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Kuriositäten von San Diego
03:31, 19.01.2010
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Hallo ihr Lieben, es ist ein bisschen Zeit ins Land gegangen und es wird mal wieder Zeit für einen Bericht. Allerdings habe ich nicht so viel zu berichten, deshalb will ich euch etwas über die Eigenarten San Diegos erzählen, die mir hier so aufgefallen sind.
![]() Am Besten fange ich mit dem Autofahren an. Das ist am Auffälligsten hier, denn Auto fahren können die hier alle nicht. So einen defensiven Fahrstil habe ich noch nie gesehen. Fußgänger haben immer Vorrecht, selbst wenn die Fußgängerampel rot ist. Diese machen übrigens kuckuckartige Geräusche wenn man gehen darf und zählen sogar teilweise runter, wie lange noch grün ist. An den Kreuzungen sind überall Stopschilder. Eine Vorfahrtsregelung ist nicht zu erkennen. Wer zuerst fährt hat eben Vorfahrt. Alle anderen bleiben einfach stehen und warten. Vermutlich, weil hier keiner Lust hat, einen Unfall zu bauen, bei diesen komischen Versicherungen, die man sich auch sparen kann. Anders sieht es allerdings beim Einparken aus. Denn das können die hier auch überhaupt nicht. Da passiert es schon mal ganz schnell, dass ein anderes Auto angestupst wird. Durchschnittlich brauchen die hier für eine Seitenparklücke an der Straße 10 Züge und ganz oft fahren sie wieder raus, weil sie meinen, ihr Auto wäre ein Panzer und würde da nicht mehr rein passen, obwohl noch 5 m Platz ist. Fabian und ich sitzen oft auf dem Balkon und haben schon so manchen Lachanfall bekommen. Parkverbot und –erlaubnis sind durch farbige Bürgersteige gekennzeichnet, nicht so ein Schilderwald wie in Deutschland, der oft zu Verwirrungen führt. Roter Bürgersteigrand bedeutet? 3 Mal dürft ihr raten. Genau, absolutes Halteverbot!
Da wir ja noch kein Auto haben, fahren wir im Moment noch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Man hört die Züge/Staßenbahnen ständig hupen. Am Schlimmsten ist der Coaster, der nach LA fährt. Es ist ein Gesetz, dass Züge vor jeder Straßenkreuzung 4 Mal hupen müssen. Der Coaster hubt auf seiner Strecke am Tag bis zu 2500 Mal. Und auf Grund der Lautstärke seines Horns laufen auch bereits zahlreiche Klagen. Es gibt hier 3 Straßenbahnlinien. Diese haben keine Nummern sondern Farben. Die blaue fährt bis zur mexikanischen Grenze, die orange farbene fährt hauptsächlich in Downtown und die grüne Linie fährt Richtung Inland, wo auch unsere Uni ist. Da wir aber 2 mal umsteigen müssten (wir müssen alle 3 Linien nehmen), sind wir auf den Bus umgestiegen. Der ist allerdings auch nicht schneller, denn obwohl die hier alle sehr sehr sportlich sind, ist alle 200 m eine Haltestelle, die auch wirklich alle benutzt werden – bloß nicht ein paar Meter zu Fuß gehen. Somit dauert die Strecke zur Uni auch zwischen 50 und 60 min. Allerdings sind die Menschen hier auch sehr zuvorkommend gegenüber Älteren oder beeinträchtigten Menschen (generell sind die Menschen hier sehr fröhlich und haben immer ein Lächeln auf den Lippen). Der vordere Teil des Busses ist für diese reserviert. Und sobald jemand in den Bus steigt, steigen viele jüngere Menschen auf und machen Platz. Desweiteren wird auch immer gewartet, bis sich alle gesetzt haben. Erst dann fährt der Bus los – nicht wie in Deutschland: eingestiegen und Vollgas.
![]() Das Wasser ist hier überall gechlort. Selbst das stille Wasser, das man im Supermarkt kaufen kann schmeckt nach Chlor. Auf Grund dessen kann es auch passieren, dass man gechlorte Cola bekommt, wenn man sich mal eine bestellt. Denn so wie viele Schnellrestaurants die Cola auch in Deutschland strecken, passiert das auch hier, nur dass sie dann eben dann nach Chlor schmeckt.
Wenn man etwas einkauft, bekommt man nie die volle Aufmerksamkeit seitens des Verkäufers. Meist machen sie nebenbei immer noch was anderes - Schilder aufhängen, verschwinden, wieder kommen, andere Kunden bedienen, obwohl man noch Fragen hatte, dann den anderen Kunden wieder stehen lassen. Dementsprechend fühlt man sich hier meist nicht wirklich gut beraten. In Deutschland würde man den Laden vermutlich verlassen und von schlechtem Service sprechen. Aber hier ist das einfach so. Wenn man nach dem Preis fragt, sollte man meist noch ein Drittel draufschlagen. Denn komischer Weise bekommt man nie den Endbetrag genannt. Wenn es dann ans Bezahlen geht, kommen immer noch irgendwelche Gebühren drauf und ich rede hier nicht von den Steuern, die ebenfalls nie angegeben sind.
Ein weiterer Punkt, der hier ganz stark auffällt. Es gibt massig Obdachlose. Viele sind auch in irgendeiner Weise meist behindert. So ist es nicht selten, dass sie komische Geräusche machen, wenn man an ihnen vorbei geht. Die „Homeless“ sind zwar verteilt und auch kein bisschen aufdringlich, aber es sind schon viele, die in ihrem Bollerwagen oder an ihrem Fahrrad ihr gesamtes Hab und Gut mit sich tragen. Ich meine, das Wetter ist ja eigentlich optimal für sie, obwohl es nachts wirklich kalt wird. Allerdings spielt das Wetter im Moment nicht mit, womit ich zum heutigen Ereignis komme. Es hat heute geregnet. Für uns ein ganz normaler Schauer. Allerdings war hier für die Menschen Land unter. Das Kanalsystem ist einfach nicht auf Regen ausgelegt. DieStraße stand ein wenig unter Wasser. Die Türen von vielen Gebäuden sind nicht richtig dicht, so dass das Wasser heute reingelaufen ist. In den Nachrichten gibt es kein anderes Thema mehr - wie man sich am Besten vor dem Regen schützt und die Profiltiefe richtig misst. Für uns war das wie gesagt nur ein Schauer! Wir saßen also heute hauptsächlich zu Hause und haben uns gelangweilt. Das Fernsehen ist nämlich auch so eine Krankheit. Alle 10 min kommt Werbung. Und die ist richtig schlecht! „Nehmen Sie den Vertrag von at&t, denn er ist besser und günstiger als T-mobile, Cricket oder Verizon“, „Der Burger von Burger King ist doppelt so groß und schmeckt auch viel besser, als der von Mc Donalds und kostet nur einen Dollar“. Am Schärfsten ist die Werbung von der Nationalgarde. Also das fand ich richtig lächerlich. Allerdings sollte man das hier glaube ich eher nicht äußern. Ihr könnt euch den Spot unter www.youtube.com/watch angucken. Ansonsten, wenn keine Werbung läuft, laufen nur Serien (NCIS, Law & Order, Dr. House und was nicht alles). Ein Spielfilm, wenn dann mal einer läuft, wird dann auch 7 Tage hintereinander gezeigt. So können wir uns heute Abend zum 4. Mal Oceans Thirteen angucken.
So, dafür dass ich eigentlich nichts zu berichten hatte, ist ja doch einiges zusammen gekommen. Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Einblick in meine Welt bekommen. Ein paar aktuelle Bilder von San Diego habe ich auch hochgeladen. Ich melde mich mit den ersten Eindrücken der Uni wieder.
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