Kakie I Die Kakie beinhalten ein komplettes Konzept für den Nahkampf mit vielen variantenreichen Techniken. In den Kata des Karate werden die Nahkampfkonzepte oft symbolisch als Kakiwake uke dargestellt. Kakiwake uke bezeichnet zunächst ein beidhändiges Auseinanderdrücken eines gegnerischen Greif- oder Umklammerungsangriffs. Doch diese Interpretation ist Teil des elementaren Bunkai in einer Kata. Keilabwehrtechniken in den Kata symbolisieren im komplexen Bunkai den Eintritt in die Techniken der nahen Distanz. Das Grundprinzip dieser Techniken besteht darin, einen weichen Kontakt zu den Angriffsarmen des Gegners herzustellen und dadurch seine Absichten zu spüren. Die eigenen Hände werden zu Antennen und passen sich den Bewegungen des Gegners perfekt an. Anfangs in Standardbewegungen (Kakie kata), später in freien Bewegungen (Jiyu kakie) "kleben" die eigenen Hände buchstäblich an den Armen des Gegners und verhindern dadurch jede seiner Angriffsabsichten. In vielen Systemen bilden die Kakie die Grundlage des gesamten Stils (z.B. im Wing chun). Das Folgesystem aus den Kakie ist sehr komplex und umfangreich. Es werden Befreiungen gegen Haltegriffe (Kumi) des Gegners einstudiert, Schlagtechniken (Atemi) auf kurze Distanz werden abgeleitet, Greif- und Drucktechniken (Tuite) werden angewendet, Gelenkhebel (Kansetsu), Vitalpunktstimulationen (Kyushojutsu) und vieles mehr, was die Inhalte der Komplexen Kata-Bunkai ausmacht, gehen daraus hervor. Die Kakie sind das Grundlagensystem der Nahdistanz in den Kampfkünsten, ohne dessen Beherrschung jedes Bunkai an der Oberfläche bleibt. Quelle: Karate-Dôjô Speyer Stand: 05.07.2009 Wurde im historischen Shôtôkan Dôjô Kakie überhaupt geübt? Kannten die Lehrer Funakoshi G. Kakie? Wenn nicht, warum gibt es in den Katas die Technik des Kakiwake Uke? Oder ist die Übersetzung von Kakiwake Uke falsch? Fakt für den Moment bleibt, dass die "klebenden Hände" auch im Karate existent sind. Welche historische Rolle Kakie spielt und wie es trainiert und angewendet wurde/wird bleibt für den jetzigen Zeitpunkt offen. Vielleicht kann die Frage bald gelöst werden. Quellen (Stand 05.07.2009): Kakie - die Technik der klebenden Hände Kakie - die klebenden Hände des Karate
Wird in den Kampfkünsten von den "klebenden Händen" gesprochen, so ist den meisten Kampfkünstlern klar, dass es sich hierbei um eine spezielle Trainingsform des Wing-Chun-Kung-Fu, dem "Chi Sao" handelt. Durch die Verbreitung des Wing Chun bzw. des WT in Deutschland haben die "klebenden Hände" mehr und mehr Einzug in die Köpfe der Kampfkünstler erhalten und werden automatisch dem Kung-Fu zugeordnet.
Eine grundsätzliche Zuordnung zur chinesischen Kampfkunst ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Eine ähnliche Form der "klebenden Hände" ist auch im Karate, genauer im Gôjû-Ryû Karate zu finden. Die japanische Bezeichnung lautet dabei "Kakie" und unterscheidet sich in einer ersten Betrachtung (auf youtube) deutlich von der chinesischen Variante.
Im Kung-Fu stehen sich die Partner parallel gegenüber und verwenden beide Unterarme die das Handgelenk des Gegners berühren. Im (Gôjû-Ryû) Karate scheint es so zu sein, dass jeweils nur eine Hand den Gegenüber überkreuz berührt.
Durch die Anwendungsform der "klebenden Hände" wird erkennbar, dass das Chi Sao bzw. Kakie eine besondere (Vor-(?)) Übung für den Nahkampf darstellt, da hier bereits ein direkter Kontakt zum Gegner besteht und eine Distanzüberwindung (fast) zu vernachlässigen ist.
Diese Vorübung stellt dabei die Grundlage für später folgende Techniken wie Hebel, Würfe, Atemi-Waza-Techniken dar.
Während Kakie beim "Gôjû-Ryû Karate" nachweislich vorhanden ist, stellt sich die Frage, ob diese Form auch in anderen Stilrichtungen vertreten sein müsste, dies aber aus Vergessenheit oder aber aus Unkenntnis nicht überliefert wurde.
In einem Text des "Karate Dôjô Speyer" beschreibt der dortige (unbekannte) Autor folgende:
Ob nun im klassischen Shôtôkan-Ryû Karate tatsächlich Kakie-Formen existent sind, ist derzeit noch unklar, da (momentan) literarische Belege fehlen. Würde man jedoch davon ausgehen, dass die obige Aussage richtig ist, so stellen sich Fragen wie: