Das Leben als Casting-Show?

Geschrieben von Gelbfüssler am 2.07.2009 um 00:45
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Das Leben als Casting-Show?

Ist es Ihnen schon aufgefallen? Bestimmt! In der heutigen Medienlandschaft bestimmen Casting-Shows das reale Leben. Ob es nun darum geht, sich als Sänger zu profilieren oder Model zu werden. Nein, heute werden auch Ausbildungsplätze oder sonstige Tätigkeiten in anderen Ländern dem Zuschauer als Unterhaltung feil geboten. Nun scheint es sogar soweit zu sein, dass die "neue" Liebe auch über solche "Sendungen" gefunden werden soll.

Als Ergebnis winken neben Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, ein kurzfristiger Ruhm und eine millionenfache Bekanntheit innerhalb der bestimmten Zielgruppe. Diese kann dabei mehr oder weniger "interaktiv" die Zukunft des "Lieblings" mitbestimmen.

Für die Fernsehsender sicher ein lohnenswertes Geschäft. Steigert doch der Voyeurismus die Einschaltquoten, nicht jedoch die Erkenntnis - bei jenen Zuschauern - dass das eigene Leben keine Castingshow ist.

Erschreckend ist daher, das heute als "Star" gilt, der eine jener Shows überstanden hat, sonst aber kaum etwas geleistet hat. Vor Monaten hat ein Fernsehsender Jugendliche befragt, was das berufliche Ziel sei. Wenig überraschend war die Antwort, dass das Ziel sei, ein "Superstar" zu werden.

Die Aufgabe der Medien, Informationen, Wissen und neutrale Berichterstattung rückt dabei immer mehr in den Hintergrund. Statt dessen wird das Niveau, welches bereits Marcel Reich-Ranicki bemängelte, auf eine noch tiefere Ebene geführt.

Es scheint so zu sein, dass das Leben eines Jugendlichen nur über solche Shows verlaufen kann. Zuerst bestreitet er im Casting-Wettstreit den Kampf um den Ausbildungsplatz, bevor er anschließend um den begehrten Job auf "Malle" mit Mitstreitern konkurriert. Sollte dies nicht klappen, so bewirbt er sich bei einer Musik-Casting-Show oder für die Damen, bei einem Modelwettbewerb.

Sollte es nach kurzer Zeit des "erkauften" Ruhms nach "unten" gehen, lässt sich die persönliche Quote durch die Teilnahme am Dschungel-Camp oder bei "Big-Brother" kurzfristig erhöhen.

Als Jury-Mitglieder oder Moderatoren stehen häufig jene Personen im Rampenlicht, die es zwar scheinbar "geschafft" haben, intellektuell (vermutlich) unterhalb des Primaten stehen.

Doch ist ein solches Streben oder besser, die Gier nach "Glück" und "Reichtum" verwerflich? Woher soll die Jugend es denn besser wissen, wenn ökonomische und politische Vorbilder die Gier nach Macht und Reichtum noch immer vorleben? Wenn sich hochbezahlte (angestellte) Manager an Unternehmen bereichern und diese wie eine Weihnachtsgans ausnehmen?

Wer kann bzw. darf das Vorbild der Jugend sein?

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