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Freundschaft Teil II

Geschrieben von Dirk.Z am 9.11.2008 um 20:40
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Freundschaft (Teil II)
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Vor etwas mehr als einem Jahr schrieb ich einen Beitrag zum Thema "Freundschaft". Damals beschrieb ich was Freundschaft sein sollte, wie diese entstehen kann und vor allem wie diese gelebt werden könnte. Eigentlich, so scheint es, habe ich bereits damals alles geschrieben. Doch in meiner derzeitigen Lebenssituation fallen mir ähnliche aber auch neue Dinge zu dieser Thematik ein.

In einer Zeit, in der finanzielle Werte, Status und Erfolg als Maßstab gilt, scheint Freundschaft immer mehr die Daseins-Berechtigung zu verlieren. Wahre Freundschaft zeigt sich, wie ich bereits vor mehr als einem Jahr festgestellt habe, in jenen Zeiten, in denen ein offenes Ohr und ein tröstendes Wort ebenso notwendig ist wie das ehrliche Wort zur rechten Zeit.

Manchmal scheint es jedoch, dass Freundschaft heute mehr denn je auch unter einzelökonomischen Gesichtspunkten unterliegt. Denn wie könnte es sonst sein, dass manche Personen aus einer Freundschaft nur die persönlichen Vorteile herausziehen aber selbst nicht bereit sind, etwas in die Freundschaft zu investieren.

Freundschaft gewinnt für mich besonders in schwierigen Zeiten an Qualität. Nicht weil die Zeit schlecht ist, sondern weil schwierige oder gar schlechte Zeiten dafür sorgen, dass man sich gegenseitig mehr unterstützen und helfen kann. Nur in diesen Phasen zeigt sich, was die Freundschaft an Wert hat. Die Frage die sich daraus ergibt ist jedoch folgende. Wie weiß man, dass ein Freund in einer schwierigen Phase ist, wenn man nicht täglich Kontakt hat? Ein schweres unterfangen. Besonders vor dem Hintergrund, dass heute viele Freundschaften nicht mehr direkt vor Ort, sondern über (teilweise) 100erten von Kilometern gepflegt werden müssen. Fordert doch der Beruf - besonders bei Akademikern -  örtliche Flexibilität.

War die Pflege von Freundschaften In der Vergangenheit leichter? Oder besteht heute durch den technologischen Fortschritt nicht ähnliche Möglichkeiten wie vor ca. 20 Jahren? Denn vergleicht man die Technologien, so scheint es, dass heute die Kommunikation deutlich einfacher ist. Mobiltelefon, E-Mail und "Voice over IP" sind Technologien die eine ständige Kommunikation ermöglichen. Kann dadurch tatsächlich Freundschaft erhalten werden? Oder beruht Freundschaft nicht auch auf gemeinsame Erlebnisse?

Sollte Freundschaft nicht ein Ruhepool sein, eine Oase in der man sich keine Gedanken um sein Image machen muss? Ein Kleinod der Gefühle, Freude, Akzeptanz und Toleranz? Denn existiert wirklich Freundschaft, wenn man bei Freunden Angst haben muss, sich fallen lassen zu können und Gefühle zu zeigen?

Ja, jetzt bewegen wir uns auf eine Einstellungsfrage zu. Der Mann der Macho oder Softie. Sind wir doch mal ehrlich, wie häufig darf man(n) seine Emotionen in der modernen Gesellschaft wirklich zeigen, ohne gleich als Weichei, Softie oder Versager bezeichnet zu werden? Ist diese Verhärtung der Gefühle wirklich hilfreich?

Sollte man bei Freunden nicht vom (teilweise) harten Berufsleben abschalten können und ganz Mensch sein dürfen?

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