Nachhaltigkeit
Umweltschutz, Sinnvolle Verwendung von Ressourcen, Erhalt der Natur und der Erhalt der Arbeitskraft des Menschen, all das sind heute Themen die die Welt bewegen. Zusammengefasst unter dem Begriff der Nachhaltigkeit geht es heute darum, sinnvoll mit den Ressourcen unserer Erde umzugehen um so die Schädigung der Erde zu vermeiden.
Nachhaltigkeit ist heute ein so umfassender Begriff, dass eine Erläuterung in wenigen Worten nicht mehr möglich ist.
Ursprünglich stammt dieser Begriff aus der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts. Hans Carl von Carlowitz war der erste der bereits 1713 von der nachhaltigen Nutzung des Waldes sprach. 1732 griff Hermann Friedrich von Göchhausen diesen Begriff auf und definierte die nachhaltige Forstwirtschaft in jenem Sinne, dass nur soviel Holz aus einem Wald entnommen werden dürfe, wie nachwachsen könne. Somit stand die Regernation des Waldes im Mittelpunkt der Nachhaltigkeit.
Diese Definition muss heute erweitert werden, denn längst geht es nicht mehr nur um Wälder. Heute geht es um die Agrarwirtschaft und die sinnvolle Nutzung der entsprechenden Anbauflächen im umweltfreundlichen Sinne. Der Einsatz von Düngemitteln und/oder von Pestiziden die die Grundlage des Lebens zerstören müssen ebenso geprüft werden, wie die Nachhaltigkeit aus anderen Lebens- und Wirtschaftsbereiche.
Während in den heimischen Produktionsprozessen schon lange auf die Umweltverträglichkeit und Arbeitnehmerrechte geachtet wird, steckt dies in den dritten Welt Ländern noch in den Kinderschuhen. Jedoch können sich Unternehmen schon lange nicht mehr der Verantwortlichkeit für untergeordnete Produktionsstufen von Subunternehmer entziehen. Ein aktuelles Beispiel hierzu ist Mattel, die durch chinesische Subunternehmer belastete Produkte bezogen und auf dem Weltmarkt verkauft haben.
Geeignete Tools um gegen unethisches Verhalten vorzugehen sind teilweise schon vorhanden. Und die Entwicklung von Wertemanagementsystemen, wie zum Beispiel das von Konstanzer Institut für WerteManagement sind erst die ersten Schritte um langfristig nachhaltig erfolgreich zu sein.
Es reicht nicht, "nur" auf Arbeitnehmerrechte, die Umwelt und auf Korruption zu achten um Nachhaltigkeit zu erzielen. Nachhaltigkeit ist m.E. auch ein Thema welches sich in der Kultur in einem Unternehmen widerspiegelt. Wie gehen Menschen innerhalb des Unternehmens miteinander um? Respektieren sie sich? Oder ist es eine Ellenbogengesellschaft in der die Leistung des Einzelnen mehr zählt als das Team?
Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung ist für mich evtl. auch ein Thema meiner Diplomarbeit. Der Grund ist für mich denkbar einfach. Führen ist nicht gleich führen.
Während in früheren Jahren nur "Befehl und Gehorsam" zählte, was für ein Produktionsbetrieb ebenso typisch war wie beim Militär, so zählt heute vielmehr das Know-How in einem Unternehmen um so kreative Arbeitsplätze für Innovation zu schaffen. Kreativität und Motivation sind Schlüsselerfolge für den Erfolg des Unternehmens und somit auch ein Garant für die Arbeitsplatzsicherung des Einzelnen.
Gerade jene Arbeitsplatzsicherung führt (glaubt man Peter Drucker), führt zu Motivation und Engagement. Dies wurde auch in einer Studie des Bundesministerium für Arbeit und Soziales bestätigt. In jener Studie wird aufgezeigt, dass Engagement im direkten Zusammenhang mit dem Erfolg des Unternehmens zusammenhängt.
Und somit lande ich wieder einmal beim wichtigsten Kapital des Unternehmens - dem Wissenskapital. Immer mehr wird erkannt, dass das Wissen des Mitarbeiters nachhaltig zum Unternehmenserfolg beiträgt. Worthülsen wie "Die Mitarbeiter sind unser Kapital" sollten nicht länger nur Wortspielereien sein um nach einer solchen Aussage zu alten Verhaltensmustern zurück zu kehren.
Heute sollte die Aufgabe der Führungskraft die eines Moderators sein. Ein Vorgesetzter der sich um die Kreativität der Mitarbeiter bemüht um so neues Wissen zu erhalten.
Sicherlich, ein sehr unkonventioneller Ansatz. Aber Beispiele aus der Wirtschaft für solche oder ähnliche Ansätze gibt es bereits. Beispielsweise "google". Google zählt heute zu den wertvollsten Unternehmen der Welt mit einem Wert von rund 86 Mrd. US $ (lt. Fernseh-Beitrag auf n-tv). Was macht den Unterschied aus? Nun Google ist zuerst ein Unternehmen, welches nicht wirklich im traditionell produzierenden Gewerbe tätig ist. Statt dessen ist es heute ein moderner Dienstleister bei dem gerade das Wissen der Mitarbeiter den Wert des Unternehmens darstellt.
Ein anderes Beispiel. Was wäre morgen Microsoft wert, wenn heute alle Mitarbeiter kündigen würden?
Wenn man sich diese Frage vor Augen führt, so ist doch auch die Frage gerechtfertigt, nach welchen Kriterien Unternehmen die Mitarbeiter bezahlen? Sicherlich, eine Maschine kann abgeschrieben werden, der Einkauf von Wissen nicht. Aber kann eine Maschine neues Wissen generieren? Wäre es also nicht sinnvoller die Investitionen in Humankapital zu erhöhen, auch wenn auf kurzfristiger Sicht der Shareholder Value sinkt?
Wobei sowieso die Frage ist, was langfristig und somit auch nachhaltig mehr Wert bringt. Toyotas langristige Sichtweise oder die Sichtweise eines kurzfristig denkenden Schwarm voller Shareholder (wie z.B. amerikanische Hedgefonds-Manager, die eine Verschuldung des Unternehmens erwarten um die Dividende erhöhen zu können)?
Beispiel für gute langfristige Wertentwicklung ist Warren Buffet, der bis heute keine Dividende ausgezahlt hat und so den Wert einer Share auf deutlich über 100.000 US$ gesteigert hat. Welche Aktie und welches Unternehmen hat heute einen vergleichbaren Wert?
Ende Teil 1 (?)