf, dass die Kata von Matsumura ggü. der heutigen, modernen Form mehr Techniken und Richtungswechsel enthält. Doch das ist nicht das wichtigste oder entscheidende. Interessant ist doch die Tatsache, dass die Grundzüge der "alten" Kata auch heute noch in der Kata zu finden sind. Die Behauptungen, dass die Meister nicht alles weiter erzählten könnte somit stimmen (woran ich persönlich keine Zweifel habe).

Die Frage die sich an dieser Stelle (wieder einmal) stellt ist die, ob man diese Unterschiede ignorieren darf. Warum wurden Kata früher anders als heute ausgeführt? Hat sich durch die Veränderung etwas in der Effizienz und Effektivität verändert?

 

Weihnachtsgruß

Geschrieben von Dirk.Z am 24.12.2009 um 16:18
in 5) sonstiges. 0 Kommentare. Link.

Weihnachtsgruß

Liebe Leser,

das Jahr 2009 neigt sich langsam dem Ende entgegen. Ein Jahr in dem ich viele interessante und neue Eindrücke gewinnen konnte und sich (bei mir) ein Karate-Weg jenseits des Wettkampfsports immer mehr aufzeigt.

Es gibt noch viel zu lernen und zu erforschen und in Schriftform festzuhalten. Sicherlich wird der Weg nicht immer einfach und klar sein und vielleicht verrenne ich mich auch einmal in einer Sackgasse. Dennoch erscheint es mir wichtig, viele Aussagen in der deutschen Karate-Szene zu hinterfragen und entsprechende Fachliteratur, die es zweifelsfrei gibt, zu Rate zu ziehen.

Vermutlich werde ich mit dem Beginn des neuen Jahres - aufgrund beruflicher Veränderungen - weniger Zeit haben, um mich intensiv mit der Geschichte, der Entwicklung und dem heutigen Karate auseinander zu setzen. Doch ich bin überzeugt, dass irgendwann durchaus wieder die Zeit kommen wird, in der Ihr von meinen neuen Gedankengängen aber auch Feststellungen lesen könnte.

Übrigens, solltet Ihr Hinweise auf gute Fachliteratur haben, so freue ich mich, wenn Ihr mir diese Informationen zugänglich machen könntet.

Ich wünsche Euch ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Euer

Dirk

Karate als Selbstverteidigung

Geschrieben von Dirk.Z am 9.12.2009 um 11:25
in 4) Karate. 0 Kommentare. Link.

Karate als Selbstverteidigung

Die Überschrift dieses Beitrags ist an und für sich schon paradox, denn für was anderes als Selbstverteidigung wurde Karate ursprünglich entwickelt. Doch in der heutigen Zeit, so scheint es, ist dieses Wissen um die Wurzeln des Karate soweit in Vergessenheit geraten. Denn wie sonst kommt es nun dazu,  dass ein großer Sportfachverband nun damit wirbt, dass man sich als "SV-Lehrer" ausbilden lassen kann?

Hierzu entwickelte der "anerkannte" Sportfachverband ein Konzept, welches "hohen Ansprüchen einer solchen Thematik" genügen soll. Nachdem das Konzept entwickelt und vorgestellt wurde, ist sich der Verband sicher, "eine Lücke in seinem Angebot geschlossen" habe.

Inhalte des neuen Konzepts sollen dabei folgende Inhalte umfassen:

P r a x i s ( c a . 70%)
Selbstbehauptung
Psychologie
Pädagogik
Methodik
Fitness
Anatomie, Erste Hilfe
Rechtsgrundlagen
Berufsgruppenausbildung
Logistik, Planung
Management

Auf dem ersten Blick eine schöne Idee. Auf dem zweiten verwundert es doch jene Karateka, die Karate schon immer als Selbstverteidigungs-Kampfkunst sahen. Die Aussage, dass nun eine "Lücke im Angebot" geschlossen wurde, zeigt doch deutlich, dass Karate in den vergangenen Jahren mehr als Wettkampfsport als etwas anderes gesehen wurde. Dementsprechend gestaltete sich in vielen Dôjôs das Training.

Doch nun ein plötzlicher Sinneswandel? Dabei stellt sich schon die Frage, ob - wenn man von Karate und Selbstverteidigung spricht - dies nicht schon immer der Kern und der Wettkampf eine Ausprägung ist. Doch das Wissen um das "Goshin Jutsu" wurde offensichtlich verdrängt, abgelehnt und/oder vergessen oder sind die Verantwortlichen für solche Fragen gar inkompetent?

Schaut man sich die Inhalte näher an, so ist zu fragen, ob das (tägliche) Karatetraining nicht nur Praxis sondern auch Fitness lehrt bzw. lehren sollte? Ebenso wie Anatomische Kenntnisse? Warum wird zur Prüfung zum 1. Dan nicht verlangt, dass ein 1. Hilfe Kurs absolviert werden muss?

Und wenn Karate unterrichtet wird, gehörend da nicht ebenso die Rechtsgrundlagen dazu? Warum wird, wenn Karate eine Kunst zu Selbstverteidigung ist, gerade die Themengebiete der Selbstbehauptung und der Psychologie unterschlagen?

Diese Dinge sollten ebenso, wie ein Oi-Tsuki als Grundlagen verstanden werden und nicht nur und ausschließlich auf sogenannten SV-Lehrgängen oder ähnlich gelagerten Seminaren - wie hier die Fortbildung zum zertifizierten "SV-Lehrer" gelehrt werden. Eine Vernachlässigung dieser Themen durch Vereinstrainer grenzt in der heutigen Zeit an Fahrlässigkeit.

Doch warum wird dieses Wissen nicht gelehrt? Die Antwort darauf kann doch nur lauten, weil viele Trainer nicht über die notwendigen Kenntnisse verfügen und zum großen Teil (noch immer) glauben, dass das geübte und gezeigte Wettkampfkarate zur Selbstverteidigung taugt.

Die Aussage des Sportverbands, dass man nun eine Lücke im Angebot geschlossen habe, offenbart doch die Ignoranz sowie die Inkompetenz ggü. dem notwenigen Wissen um die Kampfkunst Karate. Es scheint so zu sein, als ob man nun, ganz plötzlich feststellt, das sich Karate auch zur Selbstverteidigung eigne. Das muss eine faszinierende Erkenntnis sein...

Oder liegt der Hund woanders begraben? Schaut man sich die Ausschreibung an, so kann man feststellen, dass der Kurs mit einer späteren Lizenzvergabe einhergeht, so dass sich der Teilnehmer später als "lizenzierter SV-Lehrer" verkaufen darf. Dass der Weg dorthin vier Seminare umfasst und jedes einzelne (so jedenfalls ist es aus der Beschreibung herauszulesen) 450 Euro kostet, lassen einen noch andere Motive vermuten.

Zusammenfassend möchte man ketzerisch sagen, dass der "anerkannte Sportfachverband" nun Seminare anbietet um Dinge zu lehren, die bereits seit Jahren Teil des Trainingsbetriebs und des Curriculums sein müssten. Für dieses Seminar mit scheinbar "neuem" Wissen - welches so oder so von den Trainern gelehrt werden müsste - wird eine fürstliche Gebühr erhoben, damit der zukünftige "zertifizierte SV-Lehrer" ein weiteres Dokument in den Händen hält, was ihn als vermeintlichen Experten qualifiziert.

Gleichzeitig zeigt es sich, dass gerade durch den Fokus auf den Wettkampfsport gerade die wichtigen Inhalte der Selbstverteidigung nicht gelehrt werden. Erschreckend, wenn man bedenkt, dass viele Menschen mit den Kampfkünsten beginnen, um zu lernen, wie man sich selbst verteidigt.

 

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