22.11.2009
Handelstage in Bjandrhavn

Im Hafen von Bjandrhavn, der 1. Tag des frermánað im Jahre 1009

Es dämmerte bereits als wir die Stufen vom Hafen zur Haupthalle hinaufstiegen. Es war der Abend vor dem Markttag in Bjandrhavn, den ich um keinen Preis verpassen wollte, und doch hätte uns die Heimreise fast einen Strich durch die Rechnung gemacht. War die Fahrt von Straumfjorður in den ersten Tagen noch äußerst ereignislos gewesen, so waren wir doch am Abend zuvor in einen ganz ansehnlichen Sturm gekommen. Es war kein wirklich schlimmer Sturm gewesen, keiner wie ich ihn nicht schon unzählige Male erlebt hatte, aber er genügte, dass wir Jander’s Schiff aus den Augen verloren. Hatte mich Jander doch bereits gewarnt, dass man sehr häufig in einen Sturm gerate, wenn man sich Reykjajar von Westen her nähere, war ich trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, etwas nervös gewesen, denn er hatte mich auch gewarnt, dass man zur rechten Zeit nach Süden hin abdrehen müsse, da man sonst Gefahr laufe, auf die Riffe im Nord- Westen von Reykjajar aufzulaufen, die man sehr schwer erkennen könne, da sie ein gutes Stück vor der eigentlichen Küste lagen. Und so kam es, dass ich, als wir wirklich in diesen Sturm gerieten, etwas übervorsichtig zu früh nach Süden hin abdrehte und wir so, noch weit vor der Küste, aufs offene Meer hinausfuhren. Als sich der Sturm am Morgen legte bemerkte ich den Fehler natürlich sofort, doch es dauerte fast den ganzen Tag, bis wir endlich die Küste am Horizont erblickten. Als wir am späten Nachmittag in Jander‘s Hafen sein Schiff nicht vorfanden, fuhren wir also direkt nach Bjandrhavn weiter, in der Vermutung, ihn dort zu treffen. In Bjandrhavn angekommen, sahen wir eine ganze Reihe anderer Schiffen vor Anker liegen, wie es bei Markttagen ja auch nicht anders zu erwarten war. Jander’s Schiff, konnte ich darunter allerdings nicht ausmachen. So war mir etwas mulmig zumute, als die Haupthalle von Bjandrhavn in Sicht kam. Mir wurde auf einmal bewusst, dass ich gar nicht wusste, wer in diesem Hafen das Sagen hatte, bin ich doch immer davon ausgegangen, mit Jander gemeinsam dort einzutreffen. Doch natürlich musste es auch einen Hausherren geben und an diesen müsste ich mich jetzt wenden. Begleitet wurde ich von Kjolva und Hagaldir, die ihre Waren tags darauf feil bieten würden, und von Thorwald, der sich mit den letzten seiner Getreuen aus Asvik hier treffen wollte, um weiteres Vorgehen in eigener Sache abzustimmen. Alle anderen sollten an Bord bleiben und das Schiff bewachen. Auch gab es einige Ausbesserungsarbeiten, die gemacht werden mussten. Als wir die letzten Stufen zur Haupthalle erklommen hatten, erkannten wir, dass sie auf einer Terrasse erbaut worden war, und dass es noch weitere solcher Terrassen weiter oben am Hang gab, auf denen sich die anderen Gebäude über den gesamten Hang erstreckten. Eine Wache schien es nicht zu geben und auch sonst stand niemand am Eingang, so betraten wir die Halle zunächst unbemerkt. Die Halle war ein schöner Bau, an die 20 Meter lang, ihr Inneres wurde von einer großen U-förmigen Tafel dominiert, an deren Kopfende zu meiner großen Überraschung Svöllnir saß. Mit ihm hatte ich hier am aller wenigsten gerechnet, ist er doch Huskarl am Hofe von Jander, aber da ich Svöllnir sehr mag, hatte ich natürlich auch nichts dagegen. Und außerdem wäre er genau der richtige, um ihn nach dem Verbleib Jander‘s zu fragen. Langsam ließ ich den Blick durch die Halle schweifen. Ich erkannte Hyglak, den Herrn der Hamaheimer, den man immer und überall antraf, egal ob man wollte oder nicht. In jedem Hafen, in dem es etwas zu Handeln gibt, trifft man auch auf Hyglak, wahrscheinlich ist er einer der größten Händler unserer Zeit und das nicht nur auf seinen Leibesumfang bezogen, das muss man neidlos anerkennen. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich ihn mag oder nicht. Denn genauso groß wie sein Ranzen scheint auch sein Ego und sein Maul zu sein, und wie alle, die von der Insel Fjoreholm kommen, scheint ihn eine Aura der List und der Tücke zu umgeben. Allerdings war er bisher immer freundlich zu mir, und so habe ich nicht den geringsten Grund, ihm nicht auch wohl gesonnen zu sein. Er und sein Gefolge waren nicht die einzigen Fjoreholmer. Auch Ahashver von den Lendermannen war gekommen. Ebenfalls ein äußerst erfahrener Händler, der allerdings in den letzten Jahren seinen Alkohol lieber selbst zu trinken scheint, als ihn groß zu verkaufen. Alles in allem aber ein recht angenehmer Zeitgenosse und vielleicht der Vertrauenswürdigste unter den Großen Fjoreholms. Neben den Fjoreholmern erkannte ich auch einige Ufhednar, Gorm und Freydis saßen bereits an der Tafel und unterhielten sich leise. Sonst kannte ich - abgesehen natürlich von zahlreichen Ylfingen -niemanden. Nun hatte uns Svöllnir erspäht, und kam über beide Ohren grinsend auf uns zu geeilt, um uns überschwänglich zu begrüßen. Nachdem wir auch die Gäste begrüßt hatten, nahmen wir zu seiner rechten Platz, und ich fragte Svöllnir leise über Jander aus. Er meinte, Jander wäre von seiner Handelsreise aus Nyland noch nicht zurückgekehrt, er erwarte ihn aber schon seit Tagen. Dann schien er erst zu realisieren, dass Jander ja mit mir unterwegs gewesen war, und fragte erschrocken, ob wir getrennt worden wären. Ich erzählte die Geschichte von dem Sturm und unserem gar nicht so kleinen Abstecher nach Süden, und dass ich heute in Jander’s Hafen kein Schiff habe liegen sehen. Daraufhin schickte Svöllnir einen Boten zum Hofe Jander’s, um gesicherte Informationen zu erhalten. Den Rest des Abends wurde noch recht lustig gefeiert. Ich erzählte von unserer Fahrt, und wir ließen uns so manchen Krug schmecken. Wir ließen den Abend ausklingen, indem wir in Hagaldir’s Wiegenfest hinein feierten und auf dessen Wohl so manches Horn die Runde machen ließen.

Am nächsten Morgen sollte der Markt stattfinden, und tatsächlich wurde, als ich mir mein Frühstück schmecken lies, bereits ein Stand aufgebaut. Es war Hyglak‘s Stand, doch ansonsten tat sich erstaunlich wenig. Nachdem ich mein Frühstück beendet hatte, begann ich meine letzten Felle, das einzige was von meiner Ware nach der Fahrt nach Nyland noch übrig war, ohne festen Stand zu verkaufen. Doch kein einziger weiterer Händler war vor Ort, um seine Waren anzupreisen. Ein seltsamer Handelsplatz, so dachte ich mir. Es wurde allerdings auch kein offizieller Markt ausgerufen, was erneut die Frage in mir aufkeimen ließ, wer diesen Hafen eigentlich betrieb, und wer diesen Markt eigentlich organisierte…. Auch Kjolva und Hagaldir verkauften nichts, vielmehr schliefen sie noch, anscheinend hatten sie zu lange gefeiert.

Komisch war es aber trotzdem, denn schließlich hatte Kjolva extra ihre Waren mit hierher genommen. Thorvald schien im Morgengrauen mit seinen Mannen den Hafen verlassen zu haben, zumindest wurde es mir so berichtet. Nun seine Entscheidung.

 

Als ich gerade gegen Mittag mein letztes Fell verkauft hatte, traf Mette ein. Dies passte mir gut und so setzte ich mich mit ihr in die Haupthalle, um einiges zu besprechen. Natürlich fragte ich als erstes nach Jander, und war sehr erleichtert zu hören, dass er schon tags zuvor in den frühen Morgenstunden angekommen war aber sofort einem Boten seines Vaters zu dessen Hof folgen musste, weshalb sie nun alleine hierhergekommen war. Alleine hieß, sie war in Begleitung eines Gefolgsmanns ihres Gatten mit dem Namen Grimmbart.

 

(Ich bin der Meinung, dass dies ein überaus passender Name sei, denn dieser Mann zeichnete sich durch seine anhaltend grimmige Miene geradezu aus. Ich beschloss ihn fortan nur noch Grinsebart zu nennen, in der Hoffnung, dass er dadurch vielleicht irgendwann einmal bekehrt würde, er selbst schien demgegenüber widererwarten allerdings nicht besonders aufgeschlossen.)

Auf einmal gab es einen Menschen Auflauf an der Tür und einige aufgeregte Ylfinge kamen zu uns gelaufen. Wie es schien waren über Nacht 3 identische Briefe aufgetaucht, die vermeintlich von Ragnvaldr stammten und eine Klage gegen Jander enthielten. Des Weiteren schien es als wäre Ragnvaldr sehr verzweifelt wenn nicht sogar besessen. Über die Bedeutung der Briefe und wie sie ihren Weg hierher fanden wurde im Folgenden noch lange Diskutiert.

Bis auf einmal ein Bote in die Halle kam und berichtete, dass einige Jäger von einem Bären angegriffen wurden. Es sollten schnell ein paar Heiler dem Boten folgen, um die Verletzten zu versorgen. Dies geschah und wir ließen uns dadurch nicht stören, bis einige Zeit später erneut ein Bote kam, der berichtete, dass Otra gerne Mette sprechen würde. Darauf verließen wir die Halle und folgten diesen hinaus in Richtung Wald, an die Stelle, wo Otra anscheinend warten würde. Vor Ort hieß es auf einmal, dass Otra entführt worden wäre, daraufhin stellte Svöllnir einen Spähtrupp zusammen, der die Lage erkunden sollte. Mir viel widerstrebend auf, dass anstatt den 5 Aufgeforderten, die zum Spähtrupp gehören sollten, auf einmal „gefühlte“ 10 -15 Mann in den Wald verschwanden, darunter auch, genauso unaufgefordert einige Hamaheimer. Ohne schlüssige Informationen, war in dieser Situation nichts Sinnvolles mehr zu unternehmen, als ab zu warten. Allerdings erreichte uns bald die Kunde, dass Orks den Spähtrupp überrannt hätten und mit einer Übermacht im Wald aufwarten würden. Um die anderen nicht im Stich zu lassen zogen daraufhin alle verbliebenen Männer in den Wald um sich den Orks zu stellen. Nach einem ersten scharmützel war es uns geglückt die Ork Übermacht tiefer in den Wald zurückzutreiben. Als mir auffiel, dass sich einzelne Orks im Unterholz verbargen machte ich Grimbart auf die vermeintliche Falle aufmerksam. Um diese von uns abzuwenden verließen wir die Gruppe und schlugen uns mit 2 weiteren Kämpfern in den Wald. Leider konnten wir der Übermacht nicht genug entgegensetzen und auch der Rest der Gruppe wurde in Kämpfe verwickelt, so dass wir nach harten Kämpfen doch überwältigt wurden. Als ich wieder zu mir kam, befand ich mich auf einer Lichtung, wo die Orks begannen mich,  Grimmbart, und viele andre von uns aneinander zu binden um uns wegzuschleifen. Man zerrte mich, direkt hinter Lysir, der noch ohnmächtig war, durch den Wald, als ich einen Dolch in Lysir‘s Stiefel bemerkte. Mir gelang es den Dolch unbemerkt zu ergreifen und mich und Grimmbart damit zu befreien. Bevor wir allerdings weitere Gefangene befreien konnten, hieß es plötzlich schnell zu handeln, da wir unser vermeintliches Ziel erreicht zu haben schienen. Ich verständigte mich mit Grimmbart auf Flucht, merkte allerdings, als ich in den Wald spurtete, dass er nicht mehr hinter mir war. Ich schlug mich durchs Unterholz zurück zur Siedlung. Als ich diese erreichte, war sie allerdings bereits von Orks belagert. Ich schlich mich von hinten an den letzten Wachposten und erdolchte diesen. Als die restlichen Orks mich bemerkten floh ich wieder in den Wald. Ich war anscheinend so schnell gewesen, dass kein einziger Ork versuchte mir zu folgen. Ich hatte erspäht, dass die restlichen Gefangenen, die die Orks gefesselt hatten auf der anderen Seite der Lichtung am Waldrand lagen und nur schlecht bewacht wurden. Zu ihnen wollte ich mich schleichen, um sie zu befreien. Und so schlug ich einen großen Bogen um die Lichtung und pirschte mich von hinten durchs Unterholz an die Gefangenen heran. Es gelang mir tatsächlich nicht nur die Gefangenen allesamt zu befreien, sondern auch noch von einem Haufen abgenommener Waffen ein Schwert und ein Schild zu stibitzen. Immer noch unentdeckt machte ich mich abermals von hinten an den nächsten Ork heran und schlitze ihn von Kopf bis Fuß auf. Als ich daraufhin wiederum in den Wald floh, folgten mir dieses Mal 5-6 Orks, die aber nach und nach zurück blieben. Als es nur noch 2 der Grünhäuter waren, beschloss ich mich ihnen zu stellen. Ich erschlug sie beide. Und so kam es, dass ich zum 3ten mal auf die Lichtung trat und mich den Orken stellen wollte. Inzwischen war ein wilder Kampf entbrannt und die verblieben Männer Schlugen sich mit den Orks auf der Lichtung. Und dann bemerkte ich einen Ork, der etwas Abseits stand und einen Gefangenen bewachte – diesen wollte ich mir noch holen, bevor ich mich auch in die Schlacht stürzen würde und so schlich ich abermals von hinten an einen Ork, doch dieses Mal gelang es nicht. 2 andere Orks kamen mir entgegen als sie sich zu der Wache gesellen wollten und so wurde ich entdeckt. Nun standen mir also 3 nicht gerade kleine Exemplare dieses stinkenden Abschaums gegenüber und es war ein harter Kampf und ohne so mache Finte hätte ich diesen Kampf wohl nicht gewinnen können. Doch es gelang mir auch diese 3 Orks zu töten, doch dass nicht ohne Preis. Ich trug zahlreiche Verletzungen davon. In meinem Oberschenkel klaffte ein mindestens 15 Zentimeter langer Spalt den mir das 2 Händig geführte, rostige und schartige Schwert des Anführers der 3 zugefügt hatte, als ich die anderen beiden sich in ihre eigenen Klingen stürzen ließ. Und es hatte sich auch gerächt, dass ich den Helm auf dem Schiff gelassen hatte, so hatte ich doch einen heftigen Schlag auf den Kopf bekommen. Aus dieser Platzwunde sickerte mir langsam das Blut ins Gesicht, als ich mich umsah und auf die mittlerweile im Dunkeln liegende Lichtung blickte. Der dort tobende Kampf war vorbei, es lagen einige zerstückelte Körper im aufgehenden Mondlicht und hie und da hörte man ein leises Röcheln. Ob dort mehr Orks oder Menschen lagen, vermag ich gar nicht zu sagen. Ich schleppte mich über die Lichtung und in Richtung Hafen. Hier und da machte ich Pause und sah nach einigen verletzten. Auf halbem Weg zum Hafen fand ich Ahashver und Edar im Graß liegen und sie waren noch am Leben. Ahashver fehlte ein Ohr und auch Edar sah übel zugerichtet aus. Nachdem ich die beiden äußerst notdürftig verbunden hatte, Zog ich weiter bis ich am Marktplatz auf Gorm stieß, der blutete wie ein Schwein. Ich schaffte es gerade so die Blutung halbwegs zu stillen, als ich schließlich vor Erschöpfung und Blutverlust zusammen brach. Zum Glück fand ich wohl jemand und schleppte mich in eine Lagerhalle, die mittlerweile den Heilern als Zuflucht diente. Ich war wohl bei Bewusstsein, als ich verarztet wurde, doch erinnern kann ich mich daran nicht mehr. Erst später, als es hieß, wir sollen uns alle in der Haupthalle einfinden, kann ich wieder klare Erinnerungen fassen.

Ich fand Hagaldir, wie er gerade leise auf Kjolva einredete. Sie sah fürchterlich aus. Ihr Gesicht war mit blauen Flecken Kratzern und Wunden nur so übersät, Ihre Augen waren Blutunterlaufen und aufgequollen und sie Weinte bitterlich. Als ich zu ihnen ging schrie sie Hagaldir gerade an, er solle sie in Ruhe lassen und rannte hinaus. Er konnte mir nicht wirklich sagen, was passiert war, aber es muss ihr übel mitgespielt worden sein. Wir schleppten uns gemeinsam in Richtung Haupthalle. Als wir dort ankamen, waren wir fast die einzigen, die dort waren, aber ich sah Mette wieder. Sie schien halbwegs wohlauf zu sein und wir setzten uns zu ihr. Eine vernünftige Erklärung, was die momentane Lage sei, oder warum wir uns hier treffen sollten konnte sie auch nicht geben, aber sie hatte wohl gehört, dass sich irgendwer, denn das Sagen schien hier immer noch niemand zu haben, mit den Orks darauf verständigt habe, Zweikämpfe auszutragen. Mir war nicht klar warum wir das tuen sollten, aber offensichtlich hatten wir die Schlacht verloren. Auch hörte ich, dass den Orks wohl ein ihnen heiliger Gegenstand entwendet wurde und dass dies der Grund für ihren Angriff gewesen sei. Nun ich habe noch nie gehört, dass Orks einen Grund gebraucht hätten um Menschen Anzugreifen, allerdings hatte ich auch nicht gewusst, dass es hier mitten im Ylfinge Land überhaupt Orks gibt. Auch Mette wusste zu meinem Erstaunen darauf keine Antwort. Nun so saßen wir nun in dieser Halle und warteten, worauf wussten wir nicht genau, aber hin und wieder trafen ganz vereinzelt weitere Leute ein. Irgendwann kam auch Kjolva zu uns, sieh sah aber immer noch elendigst aus. Doch immerhin ließ sie nun Hagaldir mit ihr reden, zumindest solange bis auf einmal Orks hereinkamen. Nicht schlimm genug, dass diese elendigen Grünhäuter es wagten in diese Halle zu treten, sie setzten sich auch noch wie selbstverständlich und lachten und scherzten. Ab diesem Moment war Kjolva still, sie sagte nichts mehr, sie zeigte auch sonst keine Regung, vielmehr schien sie in eine Art starre verfallen zu sein. Hagaldir war sehr aufgebracht, wie es schien, war Kjolva von einem Ork vergewaltigt worden und als ob das nicht reichen würde, - Kjolva war schwanger! Und nun hatte sie die Befürchtung das Kind verloren zu haben. Und da saßen wir nun in dieser Halle und warteten, nachdem wir den ganzen Tag gegen diese Bestien gekämpft hatten, die Hälfte von uns dem Tod näher als dem Leben, eine unserer besten Frauen vergewaltigt, und wir sitzen da und dürfen zuschauen wie diese Bastarde sich auch noch den Wanst vollschlagen. Und dann kam Otra herein. Wer sich erhofft hatte, jetzt würde endlich etwas passieren und diese hoffnungslose Situation der Demütigung würde endlich aufgelöst werden, der irrte. Sie setzte sich zum Anführer der Orks und aß mit ihnen – am selben Tisch! Das muss man sich einmal vorstellen! Ich war entsetzt und enttäuscht gleichzeitig. Hagaldir neben mir sprach dauernd nur davon es ihnen heimzuzahlen und wollte aufspringen und sein Schwert ziehen. Mette war ebenso Entsetzt und Wütend. Sie schlug vor, dass wir gehen sollten, doch wohin. Und was nun mit den Orks offenbar vereinbart wurde, wussten wir immer noch nicht. Doch dann trat Ludwig vor. Einer der Chatten, der seit dem letzten Jahr in der Knechtschaft bei Otra stand und kündigte an, dass er gegen einen der Orks kämpfen werde, dass es ein Zweikampf ohne Waffen sein solle und dass der erste der auf dem Boden liege der Verlierer sei. Nun eine Erklärung für die Situation war dies immer noch nicht, aber immerhin passierte etwas. Der Kampf begann, sie Rungen miteinander und nach einiger Zeit konnte Ludwig den Ork auf den Boden werfen. Er drehte sich zu den Zuschauern um und erhob zum Zeichen des Sieges die Arme, als der Ork aufsprang und ihn von hinten Angriff. Ein Tumult brach los und die beiden Kämpfer wurden getrennt. Und nun fing Hyglak an mit den Orks zu diskutieren, was vereinbart gewesen wäre und so weiter. Doch mir reichte es nun endgültig. Ich würde nicht hier sitzen bleiben und mich Demütigen lassen von elenden Tieren, von denen ich leider nicht genug hatte töten können um dies zu verhindern. Es war einfach nicht hinnehmbar mit dieser Brut in einer Halle zu sitzen zu müssen, zu akzeptieren, dass manche mit ihnen sprachen und Abmachungen trafen, während sie vor wenigen Stunden viele von uns zu töten und unsere Frauen vergewaltigten. Man kann es einer Frau nicht zumuten im Angesicht ihrer Peiniger zu sitzen und still zu halten, während einige von uns mit diesem Abschaum auch noch Vereinbarungen trifft. In dieser Halle würde ich nicht länger bleiben. Ich sprach mich kurz mit Mette ab und schnappte mir Hagaldir und Kjolva und wir verließen mit vielen Ylfingen die Halle. Wenn uns die Orks nicht erschlagen würden, denn wehren konnten wir uns nicht mehr, würden wir zur Eyforrbytti gehen und noch heute Nacht zum Hofe Janders fahren. Die Orks folgten uns nicht, aber Otra kam uns nachgelaufen, sie sprach mit Mette, ich war zu aufgebracht um Worte zufassen und ich verstand nur die Hälfte: Sie sprach davon, dass der Orkhäuptling das Unehrenhafte Verhalten des Kämpfers nicht toleriert hätte und ihn erschlug….. Unehrenhaftes Verhalten – Ich dachte ich höre nicht recht, seit wann können diese Tiere überhaupt so etwas wie Ehre haben. Ich glaube sie verstand es nicht, aber das war mir in diesem Moment egal. Ich sagte, dass wir das Schiff zum ablegen bereit machen würden und dass wir, sollten noch Orks in Bjandrhavn sein, wenn wir fertig sind sofort ablegen würden.Und ich würde Mette und die Ulfhednar (die uns ebenfalls gefolgt waren) und jeden der es wünsche mit mir nehmen. Also stiegen wir zum Hafenbecken hinunter. Wir waren noch nicht ganz fertig mit dem Beladen des Schiffes, als ein Bote herab gerannt kam und eifrig berichtete, dass die Orks weg seien. Ich weiß bis heute nicht was in der Halle weiter geschehen ist und im Grunde ist es mir auch egal. Als Zeichen des Wohlwollens und weil ich fürchterlich am Ende war und die Fahrt in der Nacht mit einer halb toten Mannschaft scheute, würden wir bis zum nächsten Morgen bleiben. Allerdings würden wir nicht mehr lange in der Halle bleiben und wir würden auf dem Schiff schlafen und nicht in dem Haus, das man uns zur Verfügung gestellt hatte. Wer konnte schon wissen, was hier noch so alles herumlief. Und obwohl ich auf das schlimmste gefasst war, passierte in dieser Nacht nichts mehr, allerdings schließ ich sehr schlecht und wachte noch lang vor Morgengrauen auf.

Jetzt, da die Sonne aufgeht werden wir ablegen. Wir werden zu Jander’s Hof fahren und dort auf ihn warten. Ich werde ihm viel zu erzählen haben und ein paar unangenehme Fragen stellen, was diesen Hafen angeht. Außerdem bin ich froh, wenn wir unsere schlimmsten Verletzungen etwas auskurieren können, bevor wir die Heimreise antreten. Und vielleicht taucht auch Thorvald bis dahin wieder auf, ich würde ihn ungerne hier einfach zurücklassen. So nun ist es aber Zeit und die Flut steht auch gerade gut zum auslaufen.

 

Geschrieben von Sordalong um 22:40 | in: Tagebuch
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9.11.2009
Gute Geschäfte

Im Hafen von Straumfjorður, der 16 Tag des górmánaðr im Jahre 1009

Eine Erfolgreiche Handelsfahrt war es bisher gewesen. Überaus erfolgreich. Jetzt müssen wir nur noch heil nach Hause kommen und der Winter kann kommen. Selten hab ich mich so befriedigt gefühlt.

Forn Darag hatten wir gefunden. Wie es Vental angekündigt hatte, stießen wir nach 2 Tagen, als wir das erste Mal von Straumfjorður aufgebrochen waren, auf den Hafen, wenn man denn diese halb fertige Anlegestelle so nennen will. In diesem Ort schien nichts, aber auch Garnichts fertig zu sein. Neben einer Haupthalle, die nur halb gedeckt war, standen ein Paar Pfosten einsam in die Höhe. Den Lagerhallen am Steg fehlte allen samt mindestens eine Seitenwand. Keines der Wohnhäuser sah wirklich winterfest aus. Anstatt Wegen gab es nur tiefe Matsch furchen. Bäume gab es im Umkreis keine mehr, eine Befestigung gab es auch nicht. Bei allen Göttern, wie wollten diese Leute hier über den Winter kommen? Als wir in die Bucht einliefen, kamen von überall her Männer und Frauen am Steg zusammen. Selten wurde mein Schiff so überschwänglich willkommen geheißen. Wie sich später herausstellen sollte, hatte seit gut einem Mond kein Händler mehr diesen Hafen angelaufen. Dass Schiff des Barons (tatsächlich das einzige), welches losgeschickt wurde um vor allem Baumaterialien herbei zu schaffen, ist seit über einem Mond nicht zurück gekehrt. Nach dem wir angelegt hatten, kam auch direkt Vental der Baron an Bord um unsere Ladung zu inspizieren. Da sie mittlerweile an allem knapp waren, aber vor allem auch an Alkohol um die Leute bei Laune zu halten, übernahm er die Metvorräte nach einer kurzen Probierprobe sofort allesamt zu einem Preis, den wir uns nicht in den kühnsten Träumen hätten auszumalen getraut. Auch wenn in dieser entstehenden Siedlung nichts danach aussah, Silber schien es hier genug zu geben. Bis auf den Schmuck war er auch über sämtliche anderen Waren höchst erfreut. „Für so etwas wie Schmuck hätte er zurzeit keinen Bedarf“, sagte er, „wir könnten aber gerne versuchen ihn an die Bevölkerung zu verkaufen.“ Besonders erfreut zeigte er sich dafür aber über die Seile und Taue aus gedrehter Wahlroßhaut, die sie für die Bauarbeiten dringend benötigen könnten. Er bat uns diesen Abend zu bleiben, da sie, jetzt wo sie wieder Vorräte hätten ein Fest geben würden und er uns gerne dazu einladen wolle. Als Gegenleistung bat er uns, jedoch in den nächsten Tagen weitere Fahrten für ihn zu unternehmen und ihn mit weiteren Lebensmitteln und Baumaterialien zu versorgen. Nun dies entsprach erstens sowieso unseren Plänen und außerdem wollten wir uns dieses Geschäft natürlich nicht entgehen lassen. Nachdem unsere beiden Schiffe komplett abgeladen waren wurde uns ein Lagerhaus, dem nur eine Seitenwand direkt zur Anlegestelle hin fehlte als Nachtlager Angeboten, was wir natürlich dankend annahmen. Die Nacht verlief vollkommen friedvoll, obwohl sowohl Jander als auch ich darin übereinstimmten, die Nacht keinesfalls ohne Wachposten von mindestens 5 Mann verbringen zu wollen. Jander und ich beratschlagten in dieser Nacht ausgiebig darüber, ob es vielleicht auch möglich wäre, diese Siedlung zu überfallen und komplett auszurauben, einigten uns jedoch letztendlich darauf, dass es wohl lukrativer wäre mit diesen Leuten Handel zu treiben. Am nächsten Tag brachen wir darauf hin wieder auf nach Straumfjorður, denn diese Siedlung wurde vor allem dafür genutzt das Holz, das im Hinterland geschlagen wurde über den Fluss ans Meer zu transportieren und dort zu verladen. Also die Ideale Quelle um Vental mit Holz zu versorgen. Als wir 5 Tage später mit 2 kompletten Schiffsladungen wieder bei ihm anlegten was die Freude nicht geringer als beim ersten Mal. Der Preis den wir fürs Holz erzielten war fast das 3 Fache dessen, was wir in Straumfjorður zahlten. Was für eine Goldgrube…..bis….

An diesem Abend ein weiteres Schiff in die Bucht einlief. Ein kluger Händler aus Straumfjorður hatte beobachtet wie wir mit den 2 Schiffsladungen Holz nach Nordwesten segelten und beschloss uns ebenfalls mit einer Ladung hinterherzufahren. Dies war natürlich etwas ärgerlich, da Vental nach der 3ten Ladung sagte, er hätte nun vorläufig genug. Außerdem konnten wir nun damit rechnen, dass dieser Straumfjorður Händler zukünftig diesen Baron immer mit genug Holz versorgen würde. Nun sei es drum, wir wollten keinen Streit mit den Straumfjorðurn anfangen und so mussten wir dies wohl hinnehmen. Wir hatten so oder so schon mehr Geschäft gemacht, als wir es uns vor der Fahrt vorgestellt hatten. Also beschlossen wir daraufhin weiter nach Westen der Küste zu folgen um die weiteren Siedlungen zu erkundschaften. Erstens erwähnte Vental, dass sie noch mehr Nahrungsmittel und Werkzeuge benötigen würden und außerdem Suchten wir so oder so nach gutem Roheisen, das wir mit nach Ronland zurück nehmen wollten. Und Uther lag mir schon seit Tagen in den Ohren, dass er doch nach dem Metall des Sharunars suchen wolle.

Also machten wir uns auf… Wir unternahmen noch so manche Versorgungsfahrt für Forn Darag und drangen bei jeder Fahrt weiter nach Westen vor. Je weiter wir nach Westen kamen desto so näher rückte der Gebirgszug an die Küste heran und umso höher und schroffer wurden die Berge. In diesen Siedlungen gab es sehr häufig Erz und zum Teil auch in recht brauchbarer Qualität. Ágautr hatte mir mittlerweile relativ plausibel erklären können woran man erkennen konnte, wie gut oder schlecht das Eisen war. Und woran ich den Härtegrad unterscheiden konnte. Uthers Spezial Erz konnten wir jedoch nicht finden und von Tag zu Tag wurde er unleidlicher. Nun nachdem kein anderer erwartet hatte, dass wir dieses ominöse Wundererz finden würden, war er der einzige der enttäuscht schien. Die Tage wurden immer kälter der górmánaðr kam und zog mit Eisiger Kraft ins Land und die Nächte auf dem Schiff wurden immer ungemütlicher. Und so beschossen wir am 5ten górmánaðr, als wir eine Qualitativ besonders gelungene Eisenladung untersuchten, diese zu nehmen und uns langsam auf den Rückweg zu machen. Nachdem wir genug Eisen an Bord verstaut hatten, deckten wir uns auch noch mit besonders dicken Decken und Fellen ein und fuhren zurück gen Osten und dann nach Südosten. Wir blieben noch eine Nacht in Forn Darag und waren erstaunt, wie weit die Leute hier mittlerweile mit den Bauarbeiten gekommen waren. Es war kein Vergleich mehr zu dem halbfertigen Nest in dem wir vor über einem Mond zum ersten Mal anlegten. Die Leute hatten sich wirklich ins Zeug gelegt. Mittlerweile waren es 2 Anlegestellen. Die Gebäude die damals standen waren allesamt fertig, aber es waren noch weit mehr geworden und sie hatten sogar mit einem Verteidigungswall angefangen. Wir besprachen uns noch einmal mit Vental, der uns zusicherte, dass wir im nächsten Jahr, falls wir wieder kommen würden unseren Met zum gleichen Preis abgenommen bekämen. Außerdem versuchte er uns ein Schiff abzukaufen, doch werde ich noch Jander wollten uns von unserem Schiff trennen und so mussten wir ihn vertrösten. Da er aber von unseren Schiffen gar so begeistert schien, bot ich ihm an im nächsten Jahr mit einem Schiff führ ihn zurück zu kommen. Und von dieser Idee schien er überaus begeistert zu sein, also tranken wir einen Humpen darauf sprachen über den Preis. Nachdem wir uns auf 850 Silber für ein Schiff in der Größe des meinigen einigten, bestand Vental darauf einen „Vertag“ aufzusetzen. Er wollte unbedingt auf zwei Stücken Rohhaut festhalten, was wir verhandelt hatten und sowohl er als auch ich sollten je eins davon behalten. Er meinte, dass so sichergestellt sei, dass wir uns beide noch an den ausgehandelten Preis erinnern könnten. Ich bin zwar der Meinung, dass ich mir dies auch so hätte merken können, aber mir war schon von Südländern zu Ohren gekommen, die auch darauf bestanden Auf Rohhäuten festzuhalten was verhandelt wurde und deshalb wunderte ich mich nicht allzu sehr. Danach fuhren wir weiter zurück nach Straumfjorður wo wir noch einmal ordentlich Verpflegung an Bord nahmen und nun unsere letzte Nacht im Hafen verbringen, bevor wir morgen wieder auf Reykjajar zuhalten. Bis auf Uthers Erz hatten wir wirklich alles erreicht, was wir uns nur vornehmen konnten und es war wirklich eine rundum gelungene Fahrt gewesen. Morgen werde ich noch einmal Ægir opfern und darum bitten nicht seiner Frau Rán in die Hände zu fallen.

 

Geschrieben von Sordalong um 16:46 | in: Tagebuch
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25.09.2009
In Nyland

An der Küste Nylands, der 2 Tag des kornskurðarmánaðr im Jahre 1009

Endlich Land. Wir können die Küste von Nyland sehen. Thorften hatte am Bug gestanden und Ausschau gehalten und da erhob es sich endlich aus dem elenden Nebel. Wir waren jetzt ganze zehn Tage unterwegs. Der Wind war schlecht gewesen und wir kamen nur mittelmäßig voran und seit dem gestrigen Abend war der Nebel so dicht gewesen, dass wir den Wind uns nicht einmal ganz auszunutzen trauten. Dafür aber ständig Wache am Bug hielten um nicht Versehens auf ein Riff aufzulaufen. Mittels einer regelmäßig läutenden Glocke versuchten wir den Abstand zu Jander’s Schiff zu halten, was auch ganz gut funktionierte. Nur ein einziges Mal kam uns die gefährlich nahe, was wir aber noch rechtzeitig bemerkten.

Doch das alles liegt nun hinter uns. Wir haben es geschafft und sehen die schroffen Felsen einer Steilküste vor uns in der Sonne liegen. Die noch etwas schwachen Strahlen der herbstlichen Vormittagssonne reichen noch nicht aus um die Klammen Glieder zu wärmen doch an der Nebelbank, die sich zwischen der Küste und dem Schiff erstreckt fressen sie beständig. Nach meinem Gefühl müssten wir etwas nördlich von Armashavn angekommen sein, was bisher meist der erste Anlaufpunkt bei den Fahrten nach Nyland war. Was so natürlich auch beabsichtigt war, denn wir müssen ins Nördliche Siegel von Nyland. Und nachdem wir für die Überfahrt schon relativ lange gebraucht haben, wollte ich direkt Straumfjorður, was nördlich von Armashavn liegt anfahren um die Vorräte aufzufüllen, zumal es da nicht mehr allzu viel aufzufüllen gibt und einen Tag Rast einzulegen. Von dort aus werden wir dann weiter nach Norden aufbrechen um diesen Vental von Buschen zu Forn Darag und seine Baroni zu suchen. Laut seiner Beschreibung, die er uns auf der Großen Fahrt gab, müssten es zwei weitere Tagesreisen sein, immer Richtung Nordwesten an der Küste entlang, die seiner Aussage nach ziemlich unbesiedelt sein sollte. Gut dann werde ich mich jetzt als erstes noch einmal mit Jander abstimmen, der auch gerade sein Schiff längsseits der Eyforrbytti bringt. Um mit mir zu reden.

 

Geschrieben von Sordalong um 17:43 | in: Tagebuch
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14.09.2009
Auf Janders Hof

Auf Janders Hof, bei den Vorbereitungen für die Fahrt nach Nyland, der 21 Tag des heyannir im Jahre 1009

 „Doch steife sich niemand auf seinen Verstand, acht hab er immer. Wer klug und wortkarg zum Wirte kommt, schadet sich selten: Denn festeren Freund als kluge Vorsicht mag der Mann nicht haben“, heißt es im Lied des Hohen. Und so folgte ich meinen Gefühlen und war vorsichtig, als wir bei Jander ankamen. Und so heißt es weiter: „Vorsichtiger Mann, der zum Mahle kommt, schweigt lauschend still. Mit Ohren horcht er, mit Augen späht er und forscht zuvor verständig.“ So war mir bald klar geworden, dass die Wirklichkeit nicht unbedingt in der Stimme einer besorgten Frau liegt. Sehr schnell stellte sich heraus, dass Jander keineswegs die kleine Runa beherbergte. Und, dass dies mitnichten etwas mit seinem Vater zu tun hatte, sondern in der einfachen Tatsache zu suchen war, dass er das Balg seines verstoßenen Huskarls nicht auch noch durchfüttern wollte. So war Runa, dort wo sie in meinen Augen auch hingehörte, nämlich am Hofe von Erik, ihrem Vater. Auf die Frage, wie es um die Schwierigkeiten mit den Björnson Brüdern stünde, wurde mir von allen Seiten versichert, dass es seit längerer Zeit zu keinen Überfällen mehr gekommen sei. Jetzt, da die Ylfinge ja gewarnt wären, würden es die Strolche auch schwer haben, aus dem verborgenen heraus die Höfe zu überfallen, ohne ihre Verstecke preiszugeben. Und wären diese erst einmal bekannt, so wäre es ein leichtes ihnen den Gar aus zu machen. Puh das klang doch schon besser, die Befürchtungen schienen tatsächlich unbegründet zu sein. Galt es also nur noch eins zu klären, nämlich ob Skafloc nun ein Kopfgeld auf Erik und Isegrim ausgesetzt hatte oder nicht. Und da entscheid ich mich, einfach ganz direkt zu fragen. Allerdings nicht Jander, sondern die gute Mette. Mit ihr hatte ich immer schon ein besonders gutes Verhältnis gehabt. Was mir allerdings nicht immer als unproblematisch erschien, denn schon so manches Mal hegte ich das Befürchten, dass Jander mir aus Eifersucht zürnen könnte. Und so manches Gerücht, welches Mägde, so vortrefflich zu spinnen verstehen, mag diesen Umstand Flügel verliehen haben. Und so bilde ich mir ein, schon aus so manchen Ecken ein Verheißungsfrohes Kichern vernommen zu haben, wenn ich mit Mette tief in Gespräche versunken vorbei kam. Doch nur Forseti weiß wie fern mir solch ein Verhängnis wäre, selbst wenn mich solch ein folgenschweres Verlangen plage. Allerdings haben sich meine Befürchtungen doch ziemlich beruhigt, als mich Jander zu dem bevorstehenden Geschäft hinzu bat, denn ich gehe davon aus, dass er dies nur getan hat, da er mir einigermaßen traut. Doch zurück zum Kopfgeld von Erik. Mir war es jedenfalls nicht schwer gefallen ein Gespräch mit Mette beiläufig auf das Thema des Eidbruchs zu lenken und arglos zu fragen, ob Skafloc mit dem bezahlten Wergeld zufrieden sei. Und so konnte ich auch die letzten Zweifel und Befürchtungen ausräumen. Natürlich zürnte ich nun etwas mit Svala , doch als ich sie über die Neuigkeiten informierte, schien sie so sehr erleichtert zu sein, dass ich ihr einfach nichts mehr vorhalten konnte. Die Wege von Frauen werden eben einfach zu leicht durch ihre Herzen gelenkt, das hätte ich wissen müssen. Und keiner Mutter gedeiht es gut zu lange von Kind und Mann getrennt zu sein, denn dann mögen ihre Träume ihr so manche Furcht ins Herz säen. Auch Thorhall, der lediglich zugab, ebenfalls das Gefühl nicht los zu werden etwas überstürzt gehandelt zu haben, und ansonsten betonte, dass sein Angebot und sein Verhalten genau seinem Schwur entspräche, verhielt sich auffallend zurückhaltend, bis die Umstände geklärt schienen. Und er ließ lediglich verlauten, dass Svala ihn gebeten hatte seinen Schwur ihr gegenüber einzulösen und er doch bitte ihr und ihrem Mann in diesen schweren Zeiten beistehen möge, und dass er sehr froh sei, seinen Schwur auf diese Weise erfüllen zu können. Allerdings schien es mir manchmal ein bisschen so, als wenn er auffallend nüchtern gegenüber Svala auftrat. Mette, die natürlich wie immer jedes Geheimnis und jede Gefühlsregung witterte versuchte mich so manches Mal über die Begebenheiten auszuquetschen, doch dieses Mal gab ich nicht nach. Und so fuhr Thorhall mit seinem Gefolge zusammen mit Svala auf dem Schiff von Amos, nachdem wir die Waren für die Handelstage in Bjandrhavn, bei Jander verstauten und meine Waren wieder auf mein Schiff luden, weiter zum Hofe Eriks. Ich bin ja schon froh überhaupt noch all meinen Met an Bord zu haben, mein erster Plan war es nämlich gewesen möglichst viel im Ostturm zu lassen um möglichst wenig Ladung auf der Fahrt nach MacKjalilor Castle zu haben. Allerdings überredete mich Amos, dass die Leerstrecke zurück nach Hornwall verlorene Zeit sei und ich ja schließlich bei Bedarf die Waren auch auf Reykjajar lagern könne. Sehr, sehr dankbar bin ich im nun für diesen Rat und wieder einmal kann ich mich glücklich schätzen von seinem großen Erfahrungsschatz als Händler profitieren zu dürfen. Bedauerlich ist natürlich dass ich darauf verzichtete die restlichen Metbestände von Sludik mit an Bord zu nehmen, dies hätte 3 weitere Tage gedauert und ich war ja auch der Meinung noch einmal Met in MacKjalilor Castle erstehen zu können. So dass ich nun lediglich die 74 Fässer meines eigenen Mets an Bord habe. Aber immerhin. Diese 74 Fässer scheinen immer noch mehr zu sein, als die Bestände die Jander auf Reykjajar zusammen kaufen konnte. Er kommt alles in allem nur auf 51 Fässer. Aber 1250 Kannen Met sind jetzt auch nicht zu verachten und dieser Baron soll sich über eine solche Ladung glücklich schätzen. Außerdem stocken wir die Ladung durch Pelze, Häute, Walrosselfenbein und Bernstein aus Reykjajar auf. Auch Amos nahm hiervon eine ordentliche Menge mit nach Süden. Ihn beauftragte ich auch in MacKjalilor Castle vorbei zu fahren um Widukind eine Nachricht von mir zu überbringen. Denn dieser sollte sich keine Sorgen machen, warum wir nicht auftauchen würden. Da dies eh auf dem Weg von Amos Weg lag, willigte er nicht wiederwillig ein. Und so ist dies die letzte Nacht, die wir nun am Hofe Janders verbringen, bevor wir morgen nach Nyland unserem eigentlichen Ziel aufbrechen werden. Und trotz reichlich Verspätung gebe ich die Hoffnung nicht auf bis zum 28 Tage des górmánaðr wieder hier zu sein, denn dann wird der große Markt in Bjandrhavn sein und an diesem möchten wir alle gerne teilnehmen. Mehr als 2 Monde bleiben uns noch, es sollte also zu schaffen sein.

Geschrieben von Sordalong um 22:31 | in: Tagebuch
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5.09.2009
Manchmal kommt es anders ...

Auf See - zwischen Hornwall und Rejkarjar , der 12 Tag des heyannir im Jahre 1009


Und auch die weisesten sehen nicht jene Fügungen voraus mit denen Urd uns verlacht. Und so hallen manche Ereignisse erst Monde später nach und ihr Echo bestimmt was werden soll.

 

Da fuhr ich also nach Hornwall um Met zu erstehen, um mit Jander auf Fahrt zu gehen und verlasse nun Hornwall wieder mit Thorhall und seinen Knechten an Bord, die Erik schützen wollen, von dem ich nicht wusste, dass es ihn zu schützen gilt und sein Kind zu retten, von dem ich nicht wusste, dass es zu retten ist.

Und all das begann auf dem Winterthing im letzen Jahr, als Thorhall einen Schertz über Ronland machte, den ich mindestens schon zig Mal gehört – Irgendetwas, wie sehr Ronlands Frauen zu fürchten wären – und Svala meinte sich dadurch beleidigt fühlen zu müssen. Das ganze eskalierte, weil einer der Huskarls Jander’s es eben jenem zutrug und dieser natürlich für Svala einstand. Jetzt mag man meinen, dass Jander den Streit mit Thorhall suchte, dass er wegen einer solchen Belanglosigkeit ihn direkt zur Rede stellte, allerdings ist es wenigstens ehrlich. Und die genauen Umstände mögen ja nebensächlich erscheinen wenn eine Frau wie Svala danach lechzt ihre Ehre verteidigt zu bekommen. Also für einen Mann mit einem gewissen Format nur zu verständlich. So kam es jedenfalls dazu, dass Thorhall, der sicherlich nicht im Sinn hatte mit Ronland oder Reykjajar zu streiten, einen Schwur leistete. Er schwor Svala – und da bin ich mir leider nicht mehr ganz sicher – dass er sie, oder ihre Ehre immer beschützen werde.

Dies war wohl das erste der Ereignisse, das Urd mir in den Weg gesponnen hat und welches ich zu jener Zeit noch nicht als sehr bedeutsam wahrgenommen habe. Auch wenn ich etwas mit Svala zürnte, denn nichts lag mir ferner als einen Zwist zwischen Hornwall und Reykjajar gesät zu haben, doch es schien doch schließlich alles gut ausgegangen zu sein.

Viele Monde später, ich war gerade nach Reykjajar gereist um mit Olaf Handel zu treiben, als ich am Hof des Jarl‘s feststellen musste, dass Jander seine Männer zu einer Zusammenkunft gerufen hatte und diese ein wenig im Landesinneren stattfand. Und so platzte ich damals mitten in eine Versammlung, die Jander zum Kampf gegen die Björnson Brüder (oder so ähnlich) berufen hatte. Ich wurde trotzdem willkommen geheißen, und das nicht erst nach dem ich den Krumbazda in der darauf folgenden Nacht verjagte. Der Krumbazda scheint dort irgendeine Art sagenumwobener Troll ähnlicher Dämon zu sein, der die Ylfinge, wie unser Grimm von Zeit zu Zeit heimsucht. Und ich hatte das Glück, in jener Nacht schnell zu erwachen, mit mehr Mut als Kleidung hinaus zu stürmen und auf die richtige Frau zu hören. Denn Mette schrie in das Kampfgetümmel, das sich entwickelte, sich aber erschreckend schlecht für uns ausnahm, da dieser Dämon nicht wie normale Menschen zu bluten schien, dass ich ihn zu einem Zweikampf fordern solle. Und genau dadurch konnte ich ihn dann schließlich besiegen und er floh wieder in die Wälder aus denen er vermutlich auch kam.

Aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls war ich in Reykjajar überaus willkommen und durfte auch an den geführten Unterredungen teilhaben. Und so erfuhr ich einiges, über die Zustände auf Reykjajar, über die Fehde der Ylfinge mit den Bjornsons, deren Unterstützung durch die, wie wir sie nennen Hrimhaller, und die Schritte die der Jarl dagegen unternehemen wollte. Nämlich viele der jüngeren Ylfinge an der Waffe zu trainieren um besser gegen die Bedrohung gewappnet zu sein. Dies schien mir auch ein durchaus übliches Vorgehen und ein sinnvolle Maßnahme zu sein. Aber wie alles im Leben hatte auch dies 2 Seiten und Erik und Isegrim sahen wohl eher die andere. Sie befürchteten, dass während sie mit Waffenübungen beschäftigt wären,  ihre Höfe in Husavik schutzlos dar lägen. Und sie taten in meinen Augen das denkbar ungünstigste, was sie nur tun konnten. Sie wiedersetzten sich direkt dem Befehl des Jarls und damit auch dem von Jander und flüchteten noch in der gleichen Nacht zurück nach Husavik. Dass dies nicht ohne Folgen bleiben konnte war offensichtlich und so entließ Jander die beiden aus seiner Gefolgschaft als Huskarle und forderte ein Wergeld. Damit schien für ihn, so wie ich es erlebte, die Sache abgeschlossen zu sein.

Und so warf das Zweite Ereignis seine Schatten voraus, von dem ich doch glaubte es beträfe mich nicht wirklich.

Doch zurück nach Hornwall, es war also die Nacht des Things gewesen. Viele Reden wurden geschwungen. Und viel Zeit war in Thorhalls Halle vergangen in denen man genug Zeit zum trinken hatte und so war es ein außergewöhnlich gelöster Abend gewesen, nachdem das Thing vorbei war, bis….

Widukind auf mich zu kam und darum bat, ihm zu folgen. Es ginge darum einen Streit zu schlichten und er wolle mich dabei haben, wenn Svala und Thorhall sich aussprächen. - Ein Streit, zwischen Svala und Thorhall. Was war nun wieder passiert. Wie kann es sein, dass an einem solchen Abend ein Streit mit dem Gastgeber entsteht. – Wie kann sie es wagen, sich nach all dem was ich den Tag über für sie unternommen habe – Ich musste den Schiedsrichter des Turniers der Hornwaller bestechen, damit Svalas Wetteinsatz – sie gehe mit in den Schlamm wenn ein Hornwaller gewinnt – wieder aus den Aufzeichnungen gekratzt würde – Habe den halben Tag damit zugebracht, auf jeden der in Hornwall etwas zählt einzureden um ihre Interessen zu wahren – und dann das – Wie kann sie es wagen sich dann ausgerechnet mit dem Hetmann und Gastgeber anzulegen - schon wieder!

Wir gingen also in eine leere Kammer, wir vier, Svala, Thorhall, Widu und ich um ein klärendes Gespräch zu suchen. Und so begannen Svala und Thorhall sich gegenseitig Vorhaltungen zu machen. Sie hatte ihn offensichtlich Scheinheilig genannt, warum hab ich allerdings nicht heraushören können, doch sie beharrte darauf. Es schien mir garnicht um einen wirklichen Streitpunkt zu gehen, als ein blankes Messen wer denn der stölzere und unnachgiebigere von beiden sei. Svala beteuerte immer wieder, dass es nicht an Thorhall sei, sie zurecht zu weißen. Thorhall dagegen bestand darauf, dass es ihr nicht zustände ihn in seiner eigenen Halle zu beleidigen. Doch jedes Wort das er sprach, schien Svala nur noch störrischer zu werden. Sie warf ihm vor längst vergessen zu haben, dass er ihr einen Schwur geleistet hat. Doch dies ließ sich Thorhall nicht auf sich sitzen und wiederholte den Schwur der er einst geleistet. Er sagte, dass er diesen niemals vergessen werde, doch er nicht wisse wie er mit ihr um zu gehen hätte, wenn sie ihn nur beleidige. Dass sie beide sehr stur seien und immer wieder aneinander geraten würden und er deshalb vorschlage sich von ihr fern zu halten aber keineswegs den Schwur vergessen würde. Wenn sie ihn also brauchen würde, solle sie nach ihm schicken, denn er würde es vermeiden ihre Nähe in Zukunft zu suchen.

Ich dachte schon Svala hätte es endgültig geschafft, es sich mit Thorhall zu verscherzen, als sie das weinen anfing. Sie weinte bitterlich, so dass all der Zorn der Worte die zuvor gesprochen waren wie durch die Tränen hinfort gespült würden. Und sie begann unter Schluchzern zu erzählen, dass sie schreckliche Angst hätte und von dieser getrieben worden wäre. Angst um ihren Mann, ihr Kind und nicht zuletzt um ihr eigenes Leben. Sie berichtete, dass in Husavik Krieg herrsche und Erik dort mit Isegrim die Stellung halte, während Jander‘s Vater, der Jarl ihnen nach dem Leben trachte. Denn im Gegensatz zu Jander, sieht er die Sache mit dem Wergeld noch nicht abgegolten und habe ein Kopfgeld auf die beiden ausgesetzt. Doch Erik denke nicht daran sich zu schützen, sondern hat alle seine Gedanken an die Verteidigung Husavik‘s verschrieben. Und bei alle dem bedenke er nicht, dass er auch die Verantwortung für eine Frau und ein Kind trage. – Uff das war schwere Kost. All das kam mir gänzlich unbekannt vor. Thorhall fragte sofort wo denn Runa, das Kind von Svala im Moment sei und als sie Antwortete, es sei bei Jander, weiteten sich seinen Augen vor Schrecken. Er sagte es wäre unverantwortlich das Kind in so unmittelbarer Nähe von Jander‘s Vater zu lassen. Es läge auf der Hand, dass dieser versuchen würde sich über das Kind Eriks habhaft zu machen. Er sprühte vor Tatendrang und entwickelte sogleich Pläne, wie den dreien zu helfen sei. Ich kam mir recht dumm und einfältig vor. Da bin ich Monate in der Begleitung von Svala und erfahre erst hier von der gesamten Miesere in der sie steckt. Und habe nichts, aber auch gar nichts unternommen um ihr zu helfen. Thorhall spricht davon, dass Hornwall selbstverständlich den Ylfingen zur Seite stehen werde in diesem Krieg und er sofort aufbrechen werde. Er fragt ob Ronland denn nicht helfen wolle. Und ich komm mir noch dümmer vor. Natürlich hätten wir geholfen, hätte uns jemand gebeten… aber im Gegenteil ich bin doch gerade auf dem Weg zu Jander um mit ihm auf Fahrt zu gehen. Mit ihm Reykjajar zu verlassen und das während sie mitten im Krieg sind?! Das ist ja Perfekt meint Thorhall, du wolltest doch sowieso noch Met kaufen und diesen hat dir doch Anigale im Gefolge von Murphy heute angeboten. Dann fährst du zu Jander sagst du müsstest noch Met bei Anigale holen und nimmst dabei unauffällig Runa mit nach MacKjalilor Castle, wo rein zufällig auch Windukind den Winter verbringen wird. Das wäre der perfekte Ort, denn niemand wird ihn mit Erik in Zusammenhang bringen. Ich fühlte mich etwas überrumpelt, war aber im Endeffekt froh endlich auch mit etwas dar zustehen, das ich vorzeigen konnte wenn es hieß Svala zu retten. Also willigte ich ein. Thorhall würde mit etwas Gefolge direkt mit mir mitfahren um Erik in seinem Kampf zu unterstützen und so seinen Schwur gegenüber Svala zu erfüllen. Vielleicht gelänge es ja sogar Erik ebenfalls mit nach MacKjalior Castel zu bringen. Auch wenn wir alle sicher wahren das Erik dafür viel zu stolz sei.

Und so wurde den Rest des Abends an den Plänen gefeilt und an eine Feier war nicht mehr zu denken.

Nun sind wir bereits zwei Tage wieder auf See. Thorhall ist mit seinen Knechten bei mir an Bord und so langsam beginne ich mir wirklich Sorgen zu machen. Nüchtern betrachtet und ohne die Hitze der Nacht, des Alkohols und der aufgepeitschten Stimmung, erscheint mir das ganze doch etwas seltsam.

Schließlich ist Svala seit Nyland nicht mehr auf Reykjajar gewesen, da sie mit nach Ronland kam, als wir zurück segelten. Also können ihre Informationen ebenfalls nur aus der Zeit der Großen Fahrt stammen. Und genau zu jener Zeit habe ich doch mit Jander den Handel geschlossen. Er klang aber überhaupt nicht besorgt. Sprach nie von Krieg, höchstens von vereinzelten Überfällen. Wir sprachen über eine aus langer Hand zu planende Eroberung des Isensteins unter der Beteiligung Ronlands, aber kein Wort von einer akuten Bedrohung. Genauso war es direkt vor Ort in Nyland gewesen als Erik und Isegrim ihre Schuld bei ihm beglichen hatten und er diese damit als gesühnt ansah. Er sprach klein Wort von seinem Vater oder von einem Kopfgeld. Wie also kommt Svala zu diesen Behauptungen. Woher hatte sie ihre Informationen. War ein Bote aus Reykjajar in Ronland eingetroffen, während ich mich um mein Gesindehaus kümmerte? Sollten sich die Verhältnisse auf Reykjajar wirklich geändert haben? Aber warum hätte man davon nichts erfahren. Warum wäre dieser Bote nicht vor den Jarl getreten und hätte vor ihm gesprochen? Warum hätte man mir, der ich doch auf dem Weg nach Reykjajar war diese Information vorenthalten sollen? Oder könnte es im Grunde nicht auch sein, dass Svala gehörig übertrieben hat? Kann sie eine solche Situation überhaupt richtig einschätzen, als Frau? Und unabhängig davon, wie sollte ich Jander gegenüber treten? Hallo Jander hier bin ich, ist Runa bei dir? Ich würde sie gerne vor deinem Vater verstecken, denn wir denken du kannst nicht für ihre Sicherheit garantieren? Ja da wäre er bestimmt begeistert. Ihn entweder unfähig oder nicht vertrauenswürdig zu nennen ist sicherlich eine ausgezeichnete Idee.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich mich da selbst in eine ganz schöne Sackgasse hineinmanövriert habe. Wie sollte ich erklären, warum Thorhall auf meinem Schiff ist? "Hallo Jander, übrigens Erik dein ehemaliger Huskarl, den du verstoßen hast, versucht gerade dein Land zuverteidigen, obwohl deine Familie ihn umbringen will, deshalb hab ich Thorhall mitgenommen, damit wenigstens einer hier auf deiner Insel etwas gegen Eure Feinde unternimmt, wenn du schon lieber mit mir auf Handelsfahrt gehst!?"  Nein nein, irgendwie Glaub ich würde Jander ganz sicher nicht begeistert sein, wenn er etwas von unseren Plänen erführe. Ich denke ich werde erst mal den Kopf einziehen, möglichst wenig sagen und abwarten wie sich die Situation entwickelt. Sollte Svala recht behalten was Jander’s Vater anbelangt, so kann ich mir nur vorstellen, dass es ein Zerwürfnis zwischen den beiden gegeben hat. Alles andere würde ein zu schlechtes Bild auf Jander werfen. Falls es wirklich zu einem Zerwürfnis gekommen wäre, so würde ich bestimmt bald davon erfahren und dann wären unsere Pläne nur zu redlich. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, bin ich mir sicher, Jander würde es als Beleidigung ansehen, egal wie wir argumentieren würden. Ich sollte auch noch einmal mit Thorhall über meine Befürchtungen sprechen. Auch er sollte sich am Anfang etwas vorsichtig und zurückhaltend verhalten. Hoffentlich nimmt er meinen Rat an. Er ist ein stolzer und eigensinniger Man und Hetmann der Hornwaller, ich glaube er ist es gewohnt seinen Willen durchzusetzten und ob er bereit ist von mir einen Rat anzunehmen weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ob er mich auch nur ansatzweise als ebenbürtig und eines Ratschlags würdig empfindet, vermag ich nicht einzuschätzen. Wir werden sehen ich muss es riskieren, immerhin befindet er sich als Gast auf meinem Schiff.

Apropos Schiff, ich bin mir sicher, dass diese Wolkenfront doch keinen Sturm ankündigt, wie ich es erst vermutete. Ich denke ich werde das Steuer erst einmal wieder an Hagaldir übergeben und mich etwas hinlegen. Vielleicht spreche ich Thorhall dann später gleich darauf an.

 

Geschrieben von Sordalong um 22:17 | in: Tagebuch
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30.08.2009
Auf Großer Fahrt

Auf hoher See , der sechste Tag des heyannir im Jahre 1009

Alles verläuft nach Plan. Wir haben mäßigen Wind und sind auf dem Weg nach Hornwall. Ich hoffe, dass wir in 2 Tagen bereits Hornwalls Fjorde sehen können. Die Vorbereitungen für diese Fahrt liefen wie am Schnürchen. Wir sind tatsächlich noch mit dem Gesindehaus auf Jólesgarðr fertig geworden und hatten noch 2 Tage Zeit zum Schiff klar machen und beladen. Meine Mannschaft ist rechtzeitig eingetröpfelt und so konnten wir wie geplant am vierten Tag des heyannir lossegeln. Wir trafen uns als erstes mit Amos um dann gemeinsam gen Südosten zu halten. Mein Schiff Eyforrbytti (immer eiliges Fass) konnte sich zum ersten Mal auf einer Fahrt mit Amos Knorr messen und ich muss sagen, Skagulf hat ein wahres Wunder vollbracht. Obwohl meine Eyforrbytti ziemlich genauso groß ist wie die Knorr von Amos, scheint das Frachtvolumen sogar etwas größer zu sein, als das seinige. Und zu allem Überfluss scheint sie dabei, obwohl etwas schwerer beladen sogar noch etwas schneller zu sein. Vielleicht ist der Einfluss, den Graete beim Bau auf das Schiff genommen hat und dabei mit Sicherheit die ein oder andere Erkenntnis aus dem Walfänger - Schiffsbau, vor allem der Gischtspringer,  hat einfließen lassen, gar nicht so gering gewesen.

Ich bin mächtig stolz auf mein gar nicht so kleines Schliffchen und auch wirklich stolz auf Graete. Ich hatte ihn als Knecht zum helfen zu Skagulf geschickt und dieser war so begeistert von ihm, dass er ihn gleich in die Lehre nehmen wollte.  Ich konnte dann tatsächlich mit Skagulf aushandeln, dass er ihn als seinen Nachfolger ausbildet. Dies hat mich zwar einen Knecht gekostet, aber für Graete ist das mit Sicherheit das Beste. Und es kann ja sicher nicht Schaden einen Schiffsbauer in der Sippe zu haben. Das Ganze hat dann leider auf dem Thing auch noch für mächtig Ärger gesorgt, da Tjure das Haupt der Habichte keinen Walfänger in der Werft von Skagulf sehen wollte, wenn du mich fragst, etwas engstirnig, aber er wird schon seine Gründe haben. Sie wollten Graete dazu zwingen seine Familie zu verraten und zu einem Habicht zu werden, damit er die Werft übernehmen darf. Freya sei Dank, dass dies für ihn nicht in Frage kam, dass hätte mich schon sehr gekränkt, nachdem was ich für ihn getan habe. Skagulf hat ihn so oder so behalten, keine Ahnung, was er nun mit Tjure ausgemacht hat. Mittlerweile spielt es aber auch keine so große Rolle mehr, denn es hat sich gezeigt, dass Tyra die Schwester von Skagulf vor hat Baldur zu ehelichen. Ein Kind aus dieser Verbindung solle, so auch laut Skagulf auf jeden Fall die Werft erben. Nun erstens ist das ganze ja noch ein Weilchen hin und selbst dann, wenn Skagulf das Schiffsbauen einmal aufgeben sollte, ist wahrscheinlich das Kind Tyras noch nicht alt genug um alles von Skagulf gelernt haben zu können. Wenn also Graete das sagen hat, wen interessiert es dann schon, wem die Werft gehört. Im Zweifelsfall kann man aber auch überall anders Schiffe bauen...... zum Beispiel in Norderby.

Auf jeden Fall bin ich sehr zufrieden mit meiner Eyforrbytti. Sie ist 18 Meter lang, 4 Meter 50 breit und hat eine Bordwand von 2 Meter 20 Höhe. Die Laderaum - Größe beträgt ungefähr  30 Quadratmeter und die Kapazität dürfte so um die 35 Tonnen liegen. Man kann sie bereits mit 3 Mann segeln. Das bedeutet ich kann sie nur mit meinen Knechten alleine fahren, das ist wichtig. Die volle Besatzung liegt bei 9 Mann. 8 Männer an den Rudern und ich am Steuer. Damit lässt sich zur Not sogar einige Zeit rudern, wenn der Wind zu schlecht ist. Mit dieser vollen Besatzung fahre ich nun zum ersten Mal, aber bei dieser Fahrt darf einfach nichts schief gehen und ein paar kampffähige Männer dabei zu haben schadet sicher nicht. An Bord von Amos Schiff befindet sich auch noch ein Passagier, nämlich Svala. Sie ist anscheinend mit Kelrik von Nyland mit zurück gefahren um ein paar Wochen auf Kelriksborg zu verbringen und fährt nun wieder mit nach Reykjajar an den Hof Eriks. Da ich nur zu Jander fahre um von dort gleich weiter zu segeln, und Erik nicht mehr in Jander‘s Diensten steht, wird es wohl Amos obliegen Svala an den Hof Eriks zu bringen, aber das werden wir noch einmal genauer in Hornwall besprechen.

Wir planen sowieso 2 Tage in Hornwall zu bleiben, wie es der Zufall so will, ist nämlich gerade zu dieser Zeit das Herbstthing der Hornwaller, dass traditionell am Turm Thorhalls stattfindet, wo auch unser Lager ist. Wenn wir Glück haben treffen wir genau während des Things ein. Da das Thing auch jedes Jahr mit einem Markt verbunden ist, würde dies die beste Gelegenheit bieten noch ein paar Waren einzukaufen, oder zu tauschen und vor allem noch Met aufzutreiben. Außerdem war ich den letzten Jahren immer beim Thing der Hornwaller. Wie es die Nornen so wollten, war ich tatsächlich gleich auf einer meiner ersten Fahrten, damals im Gefolge Kelrik‘s zu Gast bei Thorhall. Günstige Winde trieben mich seit her jedes Jahr an Hornwalls Küsten und wie selbst Ragnar von den Hornwallern schon feststellte ging es mir dabei jedes Jahr ein bisschen besser. Nun Letztendlich fahre ich dieses Jahr als Sippenoberhaupt mit meinem eigenen Schiff auf meiner eigens ausgerufenen Fahrt mit einer tüchtigen Mannschaft nach Hornwall. Es ist schon erstaunlich wie sich mein Leben gewandelt hat, seit ich meinen Vater verließ und mit Kelrik ging. Die Götter müssen mir wirklich gewogen sein, das sie mir so viel Glück gönnen.

Das Opfer an Ægir, dass wir ihm vor Beginn dieser Fahrt dar brachten, scheint uns bisher auch geholfen zu haben und ich hoffe doch, dass wir auch noch wohlbehalten in Hornwall ankommen. Ich freu mich schon darauf alle wieder zu sehen…. es gibt bestimmt die ein oder andere Geschichte aus Nyland, die es zu erzählen gilt.

Geschrieben von Sordalong um 19:21 | in: Tagebuch
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21.08.2009
Der Tag danach...

Ronland, der sechsundzwanzigte Tag des miðsumar im Jahre 1009

 

Irgendwo zwischen Kelriksborg und Norderby: Mir geht es schlecht, fürchterlich schlecht. So schlecht, dass ich mich nicht traue zu reiten. Und ich verfluche den Moment als ich vorgestern Mittag entschieden habe Ákafi meinen Hengst zu nehmen und nicht Smári den Wallach, der doch einiges ruhiger gewesen wäre und nun nicht so zicken würde, weil ich ihn neben mir führe.

Warum ich gestern so abgestürzt bin, als wir ein bisschen auf Kelriksborg gefeiert haben, kann ich mir selbst nicht erklären, denn eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen nicht so viel zu trinken.

Sei‘s drum, Jammern hilft jetzt auch nicht und wenn ich nicht bald aufs Pferd steig, bin ich morgen noch am hatschen – Ich hätte das Angebot von Kjolva und Hagaldir annehmen sollen und bei ihnen über Nacht bleiben, aber die zwei sind einfach zu früh gegangen (dafür geht’s ihnen heute auch nicht so schlecht) – also rauf in den Sattel und langsames Arbeitstempo Tölt – Hooh Ákafi, ruhig, ich weißt du willst rennen, ich aber nicht!

Aber immerhin hab ich meine Mannschaft zusammen: Neben Kjolva und Hagaldir sowie Thorften ihren Knecht, den sie von mir zur Hochzeit bekommen haben, auch noch Thorwald, Uther und Rangulf, ein Knecht von Amos, sowie natürlich meine beiden Knechte Toke und Thorhall. Wulfgar meinen dritten Knecht lass ich am Hof. Er soll zusammen mit Álfeið bei Valdis bleiben und auf den Falken Gerð aufpassen. Das Gesindehaus bekommen wir hoffentlich die Tage noch fertig, bevor wir aufbrechen. Denn wenn wir wiederkommen - ich rechne mit mindestens 2 Monden - wird górmánaðr der Schlachtmonat in den letzten Zügen sein und es wird zu spät sein um noch viel bauen zu können. Wir brauchen dieses Haus aber für den Winter.  Nichts desto trotz soll es noch in dieser Woche losgehen. Ich verabredete mit  Jander, dass ich in gut einen Mond wieder bei ihm sein würde, als wir uns in Nyland trennten. Ich muss allerdings noch in Hornwall vorbei um meine Vorräte dort abzuholen und alles an Met aufzukaufen, was ich nur bekommen kann. Mann soll es nicht glauben, aber ich habe nicht genug Met. Jander hat mich in Nyland zu einem Geschäft dazu geholt, dass sehr sehr vielversprechend klingt. Ein neuer Baron gründet gerade eine neue Handelsstadt im östlichen Siegel und benötigt dafür allerlei Handelswaren, besonders interessiert war er aber an Met, den er dort nirgends bekommen kann, also beauftragte er uns so viel Met wie wir bekommen können mit 2 Handelsschiffen nach Nyland zu Schiffen und ging dabei derartige Zugeständnisse während unserer Verhandlungen ein, dass es mir fast schon unheimlich vorkam. Es sieht so aus, als wenn – sollte er mit dieser ersten Geschäftsabwicklung zufrieden  sein – wir das Monopol für Met in seinem Hafen bekämen. Dazu müssen wir keinerlei Zolle oder Hafengebühren zahlen und können uns dort wenn wir wollen sogar ein Lagerhaus anlegen. Aber eins nach dem anderen, erst muss mal diese erste Fahrt glücken und dazu habe ich im Moment tatsächlich etwas wenig Met. Vom letzten Jahr war bereits im April nichts mehr übrig. Als ich im sólmánaðr die Honigernte begann, musste ich feststellen, dass durch meinen Umzug die Bienen schon sehr gelitten hatten und lange nicht so viel Honig  produziert wurde wie noch im Jahr zuvor. Während wir letztes Jahr pro Bienenvolk noch ca. 15 kg Honig ernten konnten kommen wir in diesem Jahr gerade mal auf 10kg. Zu allem Überfluss haben auch 2 Völker den Transport nicht überstanden, so dass ich dieses Jahr wieder nur mit 14 Völkern arbeiten konnte. Alles in allem konnte ich nicht mehr als 146 kg Honig ernten was für gerade einmal  60 Fässer gereicht hat. Von diesen 60 Fässern sind mir in diesem Jahr, zum Glück nur 2 Fässer „schlecht“ geworden, so dass ich 58 Fässer Met produzieren konnte. Zu Valdis Geburt haben wir das erste Fass getestet und er ist tatsächlich noch besser geworden als letztes Jahr. Es bleiben mir also ganze 57 Fässer Met in meinem Lager in Norderby. Das ist nicht annähernd so viel wie ich gehofft hatte und auch nicht annähernd so viel wie dieser Baron in Nyland glaube ich erwartet. Deshalb habe ich beschlossen, bevor ich nach Reykjajar  fahre noch den Umweg über Hornwall in Kauf zu nehmen um unser dortiges Lagerhaus zu plündern – meinen Aufzeichnungen zu folge müssten dort noch 17 Fässer stehen – und um allen Met den ich dort bekommen kann einzukaufen. Außerdem dachte ich, sind sie dort vielleicht Fruchtweinen auch nicht abgeneigt und soviel ich weiß hatte Raja auf dem letzten Hornwaller Herbstthing angekündigt, als sie den Hof von Thorwin übernahm, dort auch Fruchtweine herstellen zu wollen. Als weiter Güter hatte ich vor mit zu nehmen: Waltran mindestens 10 Fässer, Einiges an den Tauen aus gedrehter Walrosshaut ,  von dem letzten Handel mit Olaf habe ich noch einiges an Stoffen – sogar kostbare Seidenstoffe – übrig – obwohl Kjolva daran auch schon Interesse bekundet hat – Allerlei Pelze und Felle und Federn. Besonders für Hornwall wollte ich auch noch Walrossstoßzähne und Schnitzwaren aus diesen mit nehmen, wonach mich besonders Ragnar fragte. Schmuck darf natürlich auch nicht fehlen, zumal er nicht zu viel Platz wegnimmt, denn einen Teil des Schiffes muss ich schließlich für eventuell zu kaufenden Met frei halten.

Für die Hinfahrt nach Reykjajar haben wir uns noch mit Amos abgesprochen, der gerade aufbrechen wollte um in die Südlande zu fahren. Da Kjolva auch einen nicht unerheblichen Teil ihrer Ware mit nach Reykjajar nehmen möchte und auf meinem Schiff eigentlich kein Platz mehr ist, beschossen wir die Fahrt über Hornwall nach Reykjajar mit Amos gemeinsam zu machen, so können wir die Waren bis dort auf unsere beiden Schiffe aufteilen und Kjolva kann ihre Waren in Reykjajar lassen, bis wir wieder aus Nyland zurück sind. Am letzten Wochenende im górmánaðr soll in Bjanderhaven, das ist auf der genau gegenüber liegenden Fjordseite von Janders Hof , ein Markt stattfinden und ich hoffe, dass wir bis dahin wieder aus Nyland zurück sind. Amos wird von Reykjajar aus alleine gen Süden fahren und Jander und ich werden gemeinsam Nyland ansteuern.

Sobald wir unsere Ladung in Nyland losgeworden sind wollen wir etwas weiter im Norden die Küste erkunden. Der Baron meinte, dort gäbe es einige Häfen die Erz haben und davon gedenke ich einiges mit nach Hause zu bringen. Uther hat unter der Bedingung auf einen Teil seiner Heuer verzichtet, dass wir etwas mehr Häfen anlaufen und er nach einem besonderen Metall – aus dem auch die Rüstung des Sharunar ist – suchen kann. Mir soll dies nicht ungelegen sein, denn wenn er dieses Metall findet wird es kein Nachteil für mich sein dieses mit zu unseren Schmieden zu nehemen. Auch an dieser Stelle muss ich noch einmal Amos danken, er beschoss nämlich mir einen Knecht  von sich mitzugeben, der sich in der Schmiedekunst genug auskennt, um die Güte des zu verkaufenden Eisens zu beurteilen. Dies wird beim Aussuchen der Ware und dem Handel um den Preis sehr Nützlich sein. Ich hoffe, dass dieser mir auf dieser Fahrt darüber genug beibringen kann, dass ich in weiteren Fahrten dies auch selbst entscheiden kann. Es kann sein, dass wir bevor wir mit Eisen zurück segeln werden noch einige kleinere Handelsfahrten an den Küsten Nylands betreiben werden, so ließ der Baron auch schon durchblicken, dass er ebenfalls großen Bedarf an Holz hätte, was es auch nur einige Häfen weiter in Hülle und Fülle im Angebot gäbe, er aber nicht die Mittel hat, dieses herschaffen zu lassen. Na da gehen wir ihm doch gerne zur Hand. Alles in allem kommt es mir etwas so vor, als wenn es in Nyland nicht allzu viele Leute mit einem Sinn für Geschäfte gäbe, anders könnte ich mir nicht erklären, dass es nötig ist über das halbe Weltmeer zu segeln um die Bedürfnisse dieses Barons zu befriedigen. Ich hoffe da steckt nicht noch etwas anderes dahinter. Aber wir werden sehen, die Gelegenheit ist zu günstig um dies nicht zu riskieren.

Ah und bei Bullwajs Barten da sehe ich doch schon den letzten Hügelkamm vor Hoskults Hof… Ja Ákafi, hey jetzt darfst du, galoppiere die restliche Strecke gar heim, ich will endlich ins Bett!

 

Geschrieben von Sordalong um 10:51 | in: Tagebuch
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15.08.2009
Wiegenfest in Norderby

Norderby, der zwanzigste Tag des miðsumar im Jahre 1009

 

Heute gebar Álfeið mir mein erstes Kind, eine Tochter. Nach vielen Streitereien die durch die Schwangerschaft ausgelöst wurden, habe ich mich dennoch dazu entschieden sie als meine Tochter anzuerkennen.

 ( Nachdem Álfeið schwanger wurde, hoffte sie, dass ich sie zur Frau nehmen würde. Als ich dies verneinte und zu allem Überfluß sie auch noch meinen Juleberschwur [zudem mich die anderen Jungs im Suff drängten] mitbekam, indem ich schwor sie niemals zur Frau zu nehmen, versuchte sie noch wärend des Things mich zu verleumden und erzählte den Frauen, wie sehr ich sie misshandeln würde und dass sie das Kind loswerden wolle. Nach einigen klärenden Worten meinerseits, dass sie eine freie Frau sei, es ihr frei stehe hinzugehen, wo das Rauchkraut wächst, ihr aber klar sein sollte welche Chance sie alleine hätte und außerdem mit einer Klage vor dem Thing zu rechnen habe, lenkte sie ein. Sie entschuldigte sich und schwor mir ewige Reue und bat mich wenigstens bis zur Geburt bei mir bleiben zu dürfen, was ich ihr erlaubte)

 

Nachdem sich Álfeið seit unserem Streit nichts mehr zu Schulden kommen lies und sie für ihre Verhältnisse auch noch fleißig war (Man darf ihren körperlichen Umstand nicht vergessen) erlaube ich ihr weiterhin auf meinem Hof zu bleiben und nahm unsere Tochter an. Ich gab ihr den Namen Valdis - Valdis Jólesdóttir. Selbstverständlich hat sie keinerlei Rechte etwas zu erben, aber immerhin werde ich sie als meine Tochter aufziehen und ihr einen respektablen Mann geben.

Ein wenig gefeiert wurde auch noch, wenn auch dem Anlass entsprechend bescheiden und so kamen nur die Bewohner Norderby's zusammen um ein ein oder zwei Fässer zu leeren.


Und so ist auf Jólesgarðr wieder etwas mehr los.

Im Moment leben dort neben mir: Der erste Knecht Toke Hendrikson (der sich im übrigen immer besser macht und auf dessen Hilfe ich nicht mehr verzichten möchte), der zweite Knecht, Torhall ?son und der dritte Knecht Wulfgar Kötertöter, diesen Beinahmen erwarb er, als er im Kampf gegen die Ausgeburten Hels einen Abkömmling Garms erschlug. Außer den Knechten sind es noch Álfeið die Küchenmagd, Valdis meine Tochter, und ein Falke dem ich den Namen Gerð gegeben habe (was soviel heißt wie Arbeit) und den ich Kelrik im letzten Jahr abkaufte. Also alles in allem 7 Menschen und nachdem Valdis für ihre Größe ziemlich laut sein kann, ist es mittlerweile schwierig geworden einen Moment der Ruhe zu finden. Dies vorallem auch, da die Arbeiten am neuen Gesindehaus immer noch im vollem Gange sind. Ich bin jedoch sehr zuversichtlich das wir noch vor dem ersten Schnee mit dem Gesindehaus fertig werden. So dass wir dieses Jahr den ersten Winter auf Jólesaðal verbringen werden, dass mittlerweile aus dem Haupthaus, dem Gesindehaus einem Kornspeicher und einem notdürftigen Verschlag für die Tiere besteht. Nachdem ich von der letzten Fahrt nach Hornwall eine größere Ladung Lebensmittel, vor allem Obst von Raya und getrockneten Fisch vom Nordturm mitbrachte sehe ich dem Winter gelassen entgegen. Bis zum Winteranfang, dem górmánaðr sind es noch 2 einhalb Monde und die Heuernte und die Kornernte stehen noch bevor. Selbst wenn in diesem Jahr die Zeit zu knapp war um viel Korn zu sähen bin ich sicher alle Bewohner sicher durch den Winter bringen zu können.

Geschrieben von Sordalong um 10:59 | in: Tagebuch
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2.08.2009
Walfängerbanner

Dies ist das Banner der Walfänger:

Geschrieben von Sordalong um 12:59 | in: Logos
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2.08.2009
Ronland Banner

das Ronlandbanner:    Ron ist ein altes Wort für Walross und da die Insel durch Herdin bei der Walrossjagd entdeckt wurde, nannte er die Insel Ronland - Walrossland. Daher zeigt auch unsere Banner ein Walross.

Die Wellen unterhalb des Walrosses stehen für die acht Sippen, die es auf Ronland gibt:

Keiler, Bär, Habicht, Luchs, Wolf, Narrwal,  und natürlich die Walfänger (eine fällt mir grad nicht ein)

Das ist nicht das aktuellste Bild, werde es bei Gelegenheit das Bild aktuallisieren.

Geschrieben von Sordalong um 12:39 | in: Logos
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2.08.2009
Ronland Karte

Hier ein Entwurf der Karte von Ronland:

Geschrieben von Sordalong um 12:03 | in: Karten
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