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Minen und Polizeistaat in Laos10:22, 2.03.2008 1 Kommentare Link
Hallo ihr Lieben und Liebeninnen Tja, nun bin ich schon wieder raus aus Laos. Seit meinem letzten Eintrag ist eine Menge Zeit vergangen und auch entsprechend viel passiert: WC-Gaenge mit Metalldetektoren, Baggage-Claim Lao-Style sowie natuerlich weiteren Abenteuern auf dem Weg in den Wilden Osten Laos. (explicit language - parental advisory) Wie ich schon geschrieben habe, verbrachte ich 4 Tage der letzten Woche in einem Camp vom Sprengstoff-Aufraeumern, welche nicht explodierte Munition aus dem Vietnam-Krieg entschaerfen oder kontrolliert explodieren lassen. Dies toent jetzt vielleicht spannender als es effektiv war, denn natuerlich durften Laien nicht in die Naehe scharfer Bomben und sobald ein Sprengsatz entschaerft war, wurde er sofort von laotischen Polizisten abtransportiert (Man konnte die einzelnen Teile wie Zuender, Huelle etc, nachher auf dem lokalen Markt kaufen als Souvenir. Schon mal versucht, ein Bombenzuender im Flugzeuggepaeck mitzunehmen?). Doch ich unternahm ein Spaziergang im Minenfeld und durfte 3mal den Knopf druecken... Spass garantiert. Ausserdem bekam ich einen Einblick in die Probleme vor Ort. So gibt es Beispielsweise Napalmbomben, welche nicht entschaerft werden KOENNEN. Jagt man allerdings eine Napalmbombe hoch riskiert man, dass benachbarte Bomben aus lauter Sympathie mit hochgehen.... garantiert kein Spass. Was diese Zeit aber wirklich speziell macht sind die kleinen Unterschiede: So zum Beispiel war es nacht Sonnenuntergang Pflicht, entweder mit einem Guide oder einem Metalldetektor auf das WC zu gehen, aus sicherheitsgruenden. Natuerlich wurde der Weg und alles schon total geraeumt, aber es beschleicht einen ein mulmiges Gefuehl, wenn man mit dem Ding unterwegs ist. Zurueck in Vang Vieng blieb mir dann noch genuegend Zeit, noch einmal Tuben zu gehen bevor ich dann gestern nach Vientiane, der Hauptstadt Laos, fuhr. Heute morgen ging dann mein Flug nach Phnom Penh und ich musste bereits 3h vor dem Abflug am Flughafen sein, um rechtzeitig durch alle Sicherheitskontrollen zu kommen: 4mal Pass zeigen, 2mal durch den X-Ray, 1mal Gepaeck leeren und ganz am Schluss: Baggage-Claim Lao-Style. Dabei wird man von einem freundlich laechelnden Beamten darauf aufmerksam gemacht, dass man ihm besser 250 USD zahlen sollte, da sonst das Gepaeck nicht im Flieger sein wird. Zwar konnte ich ihn auf 50 USD runterhandeln, aber ich verliess also Laos mit schierer Wut im Bauch auf ein paar 18jaehrige Arschloecher in Uniform. (beinahe 20 Prozent der Maenner arbeiten fuer die Polizei in Laos. Sie sind unter anderem fuer Heiraten, Scheidungen und Grundbesitz zustaendig - nichts laeuft ohne das OK der Herren Pozilisten). Nun, auch Kambodscha ist ein Polizeistaat, daher war ich auch nicht ueberrascht, als mein Pass von 11 Polizisten ueberprueft wurde und wiederum 3 X-Rays auf mich warteten. Und dann sollte ich 20 USD Visagebuehren bezahlen, welche ich dank den laotischen Kleinarsch-Affen in Unifom natuerlich nicht mehr hatte. Da natuerlich keine Visakarte od andere Waehrung akzeptiert wurde, wurde ich von freundlichen (und bewaffneten) Herren zur naechsten Bank begleitet... herrliches Gefuehl, auf dem Ruecksitz eines Polizei-Tuk-Tuks aus dem Flughafen gebracht zu werden. (sassen aber noch etwa 5 andere im gleichen Tuk-Tuk, alle desselben Verbrechens schuldig.) Nachdem ich endlich ein Guesthouse gefunden habe und mir eine neue Natelnummer gekauft habe, besuchte ich die Killing Fields und das Suol Teng-Gefaengnis. Beide waren unter Pol Pot in Betrieb und sind das Asiatische Dachau: zwischen 1975 - 1979 wurden im kommunistischen Kambodscha Millionen Menschen umgebracht, davon etwa 60.000 auf den Killing Fields im Suedwesten Phnom Penhs. Das Gefaengnis seinerseits war stolz darauf, taeglich bis zu 300 Gefangene zu Tode gefoltert zu haben. Ein Besuch in Kambodscha ohne die Auseinandersetzung mit dieser Tragoedie ist fast nicht moeglich, denn die Auswirkungen sind bis heute spuerbar (Bsp: Touris mit Hammer-und-Sichel-T-Shirts werden zuweilen nicht bedient) Morgen gehts fuer mich schon weiter, ich gehe suedwaerts nach Sihanoukville ans Meer. Und nach etwa einer Woche dort wird es weiter gehen nach Siem Reap und Angkor Wat. Ich hoffe, euch gehts allen gut Jonas aka Scito P.S Kommentar hinterlassen {Vorherige Seite} {Seite 7 von 15} {Nächste Seite } |
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