Aufrecht

Geschrieben von Gelbfüssler am 27.10.2007 um 00:43
in 1) Alltag. Link.


Aufrecht:


In letzter Zeit erinnere ich mich immer wieder an den Lehrgang mit Shihan Nishiyama Hidetaka und seiner Aussage, daß man immer eine aufrechte Haltung bewahren sollte.

Die erste Frage die man sich nun stellen könnte, ist zu hinterfragen, auf was "die aufrechte Haltung" bezogen wurde. Da Nishiyama von Karate und Technik sprach, könnte man davon ausgehen, daß er mit der Haltung einzig und allein die Körperspannung während der Karate-Technik meint.

Schon während er von der "aufrechten Haltung" sprach, kam mir die "Dojo-Kun" in den Sinn. Auch hier kann man der Gedanken der "aufrechten Haltung" indirekt finden. "Makoto no michi" bedeutet "Weg der Wahrhaftigkeit"  (vgl. Dôjô-Kun - Andreas Albrecht) und fordert uns auf, "die Redlichkeit unseres Denkens und Handelns in allen Angelegenheiten stets auf Neue zu hinterfragen." (Dôjô-Kun - Andreas F. Albrecht - S. 63). Somit werden wir auch aufgefordert, die temporäre Aufrichtigkeit korrekt zu beurteilen und in einem "nicht endenden Prozeß..." uns dem "... Ideal anzunähern." (vgl. ebd).  Da zum "makoto" "schonungslose Ehrlichkeit vor uns selbst" gehören soll, so gehört, meiner Meinung nach, auch eben jene Ehrlichkeit zu anderen dazu.

Aufrecht kann man auf viele verschiedene Arten und Weisen sein. Im Duden der Synonyme findet man zu jenem Wort weitere alternative Begrifflichkeiten: anständig, integer, rechtschaffen, redlich.

All' jene Worte implizieren, daß die Person sich ehrlich verhält, die Wahrheit sagt und somit auch verlässlich ist.

Überträgt man nun die "aufrechte Haltung" auf das Leben außerhalb des Dôjôs, so kann dies doch letztlich nur bedeuten, daß ich mich ehrlich zu meinen Mitmenschen verhalte aber auch Rückrat beweise und nicht nach der Fahne im Wind die Musik spiele.

Die "aufrechte Haltung" und das Rückrat sind sicherlich nicht einfache Verhaltensweisen in dieser unserer Gesellschaft. Zu leicht ist die Verführung aufgrund eines persönlichen Vorteils den einfachen Weg zu gehen. Hier könnte man wieder an Sensei Tanaka denken der meinte daß "Erfolg keine Abkürzung kennt".

Letztlich ist eine aufrechte Haltung nicht einfach zu bewahren, aber gleichfalls sollte diese Haltung einen davor bewahren, etwas zu tun, wofür man sich später schämen müsste.

So bleibt zu hoffen, daß ich es immer schaffe, eine aufrechte Haltung zu bewahren, so steinig der Weg auch sein möge.

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