Vereine als kleine Wirtschaftsunternehmen „Erfolg ist das Ergebnis aus guter Vorbereitung.“ So oder so ähnlich durfte ich den ersten Satz schon einmal lesen. Ich selbst würde diesen Satz erweitern um die Organisation. Der Satz müsste also meiner Meinung nach lauten: „Erfolg ist das Ergebnis aus guter Vorbereitung und guter Organisation.“ Wieso Organisation? Der erfolgreiche Sportler muss sich auf seinen Wettkampf lange und intensiv vorbereiten. Doch die meisten Freizeitsportler greifen dabei auf die Organisationsstruktur eines Vereins oder Verbandes zurück. Ähnliches gilt für ehrenamtliche Helfer aus den Bereichen der Feuerwehr, des THW und des Rettungsdienstes. Hinter den wöchentlich stattfindenden Übungen wird eine Organisation benötigt, die das erforderliche Know-How bzw. Material bereitsstellt. Ich selbst möchte nun nicht auf die Vorbereitung einer einzelnen Person eingehen, sondern vielmehr auf die Organisation sehen, welche sich ehrenamtlich organisieren. Was haben also alle guten Organisationen gemeinsam. Und hier meine ich alle Organisationsformen. Sei es der Verein, eine Studentenverbindung, Feuerwehr, THW oder die eines Unternehmens. Wirtschaftliche Unternehmen sind i.d.R. straff auf den Unternehmenserfolg ausgerichtet. Hierzu gibt es entsprechende Abteilungen die unterstützend tätig werden. Gemeinsam haben alle Organisationen einen Vorsitzenden. Beim Unternehmen ist dies der Geschäftsführer bzw. der Vorstandsvorsitzende. Ein Äquivalent gibt es bei den freiwilligen und ehrenamtlichen Organisationen. Hier ist es der 1. Vorsitzende, bei Studentenverbindungen auch X genannt. Alle haben die gleiche Funktion. Sie leiten die Organisation. So lassen sich auch weitere Funktionen finden, die ähnlich wenn nicht sogar identisch auszuführen sind. Die Funktionen in einem wirtschaftlich orientierten Unternehmen lassen sich sicherlich nicht eins zu eins auf eine Person im Verein übertragen. Dennoch sind Funktionen aus Unternehmen vorhanden. Als Beispiel möchte ich folgende aufführen: Personalmanagement und Personalentwicklung ist in vielen mittelständischen Unternehmen eine Organisationsfunktion die in den Vereinen durch verschiedene Personen wahrgenommen wird. Letztlich geht es darum, wie ein Verein / eine ehrenamtliche Organisation erfolgreich Ziele umsetzen kann. Hier kommen genau die gleichen Mechanismen zum Tragen wie in einem Unternehmen auch. Aus diesem Grund ist es meines Erachtens für Vereine und Organisationen erforderlich unternehmerisch zu denken um langfristig erfolgreich zu sein. Somit sind strategische Planungen erforderlich um sich zielgerichtet weiter zu entwickeln. Dies fängt mit der Analyse der Zielgruppe an (welche Zielgruppe möchte ich ansprechen, was sind die Bedürfnisse, wie kann ich darauf eingehen). Als nächster Schritt ist die strategische Zielsetzung und Ausrichtung erforderlich bevor ein entsprechendes Marketing gestartet werden kann bzw. sollte. Ebenso ist das entsprechende Know-How im Vorfeld schon zu entwickeln. Die Marketingmaßnahmen sind ebenso zu planen, damit nicht unnötig Geld ausgegeben wird. Wirtschaftlichkeit ist gefragt. Regelmäßige Soll und Ist-Vergleiche sind ebenso nötig um zu prüfen ob man sich weiterhin auf dem richtigen Weg befindet, denn nichts ist schlimmer, als wenn nach vielen Bemühungen der Erfolg ausbleibt. Dies führt zu Frust besonders bei ehrenamtlichen Engagement. Wie lassen sich diese Dinge auf das Wirken in einem Karate-Verein übertragen. Karate als solches ist eine Kunst, die sicherlich nicht die Massen ansprechen soll. Allerdings sitzt man als Verein in einer Zwickmühle bzgl. des kostendeckenden Vereinsbetriebes und einer sportlichen Veranstaltung die nicht als „Massenabfertigung“ betrieben werden soll. Der Unterschied zwischen einem Wirtschaftsunternehmen und einem Verein ist der, daß ein Unternehmen auf die Kunden hören muss, was der Kunde möchte während der Verein z.T. versucht, eine Nachfrage zu generieren. Selbstverständlich versuchen Vereine auch auf die Kundenwünsche einzugehen, dies ist jedoch im Gegensatz zu einem Unternehmen nur bedingt möglich (s. Nokia => Herstellung von Gummistiefeln zu Herstellung von Mobiltelefonen vs. Musikverein). Somit bleibt festzustellen, daß Vereine und sonstige freiwillige Organisationen letztlich kleine Unternehmen sind, die entsprechend mit Know-How geführt werden müssen um langfristig erfolgreich zu sein.