Kontrolle

Geschrieben von Gelbfüssler am 19.03.2009 um 13:54
in 4) Karate. Link.

Kontrolle

"Vertrauen ist gut - Kontrolle besser". So oder so ähnlich wird häufig in Unternehmen argumentiert, wenn Führungsvorgesetzte Ihre Mitarbeiter "überwachen".

Im "traditionellen" Karate ist die Kontrolle ebenfalls ein wesentliches Merkmal, welches dem Trainierenden durch dem Trainer und einer entsprechenden Didaktik beigebracht werden soll. Durch das beständige Feilen an der Technik innerhalb der Grundschule soll beim Trainerenden das Gefühl für korrekte und saubere (i.S. von Genauigkeit) entwickelt werden.

Dieses Gefühl der Genauigkeit soll sich später auf die Techniken des Kumite (jap. des freien Kampfes) übertragen und somit in Fleisch und Blut übergehen. Doch nicht nur im Kumite ist dieses Gefühl erforderlich, umfasst es neben einer präzisen Ausführung der Technik auch das Gefühl für die richtige Distanz und dem Timing der Technik.

Werden in einem Dôjô häufig Kumite-Techniken trainiert, haben beide Partner eine Sorgfaltspflicht gegenüber Ihrem Mittrainierenden. Besonders dann, wenn Technik-Kombinationen schnell ausgeführt werden und das Gefährdungspotential - beispielsweise durch Tsuki-Waza zum Kopf - erhöhen kann.

Besonders bei "Übungskombinationen", bei dem der Partner aus Trainingsdidaktischen Gründen keine Abwehr vornimmt, steigt die Verantwortung in Bezug auf die Unversehrtheit beim Übenden an. Ggf. sind Kombinationen langsamer und deutlicher auszuführen um einen höheren Trainingseffekt zu erreichen.

Je länger Karate betrieben wird umso ausgeprägter sollte im Idealfall die Kontrolle der Technik bei der Ausführung der Technik sein. Harte und schnelle Techniken sollen mit höchster Präzision ausgeführt werden. Aber auch die scheinbar einfachsten Techniken sind ebenso präzise auszuführen.

Die Beherrschung der Technik und das Gefühl über die richtige Distanz sind zwei Bausteine um eine Technik schnell, hart aber dennoch kontrolliert auszuführen um im Training den Partner nicht zu verletzen. Dies sollte auch eine wesentliche Grundlage schon für den Träger des 1. Kyu bzw. Dan-Anwärter sein.

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