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Nachfrage
Herr, bist Du wie ich ein Ausgewanderter?
Dort, wo Du einmal warst,
wie man mich glauben machte,
verbirgt nur Leere Ratlosigkeit
und fremde Stimmen
schreien Deinen fremden Namen in das Nichts,
als wären die gebeugten Leiber,
der gesenkte Blick der Unterwerfung
besserer Beweis für den Geruch
aus alten Wüstenwunden.
Wo, Herr, soll ich den Weihrauch Dir verbrennen,
wohin willst Du die klagenden Choräle
in die Nacht verbannen?
Gibt es die Handbreit Hoffnung noch,
dass wir vergessen könnten,
dass Du warst,
dass unser Suchen niemals fündig wird?
Fremd bist Du Dir geworden
in der Fremde,
und die Liebe
ist verkommen.
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Geschrieben: 17:21, 17.10.2011 in Mythologie und Mystisches |
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Wenn ein schöner Tag sich hin zum Ende neigt,
wenn auch die Frage, ob er schön gewesen,
sich mancher stellt, der eher ist geneigt,
vom kargen Lohn zu reden, Krankheit, Schulden und den Spesen,
wenn also langsam gegen Abend sich das Licht verliert,
süß faulige Gerüche steigen aus den Lüftungsschächten,
der eben noch Verliebte sich in den Gefühlen irrt,
erwacht die Nacht zu ihren dunklen Rechten.
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Geschrieben: 16:06, 28.03.2011 in Ruhe und Erregung |
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Abgesplittert fades Lächeln
aus der Biedermeierzeit.
Um die dunklen Sträucher fächeln
Düfte der Vergangenheit.
Vorgestreckt das gelbe Beinkleid
mit dem lackbeglänzten Schuh,
beugt sich voll Ergebenheit
schelmisch lächelnd der Filou.
Hinter Fächern halb versteckte,
aufgestaute Triebe gären,
die des Amors Pfeil erweckte.
Schamvoll Schaudern, süß Begehren.
Weiß die Feder taumelt nieder,
wo der Falke schlug die Taube.
Lüstern löst der Schönen Mieder
ein Adonis in der Laube.
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Geschrieben: 11:11, 19.01.2010 in Verspielt oder Grotesk |
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Mephistopheles (leise)
Du siehst, mit diesem Trank im Leibe,
Bald Helenen in jedem Weibe.
Den Wellen, sagt man, wärst du einst entstiegen,
so frisch und lächelnd schön. Ich war entzückt
von deiner Nähe und so sehr berückt,
dass ich verwirrt mich zu dem Traum verstiegen,
Du könntest eines Tages bei mir liegen.
Allein selbst ich fand die Idee verrückt,
drum habe ich sie seufzend unterdrückt,
denn Kunst lässt niemals sich zum Alltag biegen. |
Geschrieben: 17:24, 16.12.2008 in Undefiniert |
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Wenn du die Augenlider sinken lässt
und das Dunkel dich empfängt,
durch das des Blutstroms Pochen
wie aus der Ferne die Gedanken
in Spiralen dreht und zu Kaskaden
flackern lässt auf einer Ebene,
in der die Müdigkeit sich kraftlos breitet,
fragst du vielleicht, ob deine Fragen
je Substanz erreichen können
hinter den leeren Formen dieser Tage.
Willst du noch immer suchen, fragen,
um eine Welt dir zu erfinden aus dem Nichts,
die in das Nichts zurück zerfällt?
Denn nichts ist bleibend und dein Sein
wie jenes Flackern hinter deinen Augenlidern,
das du als dir gehörend zu erkennen glaubst,
doch das erlöschen wird im Stillewerden
deines Blutes und in Schweigen zeitlos enden.
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Geschrieben: 11:05, 19.05.2008 in Ruhe und Erregung |
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Und immer wieder in Gedichten Liebe,
als gäbe es auf dieser Welt nichts als
Geschlechtsverkehr, bei dem man bestenfalls
verwirrt, verdummt wie unbekümmert Diebe,
die nächtlich sich in leere Häuser wagen,
Gedanken unterdrückt, wenn sie uns sagen,
dass alles Dreschen, Süßholzraspeln, Reizen
am Ende Spreu nur schafft, indes der Weizen
gedeiht allein im Wahn, der Phantasie,
da längst der Liebe Dünger ausgeräumt.
Die Augen schließt der Dichter und erträumt,
was niemals war noch wird zum Vis-à-vis. |
Geschrieben: 17:53, 30.12.2007 in Gedanken |
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Sie hob die fast schon reifen Schenkel
bis die schlanken Beine
und die vorgestreckten Unterarme
zu einer Linie in den Raum sich fügten,
an der entlang wie leichtes Beben
der Rhythmus zu vibrieren schien.
Dann schnellte der gespannte Torso
im Sprunge vor und wie die Arme
sich zum weichen Gleiten breiteten,
warf in den Nacken sie den Kopf,
die hellen Augen weit geöffnet
und lächelnd mit gelösten Lippen. |
Geschrieben: 23:27, 26.12.2007 in Ruhe und Erregung |
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Die Kälte lässt mich zittern beim Erwachen,
wenn noch die Fransen einer schweren Nacht
im Raureif sich verstecken, dessen Pracht
der junge Tag scheint schöner noch zu machen.
Er lässt in Eiskristallen Licht entfachen,
bis blendend Weiß die Schwärze überdacht,
in dem der Frost sich mächtig streckt und lacht,
dass glitzernd Eishauch strömt aus seinem Rachen.
Trifft er die Schläfer, lässt er Träume stocken,
die noch nicht ausgeträumt ihr trügend Gleißen.
Ich höre seine Stimme, sein Frohlocken:
Öffne das Fenster! lasse ich mich heißen.
Dort weiß ich ihn mit seinen Krallen hocken
und spüre Eisluft mein Gesicht zerreißen.
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Geschrieben: 18:54, 11.12.2007 in Natur und Sachlichkeit |
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Verbraucht, vergessen jene Sommerlieben,
die früher meine Sinne kurz berauscht,
als noch in Gassen unter alten Toren
die Sehnsucht mit geschlossenen Augen harrte,
bei letzten Sonnenstrahlen heimlich lauschte
dem Lied ein alt gewordenes Gesicht,
gespiegelt unscharf nur im Erkerfenster.
Doch in den Straßenstaub stößt seine Krallen
des Herbstes Sturmböe und wirbelt auf
die welken Blätter jener Sinnlichkeit,
die aus dem Packpapiere der Gefühle
noch manchmal etwas wie Erinnern lockt;
sie wirbeln auf und lassen sich dann fallen
in ein Vergessen, dem kein Morgen folgt.
Im warmen Mantel, hochgestelltem Kragen,
dem dicken Krepp auf meiner Schuhe Sohlen,
so lehn' ich in der frühen Dämmerung
gebeugte Schultern auf das kalte Eisen
des Laternenpfahles, der auch heute
nur Scherben der zerbroch'nen Lampe trägt
und unten den Geruch des Harns der Hunde.
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Geschrieben: 18:50, 11.10.2007 in Ruhe und Erregung |
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Wenn sich das Schöne verliert in der Macht der Erregung,
kehrt aus Vergessenheit bald Gewalt und Gemeines zurück.
Doch deren Nacktheit enthüllt nicht Beglückung noch Zauber,
endet in Ekel und Trauer, was einstmals jubelnd begrüßt. |
Geschrieben: 09:55, 18.09.2007 in Gedanken |
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Was habe ich noch auf der Welt verloren,
versäumt zu ernten, was ich nicht gesät?
Ich war vom Schicksal niemals auserkoren,
das zu vollbringen, was mir nie gerät.
So manches Glas voll Bitterkeit und Wein
hab ich geleert und Zigaretten auch
geraucht, geschlürft die Austern oft allein,
und damit fast erfüllt den alten Brauch:
den Sohn zu zeugen, einen Baum zu pflanzen,
das Haus zu bauen, das ich nie bewohnt.
Gehabt Euch wohl, ich geh mit leerem Ranzen,
und lass’ Euch diese Welt, fast unverschont.
Hörfassung |
Geschrieben: 18:58, 17.09.2007 in Gedanken |
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Endlos am Abend schwärmen die Schatten,
wenn ihren Rachen öffnet die lauernde Nacht
und ihr brennendes Auge
im Dunste der späten Wolken
rötlich die Sonne kühlt.
Zum Fenster drehen den Kopf die Sterbenden,
die noch ein Lächeln versuchen, ein letztes,
ehe ins Dunkel versinken Farbe und Form
und, vielleicht, ein Herzschlag sie schüttelt
aus ihrem schmerzenden Sein. |
Geschrieben: 22:33, 8.07.2007 in Ruhe und Erregung |
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Hörfassung
Wenn die Nacht um mich knackst
oder summt und der Tinnitus pfeift,
halt ich die Lider geschlossen
und steige ins Träumen.
Pfeif nicht so laut!
Das Pochen hinter dem Brustbein:
Bumh, brrrumpum, brubbrubbrub!!!
Sollte zur anderen Seite mich drehen.
Wie ich schnaufe.
Hinter einem Wagen,
einem winzigen mit lachenden Spöttern,
laufe ich her,
keuche und springe.
Sprünge,
die sich von den Sohlen
ablösen.
Höher,
aber ich stoße schon an,
denn der unendliche
gewölbte Himmel
ist so tief.
Mit meinen blutigen Nägeln
kratz ich den Kalk
aus seine Fugen,
suche seine Türe,
die Luke, ein Fenster
einzudringen
hinter diese Himmelswand,
unter der ich sticke,
ersticke,
ersticke...
bis der Tinnitus
die Pause läutet
und die Nacht wieder um mich knackst.
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Geschrieben: 12:10, 9.04.2007 in Ruhe und Erregung |
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Welch Schmachten hat der Südwind mitgebracht,
als hätte unser Mai des Nachts begonnen.
Er säuselt süßlich spottend und er lacht,
weil was wir Liebe nannten ist zerronnen.
Getrocknet sind die Seufzer auf den Wangen.
Die Augen schließ, so dass der Träume Hand
noch einmal kann nach unsren Sternen langen
in jenem Himmel, den wir einst gekannt.
Lass unsre Wünsche auf die Reise gehen.
Das große Sehen, es bleibt ungestillt.
Wir sehen unser Glück im Wind verwehen
und rufen Halt! doch keine Träne quillt. |
Geschrieben: 15:01, 28.03.2007 |
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Hörst du den Schrei, wie er schrillt
Nichts geht vorbei, grausam wild
bleibt unser Los, glaube mir,
selbst wenn es bloß graue Gier.
Weiter im Tanz, hopp und tropp,
welch Firlefanz! Im Galopp
braust und vergeht, eh es war.
Niemand versteht, fühlst du gar
brennen den Hass? Halt den Mund,
such nicht Verlass! Schweige und
streich dir den Bart, schließ das Ohr!
Endlose Fahrt. Totenchor.
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Geschrieben: 22:52, 25.03.2007 in Versuche und Fremdsprachliches |
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Für Video auf folgenden Link klicken:
http://share.ovi.com/media/schwarzbeere.public/schwarzbeere.10062
Bei dir hab ich mich wie daheim gefühlt.
Was heißt das schon: gefühlt – daheim - bei dir?
Wenn die Begierde einmal abgekühlt,
hebt Unruh oder Gleichmut das Visier.
Erinnerst du dich noch der ersten Stunden,
die wir verwirrt zerredet und verdeutet,
denn unser Wort war, unser Sinn gebunden;
wir fühlten edel uns - und ausgebeutet.
Dann jene Zeit, in der wir alles hatten,
wovon wir einst geträumt, doch nie geglaubt,
dass wir so bald am Glücke uns ermatten
und unser reines Liebeslicht verstaubt.
So wurden aus den Lenden Schenkel wieder,
und Beine, die einst Fingerkuppen reizten,
zu Gehwerkzeugen: ganz banale Glieder,
die einst sich nicht nur aus Routine spreizten.
Am Sonntag lagen wir im Bett und dachten,
ob wohl der große Rausch vorüber sei?
Das war's, was nun? so meint ich und wir lachten
und lebten weiter, als wär nichts dabei.
Ich weiß, dass Kästners Sachliche Romanze besser ist! |
Geschrieben: 15:01, 6.03.2007 in Ruhe und Erregung |
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Ins Butterblaue deiner Augen
besang ich dich:
Lass uns den Auerochsen jagen!
Doch warum stachst du ihn
mit deinem Griffel ins Gekröse!
Wie konntest du?
War dieser Ochs vielleicht ein Stier,
ein Auerkalb noch oder Auerkuh?
Klapp deine Schenkel auf
und zu die Augendeckel.
Die wilden Hunde
jagen in der Steppe…
Ob wohl die Säbelzähne
den Dentisten missen? |
Geschrieben: 23:58, 4.03.2007 in Verspielt oder Grotesk |
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Der rote Hass,
hat mich ins Licht geschleust,
wie ausgestoßen vom Gesetze.
Ich weiß nicht mehr,
wann dies geschah,
doch als ich brüllend stürmte
durch den dunklen Gang,
zerriss den schwarzen Wandbehang,
da fand ich nur die leeren Netze,
die nichts mehr wussten von dem Fang.
Auf Schollen war ich einst getrieben,
das Eismeer stahl mir meine Sicht
und fror den Wein in meinen Schläuchen.
Vom Himmel stieg das Nordlicht
nieder, verbrannte mir das Hirn der Sieben
stern und hieß mich schweigen.
Ich träumte Karst und Hitze,
vom Schwarz der Feigen,
wie deren Fleisch, blutrot und süß,
vergor in aufgeblähten Bäuchen.
Dann hob mich eine Hand heraus,
wie alle Wirrnis floss zurück ins Sein? ins Meer?
da loschen langsam alle Sterne aus
und eine Stimme sagte: Komm nach Haus!
und alles war wie immer, wüst und leer.
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Geschrieben: 10:39, 27.01.2007 in Ruhe und Erregung |
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