John Law 1719
27 June 2007
Der größte Börsenkrach aller Zeiten
26. Juni 2007, 13:21 UhrVon Jan von Flocken
26. Juni 2007, 13:21 UhrVon Jan von Flocken
1720
Der 25. Oktober 1929, bekannt unter dem Namen „Schwarzer Freitag", gilt als Beginn der schlimmsten Börsenkrise der Geschichte. Auch die Kursverluste nach dem 11. September 2001 haben viele Aktienbesitzer noch in schmerzlicher Erinnerung. Doch beide Ereignisse sind eher harmlos, verglichen mit dem Börsenkrach in Frankreich 1720. Damals standen ein ganzes Volk und ein Staat vor dem kollektiven Bankrott.John Law war kein Betrüger im klassischen Sinn. Er wollte vielmehr die Menschen reich und glücklich machen. Zu diesem Zweck hatte der aus Edinburgh stammende Ökonom ein Finanzsystem ersonnen, das auf einer stetigen Vermehrung der Geldmenge sowie staatlich garantierten Banknoten basierte. Was sich in der Theorie plausibel anhörte, musste noch praktisch erprobt werden.
Doch Law blitzte bei mehreren europäischen Fürstenhöfen mit seinen Plänen ab. Erst in Frankreich fand er Gehör. Da König Ludwig XV. noch ein kleines Kind war, führte Herzog Philipp von Orleans die Regentschaft – ein leichtlebiger Herr, arbeits- und verantwortungsscheu, aber stets dabei, wenn leichte Gewinne winkten.

Aktien stiegen auf das Zehnfache des Emissionswertes
Im Mai 1716 erteilte der Regent Law die Erlaubnis zur Gründung einer Privatbank. Erstmals wurde in großen Mengen Papiergeld mit staatlicher Deckung herausgegeben, was den Zahlungsverkehr sehr erleichterte. John Laws Name als solider Finanzier war in aller Munde und er wollte nun den Coup seines Lebens landen.
Anfang des 18. Jahrhunderts gehörten Süden und Mittelwesten der heutigen USA zum französischen Kolonialreich. Law stellte einige Journalisten in Dienst, die Propaganda von den märchenhaften Reichtümern machten, welche in Übersee zu holen wären. Bald durchzogen ganz Frankreich solche Gerüchte. 1718 gründete Law die „Compagnie des Indes“, auch Mississippi-Kompanie genannt, und gab Anteilscheine im Nennwert von 50 Livre aus. (Nach Berechnungen der englischen Wirtschaftshistorikerin Janet Gleeson entsprechen 50 Livre etwa 175 Euro).
Diese Aktien stiegen tatsächlich binnen weniger Wochen auf das Zehnfache ihres Ursprungswertes. Nun griffen auch der Regent Philipp von Orleans und seine hochadlige Entourage zu und kauften Mississippi-Aktien in großem Stil. Die Sogwirkung war ungeheuer. Wenn so bedeutende Persönlichkeiten Kunden bei Law waren, dann verhieß das glänzende Geschäfte.
Das Volk lag John Law zu Füßen
In Frankreich grassierte seit Anfang 1719 das Spekulationsfieber. An manchen Tagen drängten sich 15.000 Menschen vor Laws Hauptquartier in der Pariser Rue Quincampoix, um Aktien zu erwerben. Die Kurse stiegen und stiegen. John Law war der beliebteste Mann im Land und wurde mit Ehrungen überhäuft. Als der Regent ihn zum Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften ernannte, stand das Volk auf den Straßen Spalier und schrie: „Gott segne den König und Monsieur Law!“ An manchen Tagen hätte man für eine Mississippi-Aktie im Nennwert von 50 Livre fast 2000 erzielen können. Aber niemand dachte daran. Habgier, Leichtsinn und Herdentrieb sorgten dafür, dass jedermann seine letzten Groschen zusammenkratzte, um sie bei Laws Gesellschaft anzulegen.
Weit weniger verschwiegen handelte der Prince Louis de Conti. Im Oktober 1719 legte er Law Anteilscheine im Wert von 4,5 Millionen Livre vor und verlangte dafür Münzen. Conti musste drei Fuhrwerke kommen lassen, um sein Hartgeld fortzuschaffen. Nun drohte eine Panik, aber Law vermochte durch geschickte Propaganda seine Aktionäre bei der Stange zu halten. Am 5. Januar 1720 wurde er sogar vom Regenten zum „Generalkontrolleur der Finanzen“ ernannt, also quasi zum Finanzminister.
Flucht ins Ausland
Doch es knirschte bereits im Gebälk. Am 28. Januar 1720 erließ Law ein Ausfuhrverbot für Münzen und Edelmetall. Eine Woche später wurde der Ankauf von Juwelen und Perlen untersagt, wenig später der Besitz von Gold und Silber im Wert von mehr als 500 Livre. Offensichtlich versuchte Law dadurch den Zusammenbruch seines Systems zu verhindern. Aber im Mai stürzten die Kurse der Mississippi-Aktien rapide. Wieder drängten sich die Menschen in der Rue Quincampoix, diesmal um ihre Aktien loszuwerden. Am 17. Juli 1720 war Laws Gesellschaft zahlungsunfähig. Seine Bank muße ihre Pforten schließen. John Law floh ins Ausland und starb 1729 verarmt in Venedig.
Verarmt waren auch fast alle Franzosen. Es gab nur zwei große Gewinner: eine Handvoll Aristokraten und Finanzhaie, die schlau genug waren, ihre Aktien rechtzeitig zu verkaufen sowie natürlich die Banken, welche ihrer außer Rand und Band geratenen Kundschaft Kredite zu Wucherzinsen ausgereicht hatten. Die restliche Bevölkerung – vom Dienstmädchen bis zur Prinzessin – stand vor dem finanziellen Ruin. Es war die größte Geldvernichtungsaktion aller Zeiten.
Spica dazu:
Ich finde es einen netten Zug von der Welt, ausgerechnet am Höhepunkt der diesjährigen Saturn/Neptun Konstellation am 25.06.2007, die Leser auf einen Zusammenhang aus dem Jahre 1720 hinzuweisen und diesen Artikel mit der Überschrift "Des größten Staatsbankrotts aller Zeiten" zu versehen. Denn, untersucht man den Oktober 1719,
als Prince Louis de Conti im Oktober 1719 er Law Anteilscheine im Wert von 4,5 Millionen Livre vorlegte und dafür Münzen verlangte für die. Conti drei Fuhrwerke kommen lassen, musste um sein Hartgeld fortzuschaffen,
so erkennt man als Astrologe, das genau zu diesen angegebenen Zeitpunkt Oktober 1719 ebenfalls eine Saturn/Neptun Opposition gegeben war - und diese auf der Venus des John Law zum liegen kam. Er defacto schon im Oktober 1719 Bankrott war.
Worauf aber soll nun dieser Artikel Bezug nehmen? Oder will er uns unterbewusst warnen? Ach was solls, werden die meisten denken, das waren andere Zeiten, alte Staaten. Moderne Staaten und Staatenbünde ( Unionen ) könne nicht pleite gehen. Können sie nicht? Na dann lesen sie mal die Geschichte der Staatsbankrotte.
Nun, wir befinden uns derzeit in einer ähnlichen Lage, wenn man die internationale Kreditschwemme an den Märkten beobachtet, die die Vermögenswerte als bubbles nach oben reissen. Law konnte seinen Bankrott, wie den Bankrott des Staates vor der Öffentlichkeit noch eine Zeitlang verborgen halten, bis es 1720 chrashte und fast alle Menschen ruinierte - fast - denn wir sollten Prince de Conti mit seinen Hartgeld nicht vergessen.
Späte Transite: Mars-00-Sonne
Im übrigen ist es erstaunlich das man ausgerechnet über den armen John Law an dem Tag schrieb, als der lfd. Mars über seine Sonne wanderte: Schlechte Transite bleiben also selbst über den Tod hinaus. Nix hat sich´s mit Nachruhm.
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