Karate und Ying & Yang?

Was hat dies nun mit Karate zu tun? Betrachte ich das Shôtôkan-ryû Karate, so fällt mir auf, das in vielen Trainings die ich bisher erlebt habe, häufig nur ein Prinzip des Ganzen verfolgt wurde. Häufig hört man die Trainer "schneller, stärker" oder gar "härter" rufen, als Aufforderung sich noch mehr anzustrengen und bis an die Grenzen zu gehen.
Bei der Tag der offenen Tür eines Dôjôs meinte eine T'ai Chi-Trainerin, dass das T'ai Chi-Chuan die weiche Komponente der Kampfkunst sei.
Nun stellt sich die Frage, besteht das Shôtôkan-ryû grundsätzlich nur aus harten Techniken oder beinhaltet dieser Ryû auch weiche Komponenten. Eine Antwort hierzu kam von einem geschätzten Landestrainer aus Bayern, der meinte, dass die weichen Elemente vernachlässigt werden würden und fragte, wie bei der Vernachlässigung der weichen Kunst dies sonst eine lebenslange Kunst sein kann.
Auf Grundlage dieser Aussage ist somit zu hinterfragen, wo die weichen Elemente des Shôtôkan-ryû versteckt sind. Hierzu könnte die Kata Hangetsu dienen. Hangetsu unterscheidet sich von einigen Katas nicht nur in der Ausführung von Techniken sondern ganz besonders auch in der Atmung. Der Focus bei dieser Kata liegt nicht nur im Stand (der eigentlich Sanchin-Dachi sein müsste), sondern speziell darin, wie und wann geatmet wird. Hier wird Spruch "Spannung und Entspannung" sichtbar.
Spannung ist notwendig um aufmerksam zu sein. Entspannung hingegen um locker und ggf. schnell zu werden. Um dies zu erreichen ist besonders die Atmung wichtig. Gerade eine verwendete Pressatmung und der damit verbundenen 'Schiebetechnik' sowie übermäßiger Krafteinsatz führen zu einem falschen Ergebnis.
Lockerheit, Entspannung und Atmung dagegen zu einer schnelleren und härteren Technik. Hierzu sei Arakakis Buch erwähnt, der den Effekt der 'Peitschentechnik' herausstellt, welcher nur durch Lockerheit erreicht werden kann.
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