...in Folge feiert mein Neffe eine Geburtstagsfeier mit dem Thema Piraten und seit vier Jahren bastel ich dafür die Einladungskarten.
Schatztruhen, randvoll mit Gold,
Pirateninseln,
Piratenschiffe, alles schon gehabt und sein Vorschlag für dieses Jahr:
Schatzkarten!
Juchuu, endlich mal keine fiseligen Colorierungen, sondern knittern und kritzeln.
Da der Pirat aber zum ersten Mal mithelfen will, dauert das nun ein bischen bis zur Fertigstellung.
Der Herr im Haus hat wunderbares (und wunderbar teures) Papier gefunden. Grob, griffig und in der falschen Farbe. Zum Glück, denn so durften Neffe und Nichte in der ersten Bastelrunde das zugeschnittene Papier in Schwarztee versenken, damit aus pipigelben Papier ein schöner uralt und abgenutzt Lappen wird.
Das Papier (aus Maulbeerbaum) wirkt nach dem Trocknen wirklich wie ein Lappen, genau richtig für eine alte Schatzkarte.
Mein Neffe sagt die ganze Zeit Tapete dazu ^^
Die Nacht durften die Blätter vor sich hin trocknen und gleich zeichne ich die Inselumrisse und Details ein, die mein Neffe heute abend dann ausmalen darf...dann geht es weiter.
Boah, erinnert ihr euch an diese Windowcolor Welle?
Alles ist mit diesen Farben verschönert worden und es gab wirklich wunderschöne Motive, die sich lohnten ans Fenster geklebt zu werden.
Als diese Welle schon abebbte, habe ich für ein Fenster, kleine Sternenfiguren mit einem Mond und einer Sonne, kleinen Sternen und Schäfchen auf Wolken gezaubert.
Diese habe ich, ohne Adhäsionsfolie, einfach ans Fenster geklatscht und dort durften sie dann viele Jahre kleben, oder besser gesagt, mit dem Fenster verschmelzen.
Unwiederruflich, denn ab kriegt man den Driss hinterher nicht mehr.
Irgendwann hat man sich aber satt gesehen und wenn die Sonne scheint und man eh im Putzwahn ist, will man dieses Zeug wieder irgendwie runterbekommen.
Knibbeln hilft nicht. So schiebt man sich nur die harten Plastiksplitter unter den Fingernagel.
Googel hat herausgefunden, dass sich leidgeplagte Hausfrauen mit Ceranfeldklingen helfen.
Na prima. Hab ich doch so ein Teil ungenutzt in der Schublade rumfliegen und ich muss sagen, damit lässt sich wirklich auch die festgebackenste Plastikkacke am Fenster entfernen.
Bis zu einem bestimmten Grad, denn mittendrin ist mir die Klinge abgebrochen.
Rechts blieb aber noch ein kleines Stück der Klinge übrig und so konnte ich dann weiterspachteln.
Wenigstens solange bis sich auch der Rest der Klinge verabschiedet hat.
Windowcolor ist also der letzte Dreck und pappt sich so hart ans Fenster, dass Metall zerspringt, aber ich habe es geschafft.
Der Dreck ist ab und die Fenster sogar noch geputzt und nie, nie wieder kommt mir sowas ans Fenster.
Ich habe meine Küche wieder und die Karnuggels sind endlich im Gehege.
Es ist aber der Horror!
Sunny ist so unausgelastet, dass sie unentwegt Randale macht. Tagsüber gerade noch zu ertragen, aber nachts stehen hier bestimmt bald die Nachbarn auf der Matte, wenn das so weiter geht ^^
Entweder habe ich mich an ihr Äusseres gewöhnt, oder sie hat schon abgenommen. Ich finde sie gar nicht mehr so speckig, abgesehen von ihrer Wamme.
Ich würde sie gerne mal wiegen, aber ich habe hier nichts wo sie reinpasst. Jule konnte ich einfach in eine grosse Schüssel setzen, aber für Sunny ist das nichts.
Da sitzt man abends in Ruhe auf dem Sofa und dann macht es ganz laut PENG! und es wird stockduster.
Kein Licht, kein Fernseher, kein gar nichts.
Alle Sicherungen raus, wo es sich doch meist immer nur auf ein Zimmer beschränkt.
Ruft der Herr aus dem Badezimmer: "Schaaaatz! Kannst du vieleicht die Taschenlampe aus meiner Arbeitstasche holen? Ich war gerade dabei mir die Hände zu waschen."
Also auf allen vieren in den Flur, Tasche gesucht und gefunden und die Taschenlampe rausgewurschtelt.
Aha, Licht hätten wir, jetzt die Ursache des plötzlichen Stromausfalls abstellen, bevor die Sicherungen wieder eingeschaltet werden.
Der Wasserkocher wars. Er hat sich mit einem lauten Knall und rauchenderweise ins Jenseits geschickt.
Auf wiedersehen kleine blaue Monsterwärmeflasche, die du mir die Füsse im Bett wärmst...ist ja eh bald Frühling.
So, während ich hier am Kaffetassen Set Nr. 3 male und das noch ewig dauern kann, dürft ihr euch Fotos von Sunny anschauen, die sich beim stinknormalen Möhren fressen furchtbar einsaut.
Wenn sie fertig gemampft hat, ist ihre ganze Schnauze orange.
Ich freue mich, ihr das erste Mal Rote Beete geben zu dürfen ^^
Wenn sie was besonders lecker findet, zuckt sie übrigens wie wild mit ihrem Hintern.
Über Sunny könnte ich mich den ganzen Tag beömmeln.
Nachdem ich Gestern noch geschrieben habe, dass Sunny immer noch vor Joschi wegläuft und ich sie abgeben muss, wenn sich daran nichts ändert, bin ich heute aus allen Wolken gefallen, als beim saubermachen Joschi ihre Nase geleckt hat.
Er hat ihre Nase geleckt und sie ist nicht vor ihm weggelaufen.
Das ist der beste Start in den Tag, den man sich wünschen kann.
Jetzt hoffe ich, dass das keine einmalige Sache war und sie nun langsam vertrauen findet.
Auf jeden Fall bleiben sie für die gesamte Probeschlafzeit in der Küche, auch wenn ich diese dann solange nicht richtig nutzen und vor allem nicht putzen kann.
Mist, da meine Küche belagert wird und ich erstens keine Stühle mehr drinn stehen habe, zweitens kein Platz mehr da ist und ich sowieso kein Stromkabel auf den Boden legen kann, kann ich heute nicht nähen.
Blöd, denn ich habe Lust und Zeit und alle "georderten Mäuschen" (betreffende Person wird wissen was gemeint ist) sind soweit fertig. Ohren dran, Schwanz dran und mit Stecknadeln präpariert. Fehlt nur noch das fixe Nähen und das Füllen.
Vieleicht bleibt dann auch noch Zeit um ein paar "Bunnies" zu erschaffen, ne Frau Gräde?! ^^
Wird Zeit, dass die echten Bunnies umziehen.
Sie sind zwar noch keine dicken Freunde, aber es wird nicht mehr gerammelt und gejagt und wenn Bunny nicht gerade vor Joschi wegläuft (sie hatte ja nie einen Partner und Joschi tut ihr auch nichts), dann können sie auch mal zusammen sitzen und Heu mampfen.
Vieleicht schaffen wir es heute zum Schweden, dann kann ich das Innengehege fertig machen und morgen ist es vieleicht soweit, dass sie aus der Küche raus können.