Human Capital vs. Human Resources (Erste Gedanken - November 2007) Über kein Themengebiet gibt es soviel Literatur wie für den Bereich des Personalmanagement. Doch wann immer ich mir Bücher oder Artikel zu dem Thema durchlese fällt mir auf, dass häufig – nein eigentlich fast immer – von Human Resources gesprochen wird. In einer Vorlesung von Herrn Prof. Dr. Rosche wollte er wissen, was der Unterschied zwischen den beiden Begrifflichkeiten ist und so fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich betrachtete sowohl den Begriff Capital als auch Resources und beantwortete die Frage wie folgt: „Resource ist zu sehen wie Eisen, Erze oder Öle. Wenn diese verbraucht sind, so wirft man den Rest bzw. das Abfallprodukt weg. Kapital hingegen versucht jeder kluge Investor zu erhalten bzw. sogar zu vermehren.“ Übertragen wir also diese Definition auf Unternehmen, so müsste man sagen, daß Unternehmen die von Human Resources reden, eigentlich kein Interesse an dem Ausbau der Fähigkeiten und des Know-How der Mitarbeiter haben, sondern diese nur für Ihre Zwecke ausbeuten um die Mitarbeiter anschließend wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen. Beim Human Capital hingegen sieht das Unternehmen den Mitarbeiter als „Vermögen“ welches für ihn wichtig ist und er zu entwickeln, zu fördern und zu vermehren zu versucht. Vermehren im Sinne von; Schulung(en), Fördermaßnahmen, Trainings, etc., um so einen Mehrwert für das eigene Unternehmen zu schaffen und daraus letztlich Ertrag zu erwirtschaften. Würde man dies jetzt aus strategischer Sicht betrachten, wäre der zweite Ansatz in der Tat langfristig ausgerichtet, während der erste Teil nur als operativer Teilbereich zu sehen ist. Schaut man nun weiter auf die Börse, so kann man erkennen, daß es unterschiedliche Anlegertypen gibt. Sicherlich gibt es den kurzfristigen Trader der mit technischer Analyse in kurzer Zeit schnelles Geld verdienen aber auch verlieren kann. Unter den langfristigen und strategischen Investoren (allen voran Warren Buffet) zählt jener Erfolg der sich langfristig einstellt. Im Bereich der Unternehmen kann man hier durchaus Toyota oder auch Porsche erwähnen, die sich nicht auf der Jagd nach dem Shareholder Value für den Anteilseigner beteiligen. Und der Erfolg beider Unternehmen gibt den Managern der langfristigen Strategie recht. Doch nun zurück zum Personal. Wenn Unternehmen die Möglichkeit haben, Ihr Personal als Investment zu sehen und dieses fördern und entwickeln, so steigert sich nicht nur der Wert (im Sinne des Know-Hows des Mitarbeiters), sondern m.E. auch die Motivation. An dieser Stelle möchte ich nicht definieren, wie Motivation definiert wird oder wie man diese generieren könnte. Wichtig ist zu sehen, daß motivierte Mitarbeiter zum Erfolg des Unternehmens und somit zur Steigerung des Ertrags beisteuern. Letztlich sind die Gedanken des Human Captials und der Human Resources unterschiedlicher Natur, wenn gleich beide als Synonym für die Personalabteilung des Unternehmens stehen.