Billig um jeden Preis
Angefangen hat alles vor einigen Jahren mit der Discountkette Aldi. Sie waren die Vorreiter für günstige Produkte die qualitativ dennoch hochwertig sind. Zwischenzeitlich sind Anbieterketten von billigen bzw. günstigen Produkten nur so aus den Boden geschossen. Sei es die Konkurrenz namens Lidl oder Norma im Lebensmittelbereich oder Saturn und Media-Markt, die beide dem Metro-Konzern angehören.
Im textilen Bereich hat sich nun ein Händler gefunden, der mit Billigangeboten die Textilbranche überziehen möchte. Und die Preise sind wirklich unverschämt niedrig. So bietet diese Kette aktuell ein Unterwäsche-Set für Damen von unter 5 Euro an. Ein Preis bei dem viele Kunden nicht lange überlegen und kaufen werden, kosten doch vergleichbare Kleidungsstücke bei Karstadt & Co. ein vielfaches mehr.
Doch sind diese niedrigen Preise für die Wirtschaft, die Nachhaltigkeit und den fairen Umgang mit den Stakeholdern wirklich vorteilhaft?
Produziert werden die von dem "Textil-Diskont" verkauften Produkte in Asien. Jedoch unter welchen Produktions-Bedingungen? Nach Recherche von Spiegel-Online gibt ein geschäftsführender Geschäftsführer zu, dass Kinderarbeit nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann (Quelle: Spiegel-online v. 08.05.2008 - Stand: 27.11.2008).
Eine Aussage die nachdenklich stimmen muss. Denn immerhin verweist der Textilhändler auf seiner Homepage auf die ethische und moralische Integrität sowie den vorhandenen Code of Conduct (Quelle: Textil-Händler). Sicherlich, die Produktionssituation kann sich innerhalb des halben Jahres durchaus geändert haben. Doch ob dies tatsächlich so ist, kann durchaus bezweifelt werden.
Denn wie kann ein Unternehmen mit Kampfpreisen von 5 Euro die unternehmerischen Kosten decken? Selbst wenn in den Produktionsstätten keine Kinderarbeit statt findet, wovon an dieser Stelle ausgegangen werden soll, ist die Frage, wo die Marge verdient wird. Ein anderes Feld wäre der Stundenlohn der Mitarbeiter. Auch hier hat jenes Textilunternehmen in der Vergangenheit Probleme gehabt (s. die Welt - 29.05.2008). So wurden den Mitarbeitern niedrigste Löhne von 5,20 Euro bezahlt, was einem Brutto-Lohn von ca. 900 Euro pro Monat entspricht. Ein Gehalt von dem kaum zu leben ist.
Die beschriebenen Werte sind durchaus lobenswert, steckt dahinter doch
"...die Überzeugung und der Wille, sich als Mensch, Unternehmen und Gemeinschaft für die Belange unserer Umwelt und unserer Gesellschaft einzusetzen."
Im Sinne von Werten, Corporate Social Responsibility - also der unternehmerischen Verantwortung ggü. der Gesellschaft liegt kongruentes handeln zwischen dem gedruckten Code of Conduct und der Realität nicht vor. Ganz im Gegenteil. Bei den niedrigen Löhnen werden die Mitarbeiter weder fair noch ehrlich behandelt sondern vielmehr ausgebeutet.
(Quelle: Kik)
Eine gesellschaftliche Verantwortung besteht nicht einzig darin günstige Produkte anzubieten, sondern Löhne und Gehälter zu zahlen von denen Menschen leben können. Wir sprechen hier von leben und nicht überleben.
Betrachtet man die Preise aus der Vogelperspektive, so muss doch jedem klar sein, dass bei solchen niedrigen Preisen irgendjemand auf jeden Fall den Preis bezahlen muss. Sei es irgendwelche Kinder in Asien, die Umwelt oder der Verkäufer im Laden.
Billig um jeden Preis zu sein, hat seinen Preis. Kaufen Sie nicht jedes günstige Produkt, sondern hinterfragen Sie, warum ein Produkt so günstig sein kann. Übrigens, Qualität hat seinen Preis und erhält Arbeitsplätze. Vielleicht auch Ihren!
Ausgehend davon, dass die verlinkten Artikel vom Mai 2008 stammen, wird davon ausgegangen, dass das Unternehmen sich entsprechend ethisch verhält und den Mitarbeitern angemessene Löhne zahlt und sich auch sonst korrekt verhält.
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Wahrheit vergessen?!
Gerade erst jährte sich die deutsche Einheit zum 18ten male. Und während in Hamburg Festreden gehalten wurden demonstrierten Linksradikale gegen das geeinte Deutschland.
Bei vielen der heutigen "Linken" wird die damalige DDR heute (wieder) romantisiert und als Wohlfahrts- und Sozialstaat gefeiert. Hervorgehoben wird der Gerechtigkeitssinn, die offiziell niedrige Arbeitslosigkeit, die sozialen Bildungspolitik und der daraus resultierenden Chancen. So, oder so ähnlich argumentiert heute die "Linkspartei" und schimpft auf die sich in schieflage befindenden "sozialen Marktwirtschaft". Und die Reden Ihrer Vorstellung klingen ach so verlockend und polemisch.
Man denke nur an die falschen Äußerungen eines Herrn Lafointaine und seiner Busenfreundin Shara Wagenknecht. Während Herr Lafontaine von einer Bundeskanzlerin redet die in Moskau studiert haben soll (was tatsächlich NIE der Fall war), ist Frau Wagenknecht der Meinung, dass ein wirklicher Sozialismus in der DDR nicht bestanden habe. Die Logik von Herrn Lafontaine und Frau Wagenknecht ist scheinbar offensichtlich. Je häufiger Lügen erzählt werden, desto eher werden diese zur unumstößlichen Wahrheit, oder etwa nicht?
Da Frau Merkel in Moskau studiert haben soll, muss sie ja eine treue Kommunistin gewesen sein. Solche unwahren Aussagen stellen eine neue moderne (oder alte?) Form der Denunzierung dar, die bereits unter der Stasi der DDR zur Perfektion getrieben wurde.
Sollte man aus heutiger Sicht nicht einen Blick hinter die schön glänzenden Fassaden des Staates DDR werfen? Einen Staat der aus Gold, Silber und Platin bestanden haben soll?
Tatsächlich war die DDR ein perfekt organisierter Staat der mit Hilfe von Stasi und deren Abhör- und Bespitzelungsmethoden die Meinung, den Willen und die Bildung des einzelnen steuerte und reglementierte. So wurde bereits in den Schulen von den Vorteilen des sozialen Staates gesprochen und der "große Bruder" - die BRD - als Klassenfeind denunziert. Freiheitliches Denken wurde dabei im Keim erstickt und Kinder frühzeitig auf Linientreue der SED gebracht.
Die Mauer, die eingeschränkte Reisefreiheit, die Todesstreifen und deren sichere Mauerschützen, die Isolierungslager für 'Republikflüchtlinge', die Sicherheitsanlagen an den Grenzen, Todesstrafen, die Zerstörung der Umwelt sowie die nicht bestehnde Meinungsfreiheit sind heute scheinbar vergessen worden. Ganz zu schweigen von freiheitlichem Denken oder gar der persönlichen Freiheit z.B. in Bezug auf individuelle Lebensplanung. Der Einzelne galt nichts, die Gruppe oder besser, das 'Kollektiv' war alles.
Weitere Nachteile wie Planwirtschaft, schlechte und dem Verfall geweihte Infrastruktur sowie eine unzureichende Lebensmittelversorgung (in Bezug auf Obst und Gemüse) runden das Bild eines maroden und unwirtschaftlichen Staates ab.
In einer kürzlich durchgeführten Untersuchung einer Universität aus Brandenburg wurde festgestellt, dass das Bewusstsein in Bezug auf den menschenverachtenden Staat geschwunden ist. So sind heute Teile der "Generation Doof" der Meinung, dass die Mauer von den Amerikanern aufgebaut wurde. Ganz zu schweigen, dass die DDR heute von 40% der Jugendlichen nicht als Diktatur angesehen wurde. Vielmehr wird die DDR als ein sozialer Staat gesehen, bei dem es keine Arbeitslosigkeit gab und in dem Friede, Freude und Eierkuchen herrschte.
Wurden die unmenschlichen Zustände tatsächlich so schnell vergessen? Oder warum wünschen sich einige Bürger die Grenze und die Mauer zurück?
Aus heutiger Sicht wird der Staat, seine Macht aber auch seine scheinbaren "Wohltaten" in einer romantisierenden Erinnerung zurückbehalten. Nur das Schöne überbleibt, die nagativen Seiten der Wirklichkeit werden vergessen. Kommen dann noch Äußerungen von Politikern hinzu, die Teile eines solchen Systems als Vorbild nehmen und diese in wohlklingende Worte fassen, so wird aus Wirklichkeit schnell eine (nie existierende) Fiktion, die so scheinbar nie real existieren konnte.
Und während die BRD die Nazivergangenheit nach dem zweiten Weltkrieg aufarbeiten sollte und musste, wurden ehemalige DDR-Oberen in der BRD nach der Wende (teilweise) der Hof gemacht. So gibt es Ex-Stasi-Mitarbeiter die heute Spitzenfunktionäre in einer Linkspartei sind und eine Auseinandersetzung mit der eigenen (DDR-)Vergangenheit ablehnen. Statt dessen wird weiter DDR-Propaganda von geschulten Rhetorikern verbreitet. Erst bei näherem hinsehen entdeckt man die wahren Ziele jener Menschen, die gegen die freiheitlichen Grundgedanken aufbegehren und für einen Sozialismus alá Kuba und Venezuela sind, von Volkseigentum und Zwangsenteignungen reden. Diese Politik wird dabei als bessere Freiheit und Wohlstand für alle verkauft, ganz im Sinne der alten DDR-Propaganda-Maschinerie, die alles zum "Wohle des Volkes" zu wollte.
Freiheit für den Einzelnen? In den Vorstellungen der Neo-Kommunisten wird es diese vermutlich ebensowenig geben wie zu Zeiten der DDR.
Was wäre also zu tun? Notwendig wäre gerade die Politiker zu entlarven, die bisher ungestraft Ihre Lügen von einer neuen Freiheit des Neo-Kommunismus bzw. Neo-Sozialismus erzählen und dabei die Beschränkung der Freiheit des Einzelnen in Kauf nehmen.
Gleichzeitig wäre den Politikern anzuraten, dass diese weniger polemisch sein sollten, sondern einzig und alleine die Wahrheit ggü. dem Bürger zu vertreten haben, sondern auch die Medien stehen in der Pflicht, die Geschichte und die Hintergründe politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ereignisse tiefgründig und wahrheitsgetreu zu recherchieren und zu publizieren. Denn nichts ist schlimmer, als die Zukunft einer (oder mehrerer) Nation(en) auf einem Fundament der politischen Lüge aufzubauen und Menschen für die eigene Macht hinters Licht zu führen.
Ethische Prinzipien dürfen nicht nur in der Wirtschaft und der Gesellschaft gelten. Vielmehr müssen gerade diese Prinzipien wie Wahrheit, Nachhaltigkeit, Kommunikation, etc. auch für Politiker gelten.
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Moderne Führung
In der SWR1-Sendung 'Leute' konnte Herrn Stefan Siller den Unternehmer Prof. Klaus Fischer begrüßen, der in seinem Unternehmen nach japanischer Philosophie ausbilden lässt.
In der Sendung wurde für den Höhrer ersichtlich, dass bei Herrn Fischer nicht nur die ökonomischen sondern gleichfalls gesellschaftliche Werte im Zentrum des unternehmerischen Handelns stehen. So wird beispielsweise das 1x1 der Umgangsformen (i.S. Knigges) vom Auszubildenden bis zur (Ehe-) Frau gelehrt.
Herr Fischer vertritt die Meinung, dass die Familie Verständnis für die Tätigkeit des Ehepartners haben sollte und sich dementsprechend alle weiter entwickeln müssen. Damit dieses Verständnis entstehen kann, darf die unternehmerische Weiterbildung nicht am Werkstor aufhören sondern sollte sich auch auf die 'nicht' angestellten Familienmitglieder erstrecken. So wird in speziellen Trainings dem Ehepartner die Tätigkeit des Partners erläutert und die Bedeutung für das Unternehmen und den damit verbundenen Erfolgen.
Der Mensch, die Familie und das Unternehmen wird dabei - in der Kybernetik würde man von mehreren Subsystemen sprechen, die sich gegenseitig nachhaltig beeinflussen bzw. dies ggf. als ein System betrachten - als eine Einheit gesehen, die sich gegenseitig beeinflussen.
Ein durchaus sehr moderner Ansatz, der den Mensch wieder in den Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns setzt und im Kontext zum unternehmerischen Handeln sowie des wirtschaftlichen Erfolgs steht.
Vor einem solchen unternehmerischen Denken und Handeln ist der Hut zu ziehen! Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Denkweise auch auf anderen Unternehmen überträgt und das Fischerwerk mit Herrn Prof. Klaus Fischer als Vorbild für andere Unternehmen dient.
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Wirtschaft und Ethik
Bereits in einigen vorherigen Beiträgen wurde das Thema Ethik in Verbindung mit wirtschaftlichen Handeln und/oder mit Nachhaltigkeit betrachtet. Wie wichtig ethisch und moralisches Handeln ist, bemerkten Unternehmen meist erst dann, wenn diese am Pranger von Presse, der Gesellschaft und/oder vor Gericht stehen.
Sowohl die soziale Marktwirtschaft als auch die nun geforderte 'neue soziale Marktwirtschaft' erwartet ein wirtschaftliches Handeln, welches nicht nur auf den Shareholder-Value abzielt, sondern vielmehr auch die Stakeholder mit in das Handeln mit einbezieht.
In der aktuellen Ausgabe des Magazins 'inside b - Das Magazin für Wirtschaft & Leben in Baden' widmet sich die Redaktion genau diesem Thema. Dabei kommen unterschiedliche Unternehmensvertreter zu Wort. So auch ein Unternehmer eines international tätigen Unternehmens.
Der Self-made-Millionär ist in der Tat ein Gönner seiner Heimatstadt, die er mit Millionenbeträgen unterstützt, ganz im Sinne des Wunsches, etwas an die Heimat zurück geben zu wollen. Doch zeugt Geld, welches jemand privat für eigene Hobbies investiert wirklich von moralischen und ethischen Charakter? Ist dies wirklich Corporate Social Responsibility?
Um eines klar zu stellen. Es ist mehr als löblich - nein bewundernswert, wenn Menschen eigenes Privatvermögen dazu nutzen um Sinn zu stiften. Doch was hat privates Engagement mit sozialer Verantwortung zu tun? In dem Artikel des Magazins 'inside b' steht geschrieben, dass Menschen die das Unternehmen des Self-Made-Millionärs verlassen würden, die Türe hinter sich fest verschließen würden. Denn welcher Unternehmer würde es denn schön mögen, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen um woanders ein paar Euro mehr zu verdienen?
Soweit so gut. Das alles kann durchaus auch nachvollzogen werden. Doch was wäre, wenn der Schein trügen würde?
Corporate Social Responsibility hat weniger damit zu tun, dass Unternehmer sich privat für Ihre Hobbies engagieren, sei es nun Schach, Pferde, Golf oder sonst etwas. Sondern damit, dass sich Unternehmen sozial verantwortlich verhalten. Dies bedeutet gleichfalls, nicht nur nach außen den Schein zu wahren, sondern auch Werte innerhalb des Unternehmens zu leben. Und genau hier könnte man Zweifel haben, könnte man hinter die Kulissen schauen.
So hört man von Auflösung von Abteilungen, Degradierungen von verdienten und engagierten Mitarbeitern, inneren Kündigungen, Kürzungen von Gehältern und etliche weitere Aktionen die sowohl ethisch und moralisch als auch menschlich vertretbar sind.
Denn hat Ethik und Moral nicht ebenfalls etwas mit dem Umgang von Mitarbeitern zu tun? Wie kann ein Unternehmen von ethischen und moralischen Ansprüchen sprechen, wenn Mitarbeiter sich nicht wohl fühlen, gedehmütigt und degradiert werden und Mobbing vorherrscht?
Wie sind dann private Engagements in Verbindung mit unternehmerischen sozialen Handelns zu vereinbaren? Oder ist dies doch alles nur der Selbstprofilierung geschuldet?
Hier könnte man auf Prof. Dr. Fredmund Malik verweisen der aufzeigte, dass Aussage und Handeln in einem schlüssigen Zusammenhang stehen müssen, damit die Glaubwürdigkeit des Handelnden erhalten bleibt. In wie weit dies hier in diesem Fall ist, soll offen bleiben.
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Nachhaltigkeit
Umweltschutz, Sinnvolle Verwendung von Ressourcen, Erhalt der Natur und der Erhalt der Arbeitskraft des Menschen, all das sind heute Themen die die Welt bewegen. Zusammengefasst unter dem Begriff der Nachhaltigkeit geht es heute darum, sinnvoll mit den Ressourcen unserer Erde umzugehen um so die Schädigung der Erde zu vermeiden.
Nachhaltigkeit ist heute ein so umfassender Begriff, dass eine Erläuterung in wenigen Worten nicht mehr möglich ist.
Ursprünglich stammt dieser Begriff aus der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts. Hans Carl von Carlowitz war der erste der bereits 1713 von der nachhaltigen Nutzung des Waldes sprach. 1732 griff Hermann Friedrich von Göchhausen diesen Begriff auf und definierte die nachhaltige Forstwirtschaft in jenem Sinne, dass nur soviel Holz aus einem Wald entnommen werden dürfe, wie nachwachsen könne. Somit stand die Regernation des Waldes im Mittelpunkt der Nachhaltigkeit.
Diese Definition muss heute erweitert werden, denn längst geht es nicht mehr nur um Wälder. Heute geht es um die Agrarwirtschaft und die sinnvolle Nutzung der entsprechenden Anbauflächen im umweltfreundlichen Sinne. Der Einsatz von Düngemitteln und/oder von Pestiziden die die Grundlage des Lebens zerstören müssen ebenso geprüft werden, wie die Nachhaltigkeit aus anderen Lebens- und Wirtschaftsbereiche.
Während in den heimischen Produktionsprozessen schon lange auf die Umweltverträglichkeit und Arbeitnehmerrechte geachtet wird, steckt dies in den dritten Welt Ländern noch in den Kinderschuhen. Jedoch können sich Unternehmen schon lange nicht mehr der Verantwortlichkeit für untergeordnete Produktionsstufen von Subunternehmer entziehen. Ein aktuelles Beispiel hierzu ist Mattel, die durch chinesische Subunternehmer belastete Produkte bezogen und auf dem Weltmarkt verkauft haben.
Geeignete Tools um gegen unethisches Verhalten vorzugehen sind teilweise schon vorhanden. Und die Entwicklung von Wertemanagementsystemen, wie zum Beispiel das von Konstanzer Institut für WerteManagement sind erst die ersten Schritte um langfristig nachhaltig erfolgreich zu sein.
Es reicht nicht, "nur" auf Arbeitnehmerrechte, die Umwelt und auf Korruption zu achten um Nachhaltigkeit zu erzielen. Nachhaltigkeit ist m.E. auch ein Thema welches sich in der Kultur in einem Unternehmen widerspiegelt. Wie gehen Menschen innerhalb des Unternehmens miteinander um? Respektieren sie sich? Oder ist es eine Ellenbogengesellschaft in der die Leistung des Einzelnen mehr zählt als das Team?
Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung ist für mich evtl. auch ein Thema meiner Diplomarbeit. Der Grund ist für mich denkbar einfach. Führen ist nicht gleich führen.
Während in früheren Jahren nur "Befehl und Gehorsam" zählte, was für ein Produktionsbetrieb ebenso typisch war wie beim Militär, so zählt heute vielmehr das Know-How in einem Unternehmen um so kreative Arbeitsplätze für Innovation zu schaffen. Kreativität und Motivation sind Schlüsselerfolge für den Erfolg des Unternehmens und somit auch ein Garant für die Arbeitsplatzsicherung des Einzelnen.
Gerade jene Arbeitsplatzsicherung führt (glaubt man Peter Drucker), führt zu Motivation und Engagement. Dies wurde auch in einer Studie des Bundesministerium für Arbeit und Soziales bestätigt. In jener Studie wird aufgezeigt, dass Engagement im direkten Zusammenhang mit dem Erfolg des Unternehmens zusammenhängt.
Und somit lande ich wieder einmal beim wichtigsten Kapital des Unternehmens - dem Wissenskapital. Immer mehr wird erkannt, dass das Wissen des Mitarbeiters nachhaltig zum Unternehmenserfolg beiträgt. Worthülsen wie "Die Mitarbeiter sind unser Kapital" sollten nicht länger nur Wortspielereien sein um nach einer solchen Aussage zu alten Verhaltensmustern zurück zu kehren.
Heute sollte die Aufgabe der Führungskraft die eines Moderators sein. Ein Vorgesetzter der sich um die Kreativität der Mitarbeiter bemüht um so neues Wissen zu erhalten.
Sicherlich, ein sehr unkonventioneller Ansatz. Aber Beispiele aus der Wirtschaft für solche oder ähnliche Ansätze gibt es bereits. Beispielsweise "google". Google zählt heute zu den wertvollsten Unternehmen der Welt mit einem Wert von rund 86 Mrd. US $ (lt. Fernseh-Beitrag auf n-tv). Was macht den Unterschied aus? Nun Google ist zuerst ein Unternehmen, welches nicht wirklich im traditionell produzierenden Gewerbe tätig ist. Statt dessen ist es heute ein moderner Dienstleister bei dem gerade das Wissen der Mitarbeiter den Wert des Unternehmens darstellt.
Ein anderes Beispiel. Was wäre morgen Microsoft wert, wenn heute alle Mitarbeiter kündigen würden?
Wenn man sich diese Frage vor Augen führt, so ist doch auch die Frage gerechtfertigt, nach welchen Kriterien Unternehmen die Mitarbeiter bezahlen? Sicherlich, eine Maschine kann abgeschrieben werden, der Einkauf von Wissen nicht. Aber kann eine Maschine neues Wissen generieren? Wäre es also nicht sinnvoller die Investitionen in Humankapital zu erhöhen, auch wenn auf kurzfristiger Sicht der Shareholder Value sinkt?
Wobei sowieso die Frage ist, was langfristig und somit auch nachhaltig mehr Wert bringt. Toyotas langristige Sichtweise oder die Sichtweise eines kurzfristig denkenden Schwarm voller Shareholder (wie z.B. amerikanische Hedgefonds-Manager, die eine Verschuldung des Unternehmens erwarten um die Dividende erhöhen zu können)?
Beispiel für gute langfristige Wertentwicklung ist Warren Buffet, der bis heute keine Dividende ausgezahlt hat und so den Wert einer Share auf deutlich über 100.000 US$ gesteigert hat. Welche Aktie und welches Unternehmen hat heute einen vergleichbaren Wert?
Ende Teil 1 (?)
Karate und Wirtschaft
Wie oft lese ich Diskussionen in diversen Foren bei denen es um die Unterscheidung zwischen Kampfsport und Kampfkunst geht. In der Vergangenheit habe auch ich mich häufig an diesen Diskussionen beteiligt.
Viele Kampfsportler treten sich auf den Schlips getreten, wenn man Ihnen erklärt, das sie zwar Kampfsport aber keine Kampfkunst betreiben. Ich werde hier jetzt nicht im Detail darauf eingehen, wie ich den Unterschied zwischen beiden Begrifflichkeiten definiere.
Für diesen Beitrag hilft es vielleicht zu sagen, das der Kampfsport nur einen sehr sehr kleinen Teil einer kompletten Kunst umfasst. Meiner Meinung nach ist es so, dass "Kampfsport" eine Kastration der eigentlichen Kampfkunst.
Würde ich die Kampfkunst bzw. den Kampfsport auf die Wirtschaft übertragen, so müsste man sagen, dass der Kampfsport vielleicht der äußeren Darstellung des Unternehmens entspricht. Also dem Marketing, dem Image, dem Corporate Identity und dem Corporate Design. Also all' jenem was die Stakeholder von außen sehen.
Normalerweise müsste man noch strenger mit der Definition umgehen. So kann die Kampfkunst u.U. auch (für einen kurzen Zeitraum) den Kampfsport umfassen. Der reine Kampfsport hingegen kann aber nie die Kampfkunst umfassen, da maximal der Kampfsport ein Teilbereich der Kunst sein kann.
Auf das Unternehmen übertragen, würde sich ein Unternehmen nur auf einen Teilbereich, z.B. die Außenwirkung konzentrieren. Wichtige Unternehmensbereiche wie; Vertrieb, Entwicklung, Produktion, Qualitätskontrolle, Personal, Buchhaltung, Controlling, Forschung, Rechtsabteilung, Logistik, Personal und Unternehmensleitung würden vernachlässigt werden bzw. wären ggf. nicht existent.
Eine solche Vorgehensweise wäre aber schlicht und ergreifend falsch und gefährlich. CI, CD, Image und Marketing sind Teilbereiche eines Unternehmens, nicht das Unternehmen selbst. Dies leuchtet auch jedem Unternehmer, angestellten Manager, Kaufmann, Betriebswirt, etc. ein. Betrachtet man also diese vier Bereiche, so sieht man also nur einen kleinen Ausschnitt der alle Zusammenhänge darstellen soll.
Reicht es aus, wenn man nur einen Teilbereich erfasst? Oder ist es in einem Unternehmen für Führungskräfte notwendig einen Überblick über das Unternehmen zu erhalten um ggf. die richtigen Entscheidungen treffen zu können?
Eine Führungskraft sollte (meiner Meinung nach) einen kompletten Einblick auf alle verschiedenen Abteilungen gehabt haben (i.S. von Verständnis) um so ein Grundverständnis über die Zusammenhänge der internen Abläufe zu bekommen. So kann die Führungskraft auch die Wichtigkeit seiner eigenen Handlung(en) innerhalb der Abteilung bzw. des eigenen Teams verstehen und entsprechend agieren (z.B. durch Schulungen der Mitarbeiter, Motivation, etc.).
Betrachtet die Führungskraft andere Unternehmensbereiche jedoch nicht, bzw. lebt diese weiterhin in der eigenen kleinen mikroökonomischen Welt, so können die so aufgebauten Grenzen (durch Verständnisprobleme und hierarchische Hindernisse) zu einer Verschlechterung der Arbeitsleistung und der Innovation, der eigenen Person bzw. der Abteilung, führen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass gerade das hierarchische Denken von Führungspersonen die erste Problematik darstellen kann. Hier denke ich an Jack Welch, der als eine seiner Maßnahmen bei GE (General Electric) die Grenzen der Hierarchie nieder gerissen hatte um so besseres und freieres Denken zu fördern und fordern.
Für eine Führungskraft ist es meiner Meinung nach wichtig, regelmäßig über den Tellerrand hinaus zu schauen um so einen Einblick in die Zusammenhänge des unternehmerischen Handelns zu bekommen und zu bewahren. Denn ein gutes Unternehmen entwickelt sich (je nach Branche mehr oder weniger) dynamisch weiter.
Letztlich gilt im Karate wie in Unternehmen, dass Teilbereiche sicherlich wichtig sind, man sich allerdings nicht alleine auf diese konzentrieren darf, da sonst der Blick auf die Meso bzw. Makroebene verloren gehen.
Während sich im Karate die Dinge in der Makroebene sicherlich weniger dynamisch entwickeln wie in einem Unternehmen, so dürfen gerade Unternehmen diese Makroebene nicht unterschätzen.
Beispiele für das unterschätzen der Makroebene gibt es genügend. Angefangen in den 80er Jahren als die Automobilindustrie über die japanischen Autohersteller gelächelt haben, über Mannesmann die von Vodafone geschluckt wurden bis hin zu Tata (einem indischen Mischkonzern) die plötzlich Eigentümer von Jaguar und Land Rover wurden.
Letztlich hat Karate und Wirtschaft in meinen Augen eines gemeinsam. In beiden Bereichen reicht es nicht aus, sich nur auf einen Teilbereich zu fokussieren um so das Ganze verstehen zu wollen. Letztlich ist es die Aufgabe von jedem selbst, innerlich offen und neugierig zu sein, um sich so einen Gesamtüberblick zu verschaffen