Die Wichtigkeit des Stils

Geschrieben von Gelbfüssler am 27.03.2010 um 01:05
in 4) Karate. Link.

Die Wichtigkeit des Stils

Es ist einige Jahre her, als ich in Konstanz den Gasshuku des DJKB besuchte. Damals lud Ochi Hideo Karateka aus einer anderen Stilrichtung, Gôjû-ryû ein, konnte man in den Einheiten bemerken, dass viele kein Verständnis für die Techniken des Gôjû-ryû hatten. Ich möchte soweit gehen, dass viele (auch ich) das Training für Zeitverschwendung erachteten. Lernte man doch bislang immer, dass am Ende der Technik angespannt werden müsste. Und nun, beim Gôjû-ryû sollten wir alles entspannt machen? Was kann das für ein Training sein, bei dem man am Ende nicht einmal geschwitzt hatte.

Heute hat sich mein Bild über Karate-Stilrichtungen gewandelt. Mehr denn je denke ich an die geschriebenen Worte Funakoshi Gichins, der sagte: "Es gibt nur ein Karate" und damit das Denken in Stilrichtungen ablehnte.

Wieso aber, denken wir (gerade im Shôtôkan-ryû) so sehr in eben jene Stilrichtungen und wagen (teilweise) nicht, über den Tellerrand hinauszuschauen?

Wäre es nicht wichtiger, wenn man Karate als Selbstverteidigungskunst übt, dass man in der Kategorie der Funktionalität (i.S. der funktionierenden anwendbaren Technik) denkt, anstatt in Äußerlichkeiten?

Harada Mitsusuke (Schüler unter Funakoshi Gichin & Yoshitaka sowie Egami) äußert sich zu einer ähnlichen Frage (ob ihn denn Schüler aus anderen Stilrichtungen besucht hätten) wie folgt:

"Yes they come along and of course, there are differences, but the important thing is to accept that and if they can accept an attack and can manage, there is no need for change. For example, there may be a difference in a defence such as age uke, from the way we practise and someone from another style training with us. But, if they can accept a jodan attack from one of my students and can successfully block, then there is no need to change what they are doing. It is like a car, is the model of the car more important or the real running performance the important factor? But most of Karate’s people are more concerned with what style they do (relating to the model of the car as opposed to the performance of it), this is absolutely nonsense"
Quelle: (27.03.2010)
www.karatedoshotokai.com/viewArticle.php

Wenn wir uns vor Augen halten, dass die Wichtigkeit der Kampfkunst die zivile Selbstverteidigung ist und somit als Grundlage einzig und alleine die Effektivität und die Effizienz ist, wie wichtig ist dann ab einer bestimmten "Stufe" (= Dan) noch die Stilrichtung?

Sollte evtl. die Stilrichtung dann evtl. eine "Art" Heimat darstellen, in der man die Grundlagen erlernt hat und von der man nun ausgeht, neue Wege, Anwendungen und Prinzipien zu entdecken. Wenn dies unter Stil verstanden wird, wäre dies dann ein möglicher(?) Weg?

Kommentare

Navigation

{ Vorherige Seite } { Seite 23 von 150 } { Nächste Seite }

Avatar