Süddeutsche Meisterschaft am 21.07.2007 in Immenstadt
Wie angekündigt, habe ich mich heute auf den Weg ins Allgäu, genauer gesagt nach Immenstadt gemacht um seit langem mal wieder an einem Kumite und Kata-Wettbewerb teilzunehmen. Während ich bereits im Frühjahr in Kaiserslautern in Kata und Kata-Mannschaft gestartet bin, wollte ich es dieses mal wissen, wie es um meine Kumite-Fähigkeiten aussieht.
Mein erklärtes Ziel war nicht einen Podiumsplatz zu erreichen. Es wäre zwar ein schöner Nebeneffekt gewesen aber letztlich ging es mir darum, zu lernen wie man mit dem steigenden Adrenalinspiegel umzugehen hat, damit die Leistung bzw. die Techniken optimal abgerufen werden.
Im Kata-Shiai (Kata-Wettbewerb) zeigte ich auf anraten von Pascal "Jion", die mir derzeit eigentlich noch nicht wirklich liegt, da meine Kondition für diese Kata noch nicht wirklich ausreicht. Neben der Angst um meine Kondition beschlich mich die Befürchtung einen Black-Out haben zu können und so wichtige Techniken zu vergessen.
Dennoch, bei Aufruf meines Namens stand ich in der Mitte der Kampffläche und versuchte die von mir viel zitierte Lockerheit "hervorzuzaubern" und locker, schnell und saubere Techniken zu zeigen. Ich bin überzeugt, daß mir das nicht wirklich gelungen ist. Besonders meine Aufregung war mir offensichtlich deutlich anzusehen. Jedenfalls wurde ich auf diese von anderen nach der Kata angesprochen. Aber ist das nicht verständlich, wenn man so gut wie keine Wettkampferfahrungen hat?
Immerhin, ich bin mit dem Ergebnis vorerst zufrieden. Natürlich hätte die Kata besser sein können. Besonders in punkto Geschwindigkeit, Sauberkeit der Techniken, Stand, Atmung etc. Aber das sind ja sowieso Punkte an denen ich arbeiten möchte. Das Kata-Shiai hat mir jedenfalls gezeigt, daß ich mit den schon angeführten Punkten der Verbesserung Recht habe, mich aber dennoch auf dem richtigen Weg befinde.
Im Kumite-Shiai durfte ich in der ersten Runde gegen einen "Schwarz-Gurt" antreten. Auch hier merkte ich meine "Unerfahrenheit" in Form von unkontrollierten Techniken. Meinem Kontrahenten erging es wohl nicht anders, denn auch er kämpfte überaus nervös. Dies führte dazu, daß wir beide nach knapp 10 Sekunden Kampfzeit eine Ermahnung verpasst bekommen hatten. In der Folge wurde der Kampf zwar etwas ruhiger, dennoch waren genügend Emotionen drinnen. Nichts desto Trotz endete der Kampf vor Ablauf der regulären Zeit mit zwei Wazaari zu meinen Gunsten, wodurch ich eine Runde weiter kam.
Im zweiten Kampf durfte ich mich erneut gegen einen etwas größeren Gegner behaupten. Dieser kleine "Größennachteil" wirkte sich später in den Bewertungen der Kampfrichter aus. Wir beide "feuerten" gleichzeitig unsere Kizami-Tsuki ab doch aufgrund der "Reichweite" war seine Technik scheinbar schneller im Ziel (wobei er in der Realität tatsächlich meine schützende offene Handfläche vor meinem Kinn traf), während meine Technik zu 100% an seinem Kinn landete. Diese geringe Reichweitendifferenz führte zu einer etwas schnelleren Zielfindung meines Kontrahenten, wodurch er den ersten Wazaari zugesprochen kam. Den zweiten "eroberte" er sich durch eine Kontertechnik als ich mit meinem vorderen Fuß einen Mae-geri (geraden Fußstoß) chudan durchführte und diesen auch an seinem Bauch "platzierte". Durch die Technik mit dem vorderen Fuß war offensichtlich zu wenig Kime dahinter um eine Wertung zu erhalten.
Hier denke ich nun wieder an die Erläuterung von Stephan, was Kime nun eigentlich bedeutet. Eben, daß das Kime den Willen behinhaltet eine Technik komplett bis zu Schluss durchzuführen. Dieser Wille wird mir wohl in diesem Augenblick gefehlt haben.
Letztlich war die Teilnahme an dem Wettkampf eine lehrreiche Erfahrung für mich und im Moment bin ich überzeugt, daß ich mich irgendwann wieder einmal zu einem Wettkampf anmelden werde um weiter an meinem Adrenalin zu arbeiten und daran, vernünftige Techniken mit einem entschlossenen Willen umzusetzen.