Freundschaft (Teil II)
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Vor etwas mehr als einem Jahr schrieb ich einen Beitrag zum Thema "Freundschaft". Damals beschrieb ich was Freundschaft sein sollte, wie diese entstehen kann und vor allem wie diese gelebt werden könnte. Eigentlich, so scheint es, habe ich bereits damals alles geschrieben. Doch in meiner derzeitigen Lebenssituation fallen mir ähnliche aber auch neue Dinge zu dieser Thematik ein.
In einer Zeit, in der finanzielle Werte, Status und Erfolg als Maßstab gilt, scheint Freundschaft immer mehr die Daseins-Berechtigung zu verlieren. Wahre Freundschaft zeigt sich, wie ich bereits vor mehr als einem Jahr festgestellt habe, in jenen Zeiten, in denen ein offenes Ohr und ein tröstendes Wort ebenso notwendig ist wie das ehrliche Wort zur rechten Zeit.
Manchmal scheint es jedoch, dass Freundschaft heute mehr denn je auch unter einzelökonomischen Gesichtspunkten unterliegt. Denn wie könnte es sonst sein, dass manche Personen aus einer Freundschaft nur die persönlichen Vorteile herausziehen aber selbst nicht bereit sind, etwas in die Freundschaft zu investieren.
Freundschaft gewinnt für mich besonders in schwierigen Zeiten an Qualität. Nicht weil die Zeit schlecht ist, sondern weil schwierige oder gar schlechte Zeiten dafür sorgen, dass man sich gegenseitig mehr unterstützen und helfen kann. Nur in diesen Phasen zeigt sich, was die Freundschaft an Wert hat. Die Frage die sich daraus ergibt ist jedoch folgende. Wie weiß man, dass ein Freund in einer schwierigen Phase ist, wenn man nicht täglich Kontakt hat? Ein schweres unterfangen. Besonders vor dem Hintergrund, dass heute viele Freundschaften nicht mehr direkt vor Ort, sondern über (teilweise) 100erten von Kilometern gepflegt werden müssen. Fordert doch der Beruf - besonders bei Akademikern - örtliche Flexibilität.
War die Pflege von Freundschaften In der Vergangenheit leichter? Oder besteht heute durch den technologischen Fortschritt nicht ähnliche Möglichkeiten wie vor ca. 20 Jahren? Denn vergleicht man die Technologien, so scheint es, dass heute die Kommunikation deutlich einfacher ist. Mobiltelefon, E-Mail und "Voice over IP" sind Technologien die eine ständige Kommunikation ermöglichen. Kann dadurch tatsächlich Freundschaft erhalten werden? Oder beruht Freundschaft nicht auch auf gemeinsame Erlebnisse?
Sollte Freundschaft nicht ein Ruhepool sein, eine Oase in der man sich keine Gedanken um sein Image machen muss? Ein Kleinod der Gefühle, Freude, Akzeptanz und Toleranz? Denn existiert wirklich Freundschaft, wenn man bei Freunden Angst haben muss, sich fallen lassen zu können und Gefühle zu zeigen?
Ja, jetzt bewegen wir uns auf eine Einstellungsfrage zu. Der Mann der Macho oder Softie. Sind wir doch mal ehrlich, wie häufig darf man(n) seine Emotionen in der modernen Gesellschaft wirklich zeigen, ohne gleich als Weichei, Softie oder Versager bezeichnet zu werden? Ist diese Verhärtung der Gefühle wirklich hilfreich?
Sollte man bei Freunden nicht vom (teilweise) harten Berufsleben abschalten können und ganz Mensch sein dürfen?
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Zählt Menschlichkeit?
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Minderjährige (ohne Geld und Mobil-Telefon) werden von erwachsenen Schaffnern aus dem Zug geworfen, Jury-Mitglieder beleidigen Jugendliche oder filmen die private Mitteilung an ein Kandidat, dass ein Familienmitglied verstorben ist. Ganz zu schweigen von den Jugendlichen, die einen Selbstmord mit dem Mobilfunk-Telefon filmen und dies vermutlich als Trophäe betrachten.
Desöfteren wurde auf diese Seite die schwindende Ethik und Moral gesprochen. Doch die Menschlickeit scheint gleichfalls immer mehr zu schwinden. Die Medien und auch manche Unternehmen scheinen es uns vor zu machen. Der Mensch zählt nichts mehr. Höchstens als Medienobjekt, welches zur Quotenausbeute dienen kann. Beispiel gefällig?
Eine großes deutsches Käseblatt mit vier Buchstaben fordert seit vielen Monaten die Leser dazu auf, Ihre Foto-Bildberichte an den Verlag zu senden. Mit diesen Bildern wird dann in der Tagespresse Quote gemacht. Die Frage ist, in wie weit die dort geschriebenen Geschichten der Realität entsprechen oder ob hier konstruierte Stories geschildert werden, die nichts mit der Wahrheit zu tun haben. Dass diese falsche Berichterstattung u.U. Konsequenzen für die betroffenen Personen haben könnte, wird ausgeblendet. Das einzige was zählt ist die Auflage. Der Mensch wird zum Objekt degradiert mit dem sich Geld verdienen lässt. Ob die verwendeten Bilder überhaupt verwendet werden dürfen steht dabei auf einem anderen Blatt (Stichwort: Recht am Bild).
Im Zeitalter der Informationsgesellschaft muss man "cool" und "tough" sein, damit man scheinbar von der Mainstream-Gesellschaft akzeptiert wird. Und dies scheint sich durch viele gesellschaftliche Schichten zu ziehen. Man steht heute über menschliche Tragödien und Schicksale. Die Konsequenzen die manche Menschen aufgrund dieser immer stärker auf sich selbst fokusierten Gesellschaft ergeben sollen nicht gesehen werden. Zählt doch nur der kurzfristige Erfolgskick.
Unternehmen werben damit, dass sie Mitarbeiter suchen, die soziale Kompetenzen haben. Doch wenn es um Gewinn und Shareholder-Value geht, werden gerade solche Fähigkeiten inkl. der Menschlichkeit über Bord geworfen. Stakeholder-Value ist scheinbar noch immer nicht angekommen.
Und wie sieht es im privaten Bereich aus? Haben Sie sich schon mal überlegt, mit wem sie sprechen oder telefonieren können, wenn es Ihnen schlecht geht? Wenn vielleicht ein sehr naher Verwandter oder guter Freund verstorben ist? Oder sind Sie zwischenzeitlich so hart, dass Sie das nicht mehr berührt? Ich hoffe nicht.
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Reich-Ranicki und die Medien
Der amerikanische Fenrsehpreis Oscar und das deutsche Pedant Bambi, stellen nur zwei von vielen unsäglichen Preisen für das heutige "Show-Biz" dar. Preise die von den Medien für die eigene Spezies geschaffen wurden um sich selbst zu loben, zu preisen und in den Mittelpunkt zu stellen.
Wer diesen Medienrummel der Selbstbeweihräucherung über die Jahre hinweg verfolgt hat, dem muss auffallen, dass das Niveau von Jahr zu Jahr zu sinken scheint. Wie sonst ist es zu erklären, dass immer mehr "Möchte-gern-Stars" zu Stars gekürt werden? Stars die z.T. eine Überheblichkeit an den Tag legen, dass man sich nur wundern kann.
Da wären z.B. die No-Angels, die durch eine Casting-Show zu einer "Kurz-Zeit-Pop-Band" gekürt wurden und heute mit Starallüren durch die Welt der "Pseudo-Promis" reisen. Ein paar wenige gecoverte Musikstücke von einem durchaus erfolgreichen Produzenten reichten aus, um aus diesen Menschen "Stars" zu machen. Doch wo sind die Stars heute, nach dem kurzzeitigen Rummel um die Personen? Gleichfalls wie ein Herr Alexander Klaffs?
Solche aber auch andere Fernsehformate bevölkern immer mehr das deutsche Fernsehen. Sei es irgendwelche "die 100 besten xxx-Shows", Talks auf Kindergarten-Niveau oder andere Sendungen die in den Tiefen der Schamlosigkeit wühlen um private Probleme vor einer ganzen Nation auszubreiten.
Sind Menschen wirklich soweit abgestumpft, dass sie wirkliche private Dinge und z.T. ihre eigene Unfähigkeit zur Schau stellen müssen? Ganz zu schweigen von irgendwelchen "Big Brother-Stars" die trotz Ihrer geringen Intelligenz zu Stars erkoren und aufgebaut werden.
Sind wir doch einmal ehrlich. Hat Marcel Reich-Ranicki nicht recht, wenn er sich nicht in eine solche Liga einreihen möchte? Ein Mensch, der sich für Literatur interessiert und in einem Satz bereits mehr Intelligenz beweist als ein "Gangster-Rapper" es je ausdrücken könnte - "weischt Du"?
Hat Herr Ranicki nicht recht, wenn er Sendungen wie beispielsweise "Deutschland sucht den Superstar" ablehnt? Wo sind die Sendungen die die Menschen auch geistig fordern und ggf. auch fördern?
Vermutlich sieht Herr Reich-Ranicki schon lange den geistigen und intellektuellen Untergang des Abendlands. Und leider muss man sagen, scheint er recht zu haben.
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7 auf einem Streich
Nicht ganz im Sinne von Grimms Märchen des Tapferen Schneiderleins hatte ich in der letzten Augustwoche die Möglichkeit mehrere z.T. geplante Dinge in München zu erleben. Jedes einzelne Ereignis hier niederzuschreiben würde vermutlich zuviel meiner aber auch die Zeit des Lesers in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund werde ich die für mich interessanten Punkte in den Mittelpunkt rücken, diese jedoch in zwei einzelne Themenblöcke unter eigener Rubrik schildern.
Der erste Teil wird sich mit der Talents - eine Absolventenmesse in München - beschäftigen, während der zweite sich mit dem Karate-Training im Privat-Dôjô eines von mir sehr geschätzten Karatekas auseinander setzen wird.
An dieser Stelle möchte ich ganz besonders Michael Schölz grüßen und ihm als auch seiner Mutter alles Gute wünschen. Ich drücke seiner Mutter die Daumen, dass Ihr es schnellstmöglichst wieder besser geht und sie genesen wird.
Abhängigkeit Internet
Nachrichten, Information(en) oder Kommunikation, häufig findet ein Teil des Lebens in den virtuellen Untiefen des Internets statt. Benötigt man ein bestimmtes Wissen, so wendet man sich vertrauensvoll an die entsprechende Internetquelle und 'werfe' das benötigte 'Know-How' ins Kurzzeitgedächtnis.
Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Stadtplan, eine Person oder um Unternehmen handelt. Die Nutzung des Internets ist zu einer Selbstverständlichkeit innerhalb täglicher Routine geworden. Wie abhängig man mehr oder weniger vom Internet geworden ist, merken viele erst dann, wenn es keine Verbindung in die Welt der 'Bits & Bytes' gibt.
Elektronische Post kann weder abgerufen noch aktuelle Nachrichten konsumiert werden. Der Informationsjunkie sitzt auf dem 'Trockenen'.
Besonders tragisch kann es dann werden, wenn sich Bewerber um Jobs bemühen und aus Gründen der Recherche und des Bewerbungsunterlagenversands auf das Internet angewiesen sind. Denn wie viel Unternehmen lassen sich Unterlagen noch in Papierform zusenden?
Internet, das Medium der Gegenwart und der Zukunft. Eine Quelle unterschiedlichsten Wissens welches dann zu versiegen droht, wenn Strom oder Telefonverbindungen gekappt werden.
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Perfektionismus
Das Leben spiegelt sich in allem was man tut, ganz gleich ob man im Beruf steht, sich ehrenamtlich engagiert oder sportlich betätigt. Die Zielsetzung(en) sind häufig jedoch ähnlich gelagert. Im Beruf streben viele genauso nach Perfektion, wie Privatpersonen nach dem perfekten Glück. Dies jedenfalls könnte einem Betrachter aus der Vogelperspektive so erscheinen.
Die Japaner sind im streben nach Perfektion sicherlich die Vorbilder vieler Menschen. So zelebrieren sie die Kunst der Kalligraphie, der Teezeremonie und vielen anderen Künsten, immer bestrebt, die Rituale so genau wie möglich nachzuvollziehen.
Doch sind es nur die Japaner, die ständig auf der Suche nach Perfektion sind? Nach dem Optimun einer ständigen Verbesserung? Kaizen, KVP (kontinuierlicher Verbesserungsprozesse), o.ä. Modelle sind vielen Unternehmern ein Begriff.
Doch wo beginnt das Streben nach Perfektion? Man könnte glauben, dass das Fundament bereits in den frühen Kindheitstagen liegt. So werden Kinder langsam an die notwenigen Werte und Regeln herangeführt. Bereits in der Grundschule geht das Streben nach Perfektion los. Während früher in Deutschland noch Schönschreibwettbewerbe durchgeführt wurden, werden in den USA Vorlesewettbewerbe abgehalten. Ziel ist es den Besten und somit jenen zu ermitteln, der die Aufgaben perfekt bewältigt.
Perfektion ist überall. Während die Sportler in Ihrem Training auf den Wettkampftag hinarbeiten und nach der perfekten Technik suchen, die sie zu Sieger macht, suchen die Bewerber nach der perfekten Bewerbungsmappe für den zukünftigen Arbeitgeber. Dieser wiederum sucht den perfekten Mitarbeiter für den zu vergebenden Job.
Perfekt wäre für den Arbeitgeber natürlich ein Hochschulabsolvent mit erstklassigen Noten, mehrjährigen Auslandsaufenthalten in unterschiedlichen Ländern, hoher sozialer und emotionaler Intelligenz, ein Allroundtalent mit Manieren, einer gewissen Härte, Charme, Zielstrebigkeit und Berufserfahrung. Es gilt für den perfekten Bewerber jedoch nur eine Hürde zu überwinden. Er sollte nicht älter als 23 - 25 Jahre sein. Unmöglich? Wer das sagt, muss ein Pessimist sein und solche Leute werden von Unternehmen natürlich nicht benötigt.
Und wenn der Bewerber sich seinen Hobbies zuwendet, so könnte es sein, dass er innerhalb seines Hobbies ebenso nach Perfektion strebt. Der optimalste Löschangriff zu finden oder den perfekten Abschlag beim golfen zu finden. Oder im Karate die Technik zu perfektionieren.
Und wie sieht es in der Partnerschaft aus? Die Medien geben die Perfektion an den Partner doch bereits vor. Perfektes Aussehen, erfolgreich, dynamisch, jung, keinen Makel am Körper oder im Verhalten. Sportlich elegant. Und natürlich intelligent muss der Partner sein. Von anderen monetären Größen soll an dieser Stelle nicht gesprochen werden.
Der Traumpartner, die perfekte Person? Auch diese muss es irgendwo geben oder etwa nicht? Im Zeitalter des Internets scheinen Single-Börsen-Plattformen die beste Möglichkeit darzustellen nach den perfekten Partner zu suchen, mit dem man auf einer 'Wellenlänge' in den Sonnenuntergang surfen kann. Und wenn beim ersten potentiellen Kandidaten die Nase nicht stimmt, dann heißt es auf zum nächsten, so lange bis 'scheinbar' der perfekte Proband gefunden ist. Ob der jedoch den anderen kontaktieren möchte? Denn vielleicht ist man selbst auch nicht perfekt?
Auch die Zeit soll perfekt genutzt werden. Zeitmanagement lautet das Stichwort. Und wie sieht es mit Entspannung oder das Leben zu leben aus? Vermutlich wird für die Entspannung genauso ein Zeitplan gestaltet werden, ebenso wie für das Leben.
So gibt es Vertriebsunternehmen die Ihre Mitarbeiter auf ein komplettes Zeitmanagement für das Leben einschwören. Nur so kann man die angestreben Ziele erreichen. Erfolg um jeden Preis.
Doch wie lautet der Preis? Geht die Menschlichkeit ebenso wie empathische Kompetenzen verloren? Sind Fehler überhaupt noch erlaubt und erwünscht? Oder sind Fehler als Lernmöglichkeit ausgeschlossen? Wäre dies der Fall, so würde es heute einige wichtige Patente und Erfindungen weniger geben, wären denn nie Fehler passiert.
Wohin wird uns das Streben nach Perfektion noch führen?
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Inhalt von Nachrichten
Denkt man heute 20 Jahre zurück in die Vergangenheit, so waren Zeitungen, Radios und die allabendliche Nachrichtensendung(en) auf ARD oder ZDF die Informationsquellen wenn es um Aktualität ging. Damals wurden (vermutlich) die Informationen gesammelt, gesichtet und selektiert bevor man diese dem Bürger mit den damaligen medialen Mitteln näher brachte.
Heute leben wir in der sogenannten Informationsgesellschaft. Ganze Generationen haben heute die Möglichkeit sich die Informationen aus dem Internet oder dem Fernsehen zu holen die sie benötigen. Ist aber jede Information qualitativ hochwertig?
Heute beherrschen sowohl Zeitungen, Internet als auch Nachrichtensendungen die Informationsflut unserer Zeit. Und während sich die Zeitungen wie die FAZ, das Handelsblatt, die Welt, die Financial Times Deutschland und die Süddeutsche Zeitung gegenseitig Konkurrenz machen, kämpfen im Internet sowohl öffentlich rechtliche als auch private Anbieter um die Gunst der Leser.
In der Kiste der bewegten Bildern haben sich seit Jahren die ARD mit der Sendung "tagesthemen" und das ZDF mit seinem "heute"-Nachrichtenjournal etabliert. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Während sich Otto-Normal-Verbraucher einmal am Tag die Zusammenfassung des Tages auf ARD und/oder ZDF anschaut, findet man heute eine Vielzahl von Nachrichtensendern, die die unterschiedlichsten Sparten bedienen.
Neben n-tv und n24 findet man im deutschen Fernsehen auch Sender wie Bloomberg TV oder aber auch CNBC Europe.
Vergleicht man die ersten drei der hier angeführten Sender, so kann man bei schon hier deutliche Unterschiede feststellen. Während Bloomberg in erster Linie über das aktuelle Geschehen an den internationalen Aktienmärkten berichtet, bietet n-tv, neben den auch hier obligatorischen Marktberichten im halb-Stunden-Takt auch politische und wirtschaftliche Informationen, kombiniert mit abendlichen Talkrunden oder Reportagen.
n24 hingegen, so scheint es, versucht jene Zuschauer abzuholen, die eine Mischung aus Information, Nachrichten und Boulevard suchen. Denn wie sonst lassen sich manche Berichte erklären? So wird bei vermeintlich seriösen Nachrichten private Gespräche eingebaut um so eine Pseudo-Lockerheit beim Zuschauer zu erzeugen.
Heute scheinen besonders im privaten Fernsehen die Nachrichten ebenfalls zu einer Sendung mit dem Charakter einer Unterhaltungssendung zu kommen. Auch hier zählt Quote. Und wenn die Quote mehr wert ist als eine seriöse und objektive Berichterstattung, so braucht sich der geneigte Zuschauer nicht wundern, wenn ihm nur noch "Seifenopern" als Nachrichten verkauft werden. Denn auch hier zählt dann, Nachricht ist das, was sich verkaufen lässt. Und leider sind dies Nachrichten über "pseudo-prominente" Personen, die normalerweise nur etwas in den berühmten Klatschblättern zu suchen haben.
Und bei einer solchen Informationsgestaltung wundern sich viele, dass heute von der 'Generation Doof' gesprochen wird? Wundern Sie sich noch?
Raucherschutz vs. Nichtraucherschutz
"Nichtraucher haben ein Recht auf saubere Luft" so nennt sich eine Gruppe in einem bekannten Netzwerkportal für Studenten. Saubere Luft, dass ist es, woran sich zwischenzeitlich viele Nichtraucher in Kneipen, Bars, Restaurants und sonstigen Gaststätten gewöhnt haben. Ist es nicht herrlich nach einem abendlichen Essen bei Kerzenschein oder einem Discothekenbesuch nach Hause zu kommen und die Kleider stinken nicht nach kaltem Rauch? Und es sind ja nicht nur die Kleider, die viele in der Vergangenheit in die Waschmaschine geworfen und sich selbst unter die Dusche gestellt haben um den Dreck aus Kleidung und vom Körper zu bekommen.
Doch die Vorteile enden damit nicht. Auch ungefragtes zuqualmen entfällt und derzeit kann man noch das abendliche Essen beim Wirt seiner Wahl genießen. Noch! Noch?
Die Frage ist in der Tat, wie lange das Nichtrauchergesetz, welches vor einiger Zeit in vielen Bundesländern verabschiedet wurde, noch bestand hat. Denn wie so oft, gibt es auch hier Wirte, die nun das Verfassungsgericht anrufen um Ihren eigenen Willen, den Willen einer Minderheit durchzusetzen, um "Ihre Freiheit auf freie Berufsauswahl" ausüben zu können. Andere begründen die Klage damit, dass sich ein Fussballspiel nur mit Zigarette ertragen ließe.
Eine Minderheit, die der Zigarette fröhnt klagt nun auf Ihr Recht der Freiheit. Und wo bleibt die Freiheit des Nichtrauchers? Das Recht auf die Unversehrtheit der Gesundheit? Manch ein Raucher möchte nun wohl sagen, dass der Nichtraucher ja nicht in eine Kneipe gehen müsse wo geraucht wird. Bekanntlich gibt es mehr Raucher als Nichtraucher. Heißt dies nun, dass eine Minderheit der Mehrheit Ihren Willen aufzwingen will?
'Existenzängste haben wir!', rufen die Gastwirte laut aus, als der Umsatz in der jüngsten Vergangenheit eingebrochen ist. Und dafür gibt es nur ein Grund, das Nichtraucherschutzgesetz! Wäre es nicht sinnvoller, wenn sich die Wirte überlegen würden, wie sie Ihr 'Business' auf Vordermann bringen können?
Wie meinte ein Interviewpartner auf n-tv? "Die Regierung muss sich nicht um die Gesundheit in meiner Freizeit kümmern". Ganz falsch liegt der gute Mann sicherlich nicht. Aber sollte sich nicht der Staat um die Gesundheit der Mehrheit sorgen?
Denn glaubt man wissenschaftlichen Untersuchungen, so leben Raucher 6-7 Jahre im Durchschnitt kürzer als die Nichtraucher. Nun, wenn ein Raucher dieses Risiko eingehen möchte, bitte. Aber muss deswegen der Nichtraucher darunter leiden?
Ist es nicht schön, wenn eine Minderheit der Mehrheit Ihren Willen aufzwängen möchte?
Nuancen
-Bewerbungsphase Teil I-
Als Student hat man es nicht schwer, als Bewerber dagegen sehr. So oder so ähnlich könnte man ein bekanntes Sprichwort abwandeln, wenn es heute darum geht, sich bei Unternehmen zu bewerben.
Tipps wie man eine Bewerbung gestalten und an den potentiellen Arbeitgeber herantreten sollte, gibt es genügend. Auch die Zeitschrift Karriere (ehemals Junge Karriere) macht sich so ihre Gedanken. Jedes Unternehmen sucht für sich die Top-Absolventen, jene Menschen, die die Bestnoten haben, von Menschen oder Menschenführung keine Ahnung haben.
Voraussetzungen für Jobs sind Praktikas. Berufserfahrung scheint kaum zu zählen. Die Folge sind Absagen. Eine Absage hinnehmen? Ja schon, doch um zukünftig besser zu werden, hakt der ein oder andere auf schriftliche Online-Absagen nach, was die Gründe für die Absage sind.
Die Aussagen der Firmen fallen recht unterschiedlich aus. So reden sich die einen über die Qualifikation, die anderen über die vermeintlich mangelnde Berufserfahrung raus. Im Hinterkopf schwebt dabei das AGG (Allgemeine Gleichstellungs Gesetz), dass die Unternehmen vor einer Klagewut von abgelehnten Bewerbern erzittern lässt. Könnte dies in Zukunft doch viel Geld kosten.
Hilfreich für den Bewerber ist es jedoch nicht, wenn er nicht erfahrt, was der ausschlaggebende Punkt war, dass er abgelehnt wurde. Vielleicht, ja vielleicht lag es "nur" an einer Kleinigkeit. Ein falsches Wort, ein vergessener Satz.
Schlimmer jedoch ist, dass auch im Personal das Outsourcing um sich greift. So werden Bewerbungsverfahren in die Hände von 'professionellen' Unternehmen gelegt, die sich darum kümmern sollen, das gefälligst der richtige Bewerber eingestellt wird. Und was sind die vermutlichen Kritierien? Schnörkelloser Lebenslauf, sehr gute Noten, die richtigen Praktika und am Besten noch jung. Sehr jung. Maximal 25 Jahre, 5 Jahre Berufserfahrung und selbstredend Auslandserfahrung. Mindestens in England oder USA + eine weitere Fremdsprache. Die Welt ist global und der Absolvent von heute muss dies schon lange sein.
Gleichzeitig wird der Mensch als Produktionsfaktor noch stärker auf den Kostenfaktor reduziert. Wie sonst könnte es sein, dass man die 'Beschaffung' der wichtigsten Ressource in fremde Hände legt. Ob das Ergebnis (welche Person nun eingestellt wird) besser ist, sei dahin gestellt.
Die Person mit dem eckigen und kantigen Lebenslauf, die über den Tellerrand hinaus geschaut hat, wird kaum berücksichtigt. Vermutlich ist der Mensch zu sprunghaft. Andere würden einen solchen Lebenslauf mit Flexibilität charakterisieren.
Der Kampf der Personalabteilungen (oder der outgesourcten 'Menschen-Makler') erreicht dabei eine neue Dimension, einer Illusion zwischen dem perfekten Angestellten und der Realität, Absolventen mit Ecken und Kanten.
Und während die Unternehmen auf kreative Bewerbungen hoffen, die aus dem Einheitsbrei des täglichen Allerlei herausstechen, schicken Sie selbst die üblichen Standardfloskeln per Mail raus, bei dem die fachliche und qualitative Kompetenz des Bewerbers gewürdigt wird, jedoch 'nur' Nuancen zwischen ihm und einem anderen entschieden haben. Die Angst vor dem AGG lässt (leider teilweise zurecht) grüßen.
Danke?!
Höflichkeit kennt viele Formen. So kann sich diese darin ausdrücken, dass ein Herr einer Dame die Türe aufhält oder zum Beispiel sich an die übliche Etikette des gepflegten Umgangs hält.
Adolph von Knigge überlegte bereits vor im 16. Jahrhundert, wie der soziale Umgang zwischen Menschen auszusehen habe, damit der Umgang erleichtert würde. Viele Regeln wurde sehr allgemein gehalten und sollten eigentlich noch heute gelten. Doch es scheint so, dass sich nicht nur Werte, Etikette zurück entwickeltn, auch die einfachsten Höflichkeitsformeln scheinen immer mehr zu verschwinden.
Denn wie sonst wäre es zu erklären, dass gerade heute immer weniger junge Menschen die Begriffe: 'Bitte' aber vor allem 'Danke' nicht mehr aussprechen können? Ist es schlicht Faulheit, Unwissenheit oder mangelnde Manieren?
Fauheit kann es doch nicht sein, wenn die einfachsten Höflichkeitsformeln schon von frühester Kindheit an geübt und gelebt wurden. Unwissenheit? Vielleicht. Dann stellt sich die Frage, woher die Unwissenheit kommt. Verantwortlich wären hier wohl die Eltern zu machen. Aber angenommen, die Eltern hätten dieses gelehrt und der Sohnemann (oder das Töchterlein), verwendet diese Begriffe dennoch nicht, was dann? Dann wäre nur noch von Ignoranz am Gegenüber zu sprechen, bzw. von einem Egoismus der besagt, dass man gerne selbst alles haben möchte (also alle Vorteile), während man selbst zum Wohl von Anderen nichts beitragen möchte.
Woher kommt diese neue 'moderne' Kultur? Sind es die neuen Medien, die vom Benutzer verlangen, möglichst kurze verfälschte Sätze mit englisch deutschen Sprachfetzen zu schreiben? Eine Sprache, die es Anderen schwer macht, mitzulesen oder mitzugestalten?
Ist es in der Jugendgeneration heute cool, die eigene Landessprache nicht mehr fehlerfrei sprechen zu können? Ganz zu schweigen von der englischen Sprache? Ist es wirklich cool, nachts sich lauthals zu unterhalten und schlafende Menschen aufzuwecken? Ist es cool, betrunken zu sein und auf dem Heimweg Glasflaschen kaputt zu schlagen?
Es scheint eine komische Welt zu sein, in der oberflächliche Werte heute mehr zählen, als Umgangsformen und Respekt vor Anderen. Denn respektlos ist es auf jeden Fall, wenn sich Menschen auch für Kleinigkeiten heute nicht mehr bedanken können.