away but not lost

Weites Land

01:34, 25.05.2010 .. 0 Kommentare .. Link

 

Die ersten 4 Tage liegen von unserem Roadtrip liegen hinter uns und hier kommt der Bericht.

Am Donnerstag hat die Klausur dann doch länger gedauert als erwartet. Wir hatten ursprünglich geplant zwischen 10 und halb elf abends los zu fahren und dann gegen halb vier in Phoenix zu sein. Allerdings saßen wir bis 23 Uhr in der Uni und mussten dann nochmal kurz ins Apartment, da ich natürlich irgendwas liegen lassen musste. Um genau 00:05 Uhr waren wir - nach tanken und Reifendruck prüfen - startklar. Dann gab es erstmal wie früher beim Familienausflug Brote und Fabian hat  sich einen Redbull gegönnt. Es war stockduster und als wir an der mexikanischen Grenze vorbei fuhren und wir einfach nach bestimmt einer Stunde kein Auto mehr gesehen haben uns doch ganz anders geworden. Natürlich kamen wir mal wieder in eine Drogenkontrolle – wie könnte es in der Nähe zu Mexiko anders sein! Gegen 4 Uhr wurde es dann schon so langsam wieder hell und wir haben uns nicht mehr so in die Hosen gemacht.

Als wir nach Phoenix reinkamen, wussten wir noch gar nicht, dass wir in Phoenix sind, da nirgendwo auf den Schildern Phoenix drauf stand und wir auch zuerst gedacht haben: „Was ist das denn hier für ein Loch? Das kann doch nicht Phoenix sein“. Gegen halb sechs haben wir dann endlich unser Motel gefunden und um 6 Uhr lagen wir endlich im Bett. Allerdings klingelte um 10:30 Uhr schon wieder der Wecker. Es war glühend heiß draußen, so dass wir anstatt offen zu fahren, lieber die Klimaanlage angeschmissen haben und selbst die hat es nicht gepackt. Es kam nur heiße Luft. So eine Hitze habe ich noch nicht erlebt und die Sonne hat wahnsinnig geknallt. Wir sind dann nach Downtown und waren doch positiv von Phoenix überrascht. Es sind zwar nur 2 bis 3 Straßen, die sehenswert sind, aber die sind wirklich hübsch. Also Phoenix ist nett für eine Durchreise, aber mehr auch nicht. Gegen 15 Uhr ging es dann wieder weiter nach Page – Ziel: Antelope Canyon und Horeseshoe Bend.

Wir sind durch Wahnsinnsgegenden gefahren – von Steppe zu Wald in die Wüste und durchs Gebirge. Man kann das gar nicht beschreiben, wie hier die Natur spielt – unfassbar. Und erst dieser Blick. Weites Land ist gar kein Begriff! Ich habe noch nie im Leben so eine Fläche gesehen. Gegen 20 Uhr sind wir nach einem kurzen Besuch beim Horseshoe Bend angekommen. Allerdings mussten wir am nächsten Tag nochmal dorthin, da die Sonne genau über dem Felsen stand und Fotos unmöglich waren. Am Samstagmorgen, diesmal nach einer angenehm längeren Nacht, ging es um 8:00 Uhr zum Antelope Canyon. Leider stand die Sonne noch nicht komplett über dem Canyon, so dass die Lichtspiele nicht ganz so beeindruckend waren. Danach nochmal wie gesagt zum Horseshoe Bend. Dort ging ein Wind, der war nicht mehr feierlich. Fabian und ich haben uns dann zur Felskante gerobbt, während andere sich einfach lebensmüde an die Kante gestellt haben. Die haben wahrscheinlich gedacht, wir sind bekloppt, aber bei starkem Wind stelle ich mich bestimmt nicht an eine Felskante (ohne Geländer), wo es einfach mal 400 m runter geht. Mir persönlich hat der Horseshoe Bend am besten gefallen und wir waren auch bestimmt 1,5 Stunden dort, da man auch erstmal ein Stück über einen Sandberg laufen muss.

Anschließend ging es zum Grand Canyon. Wenn man sich das auf der Karte anguckt, dann glaubt man gar nicht, dass das schon wieder 3 Stunden Fahrt sind (was auch mit dieser sehr nervenden Geschwindigkeitsbegrenzung zu tun hat. Unseren coolen neuen Mustang konnten wir auch noch nicht richtig ausfahren).

Ja was soll man zum Grand Canyon sagen? Worte und Bilder können diesen gigantischen Eindruck einfach mal gar nicht wiedergeben. Da steht man also auf 7000 ft Höhe und guckt in diese gigantischen Krater, wo es an der tiefsten Stelle 1,5 km in den Tod geht. Und das ist nicht wie auf einem Berg. Man steht wieder an einer Kante und es geht einfach abwärts! Man konnte von der Stelle, an der wir standen, geradeaus bis nach Utah gucken (30 km Entfernung) und wenn man sich ein bisschen nach links und rechts geguckt hat, konnte man jeweils 160 km weit gucken! Als wir dort standen, kam dieses fiese Bauchgefühl und die schwitzigen Hände schon wieder – man hängt doch sehr an seinem Leben.  Der Nationalpark, der darum errichtet wurde, ist wirklich ganz toll. Wir hatten leider nicht so viel Zeit, aber wenn man die Möglichkeit hat, sollte man dort einfach mal einen Tag lang spazieren gehen. Es ist wirklich ganz toll und wer Lust hat, kann ja auch den Abstieg in den Canyon rein machen.

Gegen 15:30 Uhr ging es bei uns weiter. Auf Wunsch von Fabian haben wir nochmal einen Zwei-Nächte-Stopp in Vegas eingelegt. Aber nach bereits 1100 Meilen, soll ihm auch mal eine Pause gegönnt sein! Eigentlich wollten wir zu der Liveshow von Craig Ferguson im Venetien, aber in weiser Voraussicht, hatten wir uns keine Karten gekauft, und kamen genau eine halbe Stunde zu spät an. Stattdessen haben wir erstmal geduscht und Massen von Sand aus den Canyons in der Dusche hinterlassen. ;) Sabrina hat ihre Freude am Black Jack entdeckt und sogar insgesamt $5 Plus gemacht. Hey, jetzt bin ich reich! Das macht so viel Spaß! Das waren bestimmt nicht die letzten Runden Black Jack, aber die Frage ist, ob mach auch bei einem höheren Mindesteinsatz als $1 ins Casino geht. ;) Mittags waren wir dann Chinesisch essen. Fabian hatte schon seit 4 Monaten Heißhunger und immer Rücksicht auf mich genommen, so dass ich darauf bestanden habe und es hat mir sogar geschmeckt. Vielleicht habe ich ja meine Abneigung überwunden. Ich werde das in Deutschland nochmal bei Gelegenheit testen.

Jetzt sind wir wieder auf dem Highway Richtung LA. Dort werden wir einen kurzen Zwischenstop einlegen, denn Fabian muss ja nicht wieder so lange fahren und dann geht es in den nächsten Tagen Richtung San Francisco.Ein paar wenige Fotos habe ich hochgeladen. Ich bin gespannt, ob euch damit das Reisefieber packt!

 


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