Wirtschaft und Ethik
Bereits in einigen vorherigen Beiträgen wurde das Thema Ethik in Verbindung mit wirtschaftlichen Handeln und/oder mit Nachhaltigkeit betrachtet. Wie wichtig ethisch und moralisches Handeln ist, bemerkten Unternehmen meist erst dann, wenn diese am Pranger von Presse, der Gesellschaft und/oder vor Gericht stehen.
Sowohl die soziale Marktwirtschaft als auch die nun geforderte 'neue soziale Marktwirtschaft' erwartet ein wirtschaftliches Handeln, welches nicht nur auf den Shareholder-Value abzielt, sondern vielmehr auch die Stakeholder mit in das Handeln mit einbezieht.
In der aktuellen Ausgabe des Magazins 'inside b - Das Magazin für Wirtschaft & Leben in Baden' widmet sich die Redaktion genau diesem Thema. Dabei kommen unterschiedliche Unternehmensvertreter zu Wort. So auch ein Unternehmer eines international tätigen Unternehmens.
Der Self-made-Millionär ist in der Tat ein Gönner seiner Heimatstadt, die er mit Millionenbeträgen unterstützt, ganz im Sinne des Wunsches, etwas an die Heimat zurück geben zu wollen. Doch zeugt Geld, welches jemand privat für eigene Hobbies investiert wirklich von moralischen und ethischen Charakter? Ist dies wirklich Corporate Social Responsibility?
Um eines klar zu stellen. Es ist mehr als löblich - nein bewundernswert, wenn Menschen eigenes Privatvermögen dazu nutzen um Sinn zu stiften. Doch was hat privates Engagement mit sozialer Verantwortung zu tun? In dem Artikel des Magazins 'inside b' steht geschrieben, dass Menschen die das Unternehmen des Self-Made-Millionärs verlassen würden, die Türe hinter sich fest verschließen würden. Denn welcher Unternehmer würde es denn schön mögen, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen um woanders ein paar Euro mehr zu verdienen?
Soweit so gut. Das alles kann durchaus auch nachvollzogen werden. Doch was wäre, wenn der Schein trügen würde?
Corporate Social Responsibility hat weniger damit zu tun, dass Unternehmer sich privat für Ihre Hobbies engagieren, sei es nun Schach, Pferde, Golf oder sonst etwas. Sondern damit, dass sich Unternehmen sozial verantwortlich verhalten. Dies bedeutet gleichfalls, nicht nur nach außen den Schein zu wahren, sondern auch Werte innerhalb des Unternehmens zu leben. Und genau hier könnte man Zweifel haben, könnte man hinter die Kulissen schauen.
So hört man von Auflösung von Abteilungen, Degradierungen von verdienten und engagierten Mitarbeitern, inneren Kündigungen, Kürzungen von Gehältern und etliche weitere Aktionen die sowohl ethisch und moralisch als auch menschlich vertretbar sind.
Denn hat Ethik und Moral nicht ebenfalls etwas mit dem Umgang von Mitarbeitern zu tun? Wie kann ein Unternehmen von ethischen und moralischen Ansprüchen sprechen, wenn Mitarbeiter sich nicht wohl fühlen, gedehmütigt und degradiert werden und Mobbing vorherrscht?
Wie sind dann private Engagements in Verbindung mit unternehmerischen sozialen Handelns zu vereinbaren? Oder ist dies doch alles nur der Selbstprofilierung geschuldet?
Hier könnte man auf Prof. Dr. Fredmund Malik verweisen der aufzeigte, dass Aussage und Handeln in einem schlüssigen Zusammenhang stehen müssen, damit die Glaubwürdigkeit des Handelnden erhalten bleibt. In wie weit dies hier in diesem Fall ist, soll offen bleiben.
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