Verkehrssicherheit in Konstanz
"Ein Toter - nachdem ein Fahrzeug von der Rheinbrücke stürzte". So oder so ähnlich dürfte auch die Schlagzeile des Südkuriers am Tag danach (21.03.2008) gelautet haben, als die örtliche Zeitung von einem Unfall berichten musste, bei dem ein Mensch getötet und vier weitere schwer verletzt wurden.
Was war passiert? Ein Renault Clio fuhr von der Schweiz kommend mit fünf Insassen über die neue Rheinbrücke in Konstanz in Richtung einer Szene Discothek, als das Fahrzeug aufgrund eines Fahrfehlers von der Brücke auf das Dach stürzte.
Dieser Unfall war seit der kompletten Freigabe der Schänzlebrücke bereits der Dritte in der noch jungen Geschichte. Eigentlich ist es wenig verwunderlich, schaut man sich die Situation an der Abfahrtsstelle von der Schänzlebrücke an.
Wenige Meter nach der Abzweigung in Richtung der Oberlohnstraße endet am rechten Fahrbahnrand die Schutzplanke und geht in ein normales Fußgängergeländer über. Und dies in ca. 10 bis 13m Höhe. Das ein solches Geländer sicherlich kein PKW aufhalten kann, wird jedem normal denkenden Bürger klar sein, scheinbar aber nicht dem zuständigen Regierungspräsidium.
Liest man sich die Zeitungsangaben des Südkuriers durch, so scheint das Regierungspräsidium in Freiburg auch keine Notwendigkeit zu sehen, die Situation entschärfen zu wollen (vgl. Südkurier v. 26.03.2008).
Verschlimmert wird die Tatsache, dass seither weder eine Schutzplanke angebracht worden ist, noch überhaupt das Geländer repariert wurde. Statt dessen wurde eine Straßenabsicherung aufgestellt, um den Verkehr um die gefährliche Situation zu führen. Somit ist die Situation derzeit sogar noch gefährlicher als zuvor!
Bedenkt man auch die Tatsache, dass bis vor wenigen Wochen noch Winter und Minusgrade hier in der Stadt am Bodensee herrschten, so fragt man sich, ob wie so oft, weitere Leben "geopfert" werden müssen bis solche gefährliche Schlüsselstellen entschärft werden und Beamte ein einsehen haben.
In einem nächsten Punkt stellt sich die Frage, wer die Verantwortlichkeit für die Sicherheit trägt. Sicherlich, der Bürgermeister der Stadt wird hier auf das Regierungspräsidium verweisen. Und während jene staatlichen Mitarbeiter sich in Schweigen hüllen und die Hände in Unschuld waschen, bleibt die Gefahrenquelle bestehen. Aber wie sähe es mit einer Eigeninitiative der Stadt Konstanz aus? Vermutlich wäre dies wohl zuviel verlangt. Denn es wäre ja zu einfach, selbst etwas für die Sicherheit zu tun. Rechtliche Zuständigkeit hin oder her.
Statt dessen überlegt sich die Stadt, wie überschüssige Gelder in neue Projekte fließen können um so mehr für den Tourismus zu tun. Scheinbar ist es in vielen Städten so, dass da wo der Tourismus Geld in die Kasse bringt, der Bürger schlicht vergessen wird.
Den Besuchern und den Bürgern von Konstanz kann man nur wünschen, dass Sie auf der Fahrt zum Einkauf oder auf dem Heimweg diese Stelle bekannt ist und sie sich besonders umsichtig verhalten.