Das Netz und die Anonymität
In den Hochschulen scheint sich ein neuer Trend zu entwickeln, die Debattierclubs. Während sich an vielen Universitäten diese spezielle Form der Kommunikation bereits seit langem durchgesetzt hat, gibt es an einigen Fachhochschulen erste Bemühungen ähnliches zu installieren um so die Studenten auf die Herausforderung der beruflichen Kommunikation vorzubereiten. Eine Bemühung die mehr als lobenswert ist. Ebenso beachtenswert sind die Teilnehmer an solchen Veranstaltungen. Werden sie doch gezwungen, sich öffentlich mit ihrem Namen und in direkter Konfrontation zu Ihrem Gegenüber zu ihrer Meinung zu bekennen und sachlich zu argumentieren. Und gerade dies ist das, was einen Debattierclub von der Anonymität des Internets unterscheidet, die sachliche argumentative Auseinandersetzung mit andersdenkenden ohne in eine emotionale und persönliche Schiene abzugleiten.
Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist das Recht auf die freie Meinungsäußerung fest verankert. Dem entsprechend hat jeder Bürger dieses Staates das Recht seine persönliche Meinung auf vielfältige Art und Weise zu äußern. Und dies ist grds. auch gut so.
Eine mögliche Form die Meinung frei zu äußern ist, wie oben zwischen den Zeilen erwähnt wurde, das Internet. Hierbei wird die Kommunikation in unterschiedlicher Form und Weise genutzt. Homepages berichten über Vereine, Nachrichten oder einfache belanglose Alltäglichkeiten. Eine weitere, noch recht junge Form ist das "bloggen" von Nachrichten, bei dem User über tägliche Ereignisse, persönliche Erlebnisse oder auch unterschiedliche Themengebiete kritisch beleuchten kann.
Schaut man sich diverse Blogs an, so fällt auf, das viele Blogger dem Leser die Möglichkeit eröffnen Ihre Einträge zu kommentieren. Dabei gibt der Autor dem Leser die Möglichkeit, dass dieser seine Gedanken zu einem Thema niederschreibt. Zu bemerken ist, dass sich der Autor durch die Äußerung ggü. anders Denkenden angreifbar machen könnte.
In einer wissenschaftlich durchgeführten Untersuchung wurde festgestellt, dass der überwiegende Teil der Blogger über eine höhere Bildung verfügen. Entsprechend ist anzunehmen, dass der Blogger mit einer guten und vor allem konstruktiven, sachlichen Kritik umgehen kann.
Bedauerlicherweise gibt es vereinzelte Internet-User, die sich hinter einer anonymen Maske verstecken und selten in der Lage sind, eine konstruktive und sachliche Kritik zu üben. Statt dessen wird die Anonymität dazu genutzt um andere zu beleidigen, sie zu denunzieren oder sich in anderer Form außerhalb von Knigge & Co. oder gar des Gesetzes zu bewegen.
Vergessen wird dabei, dass das Internet mehr ist, als ein anonymer Platz in einem rechtsfreien Raum. Gesetze, Regeln oder auch ganz einfach, die einfachen Regeln von Anstand und Umgang sind auch hier wesentliche Teile eines sozialen Umgangs miteinander.
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