"Die Welle"

Geschrieben von Gelbfüssler am 5.04.2008 um 00:22
in 5) sonstiges. Link.

"Die Welle"

Als ich vor einigen Wochen in meiner Heimatstadt weilte, hatte ich die Gelegenheit mit zwei Bekannten wieder einmal das Kino zu besuchen. Der ausgewählte Film hieß "Die Welle".

Schon im Vorfeld hatte ich den dazugehörigen Trailer gesehen. Ebenso eine Talkshow mit dem deutschen Hauptdarsteller sowie dem amerikanischen Geschichtslehrer, bei dem das im Film nachgespielte Experiment tatsächlich stattgefunden hatte.

Die Neuauflage des Filmes "Die Welle" spielt in einer fiktiven Stadt irgendwo in Deutschland an einem Gymnasium.

Während einer Projektwoche wird von den Schülern die Hypothese aufgeworfen, dass es in der heutigen und aufgeklärten Zeit nicht mehr möglich sei, dass eine Diktatur entstehen könne. Dem entgegen vertritt Rainer Wenger eine andere Meinung und entschließt sich zu einem Experiment mit seinen Schülern.

Während dem 107 Minuten dauernden Filmes zeigt nun der Lehrer Wenger dem Zuschauer auf, wie er durch die Einführung von Grundregeln (Disziplin, Gemeinschaft und Handeln) sowie psychologische Beeinflussung das Denken und Handeln der Schüler verändert.

Letztlich schafft es Wenger verkrustete Gruppenstrukturen aufzubrechen um so eine neue Form der Gemeinschaft zu schaffen. Diese Gemeinschaft und das Gruppendenken wird ein zentraler Punkt in diesem Film.

Ein deutlicher Hinweis auf die Gleichschaltung wurde auch durch das im Gleichschritt auf der Stelle marschieren aufgezeigt.

In einem immer dynamisch werdenden Prozess kommt es schließlich zum Höhepunkt als ein Mitglied "der Welle" erkennt, dass der eingeschlagene Weg der falsche ist und er (der Schüler) seinen Lehrer (Wenger) auffordert das Experiment abzubrechen.

Schließlich fordert Wenger seine Schüler auf sich noch einmal zu versammeln und zeigt auf dramatische Art und Weise auf, wie die Hypothese des ersten Tages zu beantworten sei.
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Erschreckend in diesem Film sind meiner Meinung nach die Parallelen zu heutigen radikalen Gruppierungen, die genau solche Verhaltensweisen in einer Gruppendynamik zeigen.

Für mich lädt dieser Film zum bewussten Nachdenken ein, damit man sich vor Augen führt, wie Menschen auch heute noch manipuliert werden können und vermutlich auch werden.

Der geneigte Leser könnte sich nun fragen, wie die heutige Gesellschaft denn überhaupt manipuliert werden könne, da die meisten Menschen nicht in einer Gruppe (wie z.B. in der Schule) tätig sind. Doch Manipulation(en) können vielfältig und -schichtig sein.

Ein Beispiel liefert uns die tägliche Flut von neuen Nachrichten, die über uns hereinbricht. Die Frage könnte doch in diesem Fall lauten, wer für die Veröffentlichung dieser Neuigkeiten verantwortlich ist? Sind jene Meldungen auch wirklich nicht zensiert? Oder werden wir durch bestimmte Medien bzw. Unternehmen oder Staaten bewusst beeinflusst.

Bestes Beispiel sind doch Kriegsberichtserstattungen bei denen jede der Parteien Ihre ganz persönlichen Erfolgsmeldungen verkünden.

Und auch in unserem Leben werden wir täglich manipuliert. Wie meinte neulich eine Kabarettsendung zum Thema "Bankenkrise" und "Zumwinkel" sinngemäß? "Nachdem der Vorstandschef der "Post" der Steuerhinterziehung erwischt wurde und sich jeder über die Millionen aufgeregt hatte die der Mann an Steuern hinterzogen hat, redete keiner mehr von den großen Banken die Milliarden verzockt haben."

Interessanter Gedanke, oder?

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