Training im Heimat-Dôjô

Geschrieben von Gelbfüssler am 22.07.2008 um 01:26
in 4) Karate. Link.

Training im Heimat-Dôjô

'Heimaturlaub', so hätte man meinen "Ausritt" in der vergangenen Woche bezeichnen können. So hatte ich endlich wieder einmal die Gelegenheit, auch meinen Heimat-Dôjô zu besuchen um dort ein wenig mitzutrainieren. Wie war ich gespannt, nach mehreren Monaten ohne wirkliche sportliche Betätigung wieder ins Training einzusteigen. Langsam wollte ich es angehen lassen. Was auch immerhin Donnerstags ganz gut klappte.

Wie es der Zufall wollte, zeichnete sich am Donnerstag-Abend ab, dass meine Wenigkeit das Freitags-Training gestalten durfte. Für mich war es eine Selbstverständlichkeit das Training zu halten und meine Erfahrungen weiter zu geben. Offen gesprochen, habe ich mich darauf gefreut, wieder einmal Training geben zu können.

Dementsprechend bereitete ich mich gedanklich etwas vor und 'kramte' vorsichtshalber noch einmal die ein oder andere DVD bzw. das ein oder andere Buch hervor um mich inspirieren zu lassen. Ich wollte eine Mischung aus dem Training geben, welches ich in Konstanz genießen kann und jenen Dingen, die ich aufgrund meiner Recherchen herausgefunden hatte.

Das Aufwärmtraining gestaltete ich mit koordinativen Übungen bevor ich zum ersten Teil eines Aufwärmtrainings ging, bei dem die Teilnehmer sich mit den Bewegungsabläufen der Kata warm machen sollten.

Im Fokus meines Trainings sollte besonders die korrekte Atmung stehen. Dabei sollten die Techniken locker, d.h. ohne verkrampfen oder übertriebene Anspannung ausführen. Ein weiterer Brennpunkt des Trainings sollte innerhalb der Grundschule die Ausführung der Hüfte sein.

Nachdem diese Techniken mehrfach trainiert wurden, entfernte sich das Training vom üblichen Kihon-Training. und ging in das Partnertraining über. Ein weiteres Ziel der Einheit war, die Teilnehmer mit dem Hiza-Geri (Kniestoß) bekannt zu machen. Die Technik kommt in mindestens zwei Katas vor. Dennoch wird diese Technik seltenst trainiert und meistens nur im Kontext einer Anwendung, die im wirklichen Leben vermutlich Selbstgefährdung bedeuten könnte.

Beim Ausführen dieser Technik konnte man die Probleme ganz deutlich erkennen. Der Hüfteinsatz, das Knie und das Greifen des Partners war selbst für einige Braungurte absolutes Neuland. Die Kombination aus stabiler Stand, greifen des Partners und Ausführung der Technik war zum Teil fast als katastrophal anzusehen. Besonders die Damen zeigten Schwierigkeiten bei der Ausführung. Erschreckend, wenn man bedenkt, dass gerade diese Technik für die Damen von höchster Wichtigkeit werden könnte, sollten diese in eine Notwehrsituation geraten.

Eine weitere Technik, die trainiert werden sollte, war eine Kizami-/Oi-Tsuki Kombination, bei der der Angreifer sich am Gegner relativ nah vorbeibewegt um den Kontakt und somit die Kontrolle über den Gegner zu behalten.

Zum Schluss sollte noch einmal der Fokus zurück auf die Atmung gelenkt werden. Hierzu wurde die Kata Hangetsu geübt. Ziel war es, die Kata langsam aber mit korrekter Atmung durchzuführen.

Rückblickend betrachtet, musste ich feststellen, dass die Vorbereitungszeit für die Einheit zu kurz war. Letztlich hätten es vermutlich weniger Techniken getan, die dann häufiger geübt hätten werden müssen. Für mich steht schon heute fest, dass ich, bei nächst möglicher Gelegenheit einen Trainingsplan vorbereite, der zu verschiedenen Einheiten passen sollte. Auch hier habe ich festgestellt, dass ich noch einiges zu lernen habe. Packen wir es an.

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