Zählt Menschlichkeit?
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Minderjährige (ohne Geld und Mobil-Telefon) werden von erwachsenen Schaffnern aus dem Zug geworfen, Jury-Mitglieder beleidigen Jugendliche oder filmen die private Mitteilung an ein Kandidat, dass ein Familienmitglied verstorben ist. Ganz zu schweigen von den Jugendlichen, die einen Selbstmord mit dem Mobilfunk-Telefon filmen und dies vermutlich als Trophäe betrachten.
Desöfteren wurde auf diese Seite die schwindende Ethik und Moral gesprochen. Doch die Menschlickeit scheint gleichfalls immer mehr zu schwinden. Die Medien und auch manche Unternehmen scheinen es uns vor zu machen. Der Mensch zählt nichts mehr. Höchstens als Medienobjekt, welches zur Quotenausbeute dienen kann. Beispiel gefällig?
Eine großes deutsches Käseblatt mit vier Buchstaben fordert seit vielen Monaten die Leser dazu auf, Ihre Foto-Bildberichte an den Verlag zu senden. Mit diesen Bildern wird dann in der Tagespresse Quote gemacht. Die Frage ist, in wie weit die dort geschriebenen Geschichten der Realität entsprechen oder ob hier konstruierte Stories geschildert werden, die nichts mit der Wahrheit zu tun haben. Dass diese falsche Berichterstattung u.U. Konsequenzen für die betroffenen Personen haben könnte, wird ausgeblendet. Das einzige was zählt ist die Auflage. Der Mensch wird zum Objekt degradiert mit dem sich Geld verdienen lässt. Ob die verwendeten Bilder überhaupt verwendet werden dürfen steht dabei auf einem anderen Blatt (Stichwort: Recht am Bild).
Im Zeitalter der Informationsgesellschaft muss man "cool" und "tough" sein, damit man scheinbar von der Mainstream-Gesellschaft akzeptiert wird. Und dies scheint sich durch viele gesellschaftliche Schichten zu ziehen. Man steht heute über menschliche Tragödien und Schicksale. Die Konsequenzen die manche Menschen aufgrund dieser immer stärker auf sich selbst fokusierten Gesellschaft ergeben sollen nicht gesehen werden. Zählt doch nur der kurzfristige Erfolgskick.
Unternehmen werben damit, dass sie Mitarbeiter suchen, die soziale Kompetenzen haben. Doch wenn es um Gewinn und Shareholder-Value geht, werden gerade solche Fähigkeiten inkl. der Menschlichkeit über Bord geworfen. Stakeholder-Value ist scheinbar noch immer nicht angekommen.
Und wie sieht es im privaten Bereich aus? Haben Sie sich schon mal überlegt, mit wem sie sprechen oder telefonieren können, wenn es Ihnen schlecht geht? Wenn vielleicht ein sehr naher Verwandter oder guter Freund verstorben ist? Oder sind Sie zwischenzeitlich so hart, dass Sie das nicht mehr berührt? Ich hoffe nicht.
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