
Geschichte des Ortes:
Burghausen entstand vermutlich zwischen dem 6. und 8.Jahrhundert.
am Flussufer der Salzach als Zollstätte unter der Burg, die bis zum 16.Jhdt zur längsten Burg Europas erweitert wurde. Im Jahr 1025 wird Burghausen erstmals urkundlich erwähnt, als Reichsgut. Der spätere Kaiser Konrad der II setzt die "Grafen von Burghausen" zur Verwaltung des Fiskalgutes ein. Im Jahr 1164 nimmt Herzog Heinrich der Löwe die Burg in seinen Besitz.
Nach der Burg (1180) kommt 1229 auch die schon stadtähnliche Talsiedlung in den Besitz der Wittelsbacher. Die verleihung der Stadtrechte wird für einen Zeitpunkt kurz darauf vermutet. Ab 1255, nach der zweiten Teilung Bayerns, nimmt Burghausen einen politischen und wirtscahftlichen aufschwung als zweite Residenz der bayrischen Herzöge. Haupteinnahme ist der Handel mit Salz aus Hellein, das in Burghausen angelandet und auf dem Landweg weiter transportiert wird. anlegestelle ist das jetzige Mautnerschloss.
Unter den letzten drei niederbayerischen Herzögen Heinrich, Ludwig und Georg, genannt "die Reichen" (1393-1503), erlebt Burghausen eine Blüte- und Glanzzeit als zweite Hauptstadt Bayerns.
Mit diesem wissen aus der Geschichtsseite der Stadt bewaffnet betrachtete ich also die Stadt aus der perspektive jener Zeit und seiner gedanklichen Inhalte. Auch deshalb, weil man Astrologie immer mit den Mittelalter verbidet, als die Menschen noch "abergläubischer" d.h. dümmer waren als Heute. So gelangte ich über diesen Ort in jene Zeit um 1229, in die Blütezeit der scholastischen Denkschule. Mal sehen was jene Denkgössen dieser Zeit über die Astrologie dachten.
Nun, als Astrologe stellt man ja selbst in nicht-nüchternen Zustand immer Bezüge zu Ort und Zeit her und so fragt man sich natürlich was man mit dieser Zeit und mit diesem Ort, an dem ich das erstemal weilte für Gemeinsamkeiten hat und diese Reise führte mich also in das Mittelalter um 1255. Einer Zeit zu der nicht nur diese mächtige Burg erbaut wurde, sondern auch die Scholastik gelehrt wurde. Eine Zeit in der man sich erneut mit dem Gedankengut der Astrologie auseinandersetzte.

Albert Magnus - Erkenntnisweg Astrolgie
Es war die Zeit in der Albert Magnus ( 1193 - 1280 ) und dessen Schüler Thomas von Aquin ( 1225 ) lebten. Es war auch die Zeit in der in Europa eine Neubelebung der Astrologie stattfand. So verfasste Albert Magnus 1260 den spiegel der Astronomie den "Speculum astronominae", die als eine der wichtigsten Schriften zur Astrologie des Mittelalters zählt.
Darin stellt er die Astronomie und die Astrologie als unterschiedliche Zweige der Sternenkunde dar. Die Astronomie berechnete die Sternenbewegungen, erstellt Tafeln, während die Astrologie die Himmelserscheinungen deutet um daraus die Zukunft vorherzusagen. Da die Astrologie alle irdischen Dinge auf ihren Urquell zurückführt - so Magnus - leitet sie den Menschen zwangsläufig zu Gott, dem unbeweglichen Beweger aller Veränderungen.
Mit diesen Gedankengang dreht der Dominikaner die Stoßrichtung kirchlicher Kritik an der Astrologie um und stellt die Sternkunde als eine wichtige Disziplin der frommen Erkenntnis dar.
Thomas von Aquin- Glaube und Wissen
Einer der einflussreichsten Denker der Scholastik war aber sein Schüler; Thomas von Aquin. Thomas zieht in seinen Schriften "Summa contra gentiles" die Grenze zwischen Glauben und Wissen. Die darin enthaltende Seelen- und Erkenntniskonzeption hatte auswirkung auf die Beurteilung der Astrologie, wie die auffassung, der Kosmos sei eine universale Ordnung, in der das Sein hierarchisch auf Gott hin zentriert sei, welchen allen Seienden den ihm gebührenden Platz zuweise. In seiner Schrift "Summa theologiae" erörtert Thomas die Frage: "Ob die Wahrsagung aus den Sternen erlaubt sei" und antwortet darauf mit einem klaren "Ja" und formuliert es aus:
Die Erkenntnis des Zukünftigen aus der Analyse von Vergangenheit und Gegenwart ist ein Akt der Vernunft, der Klugheit das gewissenhaftes Vergleichen erfordert. Dieser Akt ist nicht nur erlaubt, sondern sogar überaus verdienstvoll, denn er führt zur Vorhersage zwangsläufig eintretender natürlicher Ereignisse. Jedoch können zwei Arten künftiger Ereignisse, die in der Natur absichtslos oder zufällig geschehen nicht vorhergesagt werden. Ebenso jenes nicht, was durch die Ausübung des freien Willens des Menschen geschieht. Deshalb betrachtet Thomas die Horoskopierkunst, wenn sie den gesamten Verlauf eines Menschen voraussagen möchte, als illegitim und häretisch. Was die Sterne angeht, so seien sie lediglich Zeichen, nicht aber Ursachen und so kommt er zu dem Schluss: Der Weise beherrscht das Gestirn.
Roger Bacon - Individuum und Kollektiv:
Auch Roger Bacon ( 1214-1294 ) tritt in seinem Werk "Astrologia sana" für eine gesunde Astrologie ein, auf eine, die auf Erfahrung und Experiment beruht. Von der Kirche verlangte er, sie solle aktiv die Führung und förderung einer solchen Sternenkunde übernehmen und auf diese Weise die autorität der heidnischen Astrologie zu brechen. Unter Verweis auf die Argumente grosser Astrologen wie Abu Mashar führt er aus, dass es keinen gelehrten Astrologen gegeben habe, der den Schicksalszwang der Sterne konsequent vertreten habe. Bei der Frage der Willensfreiheit müsse man unterscheiden zwischen dem Individuum, das Kraft seines willens den negativen Einfluss der Sterne und Planeten entgehen könne, und größeren sozialen Verbänden und Einheiten, bei denen dies nicht der Fall sei.
Auch zur Geburtshoroskopie äußerte sich Bacon.
......das es keine vernünftige Prognose des gesamten Lebenslaufes geben kann, liegt seiner Meinung nach nicht nur am freien Willen des Einzelnen, sondern vor allem an der vielfach unterschätzten Bedeutung der Katarchenastrologie. Die Menschen sind nicht in einem Moment für das ganze Leben determiniert. Vielmehr muss man für jede Entscheidung die jeweils auftretende Konstellation in Rechnung stellen.
Damit liefert Bacon eine interessante Kombination von Individualhoroskopie und Mundanastrologie und fügt der antiken Position, nach der das Individuum dem kollektiven Schicksal untergeordnet sei, eine neue Facette hinzu. Die Freiheit des Willens zur Entscheidung.

Die Frage also die auch Heute noch von Vielen gestellt wird ist die, wie die Astrologie zur Determinination und zur Freiheit steht? Wie das miteinander in einklang zu bringen ist. Diese Frage haben also schon die grossen Geister der Scholastik bewegt, gestellt und zureichend beantwortet. Nur, wen interessiert schon die Ergebnisse der Scholastik? Frei ist man trotz Determination.
Man sieht, weder war das Mittelalter düster noch finster, wie es Einige gerne sehen möchten, sondern licht, hell, bunt und tolerant. Im Mittelalter dachte man universal und man genoss auch den Vorzug einer Universalsprache wie Schrift.
Die Toleranz verschwand dann so langsam aus dem Blickfeld, als das Mittelalter um 1340 zu Zeiten der "Schwarzen Pest" unterging und die Neuzeit um 1496 mit den Hexenverfolgungen und der in ihr wütenden Inquisition anbrach. Das Weltbild wandelte sich von Geozentrischen des Mittelalters zum Heliozentrischen der Neuzeit. Um 1850, als die katholische Kirche dann das Ende der Hexenverbrennungen bekanntgab verschwand auch die Astrologie aus den Lehrstühlen der Universitäten. Manche sind der Meinung, das die Hexenverbrennungen der Kirche nur endeten, weil die Wissenschaft die Inquisition in neuem Gewande fortführt. Insofern ist Intoleranz ein Kennzeichen untergehender Kulturen. Die Verfolgung der Andersdenkenden, wie zu unserer Zeit methodisch und wiederkehrend. Spengler legt diesen Kulturen eine 600-jährige Periode zugrunde. Man könnte also auch so lesen:
- 1340 Schwarze Pest plus 600: 1940
- 1496 Hexenhammer plus 600: 2096
Und was finden wir ab 1407?
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